Trinkwassergewinnung – ausschließlich aus Grundwasser
Das Trinkwasser für die Hansestadt Hamburg und die mitversorgten Umlandgemeinden wird ausschließlich aus Grundwasser gewonnen. Es stammt aus einem ausgedehnten, komplexen System von oberflächennahen und tieferen Grundwasserleitern der Metropolregion.
Grundwasserleiter - aus Sand gebaut
Der Naturraum Hamburg und sein Umland sind durch verschiedene Eiszeiten geformt worden. Das Landschaftsbild ist geprägt durch die tief liegenden Marschflächen im breiten Urstromtal der Elbe und die angrenzenden Geestgebiete. Die grundwasserführenden Schichten im Hamburger Raum bestehen vorwiegend aus Sand und Kies. Die ebenfalls vorkommenden Ton-, Mergel- und Lehmschichten sind für die Grundwassergewinnung nicht geeignet. Sie sind schwer wasserdurchlässig und haben deshalb eine Bedeutung als Wasser stauende und Grundwasser schützende Schichten.
Von Bedeutung für die Grundwassergewinnung sind die eiszeitlichen Ablagerungen (Quartär) und die darunter lagernden älteren Schichten der oberen und unteren Braunkohlensande (Tertiär). Kleinere Einlagerungen von Braunkohle haben letzteren den Namen gegeben. Es werden sowohl die im Quartär wie im Tertiär abgelagerten Sande und Kiese für die Grundwassergewinnung genutzt. Abschmelzungs- und Erosionsprozesse während der Eiszeiten haben zur Bildung so genannter quartärer Rinnen geführt, die zum Teil tief in die tertiären Sedimente einschneiden. Die Füllung der Rinnen in einigen Bereichen mit groben Sanden und Kiesen machen diese zu bevorzugten Standorten für Brunnenfassungen. Die für die Trinkwassergewinnung genutzten Grundwasserleiter werden in einer Tiefe zwischen 250 und 450 Metern durch die Ablagerungen der "Vierlande Stufe" (Tone und Schluffe) unterlagert. In tieferen Ablagerungen befindliches Grundwasser ist so salzhaltig, dass es sich für die Trinkwassergewinnung nicht eignet.
Sande und Kiese als natürliche Filter
Grundwasser wird vorwiegend durch Niederschläge als Teil des natürlichen Wasserkreislaufes gebildet. Diese reichern sich auf ihrem Weg durch die Atmosphäre mit Staubpartikeln, Abgasen, Sauerstoff und Keimen an. In den oberflächennahen Bodenschichten werden die versickernden Niederschläge gereinigt (mechanische Filterung, chemisch-physikalische Reaktion, bakterieller Abbau). Auf dem weiteren Weg durch den Boden reichert sich das Grundwasser dann mit verschiedenen Mineralien und Gasen sowie weiteren Elementen wie z.B. Eisen und Mangan an. Über Brunnen wird das Naturprodukt Grundwasser zur weiteren Aufbereitung in das Wasserwerk gefördert.