Abbauprodukt eines Pflanzenschutzmittels im Grundwasser in den Wasserwerken Haseldorfer Marsch und Uetersen gefunden

Abbauprodukt aus Landwirtschaft und Gartenbau ist für den Menschen ungefährlich – Umweltbundesamt klassifiziert den Stoff als gesundheitlich "nicht relevant" und insofern unbedenklich

29.03.2010

Im Grundwasser der beiden Wasserwerke Haseldorfer Marsch und Uetersen wurden im Rahmen regelmäßiger Untersuchungen geringe Konzentrationen des Stoffes N,N Dimethylsulfamid (kurz DMS) nachgewiesen. Die DMS-Spuren im Trinkwasser sind für den Menschen harmlos. Betroffen sind die Gemeinden und Städte Tornesch, Heidgraben, Seester, Groß Nordende, Seestermühe, Neuendeich, Moorrege, Haselau, Haseldorf, Heist, Holm, Hetlingen, zum Teil Wedel, Kl. Nordende, Uetersen und in Hamburg der Ortsteil Rissen.

DMS wurde zuvor schon in zahlreichen anderen Wasserwerken im gesamten Bundesgebiet nachgewiesen. Die jetzt in den Wasserwerken Haseldorfer Marsch und Uetersen gefundenen Konzentrationen liegen zwischen 0,1 und 0,4 Mikrogramm – also weniger als einem Millionstel Gramm – pro Liter. Das Umweltbundesamt klassifiziert den Stoff als gesundheitlich "nicht relevant" und insofern unbedenklich. Das gilt auch für die Aufnahme durch Säuglinge und Kleinkinder. Für einen lebenslang duldbaren und unbedenklichen Genuss hat das Umweltbundesamt zur Sicherheit einen besonders strengen gesundheitlichen Orientierungswert von 1 Mikrogramm DMS pro Liter herausgegeben. Die in den beiden Wasserwerken gefundenen Konzentrationen liegen deutlich unter diesem Wert.

DMS ist ein Abbauprodukt des Pflanzenschutzmittels Tolylfluanid. Tolylfluanid wurde lange Zeit in der Landwirtschaft und im Gartenbau zur Bekämpfung von Pilzerkrankungen eingesetzt. Der Wirkstoff wird im Boden schnell umgesetzt – unter anderem zu DMS. DMS ist zwar weder human- noch ökotoxisch, aber biologisch nicht abbaubar und gut wasserlöslich, sodass es leicht ins Grundwasser gelangt. Aus diesem Grund ist die Anwendung von Tolylfluanid im Freiland seit 2007 verboten.

DMS ist mit herkömmlichen Aufbereitungsmethoden nicht aus dem Trinkwasser zu entfernen. Durch das Verbot von Tolylfluanid gelangt allerdings kein weiteres DMS ins Grundwasser. Durch nachsickerndes Grundwasser wird das DMS mit der Zeit ausgewaschen und die Konzentration sinkt.

DMS steht im Verdacht, bei Verwendung von Ozon zur Trinkwasseraufbereitung krebserregende Stoffe zu bilden. Bei der Trinkwasseraufbereitung der Wasserwerke Haseldorfer Marsch und Uetersen kommt jedoch kein Ozon zum Einsatz.

Für Rückfragen zu den DMS-Spuren im Trinkwasser stehen die Wasserversorger und die zuständige Behörde im Kreis Pinneberg zur Verfügung.

 

Kontakte für die Öffentlichkeit

  • HAMBURG WASSER Infocenter
    Telefon 040 / 78 88 15 55 (Mo - Fr, 10 - 18 Uhr)
  • Holsteiner Wasser GmbH Kundenservice
    Telefon 04321 / 49 90 444
  • Fachdienst Umwelt des Kreises Pinneberg
    Telefon 04101 / 21 22 22

 

[Gemeinsame Presseerklärung von HAMBURG WASSER und HOLSTEINER WASSER]


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