Zeitleiste Wasserförderung Nordheide
Wasser, Sand und Erika – die Geschichte des Wasserwerkes Nordheide
Warum fördert Hamburg, die Stadt, in der das Wasser im Überfluss vorhanden ist, Wasser in der Nordheide? Wo doch die Sandheide mit ihrer typischen Vegetation aus Ericaceen und Wacholder von außen betrachtet eher trocken zu sein scheint?
Die Nordheide ist nicht gleichzusetzen mit der allseits bekannten Erikaheide: Feuchtgebiete und landwirtschaftlich genutzte Flächen prägen diese Landschaft ebenso. Die Oberflächenvegetation lässt jedoch keinen Aufschluss darüber zu, über welche Grundwasserreservoirs ein Landstrich verfügt, denn das Grundwasser liegt so weit unterhalb der Geländeoberfläche, dass Pflanzen darauf nur teilweise direkt zugreifen können. Die Nordheide verfügt über große Grundwasservorkommen, die regelmäßig durch den Niederschlag aufgefüllt werden. Zudem sind diese Wasservorkommen kaum von menschlichen Einflüssen bedroht, da die Bevölkerungsdichte in der Nordheide gering ist.
1957
Ende der 50er Jahre, Pioniere in der Heide
HAMBURG WASSER denkt voraus und wird Teil des „Erkundungsprogramm Landkreis Harburg“, um die Grundwasserverhältnisse in der Nordheide zu klären. Zeitgleich werden auch andere Erkundungsgebiete untersucht, denn Schätzungen zum zukünftigen Wasserbedarf sagen einen stark steigenden Verbrauch voraus. Bei den hydrologischen Erhebungen arbeitet HAMBURG WASSER Hand in Hand mit den zuständigen ...
HAMBURG WASSER denkt voraus und wird Teil des „Erkundungsprogramm Landkreis Harburg“, um die Grundwasserverhältnisse in der Nordheide zu klären. Zeitgleich werden auch andere Erkundungsgebiete untersucht, denn Schätzungen zum zukünftigen Wasserbedarf sagen einen stark steigenden Verbrauch voraus. Bei den hydrologischen Erhebungen arbeitet HAMBURG WASSER Hand in Hand mit den zuständigen Wasserwirtschaftsverwaltungen. Intensiviert wird die Wassersuche dort aber erst zwölf Jahre später. Es zeichnet sich deutlich ab: Ohne zusätzliche Wassergewinnungsgebiete und -anlagen von HAMBURG WASSER wird der Trinkwasserbedarf im Versorgungsgebiet in Zukunft nicht mehr zu decken sein.
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1969
Mitte der 60er Jahre – Bohren für die Forschung
Die niedersächsische Wasserwirtschaftsverwaltung führt das intensive Grundwassererkundungsprogramm „Zentralheide“ durch: 70 Aufschlussbohrungen und 140 Grundwassermessstellen bestätigen die Existenz eines bedeutenden, in mehrere Stockwerke gegliederten Grundwasservorkommens.
Die niedersächsische Wasserwirtschaftsverwaltung führt das intensive Grundwassererkundungsprogramm „Zentralheide“ durch: 70 Aufschlussbohrungen und 140 Grundwassermessstellen bestätigen die Existenz eines bedeutenden, in mehrere Stockwerke gegliederten Grundwasservorkommens.
1974
Frisches Wasser für Hamburg
Die Bezirksregierung Lüneburg erteilt das Wasserrecht für das Wasserwerk Nordheide: In den kommenden dreißig Jahren darf HAMBURG WASSER jährlich 25 Millionen Kubikmeter Wasser fördern. Mit der Bewilligung ist ein umfangreiches Beweissicherungsprogramm verbunden, um die Auswirkungen der Grundwasserentnahme zu erfassen.
Die Bezirksregierung Lüneburg erteilt das Wasserrecht für das Wasserwerk Nordheide: In den kommenden dreißig Jahren darf HAMBURG WASSER jährlich 25 Millionen Kubikmeter Wasser fördern. Mit der Bewilligung ist ein umfangreiches Beweissicherungsprogramm verbunden, um die Auswirkungen der Grundwasserentnahme zu erfassen.
1981
Antworten auf drängende Fragen
Was wird die Wasserförderung für Folgen haben? Betrifft sie womöglich meinen Betrieb? Wird die Heide zur Einöde? Werden Moore im Naturschutzgebiet trockenfallen? Die Bevölkerung der Nordheide ist verunsichert. HAMBURG WASSER und die Bewilligungsbehörde gründen daher den „Arbeitskreis Nordheide“. Vertreter aus Behörden, Umweltverbänden, Politik und Gesellschaft tauschen sich in regelmäßigen Abständen über aktuelle Ereignisse der Grundwasserförderung aus.
Was wird die Wasserförderung für Folgen haben? Betrifft sie womöglich meinen Betrieb? Wird die Heide zur Einöde? Werden Moore im Naturschutzgebiet trockenfallen? Die Bevölkerung der Nordheide ist verunsichert. HAMBURG WASSER und die Bewilligungsbehörde gründen daher den „Arbeitskreis Nordheide“. Vertreter aus Behörden, Umweltverbänden, Politik und Gesellschaft tauschen sich in regelmäßigen Abständen über aktuelle Ereignisse der Grundwasserförderung aus.
1982
Wasser marsch!
Das Wasserwerk Nordheide nimmt seinen Betrieb auf.
Das Wasserwerk Nordheide nimmt seinen Betrieb auf.
1983
Beste Qualität aus der Heide
Drei Monate nach Inbetriebnahme des Wasserwerkes Nordheide wird das erste Reinwasser in das Versorgungsnetz eingespeist. Kurz darauf werden die Modellrechnungen zu den Auswirkungen auf die Umwelt durch einen Großpumpversuch überprüft. Die Ergebnisse zeigen, dass die Auswirkungen der Grundwasserentnahme hinter dem vom damaligen Grundwassermodell prognostizierten Ausmaß zurückbleiben.
Drei Monate nach Inbetriebnahme des Wasserwerkes Nordheide wird das erste Reinwasser in das Versorgungsnetz eingespeist. Kurz darauf werden die Modellrechnungen zu den Auswirkungen auf die Umwelt durch einen Großpumpversuch überprüft. Die Ergebnisse zeigen, dass die Auswirkungen der Grundwasserentnahme hinter dem vom damaligen Grundwassermodell prognostizierten Ausmaß zurückbleiben.
1986
Freiwillige Selbstbeschränkung
Der Wasserbedarf für das Versorgungsgebiet bleibt hinter den Erwartungen zurück. Die Gründe dafür sind unter anderem die zunehmende Nutzung wassersparender Armaturen und Geräte sowie der beginnende Einbau von Wohnungswasserzählern in Hamburg. So hat jeder Verbraucher im Blick, wie viel Wasser er nutzt. HAMBURG WASSER reagiert auf die Veränderungen mit einer freiwilligen ...
Der Wasserbedarf für das Versorgungsgebiet bleibt hinter den Erwartungen zurück. Die Gründe dafür sind unter anderem die zunehmende Nutzung wassersparender Armaturen und Geräte sowie der beginnende Einbau von Wohnungswasserzählern in Hamburg. So hat jeder Verbraucher im Blick, wie viel Wasser er nutzt. HAMBURG WASSER reagiert auf die Veränderungen mit einer freiwilligen Selbstbeschränkung der Wasserentnahme: Es werden durchschnittlich nur noch 15 Millionen Kubikmeter pro Jahr im Wasserwerk Nordheide gefördert.
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2000
Erste Gespräche zum neuen Wasserrecht
Vier Jahre vor Ablauf des Wasserrechts von 1974 nimmt HAMBURG WASSER erste Gespräche über die Fortsetzung der Grundwasserförderung in der Nordheide mit der Bezirksregierung Lüneburg auf. Zur Vorbereitung des neuen Wasserrechtsantrages führt HAMBURG WASSER Pumpversuche durch und erhöht in diesem Zusammenhang die Grundwasserentnahme zeitweilig auf bis zu 20 Mio. Kubikmeter pro Jahr.
Vier Jahre vor Ablauf des Wasserrechts von 1974 nimmt HAMBURG WASSER erste Gespräche über die Fortsetzung der Grundwasserförderung in der Nordheide mit der Bezirksregierung Lüneburg auf. Zur Vorbereitung des neuen Wasserrechtsantrages führt HAMBURG WASSER Pumpversuche durch und erhöht in diesem Zusammenhang die Grundwasserentnahme zeitweilig auf bis zu 20 Mio. Kubikmeter pro Jahr.
2003
Beantragen – prüfen – beantragen
Mit einer Wasserbedarfsprognose der TU Hannover und einer Dargebotsstudie von HAMBURG WASSER wird für den neuen Wasserrechtsantrag eine zukünftig notwendige Fördermenge von 20 Millionen Kubikmetern pro Jahr ermittelt. Gründe für die höheren prognostizierten Bedarfe sind gesunkene Ressourcen auf Hamburger Stadtgebiet, vor allem da hier einige Wasserwerke von Versalzungen betroffen sind.
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Mit einer Wasserbedarfsprognose der TU Hannover und einer Dargebotsstudie von HAMBURG WASSER wird für den neuen Wasserrechtsantrag eine zukünftig notwendige Fördermenge von 20 Millionen Kubikmetern pro Jahr ermittelt. Gründe für die höheren prognostizierten Bedarfe sind gesunkene Ressourcen auf Hamburger Stadtgebiet, vor allem da hier einige Wasserwerke von Versalzungen betroffen sind.
HAMBURG WASSER lässt eine Umweltverträglichkeitsstudie durchführen und beantragt nach Bestätigung der Unbedenklichkeit die errechneten 20 Millionen Kubikmeter pro Jahr als künftige Grundwasserentnahmemenge. Im Gegensatz zur alten Bewilligung von 1974 sieht der neue Antrag auf Wunsch der Bezirksregierung Lüneburg auch die Einbeziehung der Brunnen des Wasserwerkes Schierhorn für das Versorgungsgebiet von HAMBURG WASSER vor.
Die Bezirksregierung und das Niedersächsische Landesamt für Bodenforschung (heute Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie) fordern als Ergänzung zu den Antragsunterlagen ein Grundwassermodell. Da die Modellerstellung etwa drei Jahre in Anspruch nimmt, beschließt die Bezirksregierung das Verfahren solange ruhen zu lassen.
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2004
Übergangsbewilligung
Am 31. Dezember 2004 läuft die Bewilligung für das Wasserwerk Nordheide aus dem Jahr 1974 aus. HAMBURG WASSER beantragt für die Übergangszeit bis zur Erteilung einer neuen Bewilligung eine wasserrechtliche Erlaubnis bei der Bezirksregierung. Die Bezirksregierung bewilligt eine Menge von 15,7 Millionen Kubikmeter pro Jahr. Diese Fördermenge entspricht der durchschnittlichen Grundwasserförderung des vergangenen Bewilligungszeitraumes.
Am 31. Dezember 2004 läuft die Bewilligung für das Wasserwerk Nordheide aus dem Jahr 1974 aus. HAMBURG WASSER beantragt für die Übergangszeit bis zur Erteilung einer neuen Bewilligung eine wasserrechtliche Erlaubnis bei der Bezirksregierung. Die Bezirksregierung bewilligt eine Menge von 15,7 Millionen Kubikmeter pro Jahr. Diese Fördermenge entspricht der durchschnittlichen Grundwasserförderung des vergangenen Bewilligungszeitraumes.
2005
Neue Zuständigkeiten
Mit der Auflösung der Bezirksregierung Lüneburg geht die Zuständigkeit für das Wasserrechtsverfahren auf den Landkreis Harburg über. Seit dem 1.Januar 2005 ist der Landkreis für die Fortführung des Verfahrens verantwortlich.
Mit der Auflösung der Bezirksregierung Lüneburg geht die Zuständigkeit für das Wasserrechtsverfahren auf den Landkreis Harburg über. Seit dem 1.Januar 2005 ist der Landkreis für die Fortführung des Verfahrens verantwortlich.
2007
Hamburg braucht Heidewasser
Die umfangreichen Arbeiten von HAMBURG WASSER am Grundwassermodell sind nach gut drei Jahren abgeschlossen. Parallel hat HAMBURG WASSER eine neue Wasserbedarfsprognose erstellen lassen, um die Antragsmenge mit aktualisierten Daten zu hinterlegen. Die Wasserbedarfsprognose wird mit neuesten Methoden unter Berücksichtigung soziologischer Faktoren und demografischer Entwicklungen erstellt und ...
Die umfangreichen Arbeiten von HAMBURG WASSER am Grundwassermodell sind nach gut drei Jahren abgeschlossen. Parallel hat HAMBURG WASSER eine neue Wasserbedarfsprognose erstellen lassen, um die Antragsmenge mit aktualisierten Daten zu hinterlegen. Die Wasserbedarfsprognose wird mit neuesten Methoden unter Berücksichtigung soziologischer Faktoren und demografischer Entwicklungen erstellt und erlaubt sehr präzise Aussagen über den künftigen Wasserbedarf. Die beantragte Fördermenge für das Wasserwerk Nordheide wird auf Grundlage der Berechnungen von HAMBURG WASSER auf insgesamt 16,6 Millionen Kubikmeter festgelegt. Für das Wasserwerk Schierhorn wird eine Fördermenge von 2,5 Millionen Kubikmeter errechnet. Die beantragte Gesamtantragsmenge beläuft sich somit auf 19,1 Kubikmeter.
Auf Wunsch des Landkreises soll das Wasserwerk Schierhorn aus dem laufenden Verfahren herausgenommen werden, um in einem eigenen Antrag betrachtet zu werden. HAMBURG WASSER passt die Antragsunterlagen entsprechend an.
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2009
Alle Tatsachen auf den Tisch
Nachdem HAMBURG WASSER alle Anforderungen erfüllt hat, stellt der Landkreis Harburg formal fest, dass der vorliegende Entwurf des Wasserrechtsantrags vollständig ist und das Verfahren fortgesetzt werden kann. Daraufhin reicht HAMBURG WASSER Mitte des Jahres den nunmehr geänderten und ergänzten Wasserrechtsantrag erneut ein.
Nachdem HAMBURG WASSER alle Anforderungen erfüllt hat, stellt der Landkreis Harburg formal fest, dass der vorliegende Entwurf des Wasserrechtsantrags vollständig ist und das Verfahren fortgesetzt werden kann. Daraufhin reicht HAMBURG WASSER Mitte des Jahres den nunmehr geänderten und ergänzten Wasserrechtsantrag erneut ein.
2011
Einbeziehung der Fassung Schierhorn
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Auf Wunsch des Landkreises Harburg soll das Wasserwerk Schierhorn wieder in das aktuelle Wasserrechtsverfahren aufgenommen werden. Der Landkreis Harburg und HAMBURG WASSER führen Gespräche über die Möglichkeit der Einbeziehung. Die Tatsache, dass Neuwulmsdorf inzwischen vom WBV Harburg versorgt wird, verringert den Gesamtbedarf Hamburgs aus der Nordheide auf 18,4 Millionen Kubikmeter pro Jahr.
Auf Wunsch des Landkreises Harburg soll das Wasserwerk Schierhorn wieder in das aktuelle Wasserrechtsverfahren aufgenommen werden. Der Landkreis Harburg und HAMBURG WASSER führen Gespräche über die Möglichkeit der Einbeziehung. Die Tatsache, dass Neuwulmsdorf inzwischen vom WBV Harburg versorgt wird, verringert den Gesamtbedarf Hamburgs aus der Nordheide auf 18,4 Millionen Kubikmeter pro Jahr.
Ende der 50er Jahre, Pioniere in der Heide
Mitte der 60er Jahre – Bohren für die Forschung
Frisches Wasser für Hamburg
Antworten auf drängende Fragen
Wasser marsch!
Beste Qualität aus der Heide
Freiwillige Selbstbeschränkung
Erste Gespräche zum neuen Wasserrecht
Beantragen – prüfen – beantragen
Übergangsbewilligung
Neue Zuständigkeiten
Hamburg braucht Heidewasser
Alle Tatsachen auf den Tisch
Einbeziehung der Fassung Schierhorn













