Geschichte der Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung in Hamburg

Symbolbild: Geschichte

 

19. Jahrhundert

1840 - 1859
1840 - 1890 Die Einwohnerzahl Hamburgs verfünffacht sich auf 620.000. Die Wasserqualität wird von Jahr zu Jahr schlechter, obwohl Pläne für eine Filtration bereits von Anfang an bestehen. Sie werden jedoch aus vorwiegend finanziellen Gründen zurückgestellt.
5. - 8. Mai 1842 Der große Brand in Hamburg. Eine Schreckensbilanz: 51 Tote, 20.000 Obdachlose, 310 Hektar zerstörte Bausubstanz (1.750 Häuser, mehr als 100 Speicher, das alte Rathaus sowie die mittelalterlichen Kirchen St. Nikolai, St. Petri und die Gertruden-Kapelle. Ein Drittel der Stadt, beinahe der gesamte Altstadtkern, wird zerstört.
12. Mai 1842 Der englische Ingenieur William Lindley, der sich in Hamburg bereits bei anderen Projekten einen guten Ruf erworben hat, wird vom Hamburger Senat beauftragt, Vorschläge für einen Neubau der zerstörten Stadtteile, einschließlich einer leistungsfähigen Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung vorzulegen.
29. November 1842 Erster Spatenstich in der Straße Große Bleichen. Dieses "Ursiel" hält genau 150 Jahre, bevor es erneuert werden muss. Geburtsstunde der Hamburger Stadtentwässerung.
8. März 1843 Lindley legt Pläne über den umfassenden Bau einer öffentlichen "Wasserkunst" und eines Sielsystems für Hamburg vor. Lindleys Sielplan wird angenommen. Das Kanalisationskonzept besteht wie ein Flussnetz aus Haupt- (genannt Stammsiele) und Nebensielen, die alle Abwässer per Schwemmkanalisation im Freigefälle unterirdisch in die Elbe leiten.
1844 "Ein Ehrenwerther Rath" und die "Erbgesessene Bürgerschaft" beschließen die Einrichtung einer "Stadtwasserkunst" zur Versorgung der Stadt mit Elbwasser. Entwurf und Ausführung liegen überwiegend in den Händen von Lindley. Er schlägt vor, die Stammanlage drei Kilometer vor den Toren der Stadt in Rothenburgsort zu errichten, um "möglichst frisches Flusswasser" aus dem Oberlauf der Elbe zu erhalten, "bevor es mit den städtischen Unreinigkeiten vermengt wird."
1848 Heftige Auseinandersetzungen begleiten die Bauausführung, so dass die Wasserlieferung erst schrittweise im Sommer und Herbst beginnt. Geburtsstunde der "Stadtwasserkunst/Hamburger Wasserwerke". Diese Anlage mit ihrem dazugehörigen Rohrnetz ist die älteste zentrale Wasserversorgung auf dem europäischen Kontinent. Auf eine Filterung zur "Verschönerung" des Wassers wird verzichtet. Das Elbwasser wird abwechselnd in drei große Ablagerungs-Bassins eingeleitet, verweilt dort mehrere Tage, so dass sich darin enthaltene Schwebstoffe absetzen können. Mit Dampf getriebenen Kolbenpumpen fördert man das Trinkwasser über den heute noch vorhandenen Wasserturm Rothenburgsort und durch die Leitungen zur Stadt. Die Bewohner der höheren Häuser erhalten ihr Wasser tagsüber aus Vorratsbehältern, die sich unter den Dächern befinden und nachts mit dem hohen Druck gefüllt werden.
Lindley plant den Neubau eines Wasserbehälters an der Sternschanze. 1859 beginnt der Bau des Reinwasserbehälters (Erdbehälter).
1848 - 1892 Den schlechten Trinkwasserverhältnissen ist es wohl zuzuschreiben, dass der Hamburger Stadtteil Finkenwerder regelmäßig unter Cholera-Epidemien zu leiden hat. Um der weiteren Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung vorzubeugen, muss eine gesicherte Wasserversorgung eingerichtet werden.
1850 Die Stadt Altona beginnt mit dem Sielbau. Als gemeinsames Projekt mit Hamburg entsteht das so genannte Grenzsiel. Es ersetzt den Grenzgraben, der die Grenze zwischen dem preußischen Altona und Hamburg markierte. Dieses Siel nimmt sowohl das Abwasser aus dem hamburgischen St. Pauli als auch das aus allen in dem Altonaer Kernbereich zwischen 1858 und 1880 erbauten Sammelkanälen und Zweigsielen auf.
1854 Erlass des ersten Hamburger Sielgesetzes: Alle Hausbesitzer müssen ihre Grundstücke binnen 10 Jahren nach Besielung ihrer Straße an die Kanalisation anschließen. Das zweite Sielgesetz von 1875 sieht einen Anschlusszwang sofort nach Fertigstellung des Sieles vor.
1855 Der erste echte Wasserturm, der als Zwischenspeicher dient, wird am Berliner Tor mit einem Speichervolumen von 2.350 Kubikmetern gebaut.
1859 Die Altonaer Gas- und Wassergesellschaft GmbH nimmt das Wasserwerk Baursberg in Betrieb. Nach dem Vorbild Londons nutzt man Langsamsandfilter zur organischen und bakteriellen Reinigung des Wassers. Die Stadt Altona kann sich rühmen, die vollkommenste Wasserversorgungsanlage Deutschlands zu besitzen. Das Trinkwasser wird von der "Altonaer Wasserkunst" zuerst in größeren Pausen, dann regelmäßig bakteriologisch in der Untersuchungsanstalt für die Provinz Schleswig-Holstein in Kiel untersucht.
1860 - 1879
1863 Das Rohrnetz der Wasserversorgung ist auf eine Länge von 145 Kilometer angewachsen. Es umfasst nicht nur die Altstadt, sondern auch schon eine Reihe von Außenbezirken. Angeschlossen sind 11.000 Häuser und 1.800 "Nothpfosten" (Hydranten).
1864 Der Erdbehälter des Wasserturms Sternschanze geht in Betrieb. Er hat ein Fassungsvermögen von 11.760 Kubikmetern und wird von Rothenburgsort aus aufgefüllt.
1867 Die Stadt Bergedorf gehört zum hamburgischen Staatsgebiet. Bis zum Bau eines Wasserwerks decken die Bergedorfer ihren Trinkwasserbedarf aus Brunnen oder aus der Bille. Im Juni wird die erste Hammerbrook-Sielpumpe in Betrieb genommen. Sie befindet sich zwischen Banksstraße und Stadtdeich.
1871 - 1875 Links und rechts der Alster entsteht als Rückgrad der Entwässerung der neuen Bau- und Erschließungsflächen das mächtige Geeststammsiel, das 1875 fertig gestellt ist. Es mündet nahe den Landungsbrücken bei der St.-Pauli-Hafenstraße in die Elbe. Damit das Abwasser möglichst schnell über den Elbequerschnitt verteilt, verdünnt und fort getragen wird, verlängert man das Stammsiel mittels hölzerner Kastenprofile bis in die Strommitte. Der westliche Arm des Stammsieles entwässert die Vororte Rotherbaum, Harvestehude, Hoheluft und Eimsbüttel. Der östliche Arm erstreckt sich auf die Uhlenhorst, Winterhude, Barmbek, Eilbek und Hamm und ist geeignet, später noch weitere Abwassermengen aufzunehmen. Die Verbindung der beiden Arme stellt ein Düker unter der neu erbauten Lombardsbrücke her.
Im Anschluss wird am Anckelmannsplatz ein neues Pumpwerk errichtet. Ein neues Siel verbindet es mit dem Geeststammsiel, so dass jetzt auch das Schmutzwasser des Hammerbrook über das Sielnetz der Innenstadt und dessen Ausmündung in die Elbe gelangt.
1877 Der deutsche Kronprinz, der spätere Kaiser Friedrich III., hat zusammen mit dem Prinzen, der 1888 Kaiser Wilhelm II. wird, mit einem ansehnlichen Gefolge den "sehenswerthen öffentlichen Anlagen und Institutionen Hamburgs" einen Besuch abgestattet. Sie unternehmen eine Bootsfahrt durch das Hamburger Geest-Stammsiel. Der Kronprinz wundert sich wiederholt über die verhältnismäßige Reinheit der Luft, welche die Nase kaum beleidigt.
1879 Zum 25. und 26. Juni erhalten die nordwestdeutschen Photografen eine Einladung zu einer Sielfahrt mit Musik durch das Geeststammsiel, "a la Kronprinz in eleganten Booten".
1880 - 1899
1881 Die fortschreitende Besiedelung Altonas macht jedoch den Bau eines Parallelsieles zur Entlastung des Grenzsiels erforderlich. Auch dies geschieht auf der Basis eines Vertrages mit Hamburg. Hierin gestattet Hamburg seinem Nachbarn zudem zur Entwässerung des Isebekgebietes den Anschluss an das Siel in Eimsbüttel.
1884 - 1898 Eine private Gesellschaft nimmt in Bergedorf ein Filterwerk für Billewasser in Betrieb. Langsamsandfilter sorgen für eine ausreichende physikalische und bakteriologische Reinigung. 1898 übernimmt die Stadt Bergedorf das Werk, stellt die Entnahme aus der Bille ein und lässt Brunnen bohren. Einwandfreies Grundwasser wird jetzt im Wasserwerk Bergedorf aufbereitet.
1889 - 1890 Das Altonaer Stadtgebiet erweitert sich um die Gemeinden Ottensen, Oevelgönne, Othmarschen und Bahrenfeld. Damit kommt ein Problem auf Altona zu. Die schon vorhandenen Ottensener Mischwassersiele laufen über das Isebekgebiet und damit das Hamburger Sielnetz ab. Sie führen mehr Wasser, als der Vertrag zulässt. Altona findet die Lösung und baut 1897 das erste offene Mischwasser-Rückhaltebecken. Große Abwassermengen werden zwischengespeichert und dosiert an das Hamburger Sielnetz weitergeleitet, ohne den Vertrag zu verletzen.
1890 Wegen der mangelhaften Qualität des Trinkwassers genehmigen Senat und Bürgerschaft den Bau des Wasserwerkes Kaltehofe.
1892 Seit 1854 erfolgt die Wasserversorgung der Stadt Harburg aus so genannten Wasserhöhlern, an die ein druckloses Leitungsnetz angeschlossen ist oder über Pumpbrunnen. Um den steigenden Wasserbedarf der Bevölkerung zu decken, wird über eine Pumpstation, dem späteren Wasserwerk Bostelbek, das gewonnene Grundwasser in den Hochbehälter in Heimfeld gefördert und in das Rohrnetz transportiert. Auf eine Filtration des Grundwassers wird verzichtet.
Inbetriebnahme des Wasserwerks Großensee zur Versorgung der preußischen Stadt Wandsbek. Das Seewasser aus dem Großensee wird über Langsamsandfilter bakteriologisch gereinigt, im zwei Kilometer entfernten Reinwasserbehälter Bornbek gespeichert und ins Wandsbeker Rohrnetz gefördert.
August 1892 Die Anlagen in Kaltehofe sind bereits im Bau, als in Hamburg die Cholera-Epidemie ausbricht. Grund: Verunreinigtes, nur geklärtes, aber nicht filtriertes Trinkwasser, das aus der Elbe entnommen wird, in die aber auch das Abwasser fließt. Am 24. August kommt Professor Robert Koch als Beauftragter der Reichsregierung aus Berlin nach Hamburg. Er ist von der Stadt Altona alarmiert worden, die zu dieser Zeit noch preußisch war. Koch diktiert dem Senat die notwendigen Maßnahmen, u.a. das Verbot des Trinkens von nicht abgekochtem Wasser. Die Seuche fordert 8.576 Opfer.
1893 Am 1. Februar stellt die "Altonaer Wasserkunst" einen Bakteriologen ein, der im Wasserwerk Baursberg täglich das Trinkwasser untersucht.
Durch zügige Fortsetzung der Bauarbeiten am Wasserwerk Kaltehofe kann dieses unter Einsatz von Militär und Sonderschichten an Sonn- und Feiertagen am 27. Mai in Betrieb gehen und "vorzüglich gefiltertes Elbwasser" liefern, das über Langsamsandfilter bakteriologisch und organisch gereinigt wird. Seither gibt es keine größeren Epidemien mehr in Hamburg.
1894 Unter der Leitung von Dr. William Phillips Dunbar nimmt die Außenstelle des auf dem Gelände des Wasserwerks Kaltehofe errichteten Hygienischen Instituts ihren Betrieb für mikrobiologische Untersuchungen des Trinkwassers auf.
1897 Erste Versuchskläranstalt für Sielwässer im Eppendorfer Krankenhaus.
Die Stadt Wandsbek und Hamburg einigen sich über die Abwasserentsorgung Wandsbeks. Anschluss eines etwa 700 Hektar großen Wandsbeker Gebietes an das Hamburger Sielnetz. Drei Jahre später verfügt Wandsbek über ein 45 Kilometer langes, ausbaufähiges Sielnetz.
1898 - 1899 Die Stadt Harburg wird vom Regierungspräsidenten Lüneburgs aufgefordert, die Stadt Wilhelmsburg mit Trinkwasser zu versorgen, da das Wasser zum Teil aus den Wettern oder aus Brunnen entnommen wird und gesundheitlich bedenklich ist. Die Stadt Harburg lehnt ab, da die für Harburg zur Verfügung stehenden Wassermengen bei Weitem nicht auch noch zur Versorgung von Wilhelmsburg ausreichen. 1899 wird das Wasserwerk Bostelbek zur Versorgung von Harburg erweitert.
1898 - 1904 Baubeginn Stammsiel von der Kuhmühle bis zur St.-Pauli-Hafenstraße und von der Isebek bis zum Millerntor. Aufgrund der Topografie kommen erstmals Brustschilde und Pressluft zum Einsatz. Zur Unterquerung der Gewässer Oberhafenkanal, Brooktorhafen und Niederhafen entstehen gewaltige, gusseiserne Düker.
1898 - 1914 Die Versuchsanlage in Eppendorf liefert umfangreiche Grundlagen für verschiedene Klärverfahren. Später kommt noch der "Emscher Brunnen" hinzu, der zur Klärung des Abwassers und der Ausfaulung des Schlamms dient. So entstehen in Hamburg und Harburg elf dezentrale Kläranlagen. Am südlichen Elbufer erhält die Anlage an der Ellerholzschleuse 1906 eine Abfischanlage, ergänzt durch Faulbecken und Tropfkörper.
Harburg verlässt sich auf eine grobe mechanische Reinigung über Absetzbecken und setzt zur Schlammtrocknung eine Zentrifuge ein.
In den preußischen Gemeinden Stellingen, Lokstedt, Eidelstedt und Niendorf belasten insbesondere Gerbereien und Fischmehlfabriken die Gewässer stark. 1910 baut man daher für diese Gebiete in Niendorf eine Kanalisation und gleichzeitig ein Klärwerk. Es besteht aus Absetzanlage und Bodenfiltern.
1899 - 1902 Die zentrale Wasserversorgung und das Sielsystem begünstigen eine ungebremste Erhöhung des Wasserverbrauchs und damit auch der Abwassermenge. Die Abwässer belasten zunehmend die Elbe. Die Untersuchungen des Hygienischen Instituts beweisen, dass Abwässer aus den Sielauslässen im Hafen mit dem Flutstrom bis zur Schöpfstelle des Elbwasserwerkes Kaltehofe/Billwerder Insel gelangen können. Neue Wege müssen beschritten werden. Umfangreiche hydrologische Untersuchungen des Untergrundes in der Marsch finden statt.

20. Jahrhundert

1900 - 1919
1902 Die Stadt Bergedorf baut zur Speicherung und besseren Versorgung der höher gelegenen Gebiete einen Wasserturm.
1902 - 1905 In Wilhelmsburg ist es zu einer Typhus-Epidemie gekommen, weil durch einen undichten Flansch Schmutzwasser in die Saugleitung eines Brunnens gelangt war. Im April 1905 trifft man bei Bohrarbeiten auf Grundwasser, das artesisch bis 8,80 Meter über Gelände steigt. Weitere Tief- und Flachbrunnen werden gebohrt.
Die Wasserversorgung in Moorburg, preußisch Altenwerder und preußisch Francop birgt für Hamburg gesundheitliche Gefahren, denn das zum Verkauf in Hamburg bestimmte Gemüse wird in den mit Fäkalien verunreinigtem Grabenwasser frisch und kühl gehalten, auch werden die Milchkannen dort gespült. Um Abhilfe zu schaffen werden der Wasserturm Moorburg, ein Pumpwerk und eine Filteranlage gebaut. Im September 1904 geht das Wasserwerk in Betrieb. Die Bauausführung und Betriebsführung liegt in den Händen der Stadtwasserkunst.
1904 Die Genehmigung zum Bau einer Kanalisation für die Stadt Harburg wird vom Regierungspräsidenten in Lüneburg am 9. April erteilt. Es entsteht eine leistungsfähige Kanalisation nach dem Trennsystem mit Sammlern und einer Ausmündung in die Süderelbe. Bis 1910 umfasst das Netz bereits 50 Kilometer. Die Stadt Hamburg beschwert sich über die Elbverschmutzung. Man errichtet daher vor dem Ablauf in die Süderelbe eine mechanische Kläranlage.
1905 Ein Maschinenhaus, ein Tiefbehälter und ein Wasserturm mit einem Hochbehälter werden für die Versorgung in Finkenwerder in Betrieb genommen, neue Leitungen werden gelegt. Der Betrieb des Wasserwerks wird der Stadtwasserkunst zugeordnet.
Im Oktober nimmt die Stadtwasserkunst das Grundwasserwerk Billbrook in Betrieb. Damit beginnt die Loslösung der Trinkwasserversorgung von der Elbe. Rund ein Viertel des Trinkwasserbedarfs kann bereits aus Grundwasser gedeckt werden.
Der Erdbehälter an der Sternschanze wird außer Betrieb genommen.
1906 Die Einführung von Grundstücks-Wasserzählern beginnt, um den steigenden Wasserverbrauch zu drosseln.
1906 - 1907 Das Wasserwerk Lohbrügge (ehemals preußisches Staatsgebiet) geht in Betrieb, und der Wasserturm wird an das Versorgungsnetz angeschlossen.
1908 Die Stadt Harburg kann das neue Wasserwerk Neugraben in Betrieb nehmen, denn bei den Arbeiten für die Erweiterung der Wasserfassung in Bostelbek wird ein westlich davon gelegener Ausläufer der Geest bei Neugraben für wasserläufig befunden. Damit ist für die Stadt Harburg endgültig die drohende Wassernot gebannt.
1910 Auf den Fundamenten des Erdbehälters an der Sternschanze wird der Wasserturm Sternschanze gebaut. Mit seinen zwei Behältern und einem Fassungsvermögen von 6.000 Kubikmetern hat er die größte Bevorratungskapazität der "Stadtwasserkunst". Der schlankere Bruder des Sternschanzenturms wird beim Waisenhaus in Uhlenhorst in Betrieb genommen.
Da ein Vertrag zur Wasserlieferung mit der Stadtwasserkunst und der Gemeinde Altenwerder nicht zustande gekommen ist, baut die Gemeinde Altenwerder ein kleines Wasserwerk sowie einen Wasserturm, der im Netz integriert ist und für einen ausgeglichenen Betrieb sorgt.
1910 - 1911 Der Wasserturm Wilhelmsburg und eine Druckstation werden gebaut, das Wasserwerk Wilhelmsburg geht in Betrieb.
1911 Zur Versorgung mit Trinkwasser wird für die Gemeinden Lokstedt, Niendorf, Schnelsen, Stellingen-Langenfelde und Eidelstedt in Lokstedt ein Wasserwerk gebaut. Das geförderte Grundwasser wird direkt ins Rohrnetz geliefert. Zum Ausgleich der Bedarfsschwankungen und zur Bevorratung dient der Wasserturm an der Süderfeldstraße, der als Gegenbehälter ins Rohrnetz integriert ist.
Das Wasserwerk Stellingen und der Wasserturm mit einem Fassungsvermögen von 6.000 Kubikmetern gehen in Betrieb und versorgen auch die Gemeinde Eidelstedt mit Trinkwasser. Zur Kostenermittlung ist an der Gemeindegrenze - wie auch zwischen Lokstedt und Niendorf - je ein Wasserzähler installiert.
Der Wasserturm am Berliner Tor wird abgerissen.
1911 - 1914 Zur Entwässerung der neu gewonnenen Gebiete baut die Stadt Altona das Flottbek-Stammsiel. Es ist fünf Kilometer lang und endet in einem aufwändigen Ausmündungsbauwerk in der Elbe. Später diente es dem Hamburger Klärwerk Stellinger Moor als Auslaufbauwerk.
1913 Endlich ist das großzügige Kanalnetz für Mischwasser und das Klärwerk in Bergedorf fertig gestellt.
Die Gemeinde Niendorf wird vom Wasserwerk in Lokstedt aus mitversorgt.
In recht kurzer Bauzeit wird das Wasserwerk Billstedt an der Ecke Öjendorfer Weg/Archenholzstraße zur Versorgung der Landgemeinden Schiffbek, Kirchsteinbek und Öjendorf errichtet. Zur Wasseraufbereitung dienen offene Schnellfilter. Elektrisch betriebene Kreiselpumpen drücken das Wasser ins Netz.
Der Wasserturm im Stadtpark wird gebaut und 1916 fertig gestellt. Das Speichervolumen beträgt 6.000 Kubikmeter.
Das 1896 von einem Privatunternehmer erbaute Wasserwerk Cuxhaven wird vom Hamburger Staat übernommen und durch die Stadtwasserkunst zu einem neuzeitlichen Grundwasserwerk umgebaut. Von diesem Werk werden auch die Schiffe mit einwandfreiem Trinkwasser beliefert. Mit dem Groß-Hamburg-Gesetz wird 1938 das Wasserwerk in das Eigentum der Stadt Cuxhaven übergeleitet.
1913 - 1915 Die Stadt Wilhelmsburg erhält rund 17 Kilometer Schmutzwasserkanäle. Über ein Pumpwerk an der Nippoldstraße wird das Abwasser über eine Druckleitung in den Köhlbrand eingeleitet.
1915 Das Wasserwerk Bergedorf am Möörkenweg nimmt seinen Betrieb auf.
1919 Die Stadtwasserkunst entschließt sich, Finkenwerder an die Leitungen in Waltershof anzuschließen. Hierfür wird ein Düker durch den Köhlfleet gelegt, die Versorgung von Finkenwerder ist gesichert.
Fertigstellung des ersten Abschnitts der Besielung der Elbinsel Finkenwerder.
1920 - 1939
1921 Die preußische Gemeinde Francop hat Wasserprobleme. Das Francoper Wasser ist derart durch einen Industriebetrieb verschmutzt, es kann nicht mehr als Trinkwasser genutzt werden. Das Wasserwerk Moorburg soll Francop mit Trinkwasser beliefern, aber zum Abschluss eines Wasserlieferungsvertrages kommt es erst im Jahr 1934.
1924 Die "Stadtwasserkunst" nimmt eine Zusammenlegung der beiden vorhandenen Druckzonen vor. Der Wasserturm im Stadtpark wird außer Betrieb genommen. Gleiches geschieht auch am Wasserturm Sternschanze. In diesen werden jedoch Pumpen eingebaut, so dass er wieder in Betrieb gehen kann.
Am 1. April wird die Hamburger Wasserwerke GmbH (HWW) gegründet. Sie geht aus der "Stadtwasserkunst" hervor, die als Deputation der Baubehörde angegliedert ist. Einziger Gesellschafter ist die Freie und Hansestadt Hamburg. Ebenso erfolgt die Überführung des Betriebs der Warmbadeanstalten in Hamburg. Im ersten Geschäftsjahr versorgen die HWW 1.079.000 Einwohner. Die gesamte Wasserabgabe der Werke Hamburg, Moorburg und Cuxhaven beträgt 56,3 Millionen Kubikmeter. Das Rohrnetz hat eine Länge von 997 Kilometern.
1925 Die Stadt Hamburg hat bei Zeiss in Jena ein Planetarium gekauft. Es kann nicht untergebracht werden, weil kein Geld für ein Gebäude zur Verfügung steht. Die HWW bieten der Stadt den Wasserturm im Stadtpark an, um dort das Planetarium einzubauen. 1930 ist Eröffnung.
1927 Auf dem Gelände des Pumpwerkes in Rothenburgsort wird ein neuer Reinwasserbehälter mit einem Fassungsvermögen 40.000 Kubikmetern in Betrieb genommen.
Aus den selbstständigen Gemeinden Lokstedt, Niendorf und Schnelsen wird die Gemeinde Großlokstedt gebildet. Die Sicherstellung der Wasserversorgung rückt in den Vordergrund, zumal Schnelsen bisher noch nicht zentral mit Wasser versorgt wurde. Ein Wasserbezug von Hamburg kommt nicht in Betracht. Lange Transportwege, unattraktiver Wasserpreis.
Mit der Eingemeindung von Stellingen-Langenfelde und Eidelstedt in die Stadt Altona geht der Betrieb des Wasserwerks Stellingen in die Regie der Altonaer Gas- und Wasserwerke GmbH über.
1928 Ca. 18 Kilometer vom Hamburger Stadtkern entfernt wird das Grundwasserwerk Curslack von den HWW in Betrieb genommen. Deutliche Verbesserung der Trinkwasserqualität. Das Werk fördert bis zu 90.000 Kubikmeter pro Tag. Jetzt liefern die Grundwasserwerke Billbrook und Curslack, zusammen mit dem Wasserwerk Kaltehofe, ihr Wasser an das Hauptpumpwerk Rothenburgsort, das die Verteilung in das Rohrnetz übernimmt. Die hygienische Überwachung wird auch auf die beiden Grundwasserwerke ausgeweitet.
Am 5. Oktober gründen die HWW zusammen mit dem Kreis Stormarn und der preußischen Stadt Wandsbek die Wasserwerke Hamburg-Ost GmbH. Sie nutzen das Wasser aus dem Werk Großensee, dessen Kapazität 1934 erweitert wird.
1929 Die Gemeinden Sande und der Nachbarort Boberg vereinen sich unter dem alten Namen Lohbrügge.
Der Wasserturm Finkenwerder wird außer Betrieb genommen.
Durch das Zusammenlegen von Nieder- und Hochdruckzonen kann der Turm beim Waisenhaus auf der Uhlenhorst nicht weiter betrieben werden. Füll- und Entleerungspumpen werden eingebaut und der Behälter vergrößert. Zu Beginn des zweiten Weltkrieges wird er stillgelegt.
1931 Die Gemeinde Lokstedt nimmt das Wasserwerk in Schnelsen in Betrieb. Die Leistungsfähigkeit und die Qualität des Trinkwassers sind so überzeugend, dass das Werk die gesamte Versorgung der Gemeinde Lokstedt übernimmt und auf einen gemeinsamen Betrieb mit dem Wasserwerk in Lokstedt verzichtet wird.
1931 - 1932 Um wenigstens einen Teil der Reinwasserleitungen im Brandfall nutzen zu können, werden die Stadtteile Bramfeld, Wellingsbüttel, Sasel und Volksdorf mit einer Rohrnetzlänge von rund 17 Kilometern vorläufig an das Hamburger Netz angeschlossen.
1931 - 1933 Die zu Hamburg gehörende Gemeinde Großhansdorf soll mit Trinkwasser versorgt werden. Die HWW bauen das Wasserwerk Großhansdorf. Aus dem Werk werden nach Leitungslegung auch die Stadtteile Walddörfer, Wohldorf, Volksdorf, Ohlstedt und Farmsen versorgt.
1932 Das Wasserwerk Neugraben erhält eine neue Filteranlage mit einer Kapazität von 10.000 Kubikmetern pro Tag.
1932 - 1935 Die starke Verschmutzung der Elbe durch Hamburg, aber auch durch "Oberlieger", führt zu einem gewaltigen Fischsterben. 1935 beauftragt der Senat der FHH die Baubehörde mit dem Entwurf eines mechanisch-biologischen Klärwerks, das den gesamten nordelbischen Siedlungsraum einschließlich des preußischen Altonas mit rund 1,5 Millionen Menschen erfassen soll. Aber die Pläne für den Bau des Klärwerks Langenfelde werden nicht umgesetzt, da auf Grund der Autarkiebestrebungen eine landwirtschaftliche Nutzung des Abwassers gefordert wird.
1934 Der Wasserturm Wandsbek wird außer Betrieb genommen.
Anschluss von Wentorf und Lohbrügge an das Hamburger Siel.
1935 Die Gemeinden Lokstedt, Niendorf und Schnelsen schließen einen Vertrag mit Hamburg, auf Grund dessen der größte Teil der Abwässer über Großborstel und das Geest-Stammsiel der Elbe zugeführt wird. Lediglich für den Fall einer Überlastung des Sielnetzes bleiben einige der Niendorfer Rieselfelder in Betrieb.
1935 - 1936 Die Stadt Wandsbek und Gemeinden des Kreises Stormarn werden von Hamburg mit Trinkwasser beliefert.
1938 Für das Wasserwerk Bergedorf werden zur Abdeckung von Verbrauchsspitzen zwei Reinwasserbehälter gebaut.
1. April 1938: Das Groß-Hamburg-Gesetz tritt in Kraft: Die ehemals preußischen Städte Altona, Wandsbek und Harburg-Wilhelmsburg sowie 27 umliegende Gemeinden werden Hamburg zugeschlagen. Dagegen fallen Geesthacht, Großhansdorf, Schmalenbek und Cuxhaven mit den Gemeinden des Amtes Ritzebüttel an Preußen. Das hamburgische Staatsgebiet erweitert sich von 41.498 auf 74.661 Hektar, die Einwohnerzahl steigt von 1,2 auf 1,67 Millionen. Aufnahme der Wasserwerke: Hamburg-Ost, Altona, Harburg-Wilhelmsburg, Wandsbek, Lokstedt, Billstedt, Lohbrügge, Bergedorf, Altenwerder, Francop, Cranz und Neuenfelde. Die Wassertürme werden teilweise wieder für die Trinkwasserversorgung genutzt. Der Anteil an Grundwasser beträgt 88,81 Prozent, die Rohrnetzlänge 2.744 Kilometer. Die Wasserversorgungen mit ihren unterschiedlichen Systemen, Größen und Geländehöhen werden in den folgenden Jahrzehnten zu dem heutigen Verbundsystem zusammengeschlossen. Das Sielnetz verdoppelt sich auf rund 1.800 Kilometer. HWW führt die Wasserwerke Großensee und Großhansdorf in eigener Regie weiter.
1940 - 1949
1941 Hamburg hat 18 dezentrale Klärwerke.
1943 Bombennächte: Die Reinwassertransportleitung vom Wasserwerk Curslack nach Rothenburgsort, der Düker zur Versorgung von Finkenwerder, das gesamte Rohrnetz und das Hamburger Sielnetz werden schwer beschädigt. Bombentreffer zerstören den Wasserturm auf der Uhlenhorst und Teile des Daches des Wasserturms Sternschanze. Allein das Wasserwerk Kaltehofe zählt 88 Bombentreffer. Diese zerstören zum größten Teil die 176.000 Quadratmeter große Filterfläche. Dadurch wird nur 65 Prozent der ursprünglichen Filterleistung von 220.000 Kubikmetern Trinkwasser am Tag erreicht. Durch den Ausfall des Hauptpumpwerkes und der unzähligen Bombentreffer der drei Reinwasserbehälter in Rothenburgsort geht die Speicherkapazität von 60.000 auf 10.000 Kubikmeter zurück. Die Wasserversorgung im Kerngebiet Hamburgs bricht zusammen. Die Bevölkerung wird mühsam mit Tankwagen und aus Hydranten mit Trinkwasser versorgt. Das Verwaltungsgebäude der HWW, der Artushof in den Großen Bleichen, wird von den Bomben zerstört. Bis auf wenige Unterlagen gehen alle Akten, Bücher, Karteien, Rohrnetzpläne etc., verloren. Wassergeldeinnahmen sind nach den schweren Bombenangriffen fast völlig ausgeblieben.
Schwierig ist während der ganzen Kriegzeit auch die Energieversorgung für den Betrieb der Wasserwerke. Mehr als 60 Prozent der Wassermenge wird mit Dampfpumpwerken ins Netz gefördert. Ende März 1945 reichen die Brennstoffvorräte nur noch für vier Tage. Die Wasserversorgung hängt nur noch an einem seidenen Faden. Die Wasserverluste im Rohrnetz betragen nach Ende des Krieges anfangs 25 bis 35 Prozent.
Von 1943 bis Kriegsende beschädigen oder verwüsten Sprengbomben und Granaten das 1.850 Kilometer lange Sielnetz an 2.100 Stellen. Die Schwerpunkte liegen im Bereich des Hafens, in Harburg und in Wilhelmsburg.
1945 Der Sternschanzenturm wird notdürftig repariert und geht wieder ans Netz.
1946 Umbau der Kläranlage in Bergedorf.
1947 Die HWW liefern 111 Millionen Kubikmeter Trinkwasser an 1,4 Millionen Einwohner im Versorgungsgebiet. Das Rohrnetz hat jetzt eine Länge von rund 3.000 Kilometern, die ersten Elektrokreiselpumpen werden im Hauptpumpwerk Rothenburgsort aufgestellt.
Altenwerder wird an das Hamburger Rohrnetz über Waltershof angeschlossen, das Wasserwerk Altenwerder im Oktober endgültig stillgelegt.
1948 Die Besielung aller bebauten Randgebiete hat Priorität. Das Eppendorfer Stammsiel, das von Eppendorf in die Stadtteile Lokstedt, Niendorf und Schnelsen führt, wird gebaut. Die Gebiete werden an das Hamburger Sielnetz angeschlossen und das Pumpwerk Mechthildweg stillgelegt.
1950 - 1959
1951 Dieses Jahr stellt einen Wendepunkt beim Wiederaufbau der Wasserversorgung Hamburgs dar. Die Kriegsschäden sind zum größten Teil behoben.
Im Hauptpumpwerk Rothenburgsort, das die schwersten Bombentreffer der HWW aufzuweisen hat, ist der Wiederaufbau nahezu abgeschlossen und das neue Pumpwerk wird im November in Betrieb genommen. Das gesamte Hauptpumpwerk wird jetzt mit Elektropumpen betrieben.
Die durch die Zerbombung bedingte Verlagerung der Bevölkerung in die Randbezirke hat zur Folge, dass von den rund 1,6 Millionen Einwohnern Hamburgs 1951 nur noch 1,2 Millionen in besielten Gebieten wohnen, während 400.000 ohne Kanalisation leben müssen.
1952 Das Grundwasserwerk Langenhorn wird als erster Wasserwerksneubau Hamburgs nach dem 2. Weltkrieg fertig gestellt. Es versorgt die nördlichen Stadtteile Hamburgs.
Die Sielschäden werden mit einem Aufwand von rd. 15 Millionen DM fast völlig beseitigt.
1953 Der Wasserturm Moorburg wird abgebrochen. Die kleineren Kläranlagen in Marienhöhe und Bullnwisch werden durch das Klärwerk West ersetzt und die Kläranlagen in Lurup, Sinstorf, Wellingsbüttel und Billstedt durch den Anschluss an ein zur Elbe entwässerndes Siel aufgehoben.
1953 - 1957 Die HWW errichten angesichts der ständig weiter wachsenden Versorgungsaufgaben ein werkseigenes Laboratorium, das zunächst in einem Raum im Hauptpumpwerk Rothenburgsort untergebracht wird. 1955 genügt der vorhandene Arbeitsraum nicht mehr den Erfordernissen, so dass auf den Grundmauern des im Krieg zerstörten Turbinenhauses ein neues Labor entsteht, das 1957 fertig gestellt wird.
1954 - 1956 Erweiterung und Umbau der Kläranlagen Wensenbalken und Bergedorf (1956) für eine vollbiologische Reinigung. Die alte Anlage in Farmsen wird 1954 durch ein vollbiologisches Klärwerk ersetzt und in Volksdorf ein völlig neues Klärwerk gebaut.
1955 Der Elbwasseranteil im Trinkwasser Altonas und der Elbvororte, die vom Grund- und Elbwasserwerk Falkensteiner Ufer/Baursberg versorgt werden, beträgt zeitweise ca. 70 Prozent. Diese Wasserqualität entspricht nicht mehr den Vorstellungen der Bevölkerung. Als Sofortmaßnahme wird der erste Horizontalfilterbrunnen in der Haseldorfer Marsch mit einer Tagesleistung von 12.000 Kubikmetern Grundwasser in Betrieb genommen. Das Rohwasser wird über eine kurzfristig verlegte, später für Reinwasser verwandte Leitung zum Wasserwerk Baursberg gepumpt.
Die 9,5 Hektar große Halbinsel Köhlbrandhöft wird aufgeschüttet, Baubeginn des Hauptklärwerkes Köhlbrandhöft.
1956 Die Wassermengen, die die Grundwasserwerke Bostelbek, Moorburg, Neugraben und Wilhelmsburg im Süden Hamburgs fördern, reichen nicht mehr aus. Die HWW bauen deshalb das große Grundwasserwerk Süderelbmarsch, das nach umfangreichen Vorarbeiten und Untersuchungen im Jahr 1956 in Betrieb geht.
Der Wasserturm Sternschanze wird durch die Modernisierung der Versorgungsanlagen überflüssig, so dass er zunächst vom Netz genommen und 1961 endgültig außer Betrieb genommen wird.
1956 / 1957 Die Ruine des Wasserturms Uhlenhorst wird abgerissen und der Wasserturm Wilhelmsburg 1958 außer Betrieb genommen.
1958 Das neue Pumpwerk an der Hafenstraße schickt das innerstädtische Abwasser über einen neuen Elbdüker nach Köhlbrandhöft. Von dort wird so in die Elbe geleitet, dass der Fluss seine optimale Selbstreinigungskraft entfalten kann. Die alte Sielmündung nahe den Landungsbrücken dient nur noch als Notauslass.
1960 - 1969
1960 - 1961 Das Grundwasserwerk Haseldorfer Marsch geht 1960 voll in Betrieb. Es versorgt bis heute direkt die umliegenden schleswig-holsteinischen Gemeinden, ein Teil des Trinkwassers fließt in die Behälter auf dem Wasserwerk Baursberg.
Die Wassertürme Lokstedt und Stellingen sind nicht mehr in Betrieb.
1960 - 1966 Hamburgs Osten braucht Trinkwasser. Zahlreiche Nachbargemeinden in Schleswig-Holstein suchen Anschluss an das öffentliche Hamburger Versorgungsnetz. Mit dem rasch ansteigenden Wasserverbrauch können die HWW nicht Schritt halten. Ab 1960 speisen die ersten vier Brunnen des im Bau befindlichen Wasserwerks Glinde über provisorische Filter Trinkwasser ins Netz. Erst 1966 gelingt es mit Fertigstellung des Wasserwerks Glinde, die Versorgung endgültig zu sichern.
1961 - 1966 Die erste Reinigungsstufe des Großklärwerks Köhlbrandhöft-Nord wird in Betrieb genommen. Zwei Drittel der täglich im Pumpwerk Hafenstraße anfallenden 330.000 Kubikmeter Abwasser werden hier zu 70 Prozent gereinigt. Ab 1966 wird Köhlbrandhöft zu einer der größten Kläranlagen Europas ausgebaut. 1973 Erweiterung der Anlage.
Februar 1962 Bei einer schweren Sturmflut brechen in Hamburg die Deiche. Die Bevölkerung muss notversorgt werden. Die Filterbecken des Wasserwerks Kaltehofe werden vom Elbwasser überspült. Das Werk kann bereits nach einer Woche wieder hygienisch einwandfreies Trinkwasser liefern. Das Grundwasserwerk Wilhelmsburg ist von den Wassermassen eingeschlossen, und in den Grundwasserwerken Süderelbmarsch und Haseldorfer Marsch müssen alle Brunnen für mehrere Monate außer Betrieb genommen werden. Das Wasserwerk Moorburg ist so schwer beschädigt, dass es nicht wieder in Betrieb genommen wird.
1964 Auf die Aufbereitung von Elbwasser wird verzichtet. Hamburg fördert nur noch aufbereitetes Grundwasser ins Netz.
Das Grundwasserwerk Walddörfer geht - als viertes nach dem Krieg gebautes Werk - in Betrieb, denn die einsetzende dichte Besiedlung des Stadtteils Bramfeld und des oberen Alstertals erfordert eine Entlastung der beiden Grundwasserwerke Großhansdorf und Großensee, die bis dahin den Nordosten Hamburgs versorgt haben.
1965 Am 2. November geht das Klärwerk Stellinger Moor in Betrieb. Es reinigt täglich rund 65.000 Kubikmeter Abwasser von 200.000 Einwohnern und der ansässigen Industrie.
1967 Bau des Sammlernetzes: Große Abwasserkanäle mit 2,40 bis 3,70 Metern Durchmesser, die in bis zu 25 Metern Tiefe ringförmig um das alte innerstädtische Sielnetz verlaufen.
1970 - 1989
1972 - 1973 Der Wasserturm Lohbrügge und der Wasserturm Bergedorf werden außer Betrieb genommen.
1974 Der neue Werksteil des Grundwasserwerks Großhansdorf wird in Betrieb genommen. Das Werk versorgt den Nordosten Hamburgs und die umliegenden Gemeinden des Kreises Stormarn.
1979 - 1981 Die Bürgerschaft der FHH beschließt, das Klärwerk Köhlbrandhöft-Süd nach den ursprünglichen Plänen fertig zustellen. 1981 wird die mechanische und 1983 die Stufe für vollbiologische Reinigung in Betrieb genommen.
1980 Stilllegung des Grundwasserwerks Billstedt, die Brunnen werden an das Wasserwerk Billbrook angeschlossen.
Die HWW-Tochtergesellschaft CONSULAQUA Hamburg Beratungsgesellschaft mbH (CAH) wird gegründet. Sie erarbeitet für Versorgungs- und Entsorgungsunternehmen und die Industrie als unabhängiger Berater wirtschaftlich effiziente, technisch moderne und praxiserprobte Problemlösungen in den Bereichen Wasserver- und Abwasserentsorgung, Altlastenerkundung und -sanierung sowie Organisationsberatung und Projektmanagement.
1981 Im Großklärwerk Köhlbrandhöft-Nord erfolgt die mechanische und 1983 die biologische Reinigungsstufe des Klärwerks Köhlbrandhöft-Süd
Beginn der Planung des Klärwerks Dradenau, zwei Jahre später ist Baubeginn.
1982 Beginn des Alster-Entlastungs-Programmes für das innerstädtische Kanalisationsnetz. Das Ziel ist, die Mischwasserbelastung der Alster und ihrer Nebengewässer bis 2010 drastisch zu reduzieren. Im Jahresdurchschnitt sollen bei Regenwetter 90 Prozent der im Kanalnetz transportierten, biologisch abbaubaren und absetzbaren Stoffe dem Klärwerk zugeführt und dort behandelt werden. Die für 2010 geplanten Ergebnisse wurden jedoch bereits 1998 erreicht. Die Investitionen betragen rd. 500 Millionen Euro. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Alster ist heute wieder so sauber, dass darin unter hygienischen Gesichtspunkten bei Trockenwetter gebadet werden kann.
Das Wasserwerk Bergedorf wird für ein Jahr außer Betrieb genommen, damit eine neue Filteranlage eingebaut werden kann. Während dieser Zeit Übernimmt das Curslacker Wasserwerk die Versorgung Bergedorfs.
Das Wasserwerk Nordheide nimmt seinen Probebetrieb auf. Die ersten Untersuchungen zur Erkundung der Grundwasserverhältnisse im Bereich der Nordheide beginnen bereits 1957. Im Dezember 1974 wird der Bewilligungsbescheid über die Entnahme von 25 Millionen Kubikmeter Rohwasser erteilt. Davon entfallen fünf Millionen Kubikmeter/Jahr auf die Versorgung des Wasserbeschaffungsverbandes Harburg. Um den Ansprüchen des Umweltschutzes Rechnung zu tragen, werden zahlreiche Beweissicherungsmaßnahmen durchgeführt. Das Projekt Nordheide wird damit zum bestuntersuchten Wassergewinnungsgebiet in der Bundesrepublik.
1983 Zwischen dem Wasserwerk Glinde und Bergedorf wird eine Verbindungsleitung fertig gestellt. Die Verknüpfung mit den Wasserwerken Bergedorf und Lohbrügge erhöht die Versorgungssicherheit im gesamten Gebiet.
Baubeginn des Klärwerks auf der Dradenau.
Der Klärschlamm wird nicht mehr in der Nordsee verklappt, sondern jetzt auf die Deponie Schönberg (bei Lübeck) gebracht.
1985 Im Juli: Ausweisung des Wasserschutzgebietes Glinde.
1986 Die neue Aufbereitungsanlage des Grundwasserwerkes Billbrook-Billstedt auf dem Betriebsgelände in Rothenburgsort geht in Betrieb.
Im April wird das "Handlungskonzept zur dauerhaften Sicherung der Trinkwasserversorgung", das die HWW gemeinsam mit den Fachbehörden der Freien und Hansestadt Hamburg erarbeitet hat, nach Zustimmung des Senats der FHH verabschiedet.
Das Zentrallabor der HWW geht in Rothenburgsort in Betrieb. Dadurch werden ein besserer Arbeitsfluss und eine höhere Effektivität der Untersuchungen geschaffen, um gleichzeitig dem wachsenden Umfang der zu untersuchenden Stoffe gerecht zu werden. Hier wird die gesamte Palette der mikrobiologischen, chemischen und physikalischen Analysen abgedeckt.
Im Sommer wird das neue Kundenzentrum INFO TREFF am Rathausmarkt eröffnet und der Wasserspar-Bus in Betrieb genommen.
1987 Im Grundwasserwerk Baursberg wird auf die offenen Langsamsandfilter verzichtet. Die offenen Schnellfilter im Südflügel des Gebäudes und einige Langsamsandfilter bleiben als technisches Denkmal in der alten Form erhalten.
Die Umstellung von Grundstücks- auf Wohnungswasserzähler beginnt. Das Programm endet im Jahre 2004. Diese Umstellung und die Einführung Wasser sparender Technologien in den Haushaltsgeräten führen zu einem rapiden Rückgang des Wasserverbrauches.
1988 Inbetriebnahme des Klärwerks Dradenau. Hier erfolgt die weitergehende biologische Reinigung des auf Köhlbrandhöft vorbehandelten Abwassers. (Nitrifikation und Denitrifikation). Die Klärbecken erstrecken sich auf über 22 Hektar. Das nutzbare Beckenvolumen von rund 330.000 Kubikmetern entspricht in etwa dem Inhalt der Binnenalster. Beide Klärwerksteile Köhlbrandhöft und Dradenau sind durch einen 90 Meter tiefen Düker miteinander verbunden: (Düker sind Abwasserkanäle, die ein Gewässer unterqueren - in diesem Fall ist es der Köhlbrand).
1989 Der Wasserspar-Bus wird mit dem ersten Preis für vorbildliche und sachgerechte Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Umwelt und Naturschutz durch das Bundesumweltministerium ausgezeichnet. 1990 ist der Wasserspar-Bus in Hamburgs Partnerstadt St. Petersburg präsent.
Die zentrale Verwaltung der HWW zieht vom Barkhof (Innenstadt) in das neue Gebäude nach Rothenburgsort um.
Im Juli geht der neue Reinwasserbehälter des Wasserwerks Walddörfer mit einer zusätzlichen Speicherkapazität von 15.000 Kubikmetern Trinkwasser ans Netz.
1990 - 1999
1990 Im Februar wird das Grundwasserwerk Kaltehofe vom Versorgungsnetz genommen. Mit den betrieblichen Vorbereitungen für den Ersatz des Wasserwerks Kaltehofe, insbesondere durch eine Erhöhung der Aufbereitungskapazität des Wasserwerks Billbrook, wird bereits 1987 begonnen.
Im Juli: Ausweisung des Wasserschutzgebietes Baursberg.
1991 Im Februar geht das neue Wasserwerk Lohbrügge in Betrieb, das auf dem Betriebsgelände des 1906 in Betrieb gegangenen alten Werkes gebaut wird.
1992 Der dritte Reinwasserbehälter für das Grundwasserwerk Stellingen mit einer zusätzlichen Speicherkapazität von 7.000 Kubikmeter Trinkwasser wird ans Netz angeschlossen.
Der künftige Wasserbedarf im Versorgungsgebiet der HWW wird durch eine Wasserbedarfsprognose von der Universität Hannover analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die HWW bei weiterer Umsetzung des im Jahr 1986 verabschiedeten "Handlungskonzeptes" die Trinkwasserversorgung sicherstellen können.
Auf dem Gelände des Klärwerks Köhlbrandhöft geht die Klärschlammentwässerungs- und Trocknungsanlage KETA in Betrieb. Sie dient dazu, den Wassergehalt des ausgefaulten Klärschlamms stark zu reduzieren.
1993 Im Mai gründen die SCHLESWAG AKTIENGESELLSCHAFT und die HWW ein gemeinsames Tochterunternehmen, die Holsteiner Wasser GmbH (HOWA).
Im August wird ein Hochbehälter zur Sicherstellung der Versorgung im südlichen Raum Hamburgs als zusätzlicher Reinwasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Kubikmetern Trinkwasser in Heimfeld in Betrieb genommen
1994 Zur Reduzierung der Gewässerbelastung des Nordufers der Elbe aus dem Altonaer Sielnetz wird das Elbe-Entlastungs-Programm entwickelt. Die Mischwasserüberläufe in die Elbe sollen auf 30 Prozent verringert und Verschmutzungen infolge von Regen vermindert werden. Neben der Beseitigung von hydraulischen Engpässen ist die Schaffung von zusätzlichem unterirdischen Speicher- und Stauraumvolumen vorrangig.
Im April: Ausweisung des Wasserschutzgebietes Süderelbmarsch/Harburger Berge.
Im Oktober unterzeichnen im Kaisersaal des Hamburger Rathauses der Bürgermeister, Senatoren, die Geschäftsführung der HWW sowie Vertreter von drei Hamburger Schulen den Wasser-Generationenvertrag. Mit diesem Vertrag gibt die deutsche Wasserversorgung einen Anstoß für verstärkte Aktivitäten zur künftigen Sicherung der Wasserversorgung.
1995 Mit Wirkung zum 1. Januar wird das ehemals zur Umweltbehörde gehörende "Amt für Stadtentwässerung" zum eigenständigen Unternehmen Hamburger Stadtentwässerung AöR. Es verbleibt zu 100 Prozent im Besitz der FHH.
Zum 1. Januar nimmt die Bäderland Hamburg GmbH (BLH) ihre Tätigkeit auf. Sie ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der HWW. Mit der Gründung der Tochtergesellschaft soll der Betrieb der Bäder, der zum Teil seit 1924 unter der Regie der HWW betrieben wird, effizienter und kundennäher werden.
1996 Im Mai wird der neue moderne WasserBus als Ersatz für den 1995 außer Betrieb genommenen Wasserspar-Bus in Dienst gestellt. Der Bus ist jährlich über 200 Tage im Versorgungsgebiet der HWW mit Kundenberatern vor Ort. Das neue Kundenzentrum INFO TREFF, das sich nur rund 100 Meter vom alten Standort in der Rathausstraße befindet, wird im Juni 1996 der Öffentlichkeit vorgestellt.
Norddeutschlands größtes Wassermuseum, das "WasserForum", wird eingeweiht. Im ersten Raum wird Hamburgs historische Wassergeschichte gezeigt. 1998 wird der zweite Raum eröffnet, der sich der modernen Trinkwasserversorgung widmet. Im August 2000 ist der dritte Raum fertig gestellt. In ihm sind anschauliche Beispiele für den Ressourcen- und Umweltschutz erarbeitet worden.
Beginn des Sanierungsprogramms "innerstädtisches Mischwassernetz". 400 Kilometer sollen saniert bzw. neu gebaut werden, Investitionen rd. 400 Millionen Euro. Bis 2006 sind bereits 280 Kilometer fertiggestellt.
Fortschreibung des "Handlungskonzeptes zur dauerhaften Sicherung der Trinkwasserversorgung" unter Berücksichtigung der Ergebnisse des Regionalen Entwicklungskonzeptes (REK) für die Metropolregion Hamburg.
1997 Mit dem Bille-Entlastungs-Programm verfolgt die HSE mehrere Ziele: Reduzierung der Belastung der Bergedorfer Stadtgewässer, Beseitigung von Engpässen und Geruchsbelästigungen sowie Überflutungen durch Schachtüberstauungen. Im Jahre 2004 wird es überarbeitet und mit dem ebenfalls Ende der 90er Jahre aufgelegtem Bergedorfer Sielsanierungsprogramm verzahnt.
Aus Klärschlamm wird Brennstoff! Das frühere EXPO-Projekt, die "Verwertungsanlage für Rückstände aus der Abwasserbehandlung" (VERA) GmbH geht auf dem Gelände Köhlbrandhöft in Betrieb. Sie verbrennt den Klärschlamm und produziert aus dem zuvor in den Faultürmen gewonnen Faulgasen Strom, der den Wärmebedarf des Klärwerks zu 100 Prozent, den gesamten Energiebedarf zu 65 Prozent deckt. Die Abfallprodukte aus der Verbrennung, Asche und Gips, werden als Baumaterial wieder genutzt.
1998 Zum 1. Januar wird das Wasserschutzgebiet Curslack/Altengamme ausgewiesen. Es ist das vierte Wasserschutzgebiet für die HWW.
HWW erwerben 7,3 Prozent an den Harzwasserwerken in Hildesheim.
1999 Start der ersten Imagekampagne der HSE. Die Aufsehen erregenden Motive von Schwimmern in der Alster sorgten für Schlagzeilen.
Gründung der Hamburger Stadtentwässerung Kommunikationsnetze GmbH.
Im Februar wird das Wasserschutzgebiet Haseldorfer Marsch ausgewiesen.
Im März unterzeichnen die HWW, der Gartenbauverband Nord e.V. und der Bauernverband Hamburg e.V. einen Kooperationsvertrag. Er gilt für die Wasserschutzgebiete Curslack/Altengamme und Süderelbmarsch/Harburger Berge und regelt die Interessen des Gartenbaus, der Landwirtschaft und der Wasserversorgung.
Im Juni wird das Technik-Zentrum der HWW an der Ausschläger Allee eingeweiht. Es umfasst die Rohrnetzbezirksstelle Mitte, den Wasserzählerbetrieb, das Hauptlager für die Materialwirtschaft sowie den Fahrbetrieb und den Außendienst Wasserwirtschaft/Ökologie. Diese Betriebe waren bisher an verschiedenen Standorten ansässig.
Nach der Fertigstellung des Transportsiels Altona im Oktober wird das Klärwerk Stellinger Moor stillgelegt. Seitdem werden 96 Prozent des Hamburger Abwassers im Klärwerksverbund Köhlbrandhöft/Dradenau behandelt, 4 Prozent reinigt der Abwasserzweckverband Pinneberg im Klärwerk Hetlingen.

21. Jahrhundert

2000 - heute
2000 Inbetriebnahme von je zwei Reinwasserbehältern für das Grundwasserwerk Großensee und für das Grundwasserwerk Neugraben.
Im April: Ausweisung des Wasserschutzgebietes Langenhorn/Glashütte.
2001 Im April: Ausweisung des Wasserschutzgebietes Billstedt. Es ist das siebte Wasserschutzgebiet.
Gründung der Hamburger Stadtentwässerung Abwasser Service GmbH.
2002 Erster Triathlon in Hamburg mit Schwimmdisziplin in der Binnenalster.
Im Herbst geht die neue Aufbereitungsanlage im Grundwasserwerk Neugraben in Betrieb.
2003 HSE übernimmt die Abwasserbeseitigung von Buxtehude, Apensen und Neu Wulmstorf. 3,5 Millionen Kubikmeter Abwasser werden im Klärwerksverbund Köhlbrandhöft/Dradenau gereinigt und bedeuten eine bessere Auslastung des Klärwerksverbundes. Sie machen 2,5 Prozent des gesamten Klärwerksdurchlaufes aus.
Im Dezember - Verlängerung des Kooperationsvertrages zwischen der Wasserversorgung und dem Gartenbau und der Landwirtschaft um weitere fünf Jahre. Mit Wirkung zum 31. Dezember verkaufen die HWW die Geschäftsanteile an der BLH an die HGV Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsverwaltung mbH, Hamburg.
2004 Im November wird das neue Grundwasserwerk Curslack eingeweiht. Das alte Werk bleibt weiterhin noch in Betrieb und wird im Mai 2005 vom Netz genommen.
2005 Sanierung des Reinwasserbehälters Baursberg.
Im Februar: Legung einer neuen Trinkwassertransportleitung DN 1000 wegen des Umbaus "Finkenwerder Knoten".
Im März: Vorstellung des "kleinen blauen Wasserwerks", das zukünftig von allen Kindertagesstätten kostenlos gebucht werden kann.
Fertigstellung der Sanierung des Schieberschachtes 13. Er ist der erste und größte von 13 Schieberschächten, die zur Begehung der Freigefälleleitungen zwischen Curslack und Rothenburgsort erforderlich sind.
2006 Ende der großen Entlastungsprogramme von Alster und Elbe, Planungsphase des neuen Großkonzeptes: Sammlersanierung in der Innenstadt (IEK)
Fortschreibung des "Handlungskonzeptes zur dauerhaften Sicherung der Trinkwasserversorgung".
Der Gleichordnungskonzern HAMBURG WASSER entsteht. Unter seinem Dach bleiben die HWW und die HSE als eigenständige Unternehmen erhalten.
2007 Fusion der HSE-Töchter Abwasser Service GmbH und Kommunikationsnetze GmbH zur servTEC.
2008 Gründung der HWW-Tochter ServCount.
2009 Gründung der HWW-Tochter HAMBURG ENERGIE.