Nordheide: nachhaltige Grundwasserförderung seit Jahrzehnten
Je nach Jahreszeit benötigt HAMBURG WASSER im Versorgungsgebiet 250.000 bis 400.000 Kubikmeter Trinkwasser täglich: für rund 2 Millionen Bürgerinnen und Bürger und ihre Gäste, für Touristen, Berufspendler aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein, für Industrie, Gewerbe und Dienstleister, für Krankenhäuser, Schulen und viele andere öffentliche Einrichtungen. Die rund 118 Millionen Kubikmeter Wasser jährlich bereitet der öffentliche Versorger HAMBURG WASSER aus Grundwasser auf, das er mit insgesamt 17 Grundwasserwerken fördert. Zwei Drittel des Bedarfs deckt Hamburg aus den stadteigenen Vorkommen. Der Rest stammt aus den Vorräten der Region: ein Viertel aus Schleswig-Holstein, zwölf Prozent aus Niedersachsen. Dabei nutzt HAMBURG WASSER an sämtlichen Orten nur rund ein Viertel der Menge, die sich jährlich durch Niederschläge neu bildet.
Das Wasserwerk Nordheide, das das Unternehmen seit 1974 im Landkreis Harburg aufgebaut und 1983 in den Regelbetrieb genommen hat, schöpfte seither mit durchschnittlich 16,2 Millionen Kubikmetern sogar nur etwa neun Prozent der jährlich hinzukommenden Wasserressourcen ab – erlaubt waren bis zu 25 Millionen Kubikmeter.
Die Folgen der Grundwasserförderung für die Umwelt in der Region sind sehr gering. Um nachhaltige Schäden zu verhindern, wurde und wird die gesamte Förderung des Grundwassers in der Nordheide von Anfang an mit umfangreichen Untersuchungen und Messungen durch unabhängige Gutachter begleitet – so intensiv wie in keinem anderen Wassergewinnungsgebiet in Deutschland. Die Wissenschaftler dokumentieren und analysieren die Einflüsse auf die Umwelt. Größere Auswirkungen sind bisher nicht bekannt.
Seitdem das für 30 Jahre erteilte Wasserentnahmerecht im Jahr 2004 abgelaufen ist, arbeitet HAMBURG WASSER in der Nordheide mit einer Übergangsregelung, die dem Unternehmen die Förderung von 15,7 Millionen Kubikmetern erlaubt. Im Jahr 2009 stellte der kommunale Versorger einen neuen Antrag, der momentan im Landkreis Harburg bearbeitet wird. Beantragt ist eine Förderung von bis zu 16,6 Millionen Kubikmeter Förderung aus den Brunnen des Wasserwerkes Nordheide. Der Wasserrechtsantrag über 1,8 Millionen Kubikmeter pro Jahr für die Grundwasserförderung aus den Brunnen der Fassung Schierhorn (Wasserwerk Schierhorn) soll in einem gesonderten Verfahren beantragt werden.
Obwohl der Wasserbedarf in Hamburg zurückgegangen ist, bleibt die Grundwasserentnahme in der Nordheide in etwa gleich. Das erklärt sich daraus, dass die eigenen nutzbaren Grundwasservorkommen in Hamburg gesunken sind. Daher ist davon auszugehen, dass im Normalfall – wie in der Vergangenheit auch – weniger als die beantragten 16,6 Millionen Kubikmeter pro Jahr aus der Nordheide entnommen werden. Verträglich für die Umwelt – und zum Nutzen der Kunden in der Region.