HAMBURG WASSER

Hamburger Wasserwerke
Gesellschaft mit beschränkter Haftung,
Hamburg

Hamburger Stadtentwässerung
Anstalt des öffentlichen Rechts,
Hamburg

HAMBURG ENERGIE
Gesellschaft mit beschränkter Haftung,
Hamburg

Geschäftsbericht 2019

(uncorrected copy)




Hamburger Wasserwerke
Gesellschaft mit beschränkter Haftung,
Hamburg

Lagebericht

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1 Geschäftsmodell

Kernaufgabe der Hamburger Wasserwerke Gesellschaft mit beschränkter Haftung (HWW) ist die einwandfreie Trinkwasserversorgung der Hamburger Bürger gemäß Gestattungsvertrag. Mit 16 Wasserwerken mit Standorten in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein und Wasserbezug aus einem Werk einer 50 %igen Tochtergesellschaft werden jährlich weit über 110 Mio. m3 Wasser gefördert und über das rund 5.300 km lange Versorgungsnetz zum Kunden transportiert.

Wasser und Abwasser sind elementare Bestandteile im täglichen Leben. Im Gleichordnungskonzern HAMBURG WASSER werden die Kompetenzen der Unternehmen Hamburger Wasserwerke und Hamburger Stadtentwässerung gebündelt, um sauberes Trinkwasser und eine sichere und zuverlässige Abwasserentsorgung als grundlegende Voraussetzungen für hohe Lebensqualität zu gewährleisten.

Die HWW versorgt rund 2,2 Mio. Menschen in Hamburg und dem Umland. Auf der Grundlage von Konzessionsverträgen werden Umlandkommunen beliefert und die Leistungen direkt mit den Kunden abgerechnet. Die Wassermenge für diese Umlandkommunen entspricht rund 8,0 % der Gesamtabgabemenge. Daneben bestehen Verträge über die Wasserlieferung von der HWW an sogenannte Weiter­verteiler. Diese Vertragspartner rechnen die Wassermengen eigenständig mit den Endkunden ab.

1.2 Ziele und Strategien

Das Ziel von HAMBURG WASSER ist es, die Kunden in Hamburg und der Metropol­region sicher, umweltgerecht, in hoher Qualität sowie mit optimaler Wirtschaftlichkeit zu bedienen. Dabei steht der Funktionserhalt der Anlagen auf technisch höchstem Niveau durch fortwährende Modernisierung und Weiterentwicklung im Mittelpunkt, um die bestmögliche Ver- und Entsorgungssicherheit für alle Kunden zu erreichen.

Die Ergebnisse regelmäßiger Umfragen bestätigen die erwünschte überdurchschnittliche Kundenzufriedenheit. Kostensensibilität und Prozessoptimierungen einerseits und die Gewinnung von Neukunden andererseits sichern kontinuierlich die Wirtschaftlichkeit. HAMBURG WASSER strebt dauerhaft eine moderate Preis- und Gebührenentwicklung im Verhältnis zur Steigerung der allgemeinen Lebenshaltungskosten an.

Ein wichtiger Bestandteil der konzernweiten Strategie von HAMBURG WASSER ist die regelmäßige Bewertung der Umweltaspekte mit dem Ziel, den Ressourcenverbrauch und die daraus resultierenden CO2-Emissionen kontinuierlich zu verringern. Die unmittelbaren Auswirkungen des Handelns auf die Umwelt werden laufend gemessen und so weit wie möglich reduziert. Dabei unterstützt ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem.

In den betrieblichen Abläufen stehen insbesondere die Reduzierung des Verbrauches an Rohstoffen und Ressourcen, eine ständige Verringerung von klimaschädlichen Treibhausgas- und Schadstoffemissionen, ein aktiver Gewässer- und Grundwasserschutz und eine weitere Steigerung des Anteils an eigenerzeugter Energie im Fokus. Projekte der Energieeigenerzeugung sind unter anderem der Betrieb von Windenergie- und Photovoltaikanlagen, die Stromerzeugung aus der thermischen Klärschlammverwertung, die Produktion und Einspeisung von Biomethan, die Energierückgewinnung im Trinkwassernetz sowie die Produktion von Strom und Wärme in zwei Blockheizkraftwerken.

Weiterhin ist es Strategie, die im Unternehmen vorhandenen Spezialkenntnisse auch Dritten anzubieten, um die Preis- und Gebührenstabilität im Kerngeschäft durch zusätzliche Deckungsbeiträge zu unterstützen und positive Rückkopplungen in das Kerngeschäft zu bewirken. Darüber hinaus sollen die Qualifikation und Motivation bestehender Mitarbeiter gestärkt und die Attraktivität von HAMBURG WASSER als Arbeitgeber für neue Mitarbeiter erhöht werden.

Teil des Zielsystems ist darüber hinaus die weitere Harmonisierung und Vernetzung der Aufgaben im Konzern sowie selbstverständlich auch die Mitarbeiterfürsorge. Insbe­sondere sollen langfristig Arbeitsunfälle komplett vermieden werden - mit gleichzeitig positiver Auswirkung auf die Produktivität des Unternehmens.

1.3 Steuerungssystem

Die Steuerung des Unternehmens erfolgt über differenzierte Planungs- und Steuerungssysteme des Controllings und wird durch ein abgestuftes Risiko­managementsystem ergänzt. Das Controlling der HWW umfasst alle Geschäftsbereiche. Es folgt dem Grundansatz der Kongruenz von Aufgabe und Verantwortlichkeit: Die einzelnen organisatorischen Bereiche und Stabsstellen sind für die Einhaltung ihrer Einzelbudgets einschließlich der Zielvorgaben für die Leistungserbringung verant­wortlich, das Controlling übernimmt hierbei eine begleitende Rolle. Über die Hierarchieebenen werden vom Gesellschafter bis zum einzelnen Mitarbeiter in den Referaten im Rahmen eines Zielvereinbarungsprozesses Ziele, Kennzahlen und Zielwerte abgeleitet und vereinbart.

Die Liquidität der HWW wird anhand eines monatlichen Liquiditätsmanagementberichts überwacht. Dieser enthält Erläuterungen zur Liquidität, Finanzierung und Zins­entwicklung. Das Finanzmanagement der HWW gewährleistet eine regelmäßige Liquiditätskontrolle und eine sachgerechte Kreditüberwachung. Ein zentrales Cash-Management überwacht darüber hinaus die tägliche Liquidität.

Das Beteiligungsmanagement steuert die Tochtergesellschaften und Unternehmens­beteiligungen, die entsprechenden Berichtspflichten unterliegen.

Die Projekte und Daueraufgaben in den externen Leistungen (Drittgeschäft) werden in enger Zusammenarbeit des Controllings mit dem Konzernvertrieb gesteuert.

1.4 Technische Entwicklung

Durch fortwährende Optimierung und Ausrichtung am Stand der Technik erreicht HAMBURG WASSER eine kontinuierliche Verbesserung der messbaren Leistung und setzt auch international Maßstäbe für ökologische Nachhaltigkeit in der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Der Stab Qualitäts- und Energiemanagement steuert die Entwicklungsaktivitäten. Das seit 2018 aufgebaute zentrale Asset Management von HAMBURG WASSER führt unter anderem sensitive Langfristprognosen zukünftiger Investitionsbedarfe in den Netzen und Werken durch, um darauf aufbauend langfristige Asset Strategien zu entwickeln und zu bewerten. Hierzu werden Rechenmodelle implementiert, validiert und kontinuierlich erweitert.

Im Juni 2019 haben HAMBURG WASSER und REMONDIS gemeinsam den Grundstein für die weltweit erste Phosphor-Recycling-Anlage für Klärschlammasche gelegt. Das Projekt hat internationalen Vorzeigecharakter: In Hamburg wird der lebenswichtige Rohstoff Phosphor mit dem von REMONDIS entwickelten TetraPhos®-Verfahren erstmals wirtschaftlich effizient und im großtechnischen Maßstab aus Abwasser zurückgewonnen werden. Die Anlage auf dem Klärwerk Köhlbrandhöft geht 2020 in Betrieb und soll jährlich aus 20.000 Tonnen Klärschlammasche rund 7.000 Tonnen hochreine Phosphorsäure produzieren.

Das von der EU geförderte Projekt HAMBURG WATER Cycle, ein innovatives Abwasser- und Energiekonzept für das Stadtquartier Jenfelder Au in Hamburg, wurde im Juni 2019 eingeweiht. Das Fundament des HAMBURG WATER Cycle bildet die Trennung dreier Abwasserströme. Schwarzwasser aus der Toilette, Grauwasser vom Duschen und Waschen sowie Regenwasser werden getrennt gesammelt und behandelt. Das Abwasser aus der Toilette vergärt zusammen mit Co-Substrat und es entsteht Biogas. Ein Blockheizkraftwerk wandelt das Biogas in Strom und Wärme um. Pro Jahr entstehen auf diese Weise rund 450.000 Kilowattstunden Strom und 690.000 Kilowattstunden Wärme. Durch die Abwasserbehandlung direkt im Quartier werden die CO2-Emissionen reduziert. Gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnern werden in der Jenfelder Au weitere Forschungen durchgeführt, unter anderem wie effektiv Mikroschadstoffe in der Teilstrombehandlung eliminiert werden können.

Unter Förderung des Bundesministeriums für Umwelt (BMU) wurde 2019 eine Abdeckung des Schlammspeicherbehälters einschließlich aller Einrichtungen zur Erfassung des Faulgases und Einbindung in die Betriebseinrichtungen des Klärwerks Standort Köhlbrandhöft erstellt. Damit wird das zusätzliche Faulgas erfasst, energetisch verwertet und gleichzeitig eine Belastung der Atmosphäre vermieden. Darüber hinaus steigt die Speicherkapazität für das anfallende Faulgas auf dem Klärwerk. Die Anlage befindet sich im Probebetrieb.

In einem bis 2021 laufenden Projekt werden durch praktische Versuche und das Testen von innovativen Technologien Handlungs­empfehlungen für die ressourcen- und energieeffiziente Aufbereitung von Rohwässern mit erhöhten Sulfat-Gehalten erarbeitet, unter anderem in Kooperation mit den Berliner Wasserbetrieben. Weitere Forschungsvorhaben betreffen die wachsende Problematik von Mikroplastik und Strategien zur Reduzierung derartiger Stoffe im Trink- und Abwasser.

Durch seine Aktivitäten trägt HAMBURG WASSER wesentlich zum Erfolg des Gewässerschutzes in der Metropolregion bei. Diese auf nachfolgende Generationen ausgerichteten Anstrengungen gehen über die reine Erfüllung der gesetzlichen und behördlichen Anforderungen hinaus. So arbeiten Vertreter von HAMBURG WASSER auch in zahlreichen Gremien der technischen Fachverbände und Forschungsinstitutionen mit.

2019 verstärkte HAMBURG WASSER auch seine Aktivitäten zur Digitalisierung mit internem und externem Fokus: In einer Vielzahl von Projekten - von smarter Brunnensteuerung über die Erprobung der LoRaWAN-Technologie bis hin zur Entwicklung einer unternehmensinternen Strategie zu Building Information Modeling - stellt sich HAMBURG WASSER den Herausforderungen der fortschreitenden Digitalisierung. Um die Hamburger Bevölkerung für Starkregen und die zu erwartenden Auswirkungen zu sensibilisieren, veröffentlicht HAMBURG WASSER seit August 2019 auf der Konzern-Website einen Online-Starkregenindex. Eine Live-Karte zeigt die in Echtzeit in Hamburg gemessenen Regenmengen, um auf Präventionsmaßnahmen gegen Überflutungen aufmerksam zu machen und eine einheitliche Einordnung der Niederschläge zu ermöglichen.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die wachsende Bevölkerung in Hamburg und der Metropolregion führte sowohl in den letzten Jahren als auch 2019 zu einem leicht steigenden Wasserbedarf. Die Ergebnisse einer von HAMBURG WASSER beauftragten Studie aus Februar 2019 zeigen, dass der Wasserbedarf im Versorgungsraum von HAMBURG WASSER in den nächsten Jahren durch den verstärkten Wohnungsbau und positiven Wanderungssaldo weiter ansteigen wird.

Wesentlicher Einflussfaktor für die Wasserabgabe sind neben der Entwicklung der Bevölkerung die klimatischen Bedingungen im Versorgungsgebiet. Nach den außergewöhnlichen klimatischen Rahmenbedingungen 2018 mit einer lang anhaltenden Hitze- und Dürreperiode war der Sommer 2019 fast ebenso warm. Da es 2019 jedoch keine vergleichbar lange Trockenperiode gab, lag die Wasserabgabe unterhalb der Vorjahresmenge.

Das steigende Bewusstsein für die Auswirkungen des Klimawandels, die Verdichtung und Erhitzung von Ballungsräumen sowie für Themen der Daseinsvorsorge und Gesundheit schärft die öffentliche Wahrnehmung. Nach der Verabschiedung der Sustainable Development Goals (SDGs) durch die UN-Mitgliedstaaten 2015 ist die Umsetzung der Ziele auf nationaler und EU-Ebene von hoher Bedeutung.1 So hat das Bundesumweltministerium Ende 2018 einen 5-Punkte-Plan für weniger Plastik und mehr Recycling veröffentlicht.2 Die Förderung des Leitungswassertrinkens und die bessere Verfügbarkeit von Leitungswasser im öffentlichen Raum sind zwei der zentralen Maßnahmen dieses Aktionsprogramms. Diese Aspekte spiegeln sich auch vollumfänglich in der geplanten Reform der EU-Trinkwasserrichtlinie.3

Die für HAMBURG WASSER relevanten volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen der branchenspezifischen Preisentwicklung insbesondere für bezogene Waren und Dienstleistungen haben sich im laufenden Geschäftsjahr grundsätzlich erwartungs­gemäß entwickelt. Beim Vergleich mit dem Index für die allgemeinen Lebenshaltungs­kosten ist zu beachten, dass der für die HWW adäquate „Warenkorb" sich anders entwickelt als die allgemeine Preisentwicklung; nach Berechnungen des statistischen Bundesamtes liegt die spezifische Inflationsrate der Branche Wasserwirtschaft i.d.R. um 0,5 - 1,2 Prozentpunkte über der allgemeinen. Der Anstieg des Baukostenindexes für den Hoch- und Tiefbau resultiert aus der vermehrten allgemeinen Bautätigkeit und der allgemeinen Marktsituation. 4

Belastend wirken sich neben dem Anstieg der Baukosten nach wie vor die Energiepreise einschließlich der gesetzlichen Umlagen für eine energieintensive Branche wie die Wasserversorgung aus.

Das Zinsniveau hat sich wie in den Vorjahren auch 2019 auf einem sehr niedrigen Stand bewegt. Dadurch konnte der Zinsaufwand aus laufender Geschäftstätigkeit erneut reduziert werden. Das niedrige Zinsniveau führte allerdings auf der Seite der Rückstellungsverpflichtungen für die Altersversorgung aufgrund des sinkenden durchschnittlichen Bewertungszinssatzes für die Abzinsung zu weiterhin hohen jährlichen Zuführungen zu den entsprechenden Rückstellungen.

Trotz der steigenden Einwohnerzahlen in Hamburg und der Metropolregion ist hier wie in ganz Deutschland der wachsende Fachkräftemangel insbesondere bei Ingenieuren und in der IT spürbar. Dieser wird sich durch den demografischen Wandel voraussichtlich noch weiter verstärken.

Eine anhaltend hohe Priorität von HAMBURG WASSER ist es, die Wirtschaftlichkeit in den Kerngeschäftsfeldern zu steigern, um die erforderlichen Preis- und Gebührenanpassungen zu minimieren. HAMBURG WASSER wurde wie in den Vorjahren mit allgemeinen Kostensteigerungen und nicht beeinflussbaren strukturellen Vorgängen wie dem hohen Aufwand für die Altersvorsorge der Mitarbeiter belastet. Dennoch ist das Unternehmen wirtschaftlich gut aufgestellt und auch 2019 sehr erfolgreich gewesen.

2.2 Geschäftsverlauf

Das Jahr 2019 ist für HAMBURG WASSER und für die Wasserversorgung in und um Hamburg im Einklang mit den Erwartungen insgesamt positiv verlaufen. Die den Kunden gelieferte und abgerechnete Wassermenge lag zwar unter dem durch außergewöhnliche klimatische Verhältnisse geprägtem Vorjahresniveau, aber über dem langjährigen Mittel. Im Hamburger Stadtgebiet wurden den Kunden rund 2,3 Mio. m3 weniger Trinkwasser als im Vorjahr geliefert. Auch die Wasserlieferung an Gemeinden außerhalb Hamburgs sank um rund 0,4 Mio. m³ gegenüber 2018.

In Summe lag die gesamte Wasserabsatzmenge der HWW an Kunden 2019 bei rund 117,1 Mio. m3. Der rechnerische Wasserverlust betrug wie im Vorjahr 4,0 %.

Im Zusammenhang mit den Vertragsbeziehungen zu einzelnen Kunden ergibt sich zum Stichtag 31. Dezember 2019 folgendes Bild:

Kennzahl Einheit 2019 2018
Einwohner im Versorgungsgebiet In Mio. EW 2,2 2,2
Versorgungen (Vertragsbeziehungen) Anzahl 694.444 691.461

Davon FHH (Haushalt und Gewerbe)

Anzahl 636.438 633.594

Davon Umlandgemeinden

Anzahl 57.972 57.833

Davon Großabnehmer

Anzahl 28 28

Davon Weiterverteiler

Anzahl 6 6
Verbrauch pro Einwohner und Tag (inkl. Kleingewerbe) l/d 139 145

Zum 1. Januar 2019 war sowohl der mengenabhängige Wasserpreis von 1,75 EUR / m³ auf 1,77 EUR / m³ als auch der mengenunabhängige Grundpreis angehoben worden, woraus sich für den Durchschnittshaushalt in Summe eine Preisanpassung von 1,8 % im Vergleich zum Vorjahr ergab. Die hierdurch bedingten Mehrumsätze waren planerisch kalkuliert und erforderlich, um die erwarteten Kostensteigerungen aufzufangen. Neben den Preisanpassungen und dem Anstieg der Bevölkerung führte vor allem das etwas trockenere und sonnigere Wetter als im Durchschnitt zu zusätzlichen Umsatzerlösen. Der erwirtschaftete Jahresüberschuss von EUR 31,0 Mio. lag erwartungsgemäß deutlich unter dem Niveau des Vorjahres, aber oberhalb des für 2019 planerisch erwarteten Jahresüberschusses. Er wird gemäß Ergebnis­abführungsvertrag an die städtische Unternehmensholding HGV als Gesellschafterin abgeführt.

Neben der Wirtschaftlichkeit ist es ein wesentliches Ziel, die wasserwirtschaftliche Infrastruktur durch die erforderlichen Investitions- und Instandhaltungsmaßnahmen dauerhaft auf hohem Niveau zu erhalten und die sehr hohen Qualitätsansprüche an das Produkt Trinkwasser transparent und kontinuierlich zu erfüllen. Um eine gleichbleibend hohe Qualität des Trinkwassers in Hamburg und den versorgten Umlandgemeinden zu gewährleisten, kontrolliert das unternehmenseigene, zertifizierte und akkreditierte Prüflabor täglich die Wasserqualität an allen wichtigen Punkten der Trinkwasserförderung,
-aufbereitung sowie -verteilung und untersucht die chemische und mikrobiologische Beschaffenheit des aufbereiteten Trinkwassers. Die Ergebnisse der Untersuchungen veröffentlicht HAMBURG WASSER seit 2019.5 Sie bestätigen auch für 2019 die sehr gute Qualität des in das Netz abgegebenen Trinkwassers.

Auch die übrigen Konzernziele konnten 2019 weitestgehend erreicht werden. Das Ziel einer überdurchschnittlichen Kundenzufriedenheit wird durch direkte Kunden­befragungen evaluiert. Im Rahmen einer alle vier Jahre durchgeführten großen Kundenbefragung wurde dies 2016 für HAMBURG WASSER vom Kunden bestätigt. Innerhalb der sehr guten Kundenrückmeldungen für die deutsche Wasserwirtschaft insgesamt nahm
HAMBURG WASSER einen Spitzenplatz ein. Im Vergleich mit anderen großstädtischen Versorgungsgebieten weist HAMBURG WASSER bei der Qualitätsbewertung und bei der allgemeinen Servicezufriedenheit einen sehr guten Wert auf. In der jährlich durchgeführten Umfrage kleineren Umfangs sind diese Ergebnisse auch 2019 bestätigt worden.

Das Drittgeschäft von HAMBURG WASSER hat sich erfreulich entwickelt und das hohe Niveau des Vorjahres konnte übertroffen werden.

HAMBURG WASSER verfolgt das Ziel, engagierte, motivierte und qualifizierte Mitarbeiter zu beschäftigen. Um dies auch in Zukunft zu erreichen, wurden entsprechende Maßnahmenpakete erfolgreich weitergeführt. Neben klassischen Weiterbildungsprogrammen bietet HAMBURG WASSER verstärkt E-Learning-Schulungen an, welche die Mitarbeiter je nach Bedarf flexibel nutzen können. Darüber hinaus hat HAMBURG WASSER 2019 ein auf mehrere Jahre angelegtes Entwicklungsprogramm für Führungsnachwuchskräfte und Spezialisten auf den Weg gebracht.

Zur Erreichung des Zieles einer Verringerung der Arbeits- und Wegeunfälle wurden auch im Jahr 2019 verschiedenste Schulungen und Aktionen durchgeführt. Die Anzahl der Arbeitsunfälle konnte im Vergleich zum Vorjahr reduziert werden. Zum 31. Dezember 2019 waren bei den HWW 1.078 Mitarbeiter/innen (Vj. 1.061, jeweils ohne Auszubildende) beschäftigt. Davon waren 753 Mitarbeiter männlich und 325 weiblich. Der Altersdurchschnitt der Beschäftigten lag bei 46,9 Jahren (Vj. 46,9). Umgerechnet auf Vollzeitäquivalente (VZÄ) führte dies zum 31. Dezember 2019 zu 990,1 VZÄ (Vj. 981,3 VZÄ).

2.3 Lage des Unternehmens

Der Jahresüberschuss in Höhe von EUR 31,0 Mio.6 (Vorjahr: EUR 43,4 Mio.) resultierte aus dem Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) von EUR 56,7 Mio., dem negativen Finanzergebnis in Höhe von EUR 23,5 Mio. sowie den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag von EUR 1,8 Mio. aus der Steuerumlage der Gesellschafterin HGV und den sonstigen Steuern von EUR 0,5 Mio. Das Finanzergebnis umfasste dabei im Wesentlichen Zinsaufwendungen aus der Abzinsung der Rückstellungen, die Zinsen auf Bankverbindlichkeiten sowie die Erträge aus den Beteiligungen.

Im Vergleich von 2019 zu 2018 ist der Jahresüberschuss deutlich um EUR 12,5 Mio. gesunken. In den einzelnen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung haben insbesondere folgende Effekte zu Veränderungen geführt: Die gesamten Umsatzerlöse sind mit EUR 280,5 Mio. um rund EUR 3,6 Mio. bzw. 1,3 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Während die Entwicklung der Umsatzerlöse aus dem Kerngeschäft gegenüber dem Vorjahr mit einem sehr leichten Rückgang um EUR 0,3 Mio. bzw. 0,1 % stabil blieben, lagen die erwirtschafteten Erträge aus externen Leistungen um EUR 1,5 Mio. bzw. 7,1 % höher als 2018. Dieser Anstieg ist auf die positive Entwicklung sowohl bei technischen als auch bei kaufmännischen Leistungen für Dritte zurückzuführen. Die sonstigen Erlöse verzeichneten aufgrund steigender konzerninterner Leistungen der HWW einen Anstieg um EUR 2,0 Mio. bzw. 16,4 % gegenüber dem Vorjahreswert. Die aktivierten Eigenleistungen lagen um EUR 0,2 Mio. bzw. 2,6 % leicht unter dem Vorjahr; sie betrafen im Wesentlichen technische Eigenleistungen, die im Rahmen von Baumaßnahmen aktiviert wurden. Der ausgewiesene Rückgang bei den sonstigen betrieblichen Erträgen um EUR 2,2 Mio. bzw. 26,9 % resultierte insbesondere aus dem Sondereffekt einer Rückstellungsauflösung in 2018.

Der gesamte Materialaufwand erhöhte sich gegenüber 2018 um EUR 2,4 Mio. bzw. 7,6 %, vor allem bedingt durch die Preisentwicklung bei Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffen und bei bezogenen Leistungen sowie höheren Wasserbezug.

Der Anstieg der Löhne und Gehälter sowie Sozialabgaben um insgesamt EUR 4,5 Mio. bzw. 6,5 % in Folge der Entgelterhöhungen und weiteren Vereinbarungen des Tarifabschlusses in 2019 konnte durch aufwandsmindernde Effekte der Tarifvereinbarungen bei den Rückstellungsverpflichtungen für die Altersvorsorge teilweise ausgeglichen werden. Der Aufwand für Altersvorsorge und Unterstützung ist in Folge gegenüber dem Vorjahr um EUR 3,0 Mio. bzw. 38,6 % zurückgegangen.

Die Abschreibungen lagen um EUR 2,1 Mio. bzw. 7,0 % über dem Vorjahr. Abgeschriebenen Altanlagen stand ein leicht höherer Zuwachs aus neu aktivierten Anlagen gegenüber.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (inkl. Konzessionsabgaben und Grundwasserentnahmegebühren) erhöhten sich gegenüber 2018 um EUR 3,9 Mio. bzw. 4,4 %. Dies resultierte insbesondere aus dem Anstieg der konzerninternen Leistungsverrechnung, der Fremdleistungen für die Verwaltung und der Grundwasserentnahmegebühr.

Im Zinsergebnis wirkten sich die im versicherungsmathematischen Gutachten verarbei­teten sinkenden Zinssätze zur Berechnung des Zeitwertes der Verpflichtungen negativ aus. Gegenläufig konnte der Zinsaufwand aus Bankverbindlichkeiten weiter reduziert werden. Der Aufwand aus dem Zinsergebnis lag um EUR 2,4 Mio. bzw. 10,4 % über dem entsprechenden Vorjahreswert.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag aus der steuerlichen Umlage der Gesellschafterin lagen um EUR 1,4 Mio. über dem Vorjahreswert.

In Bezug auf die Investitionstätigkeit und der daraus resultierenden Abschreibungs­bedarfe besteht die Aufgabe eines Infrastrukturunternehmens darin, eine Balance zwischen wirtschaftlich vertretbaren und technisch wünschenswerten bzw. notwendigen Instandhaltungs- und Investitionstätigkeiten zu schaffen. Diese Balance wird derzeit aufgrund der Marktbedingungen noch erweitert um die Frage, wie viele Baumaßnahmen am Markt wirtschaftlich umsetzbar sind. Im Jahr 2019 sind Gesamtinvestitionen in Höhe von EUR 50,7 Mio. getätigt worden. Wie in den Vorjahren lag der Schwerpunkt dabei im nachhaltigen Funktionserhalt von Netzen und Anlagen. Die Investitionen konnten durch Innenfinanzierungsmittel getätigt werden.

Die Zahlungsfähigkeit war im Geschäftsjahr 2019 jederzeit gesichert.

Durch konsequentes Liquiditätsmanagement und das nach wie vor geringe Zinsniveau konnte der Zinsaufwand aus der laufenden Geschäftstätigkeit weiter reduziert werden. Um auch in den Folgejahren eine Sicherung von langfristig niedrigen Zinsen erreichen zu können, werden auch künftig die benötigten Kredite mit langen Laufzeiten aufgenommen werden. 2019 wurde eine Namensschuldverschreibung über EUR 10,0 Mio. mit einer Laufzeit von 14 Jahren begeben.

Im Berichtsjahr verringerte sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit im Vergleich zum Vorjahr auf EUR 78,6 Mio. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug 2019 EUR -49,6 Mio. und lag damit absolut über dem Vorjahresniveau. Neben einem stichtagsbedingt höheren Kassenbestand führte insbesondere der Anstieg der Ergebnisabführung im Vergleich zum Vorjahr zu einem Liquiditätsabfluss, der durch höhere Finanzverbindlichkeiten in Höhe von EUR 16,9 Mio. gedeckt wurde. 7

Die Bilanzsumme erhöhte sich im Geschäftsjahr 2019 um EUR 23,1 Mio. auf rund EUR 675,6 Mio. Die Eigenkapitalquote verringerte sich um 0,4 Prozentpunkte auf 24,5 %. Das Anlagevermögen und damit das langfristig gebundene Vermögen war durch Eigenkapital und mittel- und langfristiges Fremdkapital zu 86,2 % (Vj. 85,2 %) gedeckt. Der Deckungsgrad des Anlagevermögens durch Eigenkapital (inklusive 2/3 des Sonderpostens) verringerte sich auf 27,8 % und lag damit leicht unter dem Vorjahresniveau.

Kennzahlen zur Vermögenslage 2019 2018
Eigenkapitalquote8 24,5 % 24,9 %
Anlagendeckung9 86,2 % 85,2 %
Sachanlagenintensität 82,7 % 83,1 %

Die Abnahme der Eigenkapitalquote resultierte im Wesentlichen aus der gestiegenen Bilanzsumme aufgrund der Investitionstätigkeit, da in Folge des Ergebnisabführungsvertrages das Eigenkapital konstant blieb.

Die Anlagendeckung erhöhte sich als Folge des stärkeren Anstiegs des mittel- und langfristigen Kapitals im Vergleich zur Zunahme des Anlagevermögens. Die Sachanlagenintensität reduzierte sich aufgrund des stärkeren Anstiegs der Bilanzsumme im Vergleich zur Zunahme des Anlagevermögens.

3. Prognosebericht

Die dauerhafte Aufgabe der Wasserversorgung bringt es mit sich, dass Entwicklungen sich eher in größeren Zeitzyklen abbilden und ihre Wirkung entfalten. Die Anpassung der städtischen Infrastruktur an den Klimawandel, die zunehmende Verdichtung der Stadt und die notwendige Gestaltung der Energie- und Mobilitätswende sind Themen, die kommunale Versorgungsunternehmen in den nächsten Jahren begleiten werden. HAMBURG WASSER wird darauf aufbauend in den nächsten Jahren die angestrebten Ziele nachhaltig durch langfristig ausgerichtete Strategien verfolgen.

Die erwartete Entwicklung der Umsatzerlöse aus dem Kerngeschäft ist eine maßgebliche Annahme in Hinblick auf die Unternehmensplanung von HAMBURG WASSER. Wesentliche Einflussfaktoren für die Umsatzerlöse sind die Anzahl der Einwohner und der Haushalte im Versorgungsgebiet sowie die daraus resultierende an die Kunden gelieferte Wassermenge. Vor dem Hintergrund des erwarteten allgemeinen Bevölkerungswachstums in Hamburg und dem ausgeweiteten Wohnungsbauprogramm rechnet
HAMBURG WASSER für 2020 mit einem leichten Anstieg bei den zu versorgenden Haushalten. Für den spezifischen Wasserverbrauch pro Einwohner, einschließlich Kleingewerbe, wird aufgrund des bisher erreichten technischen Fortschritts und der weitgehenden Sensibilisierung der Bevölkerung zum Thema Wassernutzung ein konstanter Wasserverbrauch auf dem Niveau von 2019 in Höhe von 139 l / Tag / Person erwartet. In ihren Annahmen geht die HWW davon aus, dass 2020 durchschnittliche klimatische Bedingungen herrschen werden. In der Planung für das nächste Jahr wurde entsprechend eine Wasserabgabe von rund 117 Mio. m³ berücksichtigt.

Für die gesamten Umsatzerlöse bedeutet diese Mengenprognose zusammen mit der von der HGV für 2020 beschlossenen Konstanz der Wasserpreise ein Volumen auf dem Niveau des Jahres 2019 in Höhe von rund EUR 281 Mio.

Auf der Aufwandsseite wurden bei Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie bei bezogenen Leistungen die letztjährigen Prognosen für 2019 leicht überschritten. Bezüglich der branchenspezifischen Rahmenbedingungen geht das Unternehmen für 2020 daher davon aus, dass für bezogene Waren und Dienstleistungen sowie eingekaufte Bautätigkeit in der Wasserbranche Preissteigerungen von rund 3 % eintreten werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass HAMBURG WASSER durch längerfristige Verträge mit Dienstleistern bestrebt ist, die in den nächsten Jahren erwartete Kostenentwicklung abzumildern.

Die HWW erwartet in 2020 steigende Abschreibungen auf Investitionen für den Erhalt der Infrastruktur. Das Investitionsniveau ist planerisch über dem Niveau des letzten Jahres angesetzt, insbesondere aufgrund des Rückkaufs von Lager- und Werkstattgebäuden im Rohrnetzbezirk Mitte.

Aufgrund des Ergebnisabführungsvertrages mit der Gesellschafterin und dem weiterhin leicht steigenden Anlagevermögen wird die Eigenkapitalquote auch 2020 bei eher konstanter Anlagendeckung leicht sinken.

Für das Zinsniveau unterstellt der Konzern, ausgehend von dem sehr niedrigen Niveau, für 2020 allenfalls einen leichten Anstieg. Dies führt voraussichtlich erneut zu einer größeren Belastung im Zinsergebnis aus weiteren notwendigen Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen.

Die im Plan 2019 angesetzte Anzahl der Mitarbeiter in Vollzeitäquivalenten wurde zum Jahresende 2019 aufgrund einiger noch nicht oder zeitweise nicht besetzter Positionen, auch aufgrund von Elternzeit, unterschritten. Im Jahr 2020 wird daher mit einer leichten Steigerung der Vollzeitäquivalente gerechnet. Parallel dazu verlassen Mitarbeiter das Unternehmen aus Altersgründen, so dass - im Zusammenhang mit entsprechenden Effizienzsteigerungen - in der mittelfristigen Planung ab 2022 die Mitarbeiterzahl leicht sinkt.

Das Wirtschaften und Handeln von HAMBURG WASSER unterliegt einem ständigen Optimierungs- und Innovationsprozess. Zum Erreichen der Ertrags- und Kostenziele sollen auch zukünftig weitere Rationalisierungspotentiale ausgeschöpft, Synergieeffekte konsequent gehoben und Chancen der Digitalisierung genutzt werden. Parallel hierzu strebt HAMBURG WASSER weiterhin an, durch die Akquirierung externer Geschäftsfelder den Umsatz zu steigern und so den strukturellen Mehrbelastungen entgegen zu wirken. Auch 2020 soll dieses Prinzip der Kostendisziplin und der Steigerung der externen Leistungen fortgeführt und gleichzeitig der erreichte hohe Qualitätsstandard der Anlagen und Dienstleistungen gesichert werden.

In diesem Zusammenhang hat HAMBURG WASSER auch die Ziele bis einschließlich 2025 definiert bzw. im Jahr 2019 überarbeitet: Sie umfassen die Bereiche „Kundenorientierung“, „Umwelt”, „Wirtschaftlichkeit und Wachstum“, „Zusammen Arbeiten” sowie „Soziale Verantwortung" und sind sowohl für den Konzern als auch für die jeweiligen Unternehmen definiert worden. Um diese Ziele zu erreichen, werden auch 2020 hieraus konzernweit Maßnahmen abgeleitet und anschließend umgesetzt. Daneben ist vorgesehen, mittelfristig die Konzepte „Lean" und „Agil" noch stärker im Konzern zu verankern, um Verbesserungspotenziale bei der Prozesseffizienz auszuschöpfen.

Für das Jahr 2020 strebt die HWW einen Jahresüberschuss vor Ergebnisabführung von EUR 28,0 Mio. an.

Die konkreten Auswirkungen aus der Ausbreitung des Coronavirus auf die Entwicklung im Jahr 2020 sind angesichts der sich aktuell ständig verändernden Lage schwer einzuschätzen. Die Geschäftsführung rechnet gegenwärtig nicht mit einem Rückgang der Umsätze. Nennenswerte Beeinträchtigungen im Bezug von Waren und Leistungen sind momentan ebenfalls noch nicht erkennbar. Entsprechend werden keine Auswirkungen auf die Ertragslage erwartet.

4. Chancen- und Risikobericht

Chancen für eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation von HAMBURG WASSER werden weiterhin in der Entwicklung der Umsatzerlöse gesehen. In den letzten Jahren hoben sich - bereinigt um klimatische Sondereffekte - der rückläufige Verbrauch pro Einwohner und die steigende Bevölkerungszahl weitgehend auf. Da beim Wasserverbrauch pro Einwohner künftig Konstanz erwartet wird, bei der Bevölkerung in Zukunft aber durchaus weiter ein steigender Trend für möglich gehalten wird, werden hieraus in Zukunft leicht steigende Umsatzerlöse erwartet.

Daneben werden sich in der Wasserwirtschaft in steigendem Maße Chancen aus der zunehmenden Digitalisierung von Prozessen ergeben, unter anderem aus der stärkeren Verzahnung von digitalen Mess- und Steuersystemen mit den kaufmännischen Prozessen. Darüber hinaus können sich aus dieser Entwicklung heraus auch Möglichkeiten für veränderte Geschäftsmodelle ergeben, die für den Konzern HAMBURG WASSER - gegebenenfalls auch auf der Grundlage von Kooperationen und Partnerschaften - neue Chancen eröffnen.

Strategisch ergeben sich für HAMBURG WASSER auch aus der wachsenden Komplexität der vernetzten großstädtischen Infrastruktur Chancen. Eine koordinierte städtische Infrastrukturplanung gewinnt immer mehr an Bedeutung und durch die gute Basis an Know-how einerseits und Daten, Instrumenten und Tools andererseits sieht sich der Konzern in der Lage, hier künftig eine wichtige Rolle innerhalb der FHH einzunehmen. Weiterhin bietet der allgemeine Trend zur Rekommunalisierung der Energienetze die Chance, Synergieeffekte in gemeinsamen Projekten der städtischen Leitungsträger zu nutzen.

Chancen für die Entwicklung des Unternehmens existieren weiterhin in der Ausweitung der externen Leistungen. Die Mitarbeiter von HAMBURG WASSER besitzen umfang­reiches Know-how und langjährige Erfahrung auf allen Gebieten der Wasserver- und Abwasserentsorgung. HAMBURG WASSER kann Dritten in der Metropolregion Hamburg eine breite Produktpalette von Consultingdienstleistungen für einzelne Geschäftsfelder und Projekte bis hin zur Übernahme der Gesamtverantwortung der Wasserver- und Abwasserentsorgung anbieten. Die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen kann bei HAMBURG WASSER zu zusätzlichen Umsätzen und Deckungsbeiträgen führen.

Eine zentrale Säule der Governance-Strukturen bei HAMBURG WASSER ist das Risikomanagementsystem. Das bestehende Risikomanagementsystem ergänzt die differenzierten Planungs- und Steuerungssysteme und das Controlling bei HAMBURG WASSER. Insgesamt wird hierdurch der Unternehmensleitung und den Aufsichtsgremien die Möglichkeit gegeben, Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Gegensteuerung zu ergreifen.

Die als unternehmensrelevant eingestuften Risiken werden regelmäßig durch die Risikoverantwortlichen der Bereiche und Stäbe bewertet. Die Risikomanagerin koordiniert die Bewertungen und erstellt aus den Ergebnissen einen Risikobericht. Die Risikosteuerung erfolgt durch gezielte Vorsorgemaßnahmen der Bereiche und Stäbe, so dass das Risiko durch deren beständige und konsequente Umsetzung keine relevante Gefährdung mehr für das Unternehmen darstellt.

Mindestens alle drei Jahre findet - neben der halbjährigen Neubewertung der vorhandenen unternehmensrelevanten Risiken - eine HAMBURG WASSER umfassende Risikoinventur statt, um die Aktualität des Systems sicherzustellen. Alle Unternehmensrisiken werden dabei neu erfasst und entsprechender Handlungsbedarf mit den benannten Risikoverantwortlichen abgestimmt. Die letzte Risikoinventur wurde im Juni 2019 abgeschlossen.

Zusätzlich können Risiken grundsätzlich entstehen, wenn die der Planung zugrundeliegenden Annahmen nicht oder nicht im erwarteten Ausmaß eintreffen. Sollten die Bevölkerungszahlen und damit die zu versorgenden Einheiten geringer steigen als erwartet, könnte die Ertragslage entsprechend belastet werden. Eine ähnliche Wirkung könnte ein niedrigerer spezifischer Wasserverbrauch als geplant entfalten, der sich direkt in der Wassermenge niederschlägt. Es ist nicht auszuschließen, dass dem Konzern durch neue gesetzliche Vorgaben zum Beispiel im Umweltschutz zusätzliche Aufwendungen für die Umsetzung der Anforderungen entstehen.

Derzeit werden 51 relevante Risiken bei HAMBURG WASSER systematisch gesteuert. Hiervon sind 35 Risiken für die HWW von Relevanz. Diese werden unterjährig durch die Risikoverantwortlichen überwacht. Es bestehen derzeit keine den Bestand des Unternehmens gefährdenden Risiken. Zukünftige bestandsgefährdende Risiken sind aus heutiger Sicht nicht erkennbar.

HAMBURG WASSER hat im Zuge der kontinuierlichen Verbesserung der Steuerungs- und Überwachungsinstrumente das Risikomanagementsystem im Geschäftsjahr 2019 weiterentwickelt. Insbesondere wurden erstmals neben Risiken auch Chancen identifiziert, Risiko-Früherkennungsindikatoren festgehalten sowie der Einfluss eines potentiellen Schadens auf die Umwelt konkretisiert. Des Weiteren wurde eine umfassende Betrachtung des Risikoumfelds in die Berichterstattung mit aufgenommen.

Eine weitere Säule stellt das Compliance Managementsystem (CMS) dar. Der Auf- und Ausbau des CMS bei HAMBURG WASSER zielt darauf ab, die vom Gesetzgeber an die Unternehmensleitung gestellten Organisations- und Aufsichtspflichten zu erfüllen sowie den Sorgfaltspflichten einer rechtstreuen Geschäftsführung nachzukommen. Vor diesem Hintergrund verfolgt die Compliance-Strategie einen risikoorientierten Ansatz, die entlang der sieben Elemente des CMS gedacht und implementiert wird.

Um Chancen in der weiteren Ausgestaltung des bestehenden CMS systematisch zu erfassen wurde eine Strukturanalyse des CMS entlang seiner sieben Elemente durchgeführt. Im Ergebnis konnten Verbesserungspotentiale und zu priorisierende Handlungsbedarfe insbesondere in den Elementen Compliance-Kultur, Compliance-Ziele, Compliance-Kommunikation sowie Compliance-Monitoring identifiziert werden. Darauf aufbauend wurde im Geschäftsjahr 2019 eine umfängliche Compliance-Risikoanalyse durchgeführt.

Die aktuelle Ausbreitung des Coronavirus und die damit verbundenen öffentlichen Maßnahmen zur Eindämmung haben auch Einfluss auf den Konzern HAMBURG WASSER. Die eingeleiteten internen Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter und die Einschränkungen durch Quarantänemaßnahmen haben eine Auswirkung auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Des Weiteren kann die aktuelle Knappheit an Arbeitsschutzausrüstung Einfluss auf einen Teil der Leistungserbringung nach sich ziehen. Die in diesem Zusammenhang eingeleiteten Maßnahmen beinhalten unter anderem die Einrichtung eines Einsatzstabs, Kontaktminimierung, regelmäßige Mitarbeiter- und Kundeninformationen auf Basis der jeweiligen Lageeinschätzung sowie Maßnahmen zur Steuerung und Sicherstellung der Liquidität.

5. Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanz-instrumenten

Gemäß § 10 (1) Punkt 2 der Geschäftsanweisung des Aufsichtsrates für die Geschäftsführung der HWW bedarf eine andere Anlageform als Fest- oder Termingeld der Zustimmung durch den Aufsichtsrat. Andere Geldanlagen werden aufgrund des hohen Finanzbedarfes grundsätzlich nicht vorgenommen. Gemäß § 10 (1) Punkt 3 der Geschäftsanweisung des Aufsichtsrates für die Geschäftsführung der HWW bedarf der Einsatz derivativer Finanzgeschäfte grundsätzlich der Zustimmung des Aufsichtsrates. Derartige Geschäfte wurden im Berichtsjahr nicht durchgeführt.

6. Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB

Gemäß § 289f HGB wird zur Unternehmensführung Folgendes erklärt: Mit Aufsichtsratsbeschluss vom 8. Dezember 2016 wurde für den Aufsichtsrat der HWW für die Anteilseignerseite eine Zielgröße für den Frauenanteil in Höhe von 50 % und für die Arbeitnehmerseite in Höhe von 33,3 % zum 31. Dezember 2020 beschlossen. Zum 31. Dezember 2019 wurde das Ziel auf der Anteilseignerseite bereits erreicht, d. h. der Frauenanteil auf der Anteilseignerseite betrug zu diesem Stichtag 50 %. Auf Arbeitnehmerseite betrug der Frauenanteil zum gleichen Stichtag 0 %. Für die Geschäftsführung hat der Aufsichtsrat einen Zielwert von 50 % zum 31. Dezember 2020 beschlossen. Zum 31. Dezember 2019 wurde dieser Zielwert bereits erreicht und lag bei 50 %. Die Geschäftsführung der HWW hat für die beiden Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführung eine Zielgröße von 14,3 % (Bereichsleitung) und 20 % (Abteilungs­leitung) zum 31. Dezember 2020 für HAMBURG WASSER, d. h. für die HWW und die Hamburger Städtentwässerung gemeinsam, festgelegt. Zum 31. Dezember 2019 betrug der Frauenanteil auf Bereichsleitungsebene 25 % und auf Abteilungs­leitungsebene 19,5 %.

7. Erklärung zum Hamburger Corporate Governance Kodex

Die Entsprechenserklärung der HWW zum HCGK ist auf der Internetseite von HAMBURG WASSER im Bereich Kunden unter der Rubrik Formulare/Downloads öffentlich zugänglich.

8. Vergütungsbericht

Das Vergütungssystem bei der HWW ist grundsätzlich so ausgerichtet, dass der überwiegende Teil der Mitarbeiter mit einem tariflich definierten Festgehalt vergütet wird. Im Tarifvertrag sind auch die Vergütungen für Arbeiten außerhalb der normalen Arbeitszeiten u. ä. festgelegt.

Darüber hinaus gibt es für einige leitende Mitarbeiter, die Bereichsleitungen sowie die Geschäftsführung ein Vergütungssystem, bei dem der überwiegende Teil der Vergütung durch ein Festgehalt definiert wird und zusätzlich variable Bestandteile vereinbart sind, die erfolgsabhängig an die Erreichung definierter Ziele gekoppelt sind. Die variable Vergütung der hauptamtlichen Geschäftsführung wird vertraglich vom Aufsichtsrat als Höchstbetrag festgelegt. Die tatsächliche Höhe orientiert sich an der Erreichung von Zielen in Bezug auf finanzwirtschaftliche Kennzahlen, an Kennzahlen aus dem Bereich Klimaschutz und an spezifischen Fachkennzahlen des Unternehmens. Über die konkrete Zielerreichung informiert der Aufsichtsratsvorsitzende.

Bei den operativ tätigen Tochtergesellschaften gibt es bei HAMBURG ENERGIE einen hauptamtlichen Geschäftsführer und zwei Prokuristen, bei der CAH neben einem hauptamtlichen Geschäftsführer eine nebenamtliche Geschäftsführerin und bei der servTEC neben dem hauptamtlichen Geschäftsführer einen nebenamtlichen Prokuristen. Die nebenamtliche Geschäftsführerin der CAH ist beim Mutterkonzern hauptamtlich tätig und erhält für die Geschäftsführungstätigkeit bei der CAH eine Aufwandsentschädigung.

Hamburg, den 25. Februar 2020
Hamburger Wasserwerke Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Nathalie Leroy, Kaufm. Geschäftsführerin
Ingo Hannemann, Techn. Geschäftsführer

Bilanz zum 31. Dezember 2019

Aktiva 31.12.2019 31.12.2018
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.620.331,16 2.987.643,60
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 80.928.110,96 79.280.000,14
2. Technische Anlagen und Maschinen 437.213.904,90 423.070.787,90
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 14.727.011,19 11.622.776,19
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 25.914.028,32 28.376.278,11
558.783.055,37 542.349.842,34
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 18.070.631,35 17.840.550,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 3.959.000,00 4.240.081,35
3. Beteiligungen 9.900.000,00 9.900.000,00
31.929.631,35 31.980.631,35
595.333.017,88 577.318.117,29
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 2.765.402,77 2.658.104,46
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 25.092.364,24 30.036.498,59
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 31.917.274,42 31.878.995,43
davon Forderungen gegen die Kernverwaltung der Freie und Hansestadt Hamburg EUR 33.611,01 (Vj. EUR 40.323,31)
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 822.533,09 362.045,95
4. Sonstige Vermögensgegenstände 7.859.258,73 4.154.177,46
davon Forderungen gegen die Kernverwaltung der Freie und Hansestadt Hamburg EUR 7.958,16 (Vj. EUR 0,00)
65.691.430,48 66.431.717,43
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 6.879.134,31 1.864.756,46
75.335.967,56 70.954.578,35
C. Rechnungsabgrenzungsposten 4.887.065,29 4.133.968,31
675.556.050,73 652.406.663,95

 

Passiva 31.12.2019 31.12.2018
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 118.340.000,00 118.340.000,00
II. Kapitalrücklage 24.055.169,39 24.055.169,39
142.395.169,39 142.395.169,39
B. Sonderposten für Investitionszuschüsse 34.442.284,04 30.501.395,52
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 218.393.369,00 202.641.315,00
2. Steuerrückstellungen 2.123.630,00 348.496,00
3. Sonstige Rückstellungen 45.871.748,41 47.351.216,66
266.388.747,41 250.341.027,66
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 127.371.216,54 130.785.370,29
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.438.136,03 1.947.540,51
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.321.168,05 4.110.107,33
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 85.701.680,67 79.709.676,50
davon Verbindlichkeiten gegenüber der Kernverwaltung der Freie und Hansestadt Hamburg EUR 556.774,39 (Vj. EUR 753.199,78)
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 159.313,58 6.766,39
6. Sonstige Verbindlichkeiten 13.337.282,87 12.606.673,09
davon Verbindlichkeiten gegenüber der Kernverwaltung der Freie und Hansestadt Hamburg EUR 2.667,64 (Vj. EUR 3.377,58)
davon aus Steuern EUR 35.461,42 (Vj. EUR 0,00)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 327.079,37 (Vj. EUR 602.203,14 )
232.328.797,74 229.166.134,11
E. Rechnungsabgrenzungsposten 1.052,15 2.937,27
675.556.050,73 652.406.663,95

Gewinn- und Verlustrechnung für 2019

2019 2018
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 280.520.721,66 276.892.116,13
2. Andere aktivierte Eigenleistungen 8.302.577,01 8.525.511,89
3. Sonstige betriebliche Erträge 5.963.214,43 8.155.960,03
294.786.513,10 293.573.588,05
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 18.006.412,61 16.952.647,02
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 15.898.179,49 14.558.324,89
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 62.204.416,22 58.351.977,30
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 17.088.693,35 19.458.889,16
davon für Altersversorgung EUR 4.784.437,54 (Vj. EUR 7.832.475,34)
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 33.023.936,14 30.876.303,24
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 33.078.560,13 29.423.543,18
8. Konzessionsabgabe 38.799.066,70 39.302.113,50
9. Grundwasserentnahmegebühr 19.960.157,14 19.254.848,25
10. Erträge aus Beteiligungen 1.376.400,00 1.385.209,00
11. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 262.830,02 264.199,56
12. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 4.052,95 6.111,56
13. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 217.769,01 460.652,20
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 107.203,82 (Vj. EUR 106.662,15)
davon Erträge aus der Abzinsung EUR 0,00 (Vj. EUR 85.101,45)
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 25.369.590,70 23.250.792,97
davon an verbundene Unternehmen EUR 3.078,35 (Vj. EUR 1.661,24)
davon Aufwendungen aus der Abzinsung EUR 22.644.602,45 (Vj. EUR 19.961.590,16)
15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.775.134,00 348.496,00
davon Steuerumlagen EUR 1.775.134,00 (Vj. EUR 348.496,00)
16. Ergebnis nach Steuern 31.443.418,60 43.911.824,86
17. Sonstige Steuern 481.461,25 485.875,63
18. Aufgrund eines Gewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 30.961.957,35 43.425.949,23
19. Jahresüberschuss 0,00 0,00

Anhang

Die Hamburger Wasserwerke Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Hamburg, ist im Handelsregister von Hamburg unter der HRB Nr. 2356 eingetragen.

I. Angaben zur Form und Darstellung von Bilanz bzw. Gewinn- und Verlust- rechnung

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches für große Kapitalgesellschaften und des GmbHG aufgestellt worden.

Die Bilanzierung erfolgt gemäß der FHH-Konzernrichtlinie.

Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamt­kostenverfahren.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und Davon-Vermerke teilweise an dieser Stelle gemacht.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Die erworbenen und selbstgeschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet worden. Auf die aktivierten eigenen Leistungen sind Fertigungs- und Materialgemeinkostenzuschläge berechnet worden. Projektspezifische Eigenleistungen werden auf Stundenbasis abgerechnet und aktiviert.

Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen linear unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.

Zuwendungen, die als finanzielle Zuwendungen zu einer Investition gewährt werden und deren rechtliche Zweckbindung sich in der Durchführung der Investition erschöpft, werden unter einem Sonderposten ausgewiesen und fristenkongruent zu den Abschreibungen aufgelöst.

Für geringwertige Anlagegüter von über EUR 250,00 bis EUR 1.000,00 (netto) wird jährlich ein Sammelposten gebildet. Der Sammelposten wird im Jahr seiner Bildung und in den folgenden vier Geschäftsjahren linear abgeschrieben. Der Ausweis im Anlagespiegel erfolgt unter dem Posten Betriebs- und Geschäfts­ausstattung. Der Abgang erfolgt nach fünf Jahren. Geringwertige Anlagegüter bis EUR 250,00 (netto) wurden als Aufwand erfasst.

Bei den Finanzanlagen sind die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen mit den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Die Ausleihungen sind mit dem Nominalwert bilanziert. Im Falle der Unverzinslichkeit erfolgt die Bilanzierung grundsätzlich zum Barwert. Die Wertpapiere des Anlagevermögens werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten bewertet, mit Ausnahme der Vermögensgegenstände des nach § 246 Abs. 2 HGB verrechneten Vermögens, das zum beizulegenden Zeitwert bewertet ist.

Die Vorräte sind zu fortgeschriebenen durchschnittlichen Anschaffungskosten bewertet. Soweit erforderlich, wurden Reichweitenabschläge berücksichtigt und Abwertungen auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert gemäß § 253 Abs. 4 Satz 1 HGB vorgenommen.

Die Forderungen und Verbindlichkeiten der Kernverwaltung der Freie und Hansestadt Hamburg werden in der Bilanz, dem Forderungsspiegel und dem Verbindlichkeitenspiegel gesondert mit einem ‚Davon’ Vermerk dargestellt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens sind zum Nominalwert bewertet. Erkennbare Einzelrisiken bestanden nicht.

Unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind Zahlungen vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen, ausgewiesen.

Rückstellungen werden gemäß § 253 Abs. 1 HGB in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden entsprechend ihrer Restlaufzeit mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz nach der Nettomethode abgezinst, bei sonstigen Rückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre, bei Pensionsrückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre (§ 253 Abs. 2 HGB). Dabei wird gemäß Satz 2 des § 253 Abs. 2 HGB bei den langfristigen Altersversorgungsrückstellungen oder vergleichbare langfristige Verpflichtungen pauschal eine Restlaufzeit von 15 Jahren angenommen. Änderungen des Abzinsungszinssatzes oder Zinseffekte aus einer geänderten Schätzung der Restlaufzeit werden im Zinsergebnis ausgewiesen.

Der Unterschiedsbetrag gem. § 253 Abs. 6 HGB von TEUR 27.509 zwischen dem Ansatz der Pensionsrückstellung basierend auf dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre und dem neuen Ansatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre ist ausschüttungsgesperrt, was aber wegen des Ergebnisabführungsvertrags zur HGV auf HWW-Ebene nicht greift.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden nach Vorgabe der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der FHH mit der Projected Unit Credit Method (Anwartschaftsbarwertverfahren) ermittelt. Bei der Berechnung der Anwartschaften wurden die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck angewandt. Für die Bewertung des Rückstellungsvolumens wurden ein Gehaltstrend von 2,3 % p. a. zzgl. 0,5 % p. a. Karrieretrend, ein Rententrend zwischen
1 % - 2,3 % p. a., eine Fluktuationswahrscheinlichkeit von 1 % und der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte zehnjährige Durchschnittszinssatz für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren mit 2,71 % p. a. (Vj. 3,21% p. a.) berücksichtigt.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen angemessen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in der Höhe des voraussichtlichen Erfüllungsbetrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist. Die Rückstellungen für Altersteilzeit und Jubiläen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen sowie den Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck bei Anwendung der Projected Unit Credit Method (Anwartschaftsbarwertverfahren) berechnet. Für die Bewertung dieser Rückstellungen wurden die zuvor genannten Parameter verwendet.

Für die Ermittlung des Erfüllungsbetrages der sonstigen Rückstellungen wurden eine Inflationsrate von 1,5 % p. a. sowie die von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Abzinsungssätze nach § 253 Abs. 2 HGB zum erwarteten Verwendungszeitpunkt der Rückstellung berücksichtigt.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.

Aufgrund des Ergebnisabführungsvertrages zur HGV erfolgt die Besteuerung auf Ebene der HGV. Steueraufwendungen beinhalten eine anteilige Umlage der HGV.

III. Angaben zu Posten der Bilanz

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist aus dem beigefügten Anlagenspiegel ersichtlich.

Erstmals im Geschäftsjahr 2007 erwarben die HWW Fondsanteile, um auf diese Weise eine der in § 7d SGB IV i. V. m. § 8a ATG gesetzlich geregelten Sicherungsmöglichkeiten für Altersteilzeit-Guthaben von Mitarbeitern wahrzunehmen. Die Anteile unterliegen der treuhänderischen Verwaltung der Commerzbank AG, Hamburg. Die Höhe des Bestands wird monatlich dem aktualisierten Sicherungsbedarf angepasst. Der geschlossene Vertrag zur Sicherung von Wertguthaben regelt unter besonderer Berücksichtigung des Risikoaspekts abschließend die Auswahl der Fonds, deren Anteile vom Treuhänder im Auftrag erworben werden dürfen. Nach Maßgabe des § 246 Abs. 2 S. 2 HGB ist dieser Vermögensgegenstand mit der damit in Zusammenhang stehenden Rückstellung für Altersteilzeit zu verrechnen. Die Anschaffungskosten der Wertpapiere betragen zum 31. Dezember 2019 TEUR 588, der Depotwert beträgt TEUR 534 (Vj. TEUR 542). Die Sicherung des Wertguthaben der Altersteilzeitverpflichtung beträgt insgesamt TEUR 1.232 (Vj. 1.237).

Die unter den Finanzanlagen ausgewiesenen Geschäftsanteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten angesetzt und setzen sich wie folgt zusammen:

Folgende Beteiligungen bestanden zum Jahresende:

Name und Sitz Beteiligung der Gesellschaft In % Eigenkapital (TEUR) Ergebnis des letzten Geschäftsjahres (TEUR)
HAMBURG ENERGIE GmbH, Hamburg HWW GmbH 100,0 17.349 1.996
HAMBURG ENERGIE Solar GmbH, Hamburg HE GmbH 100,0 -819 10
HAMBURG ENERGIE Solar Betriebs GmbH, Hamburg HES GmbH 100,0 4.000 369
HAMBURG ENERGIE Wärme GmbH, Hamburg HE GmbH 100,0 504 29
HAMBURG ENERGIE Wind GmbH, Hamburg HE GmbH 100,0 300 227
Bioenergie Brunsbüttel Contracting GmbH, Brunsbüttel (*1) HE GmbH 74,9 14.870 1.434
ReTec Zweite Betriebs UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG, Hamburg (*1) HE GmbH 20,0 1.180 35
Windpark Winsen (Luhe) GmbH & Co. KG, Winsen (Luhe) HE GmbH 50,0 10.778 1.575
Windpark Winsen (Luhe) Verwaltungs GmbH, Winsen (Luhe) HE GmbH 50,0 23 1
Geothermie Wilhelmsburg GmbH, Hamburg HE GmbH 51,0 434 165
Elsflether Bioenergie GmbH, Elsfleth (*1) HE GmbH 25,1 12.150 751
CONSULAQUA Hamburg Beratungsgesellschaft mbH, Hamburg HWW GmbH 50,1 509 295
Ingenieurbüro Ivers GmbH, Husum (*1) CAH GmbH 50,2 655 204
Holsteiner Wasser Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Neumünster (*1) HWW GmbH 50,0 9.888 1.878
Harzwasserwerke, Hildesheim (*1) HWW GmbH 7,29 94.869 9.612
HAMBURG WASSER Service und Technik Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Hamburg HWW GmbH 25,0 6.373 572

(*1) Jahresabschluss 2019 liegt noch nicht vor. Eigenkapital und Ergebnis aus 2018.

Forderungsspiegel

Art der Forderung Gesamtbetrag am 31.12. des Geschäftsjahres Mit einer Restlaufzeit
bis zu einem Jahr über einem Jahr
TEUR TEUR TEUR
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 25.092 25.092 0
(Vorjahr) (30.036) (30.036) (0)
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 31.917 31.917 0
- davon Ford. gegen Kernverwaltung Freie und Hansestadt Hamburg TEUR 34 (Vj. TEUR 40)*
(Vorjahr) (31.879) (31.879) (0)
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 823 823 0
(Vorjahr) (362) (362) (0)
4. Sonstige Vermögensgegenstände 7.859 7.859 0
- davon Ford. gegen Kernverwaltung Freie und Hansestadt Hamburg TEUR 8 (Vj. TEUR 0)*
(Vorjahr) (4.154) (4.154) (0)
Summe aller Forderungen 65.691 65.691 0
(Vorjahr) (66.431) (66.431) (0)

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist der abgegrenzte kundenbezogene Wasserverbrauch zwischen Ablese- und Bilanzstichtag enthalten.

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden die Forderungen aus noch nicht abgerechneten Wasserabgaben an die Kunden saldiert mit den erhaltenen Abschlägen für Wasserbezug der Kunden dargestellt.

Mit den abgegrenzten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 142.274 (Vorjahr TEUR 151.639) wurden Abschläge von TEUR 118.107 (Vorjahr TEUR 123.309), mit den Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 23.537 (Vorjahr TEUR 11.408) wurden Abschläge von TEUR 25.185 (Vorjahr TEUR 12.206) verrechnet.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betragen TEUR 31.917 (Vj. TEUR 31.879). Hierin enthalten sind u.a. Ansprüche an Tochterunternehmen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 615 (Vj. TEUR 250), Forderungen gegen die Hamburger Stadtentwässerung AöR in Höhe von TEUR 29.507 (Vj. TEUR 18.267), welche im Wesentlichen aus der Abrechnung der Sielbenutzungsgebühren stammen, sowie Forderungen gegen die HGV von TEUR 731 (Vj. TEUR 12.600).

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet im Wesentlichen die Vorauszahlungen der Vergütungen an Mitarbeiter sowie die Abgrenzung von Wartungs- und Lizenzkosten für die Folgejahre.

Eigenkapitalspiegel

Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnvortrag/ Verlustvortrag Eigenkapital
jeweils in TEUR
Stand zum 01.01.2018 118.340 24.055 0 142.395
Jahresergebnis des GJ 0 0 0 0
Stand zum 31.12.2018 118.340 24.055 0 142.395

 

Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnvortrag/ Verlustvortrag Eigenkapital
jeweils in TEUR
Stand zum 01.01.2019 118.340 24.055 0 142.395
Jahresergebnis des GJ 0 0 0 0
Stand zum 31.12.2019 118.340 24.055 0 142.395

Die Kapitalrücklage beträgt wie im Vorjahr TEUR 24.055.

Die empfangenen Ertragszuschüsse werden als Sonderposten ausgewiesen. Davon entfallen TEUR 273 (Vj. TEUR 578) auf Ertragszuschüsse, die vor dem 31. Dezember 2002 gewährt wurden. Hiervon wiederum wird der Anteil, der bis zum 31. Dezember 1980 empfangen wurde, mit den Sätzen abgeschrieben, die auch auf die dazugehörigen Anlagen (Rohrnetz und Abnehmeranschlüsse) angewandt werden. Nach dem 1. Januar 1981 empfangene Zuschüsse werden jährlich mit 5% aufgelöst. Auf die nach dem 1. Januar 2003 gewährten Ertragszuschüsse entfällt ein Betrag von TEUR 27.678 (Vj. TEUR 27.219). In Anlehnung an die Regelung des BMF-Schreibens vom 27. Mai 2003 erfolgt die Auflösung dieser Investitionszuschüsse über 40 Jahre entsprechend der Nutzungsdauer der Rohrleitungen.

Des Weiteren werden Kapitalzuschüsse in Höhe von TEUR 6.491 (Vj. TEUR 2.704) als Sonderposten ausgewiesen. Sie werden entsprechend der Nutzungsdauer der jeweils bezuschussten Investition aufgelöst.

Im Geschäftsjahr wurden dem Sonderposten TEUR 5.360 zugeführt und TEUR 1.419 erfolgswirksam aufgelöst.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2019 bestehen Steuerrückstellungen von TEUR 2.124 (Vj. TEUR 348). Diese beinhalten die Ertragsteuerbelastung der HGV für die Geschäftsjahre 2017 bis 2019, die nach der für den HGV-Konzern geltenden Steuerumlagevereinbarung an die Organgesellschaft HWW umgelegt werden. Im Berichtsjahr wurden Rückstellungen für Ertragsteuern der Jahre 2018 (TEUR 946) und 2019 (TEUR 830) gebildet.

Von den sonstigen Rückstellungen entfallen u. a. auf unterlassene Instandhaltungen TEUR 3.713 (Vj. TEUR 3.705) und auf noch nicht abgerechnete Bauleistungen und Reparaturen TEUR 6.840 (Vj. TEUR 10.154). Des Weiteren wurden Rückstellungen für Abrechnungsleistungen für Wasserlieferungen (TEUR 834; Vj. TEUR 954), für Urlaubsansprüche und Zeitguthaben (TEUR 2.061; Vj. TEUR 1.739); für Grundwassergebühren (TEUR 2.158; Vj. TEUR 1.747), für Steuer- und Sozialabgabenrisiken (TEUR 6; Vj. TEUR 15), für Entsorgungsverpflichtungen (TEUR 1.050; Vj. TEUR 1.200), für Vorruhestand (TEUR 6.177; Vj. TEUR 4.828) und für Haftpflichtversicherung in Höhe von TEUR 5.100 (Vj. TEUR 4.571) gebildet.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2019 bestehen Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen von TEUR 2.805 (Vj. TEUR 2.718) und eine Rückstellung für Lebensarbeitszeitkonten von TEUR 705 (Vj. TEUR 630). Diese Rückstellungen sind durch die Maßgabe des § 246 Abs. 2 S. 2 HGB zu verrechnen mit den insolvenzgeschützten Vermögensposten für die Altersteilzeitverpflichtungen von TEUR 1.232 (Vj. TEUR 1.237) und für die Lebensarbeitszeitkonten von TEUR 650 (Vj. TEUR 582).

Altersteilzeitverpflichtung in TEUR 31.12.2019 31.12.2018
Erfüllungsbetrag der Verpflichtung 2.805 2.718
Beizulegender Zeitwert des Deckungsvermögens 1.232 1.237
Nettowert der Rückstellung für ATZ 1.573 1.481
Anschaffungskosten des Deckungsvermögens 1.286 1.283

Neben der Saldierung des Deckungsvermögens mit den Rückstellungen erfolgte eine entsprechende Verrechnung der zugehörigen Aufwendungen (TEUR 61) aus der Abzinsung.

Verpflichtung aus Lebensarbeitszeitkonten in TEUR 31.12.2019 31.12.2018
Erfüllungsbetrag der Verpflichtung 705 630
Beizulegender Zeitwert des Deckungsvermögens 650 582
Nettowert der Rückstellung für ATZ 55 48
Anschaffungskosten des Deckungsvermögens 650 582

Neben der Saldierung des Deckungsvermögens mit den Rückstellungen erfolgte eine entsprechende Verrechnung der zugehörigen Aufwendungen (TEUR 11) aus der Abzinsung.

Die Rückstellungen beinhalten unter anderem Rückstellungen mit Beibehaltungswahlrecht gem. Art. 67 Abs. 3 EGHGB über TEUR 3.521. Diese enthalten als wesentliche Position in den Rückstellungen für unterlassene Instandhaltung die Sanierung des Wasserturms.

Verbindlichkeitenspiegel

Art der Verbindlichkeit Gesamtbetrag am 31.12. des GJ Mit einer Restlaufzeit
bis zu einem Jahr von einem bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
  1. Verb. gegenüber Kreditinstituten
127.371 10.048 66.853 50.471

(Vorjahr)

(130.785) (14.873) *(49.853) (66.059)
  1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
1.438 1.438 0 0

(Vorjahr)

(1.948) (1.948) (0) (0)
  1. Verb. aus Lieferungen und Leistungen
4.321 4.230 91 0

(Vorjahr)

(4.110) (4.025) (85) (0)
  1. Verb. ggü. verbundenen Unternehmen
85.702 85.343 11 348

davon Verb.ggü. Kernverwaltung Freie und Hansestadt Hamburg TEUR 557 (Vj. TEUR 753)*

(Vorjahr)

(79.710) (79.204) (44) (462)
  1. Verbindlichkeiten ggü. Unternehmen, mit Beteiligungsverhältnis
159 159 0 0

(Vorjahr)

(7) (7) (0) (0)
  1. Sonstige Verbindlichkeiten
13.337 13.284 53 0

davon Verb.ggü. Kernverwaltung Freie und Hansestadt Hamburg TEUR 3 (Vj. TEUR 3)*

(Vorjahr)

*(12.607) (12.500) (107) (0)
Summe aller Verbindlichkeiten 232.329 114.502 67.008 50.819

(Vorjahr)

(229.167) (112.557) (50.089) (66.521)

Sicherheiten, Pfandrechte bzw. Grundschulden Dritter bestehen nicht.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten unter anderem die Verbindlichkeiten gegenüber der Hamburger Stadtentwässerung, hier insbesondere die Sielgebühren des Monats Dezember und Abrechnungskorrekturen für Vormonate, die an die HSE am 7. Januar 2020 nach Verrechnung mit dem Einzugsentgelt der HWW abzuführen waren (TEUR 40.721).

Ein weiterer Bestandteil in den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ist die Verpflichtung aus dem zum 1. Januar 2004 abgeschlossenen Gewinnabführungsvertrag, nach dem das ausschüttungsfähige Ergebnis des Geschäftsjahres in Höhe von TEUR 30.962 (Vj. TEUR 43.426) vollständig an die Gesellschafterin abzuführen ist.

IV. Angaben zu Posten der Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse der HWW setzen sich zusammen aus Umsätzen der Wasserversorgung (TEUR 240.762; Vj. TEUR 241.086), Nebentätigkeiten, die aus dem Kerngeschäft resultieren (TEUR 13.505; Vj. TEUR 13.159) und Tätigkeiten aus Dienstleistungen für die Tochterunternehmen aufgrund der Holding-Funktion der HWW und gegenüber Dritten mit (TEUR 8.707; Vj. TEUR 7.581).

In den sonstigen betrieblichen Erträgen (TEUR 5.963; Vj. TEUR 8.156) sind u. a. periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 1.783 enthalten. Diese setzen sich aus Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen von TEUR 1.587 und sonstigen periodenfremden Erträgen von TEUR 196 zusammen.

Im Materialaufwand (TEUR 33.905; Vj. TEUR 31.511) sind im Wesentlichen Aufwendungen für den Betrieb der unternehmenseigenen Wasserwerke und Rohrnetzbezirke enthalten.

Im Personalaufwand sind neben den Vergütungsaufwendungen (TEUR 62.204) Aufwendungen für Sozialabgaben (TEUR 12.239) und Altersversorgung (TEUR 4.850) enthalten.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen (TEUR 33.079; Vj. TEUR 29.424) sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 1.422 enthalten. Diese resultieren im Wesentlichen aus nicht aktivierungsfähigen Projektleistungen (TEUR 702) sowie dem Abgang von Anlagevermögen (TEUR 282).

Im Zinsaufwand sind im Wesentlichen die Darlehenszinsen in Höhe von TEUR 2.682 (Vj. TEUR 3.061) sowie die Zuführung des Zinsanteils auf die Rückstellungen für Pensionen, Vorruhestand, Altersteilzeit und ähnliche Verpflichtungen von TEUR 22.644 (Vj. TEUR 19.962) enthalten. Mit dem Gesetz zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie erfolgte eine Änderung der Ermittlung der Abzinsungssätze zur Bewertung von Pensionsrückstellungen von durchschnittlich sieben auf zehn Jahre. Der daraus resultierende Zinsertrag von TEUR 27.509 unterliegt gemäß § 253 Abs. 6 HGB einer Ausschüttungssperre, die aber wegen des Ergebnisabführungsvertrags zur HGV auf HWW-Ebene nicht greift.

V. Sonstige Angaben

Es wurden keine Geschäfte zu nicht marktüblichen Bedingungen mit nahe stehenden Unternehmen und Personen durchgeführt.

Abschlussprüfungshonorar

Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers für die Abschlussprüfungsleistungen beträgt TEUR 101.

Zusammensetzung der Organe

Als Geschäftsführer waren im Geschäftsjahr 2019 bestellt:

Frau Nathalie Leroy, Kfm. Geschäftsführerin, Wentorf

Herr Ingo Hannemann, Techn. Geschäftsführer, Lüneburg

Im Geschäftsjahr 2019 wurden folgende Vergütungsbeträge an die Geschäftsführer gezahlt:

Jährliche Vergütung
erfolgsunabhängig erfolgsabhängig Gesamt
EUR EUR EUR
Nathalie Leroy 125.000 18.875 143.875
Ingo Hannemann 110.000 11.325 121.325

Die erfolgsunabhängige Vergütung von Hr. Hannemann besteht aus dem vertraglich vereinbarten Festgehalt in Höhe von TEUR 100 sowie vertraglich vereinbarten Zulagen in Höhe von TEUR 10.

Für Pensionszahlungen an ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung wurden TEUR 415 (Vj. TEUR 347) aufgewendet, für sie bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 5.741 (Vj. TEUR 5.786).

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat bestand im Geschäftsjahr 2019 aus folgenden Mitgliedern:

Herr Jens Kerstan (bis 31. August 2019)
Vorsitzender, Senator, Behörde für Umwelt und Energie

Herr Michael Pollmann (ab 1. September 2019)
Vorsitzender, Staatsrat, Behörde für Umwelt und Energie

Herr Torben Bartels
stellvertretender Vorsitzender, Vorsitzender des Betriebsrats der HWW

Frau Käthe Fromm (ab 1. Januar 2019)
Projektleiterin, Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer

Frau Juliane Groß (ab 1. Januar 2019)
Kaufmännische Geschäftsführerin, Minimax GmbH & Co.KG

Herr Rüdiger Hintze
Abteilungsleiter im Amt für Vermögens- und Beteiligungsmanagement der Finanzbehörde

Herr Oliver Jensen
Geschäftsführer der HGV Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH

Herr Felix Langhanki
stellvertretender Vorsitzender des Betriebsrats der HWW

Frau Dr. Renate Taugs
Leiterin des Amtes für Wasser, Abwasser und Geologie, Behörde für Umwelt und Energie

Herr Michael Wiedner
Betriebsrat der HWW

Die Aufwendungen für den Aufsichtsrat betrugen im Geschäftsjahr 2019 EUR 3.840,00.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Finanzielle Verpflichtungen Restlaufzeit
1 Jahr über 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR
aus Wasserlieferungsvertrag mit HOWA 5.333 22.167 81.819
aus Mietverträgen 1.488 1.393 0
(davon ggü. verbundene Unternehmen TEUR 445)
aus sonstigen Verträgen 106 286 0
(davon ggü. verbundene Unternehmen TEUR 336)
Gesamt 6.927 23.845 81.819

Aus einem Wasserlieferungsvertrag mit der HOWA garantieren die HWW die Bezahlung einer jährlichen Mindestabnahme von 4.886.000 m³ Wasser zu dem jeweils gültigen Wasserpreis. Eine Kündigung des Vertrages ist an eine gleichzeitige Kündigung des Nießbrauchvertrages des Wasserwerkes Haseldorfer Marsch gebunden. Der Nießbrauch kann frühestens zum 31.12.2037 gekündigt werden. Aus dem Vertrag ergeben sich Zahlungsverpflichtungen in Höhe von TEUR 109.318.

Für die Anmietung von Geschäftsräumen am Ballindamm bestehen Zahlungsverpflichtungen bis zum Ablauf der Grundmietzeit am 31. Dezember 2023 in Höhe von TEUR 523. Aus der Anmietung von Büroräumen am Billwerder Neuer Deich ergeben sich bis zum Ende der festen Laufzeiten am 30. September 2021 und 31. Juli 2022 Zahlungsverpflichtungen in Höhe von TEUR 957. Eine weitere finanzielle Verpflichtung ergibt sich aus der Anmietung von Büroräumen im Normannenweg in Höhe von TEUR 908. Der Vertrag hat eine Laufzeit bis zum 30. April 2022. Bei den Mietobjekten Lederstraße und Buxtehuder Straße wurde keine Grundmietzeit vereinbart. Hier gilt jeweils die gesetzliche Kündigungsfrist. Die finanzielle Verpflichtung der beiden Mietverträge beträgt bis zum nächstmöglichen Kündigungszeitpunkt, den 30. September 2020, insgesamt TEUR 494.

Aus sonstigen Verträgen ergeben sich Zahlungsverpflichtungen von TEUR 392, von denen Zahlungen von TEUR 286 in 2021 und Folgejahren fällig sind.

Für 2020 sind Aufträge über TEUR 18.954 (Vj. TEUR 9.273) für genehmigte Investitionen sowie über TEUR 7.657 (Vj. TEUR 1.102) für Unterhaltungsmaßnahmen bereits erteilt.

Haftungsverhältnisse

Ab dem 5. September 2019 wurde der Rahmenkreditvertrag der HWW mit der Hamburg Commercial Bank AG, Hamburg modifiziert. Somit können insgesamt TEUR 10.000 als Kontokorrent-, gebundener Sollzinskredit, oder Avalkredit in Anspruch genommen werden, ausgenommen davon sind Avale für Kreditbürgschaften. Diese Begünstigung kann von der CAH, Hamburg, unverändert mitbenutzt werden.

Die Gesellschaft hat für Darlehen der HAMBURG ENERGIE GmbH, Hamburg, unverändert unbefristete selbstschuldnerische Höchstbetragsbürgschaften in Höhe von TEUR 2.483 übernommen.

Für die HAMBURG ENERGIE GmbH, Hamburg, hat die Hamburger Wasserwerke GmbH Vertragserfüllungsbürgschaften im Rahmen der Energiebeschaffung zum 31.12.2019 in Höhe von TEUR 11.000 übernommen, davon liegen zu diesem Zeitpunkt TEUR 5.000 beim Energievertragspartner zur Sicherung vor.

Die Gesellschaft hat für die HAMBURG ENERGIE GmbH, Hamburg, eine qualifizierte Rangrücktrittsvereinbarung hinsichtlich der von ihr zur Verfügung gestellten Gesellschafterdarlehen geschlossen. Aufgrund von Tagesgelddisposition zur Verfügung gestellte Mittel beliefen sich zum Bilanzstichtag auf insgesamt TEUR 0.

Die Gesellschaft hat für ein Darlehen der HAMBURG ENERGIE Solar Betriebs GmbH, Hamburg, über TEUR 5.000 eine unbefristete selbstschuldnerische Höchstbetragsbürgschaft übernommen.

Weiterhin wurde gegenüber der HAMBURG ENERGIE Solar GmbH, Hamburg die eine Tochtergesellschaft der HAMBURG ENERGIE GmbH ist, am 24. Juni 2010 eine Patronatserklärung abgegeben. Die HAMBURG ENERGIE Solar GmbH ist Emittentin für eine Inhaberschuldverschreibung mit einem Emissionsvolumen von TEUR 4.000. Dem Inhaber der Schuldverschreibung wird ein fester Zinssatz von 6 % p. a. zugesichert. Nach Ablauf der Laufzeit soll die Rückzahlung zum Nennbetrag am 1. Juli 2020 erfolgen.

Aufgrund des jeweiligen Geschäftsmodells für die voran erwähnten Gesellschaften, für die gehaftet wird, und deren durch Planungen hinterlegten zukünftigen Ertragsaussichten wird die Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme aktuell als gering angesehen.

Belegschaft

Im Jahresdurchschnitt waren insgesamt 1.033,3 (Vj. 1.023,8) Beschäftigte eingesetzt; davon 1.027,8 (Vj. 1.019,5) Stammbeschäftigte und 5,5 (Vj. 4,3) Trainees. Ferner wurden 18,1 (Vj. 12,6) Zeitarbeitskräfte, Aushilfen und Praktikanten eingesetzt. Der Anteil der teilzeitbeschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Gesamtanzahl betrug 15,0%. Die Schwerbehindertenquote betrug 8,6%. Der Anteil der Frauen betrug 29,0%. Die Anzahl der Versorgungsempfänger betrug 927. Die Anzahl der Auszubildenden betrug im Jahresdurchschnitt 33.

Angabe zu ausschüttungsgesperrten Beträgen

Aus der Berechnung für die Abzinsung der Pensionsrückstellung (Veränderung des durchschnittlichen Marktzinssatzes von sieben auf zehn Jahre) ergibt sich ein ausschüttungsgesperrter Betrag von TEUR 27.509. Die Ausschüttungssperre greift auf HWW-Ebene wegen des Ergebnisabführungsvertrags zur HGV nicht.

Gesellschafter

Die HWW hat am 29. August 2003 einen Gewinnabführungsvertrag mit der HWW Beteiligungsgesellschaft mbH, Hamburg, geschlossen, der am 1. Januar 2004 wirksam geworden ist. Zum 1. Januar 2015 war die HWW Beteiligungsgesellschaft auf die HGV Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungs­management mbH, Hamburg (HGV) verschmolzen worden.

Der Jahresabschluss der HWW zum 31. Dezember 2019 wird in den befreienden Konzernabschluss der HGV, Hamburg, einbezogen. Dieser Konzernabschluss wird sowohl für den kleinsten als auch den größten Kreis von Unternehmen aufgestellt und im Bundesanzeiger offengelegt.

Nachtragsberichterstattung

Am 30. Januar 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation WHO den internationalen Gesundheitsnotstand aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus ausgerufen. Der weitere Verlauf der Ausbreitung des Coronavirus und Folgen auf den Geschäftsverlauf der HWW werden laufend überwacht. Es sind zum jetzigen Zeitpunkt keine wesentlichen weiteren Belastungen bekannt oder abschätzbar. Im Jahresverlauf sind jedoch weitere Belastungen möglich.

Darüber hinaus sind nach dem Ende des Geschäftsjahres keine Ereignisse eingetreten, die eine besondere Bedeutung für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der HWW haben.

Hamburg, den 25. Februar 2020
Hamburger Wasserwerke Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Nathalie Leroy, Kfm. Geschäftsführerin
Ingo Hannemann, Techn. Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2019

Anschaffungs- und Herstellungskosten Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
01.01.2019 Zugänge Umbuchungen 31.12.2019 01.01.2019 Zugänge Zuschreibungen Abgänge 31.12.2019 31.12.2019 31.12.2018
EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene Software, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 63.153,31 0,00 0,00 63.153,31 63.153,31 0,00 0,00 0,00 63.153,31 0,00 0,00
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 31.893.987,46 2.071.869,92 1.359.371,61 34.712.034,30 28.906.343,86 1.798.553,97 0,00 613.194,69 30.091.703,14 4.620.331,16 2.987.643,60
31.957.140,77 2.071.869,92 1.359.371,61 34.775.187,61 28.969.497,17 1.798.553,97 0,00 613.194,69 30.154.856,45 4.620.331,16 2.987.643,60
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 272.274.987,95 2.362.280,53 4.081.673,98 276.430.723,53 192.994.987,81 5.684.051,51 -1.018.140,00 2.158.286,75 195.502.612,57 80.928.110,96 79.280.000,14
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.296.637.941,45 24.634.826,27 10.628.503,79 1.328.555.176,28 873.567.153,55 20.859.681,98 0,00 3.085.564,15 891.341.271,38 437.213.904,90 423.070.787,90
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 56.784.233,57 6.371.015,49 1.437.496,19 63.058.562,47 45.161.457,38 4.681.648,68 0,00 1.511.554,78 48.331.551,28 14.727.011,19 11.622.776,19
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 28.376.278,11 15.044.795,78 -17.507.045,57 25.914.028,32 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 25.914.028,32 28.376.278,11
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 18.840.550,00 230.081,35 0,00 19.070.631,35 1.000.000,00 0,00 0,00 0,00 1.000.000,00 18.070.631,35 17.840.550,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 4.240.081,35 0,00 0,00 3.959.000,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 3.959.000,00 4.240.081,35
3. Beteiligungen 12.209.913,44 0,00 0,00 12.209.913,44 2.309.913,44 0,00 0,00 0,00 2.309.913,44 9.900.000,00 9.900.000,00
35.290.544,79 230.081,35 0,00 35.239.544,79 3.309.913,44 0,00 0,00 0,00 3.309.913,44 31.929.631,35 31.980.631,35
1.721.321.126,64 50.714.869,34 0,00 1.763.973.223,00 1.144.003.009,35 33.023.936,14 -1.018.140,00 7.368.600,37 1.168.640.205,12 595.333.017,88 577.318.117,29

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat sich während des Geschäftsjahres 2019 regelmäßig und umfassend über die wirtschaftliche und technische Entwicklung des Unternehmens und dessen Tochtergesellschaften berichten lassen, darüber mit der Geschäftsführung beraten sowie deren Führung der Geschäfte der Gesellschaft überwacht. In insgesamt vier regulären Sitzungen und einer Sondersitzung hat der Aufsichtsrat und in zwei Sitzungen sein Ausschuss für Finanzen und Personal insbesondere den Stand der Ergebnisentwicklung sowie die anstehenden Sachfragen eingehend erörtert und die Geschäftsführung beraten. Die Überwachung nach Gesetz und Gesellschaftsvertrag hat der Aufsichtsrat ausgeübt und Beschlüsse zu den zustimmungspflichtigen Geschäftsvorgängen gefasst.

Neben den jährlich zu fassenden Beschlüssen zum Jahresabschluss, der Wirtschaftsplanung und Höhe der Wasserpreise hat sich der Aufsichtsrat erneut mit dem Wasserrechtsverfahren Nordheide befasst und der Klageerhebung der Hamburger Wasserwerke GmbH gegen den Landkreis Harburg in Bezug auf den Gestattungsbescheid vom 3. April 2019 zugestimmt. In einem Pilotvorhaben der FHH wurde eine Evaluierung der Aufsichtsratstätigkeit durchgeführt. Aus dem durchgeführten Best-Practice-Check wurden einzelne Verbesserungsmaßnahmen, insbesondere die Form der Berichterstattung an den Aufsichtsrat sowie der Themen Überwachung der Wirksamkeit des Compliance-Systems und der internen Revision betreffend abgeleitet und deren Umsetzung in der Aufsichtsratssitzung am 05.12.2019 beschlossen.

Der vom Aufsichtsrat beauftragte Abschlussprüfer Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, hat den Jahresabschluss, den Anhang und den Lagebericht der Hamburger Wasserwerke GmbH sowie die der Tochtergesellschaften zum 31.12.2019 geprüft. Die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers haben allen Mitgliedern des Aufsichtsrates vorgelegen und wurden im Aufsichtsrat umfassend erörtert. Der Prüfer hat an der entsprechenden Sitzung des Aufsichtsrats und seines Ausschusses teilgenommen und über wesentliche Erkenntnisse seiner Prüfung berichtet sowie ergänzende Fragen beantwortet.

Die Wirtschaftsprüfer haben einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung durch den Aufsichtsrat sind Einwendungen gegen den von der Geschäftsführung aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht sowie gegen die von den Geschäftsführungen der Tochtergesellschaften aufgestellten Jahresabschlüsse und Lageberichte durch den Aufsichtsrat nicht zu erheben. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss 2019 und den Lagebericht gebilligt und der Gesellschafterversammlung empfohlen, den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 wie vorliegend festzustellen und den Lagebericht zu genehmigen sowie die Geschäftsführung und den Aufsichtsrat für das Jahr 2019 zu entlasten.

Für die geleistete Arbeit im Geschäftsjahr 2019 spricht der Aufsichtsrat der Geschäftsführung, dem Betriebsrat sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seinen Dank aus.

Vorsitzender des Aufsichtsrats
Hamburg, den 19. Mai 2020


Hamburger Stadtentwässerung
Anstalt des öffentlichen Rechts,
Hamburg

Lagebericht

1. Grundlagen des Unternehmens

1.2 Geschäftsmodell

Kernaufgabe der Hamburger Stadtentwässerung (HSE) ist die umweltgerechte und wirtschaftliche Abwasserableitung und -behandlung in Hamburg. Im langjährigen Mittel werden über 150 Mio. m³ Schmutz- und Niederschlagswasser pro Jahr auf der Kläranlage behandelt. Die Abwasserbehandlung erfolgt vollbiologisch im Klärwerks­verbund Hamburg – eine der größten Anlagen Europas.

Wasser und Abwasser sind elementare Bestandteile im täglichen Leben. Im Gleichordnungskonzern HAMBURG WASSER werden die Kompetenzen der Unternehmen Hamburger Wasserwerke und Hamburger Stadtentwässerung gebündelt, um sauberes Trinkwasser und eine sichere und zuverlässige Abwasserentsorgung als grundlegende Voraussetzungen für hohe Lebensqualität zu gewährleisten.

Die HSE entsorgt das Abwasser über ein Sielnetz mit einer Länge von rund 6.100 km für rund 2,2 Mio. Menschen in Hamburg und 30 Umlandgemeinden in Schleswig-Holstein und Niedersachsen, die fast ausschließlich an den Klärwerksverbund der Hansestadt angeschlossen sind, d. h. rund 8,7 % der hier behandelten Abwassermenge stammen aus dem Umland. Darüber hinaus ist die HSE für fünf kleinere Kläranlagen in der Metropolregion zuständig. Nach der Abwasserbehandlung wird der Klärschlamm in einer
eigenen Anlage thermisch verwertet.

1.2 Ziele und Strategie

Das Ziel von HAMBURG WASSER ist es, die Kunden in Hamburg und der Metropolregion sicher, umweltgerecht, in hoher Qualität sowie mit optimaler Wirtschaftlichkeit zu bedienen. Dabei steht der Funktionserhalt der Anlagen auf technisch höchstem Niveau durch fortwährende Modernisierung und Weiterentwicklung im Mittelpunkt, um die bestmögliche Ver- und Entsorgungssicherheit für alle Kunden zu erreichen.

Die Ergebnisse regelmäßiger Umfragen bestätigen die erwünschte überdurchschnittliche Kundenzufriedenheit. Kostensensibilität und Prozess­optimierungen einerseits und die Gewinnung von Neukunden andererseits sichern kontinuierlich die Wirtschaftlichkeit. HAMBURG WASSER strebt dauerhaft eine moderate Preis- und Gebührenentwicklung im Verhältnis zur Steigerung der allgemeinen Lebens­haltungskosten an.

Ein wichtiger Bestandteil der konzernweiten Strategie von HAMBURG WASSER ist die regelmäßige Bewertung der Umweltaspekte mit dem Ziel, den Ressourcenverbrauch und die daraus resultierenden CO2-Emissionen kontinuierlich zu verringern. Die unmittelbaren Auswirkungen des Handelns auf die Umwelt werden laufend gemessen und so weit wie möglich reduziert. Dabei unterstützt ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem.

In den betrieblichen Abläufen stehen insbesondere die Reduzierung des Verbrauches an Rohstoffen und Ressourcen, eine ständige Verringerung von klimaschädlichen Treibhausgas- und Schadstoffemissionen, ein aktiver Gewässer- und Grundwasserschutz und eine weitere Steigerung des Anteils an eigenerzeugter Energie im Fokus. Projekte der Energieeigenerzeugung sind unter anderem der Betrieb von Windenergie- und Photovoltaikanlagen, die Stromerzeugung aus der thermischen Klärschlammverwertung, die Produktion und Einspeisung von Biomethan, die Energierückgewinnung im Trinkwassernetz sowie die Produktion von Strom und Wärme in zwei Blockheizkraftwerken.

Weiterhin ist es Strategie, die im Unternehmen vorhandenen Spezialkenntnisse auch Dritten anzubieten, um die Preis- und Gebührenstabilität im Kerngeschäft durch zusätzliche Deckungsbeiträge zu unterstützen und positive Rückkopplungen in das Kerngeschäft zu bewirken. Darüber hinaus soll die Qualifikation und Motivation bestehender Mitarbeiter gestärkt und die Attraktivität von HAMBURG WASSER als Arbeitgeber für neue Mitarbeiter erhöht werden.

Teil des Zielsystems ist darüber hinaus die weitere Harmonisierung und Vernetzung der Aufgaben im Konzern sowie selbstverständlich auch die Mitarbeiterfürsorge. Insbesondere sollen langfristig Arbeitsunfälle komplett vermieden werden - mit gleichzeitig positiver Auswirkung auf die Produktivität des Unternehmens.

1.3 Steuerungssystem

Die Steuerung des Unternehmens erfolgt über differenzierte Planungs- und Steuerungssysteme des Controllings und wird durch ein abgestuftes Risikomanagementsystem ergänzt. Das Controlling der HSE umfasst alle Geschäftsbereiche. Es folgt dem Grundansatz der Kongruenz von Aufgabe und Verantwortlichkeit: Die einzelnen organisatorischen Bereiche und Stabsstellen sind für die Einhaltung ihrer Einzelbudgets einschließlich der Zielvorgaben für die Leistungserbringung verantwortlich, das Controlling übernimmt hierbei eine begleitende Rolle. Über die Hierarchieebenen werden vom Gesellschafter bis zum einzelnen Mitarbeiter in den Referaten im Rahmen eines Zielvereinbarungsprozesses Ziele, Kennzahlen und Zielwerte abgeleitet und vereinbart.

Die Liquidität der HSE wird anhand eines monatlichen Liquiditätsmanagementberichts überwacht. Dieser enthält Erläuterungen zur Liquidität, Finanzierung und Zinsentwicklung. Das Finanzmanagement der HSE gewährleistet eine regelmäßige Liquiditätskontrolle und eine sachgerechte Kreditüberwachung. Ein zentrales Cash-Management überwacht darüber hinaus die tägliche Liquidität.

Das Beteiligungsmanagement steuert die Tochtergesellschaften und Unternehmensbeteiligungen, die entsprechenden Berichtspflichten unterliegen.

Die Projekte und Daueraufgaben in den externen Leistungen (Drittgeschäft) werden in enger Zusammenarbeit des Controllings mit dem Konzernvertrieb gesteuert.

1.4 Technische Entwicklung

Durch fortwährende Optimierung und Ausrichtung am Stand der Technik erreicht HAMBURG WASSER eine kontinuierliche Verbesserung der messbaren Leistung und setzt auch international Maßstäbe für ökologische Nachhaltigkeit in der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Der Stab Qualitäts- und Energiemanagement steuert die Entwicklungsaktivitäten. Das seit 2018 aufgebaute zentrale Asset Management von HAMBURG WASSER führt unter anderem sensitive Langfristprognosen zukünftiger Investitionsbedarfe in den Netzen und Werken durch, um darauf aufbauend langfristige Asset Strategien zu entwickeln und zu bewerten. Hierzu werden Rechenmodelle implementiert, validiert und kontinuierlich erweitert.

Im Juni 2019 haben HAMBURG WASSER und REMONDIS gemeinsam den Grundstein für die weltweit erste Phosphor-Recycling-Anlage für Klärschlammasche gelegt. Das Projekt hat internationalen Vorzeigecharakter: In Hamburg soll der lebenswichtige Rohstoff mit dem von REMONDIS entwickelten TetraPhos®-Verfahren erstmals wirtschaftlich effizient und im großtechnischen Maßstab aus Abwasser zurückgewonnen werden. Die Anlage auf dem Klärwerk Köhlbrandhöft geht 2020 in Betrieb und wird jährlich aus 20.000 Tonnen Klärschlammasche mehr als 7.000 Tonnen hochreine Phosphorsäure produzieren.

Das von der EU geförderte Projekt HAMBURG WATER Cycle, ein innovatives Abwasser- und Energiekonzept für das Stadtquartier Jenfelder Au in Hamburg, wurde im Juni 2019 eingeweiht. Das Fundament des HAMBURG WATER Cycle bildet die Trennung dreier Abwasserströme. Schwarzwasser aus der Toilette, Grauwasser vom Duschen und Waschen sowie Regenwasser werden getrennt gesammelt und behandelt. Das Abwasser aus der Toilette vergärt zusammen mit Co-Substrat und es entsteht Biogas. Ein Blockheizkraftwerk wandelt das Biogas in Strom und Wärme um. Pro Jahr entstehen auf diese Weise rund 450.000 Kilowattstunden Strom und 690.000 Kilowattstunden Wärme. Durch die Abwasserbehandlung direkt im Quartier werden die CO2-Emissionen reduziert. Gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnern werden in der Jenfelder Au weitere Forschungen durchgeführt, unter anderem wie effektiv Mikroschadstoffe in der Teilstrombehandlung eliminiert werden können.

Unter Förderung des BMU wurde 2019 eine Abdeckung des Schlammspeicherbehälters einschließlich aller Einrichtungen zur Erfassung des Faulgases und Einbindung in die Betriebseinrichtungen des Klärwerks Standort Köhlbrandhöft erstellt. Damit wird das zusätzliche Faulgas erfasst, energetisch verwertet und gleichzeitig eine Belastung der Atmosphäre vermieden. Darüber hinaus steigt die Speicherkapazität für das anfallende Faulgas auf dem Klärwerk. Die Anlage befindet sich im Probebetrieb.

In einem bis 2021 laufenden Projekt werden durch praktische Versuche und das Testen von innovativen Technologien Handlungsempfehlungen für die ressourcen- und energieeffiziente Aufbereitung von Rohwässern mit erhöhten Sulfat-Gehalten erarbeitet, unter anderem in Kooperation mit den Berliner Wasserbetrieben. Weitere Forschungsvorhaben betreffen die wachsende Problematik von Mikroplastik und Strategien zur Reduzierung derartiger Stoffe im Trink- und Abwasser.

Durch seine Aktivitäten trägt HAMBURG WASSER wesentlich zum Erfolg des Gewässerschutzes in der Metropolregion bei. Diese auf nachfolgende Generationen ausgerichteten Anstrengungen gehen über die reine Erfüllung der gesetzlichen und behördlichen Anforderungen hinaus. So arbeiten Vertreter von HAMBURG WASSER auch in zahlreichen Gremien der technischen Fachverbände und Forschungsinstitutionen mit.

In 2019 verstärkte HAMBURG WASSER auch seine Aktivitäten zur Digitalisierung mit internem und externem Fokus: In einer Vielzahl von Projekten – von smarter Brunnen-steuerung über die Erprobung der LoRaWan-Technologie bis hin zur Entwicklung einer unternehmensinternen Strategie zu Building Information Modeling – stellt sich HAMBURG WASSER den Herausforderungen der fortschreitenden Digitalisierung. Um die Hamburger Bevölkerung für Starkregen und die zu erwartenden Auswirkungen zu sensibilisieren, veröffentlicht HAMBURG WASSER seit August 2019 auf der Konzern-
Website einen Online-Starkregenindex. Eine Live-Karte zeigt die in Echtzeit in Hamburg gemessenen Regenmengen, um auf Präventionsmaßnahmen gegen Überflutungen aufmerksam zu machen und eine einheitliche Einordnung der Niederschläge zu ermöglichen.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogeneRahmenbedingungen

Die für HAMBURG WASSER relevanten volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen der branchenspezifischen Preisentwicklung insbesondere für bezogene Waren und Dienstleistungen haben sich im laufenden Geschäftsjahr grundsätzlich erwartungsgemäß entwickelt. Beim Vergleich mit dem Index für die allgemeinen Lebenshaltungskosten ist zu beachten, dass der für die HSE adäquate „Warenkorb" sich anders entwickelt als die allgemeine Preisentwicklung; nach Berechnungen des statistischen Bundesamtes liegt die spezifische Inflationsrate der Branche Abwasserwirtschaft i.d.R. um 0,5 - 1,2 Prozentpunkte über der allgemeinen. Der Anstieg des Baukostenindexes für den Hoch- und Tiefbau resultiert aus der vermehrten allgemeinen Bautätigkeit und der allgemeinen Marktsituation.

Belastend wirken sich neben dem Anstieg der Baukosten nach wie vor die Energiepreise einschließlich der gesetzlichen Umlagen für eine energieintensive Branche wie die Abwasserentsorgung aus.

Das Zinsniveau hat sich wie in den Vorjahren auch 2019 auf einem sehr niedrigen Stand bewegt. Dadurch konnte der Zinsaufwand aus laufender Geschäftstätigkeit erneut reduziert werden. Das niedrige Zinsniveau führt allerdings auf der Seite der Rückstellungsverpflichtungen für die Altersversorgung aufgrund des sinkenden durchschnittlichen Bewertungszinssatzes für die Abzinsung zu weiterhin hohen jährlichen Zuführungen zu den entsprechenden Rückstellungen.

Trotz der steigenden Einwohnerzahlen in Hamburg und der Metropolregion ist hier wie in ganz Deutschland der wachsende Fachkräftemangel insbesondere bei Ingenieuren und in der IT spürbar. Dieser wird sich durch den demografischen Wandel voraussichtlich noch weiter verstärken.

Eine anhaltend hohe Priorität von HAMBURG WASSER ist es, die Wirtschaftlichkeit in den Kerngeschäftsfeldern zu steigern, um die erforderlichen Preis- und Gebührenanpassungen zu minimieren. HAMBURG WASSER wurde wie in den Vorjahren mit allgemeinen Kostensteigerungen und nicht beeinflussbaren strukturellen Vorgängen wie dem hohen Aufwand für die Altersvorsorge der Mitarbeiter belastet. Dennoch ist das Unternehmen wirtschaftlich gut aufgestellt und auch 2019 sehr erfolgreich gewesen.

2.2 Geschäftsverlauf

Das Jahr 2019 ist für HAMBURG WASSER und für die Abwasserentsorgung in und um Hamburg positiv verlaufen. Maßgeblich ist dafür die Abwassermenge verantwortlich. Diese ist abhängig von der an den Kunden gelieferten Trinkwassermenge.

Im Zusammenhang mit den Vertragsbeziehungen zu einzelnen Kunden ergibt sich zum Stichtag 31. Dezember 2019 folgendes Bild:

Kennzahl Einheit 2019 2018
Einwohner im Entsorgungsgebiet Mio. EW 2,2 2,2
Vertragsbeziehungen insgesamt Anzahl 701.962 694.240
Davon: FHH Anzahl 687.332 680.072
> Umlandgemeinden Anzahl 14.630 14.168
Davon: Haushaltskunden Anzahl 701.105 693.301
> Industriekunden Anzahl 180 180
> Eigenversorger Anzahl 584 619
> Sonderkunden (z. B. Grundwassereinleitungen) Anzahl 84 131
> Abwasserübernahme Kommunen Anzahl 9 9

Zum 1. Januar 2019 ist die Gebühr für Schmutzwasser von 2,13 EUR / m³ auf 2,14 EUR / m³ leicht angehoben worden. Die Niederschlagswassergebühr ist von 0,73 EUR / m² auf 0,74 EUR / m² gebührenrelevanter versiegelter Fläche erhöht worden.

Die behandelte Abwassermenge inklusive des innerstädtischen Mischwasseranteils liegt mit rund 151 Mio. m³ (Vj. 159 Mio. m³) um 6,6 % unter dem mittleren Wert der drei Vorjahre. Dies ist auf die im Vergleich zu den Vorjahren deutlich geringere Nieder­schlagsmenge aufgrund der langen Trocken- und Hitzeperiode in den Sommer­monaten zurückzuführen.

Neben der Wirtschaftlichkeit ist es ein wesentliches Ziel, die wasserwirtschaftliche Infrastruktur durch die erforderlichen Investitions- und Instandhaltungsmaßnahmen dauerhaft auf hohem Niveau zu erhalten und die hohen Qualitätsansprüche an die Abwasserentsorgung kontinuierlich zu erfüllen. Um eine gleichbleibend hohe Qualität des gereinigten Abwassers in Hamburg und den Umlandgemeinden zu gewährleisten, kontrolliert das unternehmenseigene, zertifizierte und akkreditierte Prüflabor regelmäßig die Abwasserqualität. Die Ergebnisse der Untersuchungen bestätigen auch für 2019 die Einhaltung und Unterschreitung der gesetzlich vorgeschriebenen Ablaufwerte für das gereinigte Abwasser.

Auch die übrigen Konzernziele konnten 2019 weitestgehend erreicht werden. Das Ziel einer überdurchschnittlichen Kundenzufriedenheit wird durch direkte Kundenbefragungen evaluiert. Im Rahmen einer alle vier Jahre durchgeführten großen Kundenbefragung wurde dies 2016 für HAMBURG WASSER vom Kunden bestätigt. Innerhalb der sehr guten Kundenrückmeldungen für die deutsche Wasserwirtschaft insgesamt nahm HAMBURG WASSER einen Spitzenplatz ein. Im Vergleich mit anderen großstädtischen Versorgungsgebieten weist HAMBURG WASSER bei der Qualitätsbewertung und bei der allgemeinen Servicezufriedenheit einen sehr guten Wert auf. In der jährlich durchgeführten Umfrage kleineren Umfangs sind diese Ergebnisse auch 2019 bestätigt worden.

Das Drittgeschäft von HAMBURG WASSER hat sich erfreulich entwickelt und das hohe Niveau des Vorjahres konnte übertroffen werden.

HAMBURG WASSER verfolgt das Ziel, engagierte, motivierte und qualifizierte Mitarbeiter zu beschäftigen. Um dies auch in Zukunft zu erreichen, wurden entsprechende Maßnahmenpakete erfolgreich weitergeführt. Neben klassischen Weiterbildungsprogrammen bietet HAMBURG WASSER verstärkt E-Learning-Schulungen an, welche die Mitarbeiter je nach Bedarf flexibel nutzen können. Darüber hinaus hat HAMBURG WASSER in 2019 ein auf mehrere Jahre angelegtes Entwicklungsprogramm für Führungsnachwuchskräfte und Spezialisten auf den Weg gebracht.

Zur Erreichung des Zieles einer Verringerung der Arbeits- und Wegeunfälle wurden auch im Jahr 2019 verschiedenste Schulungen und Aktionen durchgeführt. Die Anzahl der Arbeitsunfälle konnte im Vergleich zum Vorjahr reduziert werden. Zum 31. Dezember 2019 waren bei der HSE 1.161 Mitarbeiter/innen (Vj. 1.143, jeweils ohne Auszubildende) beschäftigt. Davon sind 896 der Mitarbeiter männlich und 265 weiblich. Der Altersdurchschnitt der Beschäftigten lag bei 48,4 Jahren (Vj. 48,8). Umgerechnet auf Vollzeitäquivalente (VZÄ) führt dies zum 31. Dezember 2019 zu 1.085,4 VZÄ (Vj. 1.069,3 VZÄ).

2.3 Lage des Unternehmens

Der Jahresüberschuss in Höhe von EUR 62,4 Mio.[^1hselb] (Vj. EUR 57,3 Mio.) resultiert aus dem Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) von EUR 111,7 Mio. und dem negativen Finanzergebnis in Höhe von EUR 49,3 Mio. Das Finanzergebnis umfasst dabei im Wesentlichen die Zinsaufwendungen aus der Abzinsung der Rückstellungen, die Zinsen auf Bankver­bindlichkeiten sowie die Erträge aus den Beteiligungen.

Im Vergleich von 2019 zu 2018 haben in den einzelnen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung insbesondere folgende Effekte zu Veränderungen geführt: Die Umsatzerlöse stiegen gegenüber dem Vorjahr um EUR 6,7 Mio. bzw. 2 % auf insgesamt
EUR 343,4 Mio. Die Steigerung der Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf den Anstieg der versiegelten, gebührenrelevanten Flächen sowie auf die Anhebung sowohl der Schmutzwasser- als auch der Niederschlagswasser­gebühr zum 1. Januar 2019 zurückzuführen. Die Erträge aus privatrechtlichen externen Leistungen stiegen deutlich, insbesondere aufgrund zusätzlicher erbrachter Leistungen. Dies konnte zur Hälfte die geringeren Erträge aus öffentlich-rechtlichen Leistungen kompensieren. Die aktivierten Eigenleistungen konnten gesteigert werden. Die sonstigen betrieblichen Erträge verringerten sich insgesamt um EUR 2,9 Mio. bzw. 10,5 %. Wesentliche Veränderungen waren eine Steigerung in Höhe von EUR 2,9 Mio. für den Verkauf des Grundstückes Rahlau, höhere Erträge aus Schadensersatzansprüchen von rund EUR 1 Mio. und aus der Auflösung von Gebührenausgleichsrückstellungen außerhamburgischer Gemeinden von rund EUR 0,9 Mio., auf der anderen Seite aber um EUR 4,8 Mio. geringere aufzulösende Rückstellungen und um EUR 3,1 Mio. geringere Erträge aus abgeschriebenen Forderungen und aus der Herabsetzung der Einzelwertberichtigung.

Der Materialaufwand blieb insgesamt auf dem gleichen Niveau.

Der Personalaufwand konnte insgesamt um EUR 3,4 Mio. bzw. 3,7 % gesenkt werden. Die Löhne und Gehälter und Sozialabgaben stiegen um EUR 4,3 Mio., davon EUR 3,4 Mio. aufgrund von Entgelterhöhungen und weiteren Vereinbarungen des Tarifabschlusses und EUR 0,7 Mio. aus der Veränderung Rückstellungen Altersteilzeit. Die Aufwendungen für Altersversorgung hingegen sanken um EUR 7,6 Mio. im Wesentlichen aufgrund geringerer Zuführung zu Pensionsrückstellungen.

Die Abschreibungen blieben auf dem gleichen Niveau.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich um insgesamt EUR 4,6 Mio. bzw. 9,8 % im Wesentlichen durch die Erhöhung der Zuführung einer Drohverlustrückstellung aus Gleisbettentwässerung (EUR 1,3 Mio.) sowie durch diverse andere Erhöhungen.

Der Rückgang der Beteiligungserträge um EUR 1,2 Mio. ist auf die im Berichtsjahr weggefallenen Ausschüttungen aus verbundenen Unternehmen zurückzuführen. Im Vorjahr waren noch Ausschüttungen aus dem Altgeschäftsbetrieb der VERA Klärschlammverbrennung GmbH, Hamburg (EUR 1,0 Mio.) und aus der servTEC (EUR 0,2 Mio.) vereinnahmt worden.

Der Zinsaufwand aus der Abzinsung von Rückstellungen stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um EUR 2,7 Mio. aufgrund des erneut sinkenden durchschnittlichen Zinssatzes im relevanten 10-Jahres-Zeitraum an, was den Zeitwert der Pensions­rückstellungen wiederum erhöht. Aufgrund der weiterhin günstigen Kapitalmarktsituation mit sehr niedrigem Zinsniveau sowohl bei langfristiger Darlehensaufnahme als auch im Liquiditätsmanagement mit Tagesgeld konnte das übrige Zinsergebnis (Bank­verbindlichkeiten) um rund EUR 5,6 Mio. bzw. 17,6 % verbessert werden, d.h. bei der Neuaufnahme bzw. Prolongation von Darlehen konnten im Vergleich zu den ausgelaufenen Darlehen zum Teil deutlich bessere Konditionen erreicht werden.

In Bezug auf die Investitionstätigkeit und daraus resultierenden Abschreibungsbedarfen besteht die Aufgabe eines Infrastrukturunternehmens immer darin, eine Balance zwischen wirtschaftlich vertretbaren und technisch wünschenswerten bzw. notwendigen Instandhaltungs- und Investitionstätigkeiten zu finden. Diese Balance wird derzeit aufgrund der Marktbedingungen noch erweitert um die Frage, wie viele Baumaßnahmen am Markt wirtschaftlich umsetzbar sind. Im Ergebnis sind im Jahr 2019 Gesamtinvestitionen von rund EUR 111,2 Mio. getätigt worden. Wie in den Vorjahren lag der Schwerpunkt dabei im Funktionserhalt von Netzen und Anlagen. Die Investitionen konnten dabei vollständig aus Innenfinanzierungsmitteln getätigt werden.

Auch 2019 wurde die langfristige bilanzpolitische Strategie der Entschuldung fortgeführt. Trotz eines hohen jährlichen Investitionsniveaus konnten die Finanz­verbindlichkeiten durch konsequentes Liquiditätsmanagement um rund EUR 79,8 Mio. reduziert werden10. Der Zinsaufwand sank zudem auch durch das weiterhin niedrige Zinsniveau. Um auch in den Folgejahren eine Sicherung von langfristig niedrigen Zinsen erreichen zu können, wurden 2019 die benötigten Kredite mit langen Laufzeiten aufgenommen.

Im Berichtsjahr betrug der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit EUR 196,6 Mio. Er lag damit leicht über dem Niveau des Vorjahres. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug rund EUR -95,3 Mio. und lag damit absolut gesehen leicht unter dem Vorjahresniveau. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit stieg gegenüber dem Vorjahr absolut gesehen auf EUR -102,2 Mio. an. Der deutliche Entschuldungspfad der Vorjahre konnte fortgesetzt werden.

Die Bilanzsumme stieg im Geschäftsjahr 2019 um EUR 37,0 Mio. auf EUR 3.353,6 Mio. Während die Eigenkapitalquote sich um 1,5 Prozentpunkte verbesserte, blieben die Anlagendeckung und die Sachanlagenintensität nahezu auf gleichem Niveau. Der Deckungsgrad des Anlagevermögens durch Eigenkapital (inklusive des Sonderpostens für Baukostenzuschüsse) erhöhte sich von 53,6 % auf 55,3 %. Das Anlagevermögen und damit das langfristig gebundene Vermögen war durch Eigenkapital und mittel- und langfristiges Fremdkapital zu 94,0 % (Vj. 94,1 %) gedeckt.

Kennzahlen zur Vermögenslage 2019 2018
Eigenkapitalquote11 53,5 % 52,0 %
Anlagendeckung12 94,0 % 94,1 %
Sachanlagenintensität 96,2 % 96,6 %

3. Prognosebericht

Die dauerhafte Aufgabe der Abwasserversorgung bringt es mit sich, dass Entwicklungen sich eher in größeren Zeitzyklen abbilden und ihre Wirkung entfalten. Die Anpassung der städtischen Infrastruktur an den Klimawandel, die zunehmende Verdichtung der Stadt und die notwendige Gestaltung der Energie- und Mobilitätswende sind Themen, die kommunale Versorgungsunternehmen in den nächsten Jahren begleiten werden. HAMBURG WASSER wird darauf aufbauend in den nächsten Jahren die angestrebten Ziele nachhaltig durch langfristig ausgerichtete Strategien verfolgen.

Die erwartete, leicht ansteigende Entwicklung der Umsatzerlöse aus dem Kerngeschäft ist eine maßgebliche Annahme in Hinblick auf die Unternehmensplanung von HAMBURG WASSER. Wesentliche Einflussfaktoren für die Umsatzerlöse sind die Anzahl der Einwohner und der Haushalte im Versorgungsgebiet sowie die daraus resultierende an die Kunden gelieferte Wassermenge. Vor dem Hintergrund des erwarteten allgemeinen Bevölkerungswachstums in Hamburg und dem ausgeweiteten Wohnungsbauprogramm rechnet HAMBURG WASSER für 2020 mit einem leichten Anstieg bei den zu versorgenden Haushalten. Für den spezifischen Wasserverbrauch pro Einwohner und damit gleichzeitig den proportionalen Anfall von häuslichem Abwasser wird aufgrund des bisher erreichten technischen Fortschritts und der weitgehenden Sensibilisierung der Bevölkerung zum Thema Wassernutzung ein konstanter Wasserverbrauch auf dem Niveau der Vorjahre erwartet. In ihren Annahmen geht die HSE davon aus, dass 2020 durchschnittliche klimatische Bedingungen herrschen werden. In der Planung für das nächste Jahr wurde darauf aufbauend eine gebührenrelevante Schmutzwassermenge von
98,9 Mio. m³ berücksichtigt.

Für 2020 bleiben die Gebühr für die Beseitigung von Schmutzwasser mit 2,14 Euro je Kubikmeter Schmutzwasser und die Gebühr für die Beseitigung von Niederschlagswasser mit 0,74 Euro je Quadratmeter bebauter, überbauter oder befestigter und in das Sielnetz einleitender Grundstücksfläche (nach § 15 Absatz 1 Satz 2 des Sielabgabengesetzes) konstant.

Da auf der Aufwandsseite die letztjährigen Prognosen für 2019 weitgehend eingetroffen sind, erscheint es plausibel, die Fortschreibung für 2020 nach den gleichen Methoden und Annahmen zu Einflussfaktoren durchzuführen. Bezüglich der branchenspezifischen Rahmenbedingungen geht das Unternehmen für 2020 daher davon aus, dass für bezogene Waren und Dienstleistungen sowie eingekaufte Bautätigkeit in der Wasser­branche Preissteigerungen von rund 3 % eintreten werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass HAMBURG WASSER durch längerfristige Verträge mit Dienstleistern bestrebt ist, die in den nächsten Jahren erwartete Kostenentwicklung abzumildern.

Das Investitionsniveau ist für 2020 planerisch auf dem Niveau des letzten Jahres angesetzt.

Für das Zinsniveau unterstellt der Konzern, ausgehend von dem sehr niedrigen Niveau, in 2020 allenfalls einen leichten Anstieg. Dies führt voraussichtlich erneut zu einer größeren Belastung im Zinsergebnis aus weiteren notwendigen Zuführungen zu den Pensions­rückstellungen.

Insgesamt wird mit einem Jahresüberschuss von EUR 62,1 Mio. gerechnet, der sich aus den kalkulatorischen Kostenarten Abschreibungen und Zinsen innerhalb der Gebühren­kalkulation ergibt. Dieser wird gemäß Gebührenrecht der Rücklage zugeführt und wirkt damit langfristig gebührenstabilisierend als auch fremdkapitalreduzierend.

Die im Plan 2019 angesetzte Anzahl der Mitarbeiter in Vollzeitäquivalenten wurde zum Jahresende 2019 aufgrund einiger noch nicht oder zeitweise nicht besetzter Positionen, auch aufgrund von Elternzeit, unterschritten. Im Jahr 2020 wird daher mit einer leichten Steigerung der Vollzeitäquivalente gerechnet. Parallel dazu verlassen Mitarbeiter das Unternehmen aus Altersgründen, sodass – im Zusammenhang mit entsprechenden Effizienzsteigerungen - in der mittelfristigen Planung ab 2022 die Mitarbeiterzahl leicht sinkt.

Das Wirtschaften und Handeln von HAMBURG WASSER unterliegt einem ständigen Optimierungs- und Innovationsprozess. Zum Erreichen der Ertrags- und Kostenziele sollen auch zukünftig weitere Rationalisierungspotentiale ausgeschöpft, Synergieeffekte konsequent gehoben und Chancen der Digitalisierung genutzt werden. Parallel hierzu strebt HAMBURG WASSER weiterhin an, durch die Akquirierung externer Geschäfts-felder den Umsatz zu steigern und so den strukturellen Mehrbelastungen entgegen zu wirken. Auch 2020 soll dieses Prinzip der Kostendisziplin und der Steigerung der externen Leistungen fortgeführt und gleichzeitig der erreichte hohe Qualitätsstandard der Anlagen und Dienstleistungen gesichert werden.

In diesem Zusammenhang hat HAMBURG WASSER auch die Ziele bis einschließlich 2025 definiert bzw. im Jahr 2019 überarbeitet: Sie umfassen die Bereiche „Kundenorientierung“, „Umwelt”, „Wirtschaftlichkeit und Wachstum“, „Zusammen Arbeiten” sowie „Soziale Verantwortung" und sind sowohl für den Konzern als auch für die jeweiligen Unternehmen definiert worden. Um diese Ziele zu erreichen, werden auch 2020 hieraus konzernweit Maßnahmen abgeleitet und anschließend umgesetzt. Daneben ist vorgesehen, mittelfristig die Konzepte „Lean" und „Agil" noch stärker im Konzern zu verankern, um Verbesserungspotenziale bei der Prozesseffizienz auszuschöpfen.

Die konkreten Auswirkungen aus der Ausbreitung des Coronavirus auf die Entwicklung im Jahr 2020 sind angesichts der sich aktuell ständig verändernden Lage schwer einzuschätzen. Die Geschäftsführung rechnet gegenwärtig nicht mit einem Rückgang der Umsätze. Nennenswerte Beeinträchtigungen im Bezug von Waren und Leistungen sind momentan ebenfalls noch nicht erkennbar. Entsprechend werden keine Auswirkungen auf die Ertragslage erwartet.

4. Chancen- und Risikobericht

Chancen für eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation von HAMBURG WAS-SER werden weiterhin in der Entwicklung der Umsatzerlöse gesehen. In den letzten Jahren hoben sich - bereinigt um klimatische Sondereffekte - der rückläufige Verbrauch pro Einwohner und die steigende Bevölkerungszahl weitgehend auf. Da beim Wasserverbrauch pro Einwohner künftig Konstanz erwartet wird, bei der Bevölkerung in Zukunft aber durchaus weiter ein steigender Trend für möglich gehalten wird, werden hieraus in Zukunft leicht steigende Umsatzerlöse erwartet.

Daneben werden sich in der Wasserwirtschaft in steigendem Maße Chancen aus der zunehmenden Digitalisierung von Prozessen ergeben, unter anderem aus der stärkeren Verzahnung von digitalen Mess- und Steuersystemen mit den kaufmännischen Prozessen. Darüber hinaus können sich aus dieser Entwicklung heraus auch Möglichkeiten für veränderte Geschäftsmodelle ergeben, die für den Konzern HAMBURG WASSER - gegebenenfalls auch auf der Grundlage von Kooperationen und Partnerschaften - neue Chancen eröffnen.

Strategisch ergeben sich für HAMBURG WASSER auch aus der wachsenden Komplexität der vernetzten großstädtischen Infrastruktur Chancen. Eine koordinierte städtische Infrastrukturplanung gewinnt immer mehr an Bedeutung und durch die gute Basis an Know-how einerseits und Daten, Instrumenten und Tools andererseits sieht sich der Konzern in der Lage, hier künftig eine wichtige Rolle innerhalb der FHH einzunehmen. Weiterhin bietet der allgemeine Trend zur Rekommunalisierung der Energienetze die Chance, Synergieeffekte in gemeinsamen Projekten der städtischen Leitungsträger zu nutzen.

Chancen für die Entwicklung des Unternehmens existieren weiterhin in der Ausweitung der externen Leistungen. Die Mitarbeiter von HAMBURG WASSER besitzen umfangreiches Know-how und langjährige Erfahrung auf allen Gebieten der Wasserver- und Abwasserentsorgung. HAMBURG WASSER kann Dritten in der Metropolregion Hamburg eine breite Produktpalette von Consultingdienstleistungen für einzelne Geschäftsfelder und Projekte bis hin zur Übernahme der Gesamtverantwortung der Wasserver- und Abwasserentsorgung anbieten. Die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen kann bei HAMBURG WASSER zu zusätzlichen Umsätzen und Deckungsbeiträgen führen.

Eine zentrale Säule der Governance-Strukturen bei HAMBURG WASSER ist das Risikomanagementsystem. Das bestehende Risikomanagementsystem ergänzt die differenzierten Planungs- und Steuerungssysteme und das Controlling bei HAMBURG WASSER. Insgesamt wird hierdurch der Unternehmensleitung und den Aufsichtsgremien die Möglichkeit gegeben, Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zur Gegensteuerung zu ergreifen.

Die als unternehmensrelevant eingestuften Risiken werden regelmäßig durch die Risikoverantwortlichen der Bereiche und Stäbe bewertet. Die Risikomanagerin koordiniert die Bewertungen und erstellt aus den Ergebnissen einen Risikobericht. Die Risikosteuerung erfolgt durch gezielte Vorsorgemaßnahmen der Bereiche und Stäbe, sodass das Risiko durch deren beständige und konsequente Umsetzung keine relevante Gefährdung mehr für das Unternehmen darstellt.

Mindestens alle drei Jahre findet - neben der halbjährigen Neubewertung der vorhandenen unternehmensrelevanten Risiken - eine HAMBURG WASSER umfassende Risikoinventur statt, um die Aktualität des Systems sicherzustellen. Alle Unternehmensrisiken werden dabei neu erfasst und entsprechender Handlungsbedarf mit den benannten Risikoverantwortlichen abgestimmt. Die letzte Risikoinventur wurde im Juni 2019 abgeschlossen.

Zusätzlich können Risiken entstehen, wenn die der Planung zugrundeliegenden Annahmen nicht oder nicht im erwarteten Ausmaß eintreffen. Sollten die Bevölkerungszahlen und damit die zu versorgenden Einheiten geringer steigen als erwartet, könnte die Ertragslage entsprechend belastet werden. Eine ähnliche Wirkung könnte ein niedrigerer spezifischer Wasserverbrauch als geplant entfalten, der sich direkt in der Abwassermenge niederschlägt. Es ist außerdem nicht auszuschließen, dass dem Konzern durch neue gesetzliche Vorgaben zum Beispiel im Umweltschutz zusätzliche Aufwendungen für die Umsetzung der Anforderungen entstehen.

Derzeit werden 51 relevante Risiken bei HAMBURG WASSER systematisch gesteuert. Hiervon sind 37 Risiken für die HSE von Relevanz. Diese werden unterjährig durch die Risikoverantwortlichen überwacht. Es bestehen derzeit keine den Bestand des Unternehmens gefährdenden Risiken. Zukünftige bestandsgefährdende Risiken sind aus heutiger Sicht nicht erkennbar.

HAMBURG WASSER hat im Zuge der kontinuierlichen Verbesserung der Steuerungs- und Überwachungs­instrumente das Risikomanagementsystem im Geschäftsjahr 2019 weiterentwickelt. Insbesondere wurden erstmals neben Risiken auch Chancen identifiziert, Risiko-Früherkennungsindikatoren festgehalten sowie der Einfluss eines potentiellen Schadens auf die Umwelt konkretisiert. Des Weiteren wurde eine umfassende Betrachtung des Risikoumfelds in die Berichterstattung mit aufgenommen.

Eine weitere Säule stellt das Compliance Managementsystem (CMS) dar. Der Auf- und Ausbau des CMS bei HAMBURG WASSER zielt darauf ab, die vom Gesetzgeber an die Unternehmensleitung gestellten Organisations- und Aufsichtspflichten zu erfüllen sowie den Sorgfaltspflichten einer rechtstreuen Geschäftsführung nachzukommen. Vor diesem Hintergrund verfolgt die Compliance-Strategie einen risikoorientierten Ansatz, die entlang der sieben Elemente des CMS gedacht und implementiert wird.

Um Chancen in der weiteren Ausgestaltung des bestehenden CMS systematisch zu erfassen wurde eine Strukturanalyse des CMS entlang seiner sieben Elemente durchgeführt. Im Ergebnis konnten Verbesserungspotentiale und zu priorisierende Handlungsbedarfe insbesondere in den Elementen Compliance-Kultur, Compliance-Ziele, Compliance-Kommunikation sowie Compliance-Monitoring identifiziert werden. Darauf aufbauend wurde im Geschäftsjahr 2019 eine umfängliche Compliance-Risikoanalyse durchgeführt.

Die aktuelle Ausbreitung des Coronavirus und die damit verbundenen öffentlichen Maßnahmen zur Eindämmung haben auch Einfluss auf den Konzern HAMBURG WASSER. Die eingeleiteten internen Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter und die Einschränkungen durch Quarantänemaßnahmen haben eine Auswirkung auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Des Weiteren kann die aktuelle Knappheit an Arbeitsschutzausrüstung Einfluss auf einen Teil der Leistungserbringung nach sich ziehen. Die in diesem Zusammenhang eingeleiteten Maßnahmen beinhalten unter anderem die Einrichtung eines Einsatzstabs, Kontaktminimierung, regelmäßige Mitarbeiter- und Kundeninformationen auf Basis der jeweiligen Lageeinschätzung sowie Maßnahmen zur Steuerung und Sicherstellung der Liquidität.

5. Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten und den Rechnungslegungsprozess

Gemäß § 6 der Satzung bedarf eine andere Anlageform als Fest- oder Termingeld der Zustimmung durch den Aufsichtsrat. Andere Geldanlagen werden auf Grund des hohen Finanzbedarfes grundsätzlich nicht vorgenommen. Bestimmungen zu Geschäften mit Finanzinstrumenten, anderen Termingeschäften, Optionen und Derivaten wurden in der Aufsichtsratssitzung am 7. September 2006 festgelegt. Danach dürfen Zinsderivate begrenzt auf 20 % des jährlichen Finanzierungsvolumens (rd. EUR 30,0 Mio.) und zur Senkung des Zinsaufwands für bestehende Kredite (Restlaufzeit zwei Jahre) in Höhe von max. EUR 40 Mio. je nach Marktlage eingesetzt werden. Derartige Geschäfte wurden weder in der Vergangenheit noch im Berichtsjahr durchgeführt.

Im Rahmen des Risikomanagementprozesses werden die Budgeteinhaltung sowie die rechtssichere Bestimmung der Gebühren überwacht.

6. Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB

Gemäß § 289f HGB wird zur Unternehmensführung Folgendes erklärt: Mit Aufsichtsratsbeschluss vom 8. Dezember 2016 wurde für den Aufsichtsrat der HSE für die Anteilseignerseite eine Zielgröße für den Frauenanteil in Höhe von 50 % und für die Arbeitnehmerseite in Höhe von 33,3 % zum 31. Dezember 2020 beschlossen. Zum 31. Dezember 2019 wurde das Ziel sowohl auf der Anteilseignerseite als auch auf der Arbeitnehmerseite bereits erreicht. Der Frauenanteil betrug auf der Anteilseignerseite zu diesem Stichtag 50 % und auf der Arbeitnehmerseite zum gleichen Stichtag 33,3 %. Für die Geschäftsführung hat der Aufsichtsrat einen Zielwert von 50 % zum 31. Dezember 2020 beschlossen. Zum 31. Dezember 2019 wurde dieser Zielwert bereits erreicht und lag bei 50 %. Die Geschäftsführung der HSE hat für die beiden Führungsebenen unterhalb der Geschäftsführung eine Zielgröße von 14,3 % (Bereichsleitung) und 20 % (Abteilungsleitung) zum 31. Dezember 2020 für HAMBURG WASSER, d. h. für die HWW und die Hamburger Städtentwässerung gemeinsam, festgelegt. Zum 31. Dezember 2019 betrug der Frauenanteil auf Bereichsleitungsebene 25 % und auf Abteilungsleitungsebene 19,5 %.

7. Corporate Governance

Die Entsprechenserklärung der HSE zum HCGK ist auf der Internetseite von HAMBURG WASSER im Bereich Kunden unter der Rubrik Formulare/Downloads öffentlich zugänglich.

8. Vergütungsbericht

Das Vergütungssystem bei der HSE ist grundsätzlich so ausgerichtet, dass der überwiegende Teil der Mitarbeiter mit einem tariflich definierten Festgehalt vergütet wird. Im Tarifvertrag sind auch die Vergütungen für Arbeiten außerhalb der normalen Arbeitszeiten u. ä. festgelegt.

Darüber hinaus gibt es für einige leitende Mitarbeiter, die Bereichsleitungen sowie die Geschäftsführung ein Vergütungssystem, bei dem der überwiegende Teil der Vergütung durch ein Festgehalt definiert wird und zusätzlich variable Bestandteile vereinbart sind, die erfolgsabhängig an die Erreichung definierter Ziele gekoppelt sind. Die variable Vergütung der hauptamtlichen Geschäftsführung wird vertraglich vom Aufsichtsrat als Höchstbetrag festgelegt. Die tatsächliche Höhe orientiert sich an der Erreichung von Zielen in Bezug auf finanzwirtschaftliche Kennzahlen, an Kennzahlen aus dem Bereich Klimaschutz und an spezifischen Fachkennzahlen des Unternehmens. Über die konkrete Zielerreichung informiert der Aufsichtsratsvorsitzende.

Bei den operativ tätigen Tochtergesellschaften gibt es bei der CAH neben einem hauptamtlichen Geschäftsführer eine nebenamtliche Geschäftsführerin und bei der ServTEC neben dem hauptamtlichen Geschäftsführer einen nebenamtlichen Prokuristen. Die nebenamtliche Geschäftsführerin der CAH ist beim Mutterkonzern hauptamtlich tätig und erhält für die Geschäftsführungstätigkeit bei der CAH eine Aufwandsentschädigung. Bei der Tochtergesellschaft HPHOR (60%-Anteile bei HSE, 40%-Anteile bei der Remondis Aqua Industrie) sind zwei nebenamtliche Geschäftsführer und zwei nebenamtlichen Prokuristen bestellt. Von den Gesellschaftern werden jeweils ein Geschäftsführer und ein Prokurist bestellt. Der HSE-seitig benannte Geschäftsführer erhält ebenfalls eine Aufwandsentschädigung.

Hamburg, den 25. Februar 2020
Hamburger Stadtentwässerung AöR
Nathalie Leroy, Kaufmännische Geschäftsführerin
Ingo Hannemann, Technischer Geschäftsführer

hselb1hselb]: Rundungsdifferenzen können auftreten.

Bilanz zum 31. Dezember 2019

Aktiva 31.12.2019 31.12.2018
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Schutzrechte und ähnliche Rechte 2.845.405,69 3.404.567,69
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 48.335.961,98 51.277.338,25
2. Technische Anlagen und Maschinen 2.912.549.322,39 2.920.683.453,19
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.978.369,44 7.110.126,74
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 254.148.596,12 222.585.825,91
3.223.012.249,93 3.201.656.744,09
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 4.545.096,13 4.315.933,27
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 9.000.000,00 8.000.000,00
3. Beteiligungen 4.000,00 4.000,00
13.549.096,13 12.319.933,27
3.239.406.751,75 3.217.381.245,05
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 2.530.396,61 2.433.027,09
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 59.920.692,27 57.440.640,11
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 48.464.871,12 35.774.692,49
davon Forderungen gegen die Kernverwaltung der Freie und Hansestadt Hamburg EUR 406.735,64 (Vj. EUR 238.120,47)
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 13.862,91 0,00
4. Sonstige Vermögensgegenstände 2.155.345,00 1.520.216,09
davon Forderungen gegen die Kernverwaltung der Freie und Hansestadt Hamburg EUR 1.444,29 (Vj. EUR 0,00)
110.554.771,30 94.735.548,69
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 459.971,63 1.376.524,98
113.545.139,54 98.545.100,76
C. Rechnungsabgrenzungsposten 653.359,77 647.458,40
3.353.605.251,06 3.316.573.804,21

 

Passiva 31.12.2019 31.12.2018
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 102.258.376,24 102.258.376,24
II. Kapitalrücklage 358.307.307,46 358.307.307,46
III. Andere Rücklagen-Gebührenkreis Hamburg 919.069.488,87 862.858.623,99
IV. Andere Rücklagen-Gebührenkreis Umland 34.383.937,50 33.460.863,27
V. Bilanzgewinn 61.500.437,03 56.210.864,88
1.475.519.547,10 1.413.096.035,84
B. Sonderposten für Baukostenzuschüsse 317.000.459,43 310.423.854,07
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 223.449.642,00 202.437.793,00
2. Steuerrückstellungen 27.500,00 41.000,00
3. Sonstige Rückstellungen 85.149.470,08 72.282.071,05
308.626.612,08 274.760.864,05
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.188.995.274,91 1.246.918.246,06
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 14.986.392,49 14.131.789,17
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.294.456,03 4.068.649,43
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 31.136.635,24 42.731.043,51
davon Verbindlichkeiten gegenüber der Kernverwaltung der Freie und Hansestadt Hamburg EUR 1.015.060,80 (Vj. EUR 24.208.058,51)
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 6.862,16 8.232,11
6. Sonstige Verbindlichkeiten 13.038.445,39 10.431.497,04
davon aus Steuern EUR 1.407.038,90 (Vj. EUR 104.032,13)
davon Verbindlichkeiten gegenüber der Kernverwaltung der Freie und Hansestadt Hamburg EUR 1.428,00 (Vj. 0,00)
1.252.458.066,22 1.318.289.457,32
E. Rechnungsabgrenzungsposten 566,23 3.592,93
3.353.605.251,06 3.316.573.804,21

Gewinn- und Verlustrechnung für 2019

2019 2018
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 343365669,27 336635870,16
2. Andere aktivierte Eigenleistungen 13934404,3 12910817,06
3. Sonstige betriebliche Erträge 24604796,85 27482792,53
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 9745000,99 9457077,38
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 27853422,22 26619281,47
c) Aufwand für Energiebezug 5890711 7507709,04
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 68797264,51 65303979,71
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 18694426,24 25583536,77
davon für Altersversorgung EUR 5.710.212,30 (Vj. EUR 13.310.808,88)
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 87419025,32 87327335,54
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 51541357,75 46945664,88
8. Erträge aus Beteiligungen 40000 1228953,39
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 40.000,00 (Vj. EUR 1.228.953,39)
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 371580,25 463351,62
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 164.597,59 (Vj. EUR 158.545,04)
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 49664846,11 52592910,78
davon Aufwendungen aus der Abzinsung EUR 23.326.816,43 (Vj. EUR 20.672.239,78)
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -215045,67 -13940,4
12. Ergebnis nach Steuern 62495350,86 57370348,79
13. Sonstige Steuern 71839,6 89575,36
14. Jahresüberschuss 62423511,26 57280773,43
15. Einstellung in die Rücklagen 923074,23 1069908,55
16. Bilanzgewinn 61500437,03 56210864,88

Anhang

Die Hamburger Stadtentwässerung - Anstalt des öffentlichen Rechts - wurde mit Inkrafttreten des „Gesetzes zur Errichtung der Anstalt Hamburger Stadtentwässerung" (SEG) zum 1. Januar 1995 errichtet.

Es gilt die Satzung in der Fassung vom 28. September 2018 sowie das SEG in der Fassung vom 31. August 2018.

I. Angaben zur Form und Darstellung von Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches für große Kapitalgesellschaften aufgestellt worden.

Die Bilanzierung erfolgt gemäß der FHH-Konzernrichtlinie.

Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamt­kostenverfahren.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und Davon-Vermerke teilweise an dieser Stelle gemacht.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Die erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen bewertet worden. Auf die aktivierten eigenen Leistungen sind Fertigungs- und Materialgemeinkostenzuschläge berechnet worden. Projekt­spezifische Eigenleistungen werden auf Stundenbasis abgerechnet und aktiviert.

Abschnittsweise durchgeführte Baumaßnahmen an Sielanlagen werden, wenn sie mindestens eine Halterung betreffen, als Anlage aktiviert. Damit behält die Gesellschaft den bisherigen Bilanzierungsansatz bei.

Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen linear unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer.

Zuwendungen, die als finanzielle Zuwendungen zu einer Investition gewährt werden und deren rechtliche Zweckbindung sich in der Durchführung der Investition erschöpft, werden unter einem Sonderposten ausgewiesen und fristenkongruent zu den Abschreibungen aufgelöst.

Für geringwertige Anlagegüter von über EUR 250,00 bis EUR 1.000,00 (netto) wird jährlich ein Sammelposten gebildet. Der Sammelposten wird im Jahr seiner Bildung und in den folgenden vier Geschäftsjahren linear abgeschrieben. Der Ausweis im Anlagespiegel erfolgt unter dem Posten Betriebs- und Geschäftsausstattung. Der Abgang erfolgt nach fünf Jahren. Geringwertige Anlagegüter bis EUR 250,00 (netto) wurden als Aufwand erfasst.

Bei den Finanzanlagen sind die Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen mit den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert sowie die Ausleihungen grundsätzlich zum Nennwert angesetzt.

Die Vorräte sind zu fortgeschriebenen durchschnittlichen Anschaffungskosten bewertet. Soweit erforderlich, wurden Reichweitenabschläge berücksichtigt und Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert gemäß § 253 Abs. 4 Satz 1 HGB vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nominalwert unter Berücksichtigung des erkennbaren Ausfallrisikos bilanziert. Für im Forderungsbestand liegende Risiken wurden ausreichend bemessene Wertberichtigungen gebildet.

Unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten sind Zahlungen vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen, ausgewiesen.

Rückstellungen werden gem. § 253 Abs. 1 HGB in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden entsprechend ihrer Restlaufzeit mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz nach der Nettomethode abgezinst, bei sonstigen Rückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre, bei Pensionsrückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre (§ 253 Abs. 2 HGB). Dabei wird gemäß Satz 2 des § 253 Abs. 2 HGB bei den langfristigen Personalrückstellungen pauschal eine Restlaufzeit von 15 Jahren angenommen. Änderungen des Abzinsungszinssatzes oder Zinseffekte aus einer geänderten Schätzung der Restlaufzeit werden im Zinsergebnis ausgewiesen.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden nach Vorgabe der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der FHH mit der Projected Unit Credit Method (Anwartschaftsbarwertverfahren) ermittelt. Bei der Berechnung der Anwartschaften wurden die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck angewandt. Für die Bewertung des Rückstellungsvolumens wurden ein Gehaltstrend von 2,3 % p. a. zzgl. 0,5 % p. a. Karrieretrend, ein Rententrend zwischen 1 % - 2,3 % p. a., eine Fluktuationswahrscheinlichkeit von 1 % und der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte zehnjährige Durchschnittszinssatz für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren mit 2,71 % p. a. berücksichtigt.

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Pensionsrückstellung basierend auf dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre und dem neuen Ansatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre ist ausschüttungs­gesperrt.

Die sonstigen Rückstellungen tragen allen erkennbaren Risiken Rechnung und wurden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bemessen. Die Rückstellungen für Altersteilzeit und Jubiläen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen sowie den Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck bei Anwendung der Projected Unit Credit Method (Anwartschaftsbarwertverfahren) berechnet. Für die Bewertung dieser Rückstellungen wurden die zuvor genannten Parameter verwendet. Für die Ermittlung des Erfüllungsbetrages der sonstigen Rückstellungen wurden eine Inflationsrate von 1,5 % p. a. sowie die von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Abzinsungssätze nach § 253 Abs. 2 HGB zum erwarteten Verwendungszeitpunkt der Rückstellung berücksichtigt.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.

III. Angaben zu Posten der Bilanz

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist aus dem als Anlage beigefügten Anlagenspiegel ersichtlich.

Die unter den Finanzanlagen ausgewiesenen Geschäftsanteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten angesetzt und setzen sich wie folgt zusammen:

Name und Sitz Anteil Eigenkapital Ergebnis des letzten Geschäftsjahres
% TEUR TEUR
HSE Hamburger Stadtentwässerung Verwaltungsgesellschaft mbH i.L., Hamburg 100 37 -7
CONSULAQUA Hamburg Beratungsgesellschaft mbH, Hamburg 49,9 509 295
HAMBURG WASSER Service und Technik Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Hamburg 75 6.373 572
Hamburger Phosphorrecyclinggesellschaft mbH – Ein Gemeinschaftsunternehmen von Remondis und HSE, Hamburg 60 2.517 -26

Weiterhin besteht eine Beteiligung an der aquabench GmbH (TEUR 4).

Die Vorräte enthalten ausschließlich Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (TEUR 2.530).

Forderungsspiegel

Art der Forderung Gesamtbetrag am 31.12. des Geschäftsjahres mit einer Restlaufzeit
  bis ein Jahr über eins bis fünf Jahre über fünf Jahre
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 59.921 55.354 12 4.555
(Vorjahr) (57.441) (52.863) (24) (4.554)
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 48.465 48.465 0 0
(Vorjahr) (35.775) (35.775) (0) (0)
- davon Ford. gg. Kernverwaltung Freie und Hansestadt Hamburg TEUR 407 (Vj. TEUR 238)
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 14 14 0 0
(Vorjahr) (0) (0) (0) (0)
4. Sonstige Vermögensgegenstände 2.155 2.155 0 0
(Vorjahr) (1.520) (1.520) (0) (0)
- davon Ford. gg. Kernverwaltung Freie und Hansestadt Hamburg TEUR 1 (Vj. TEUR 0)
Summe aller Forderungen 110.555 105.988 12 4.555
(Vorjahr) (94.736) (90.158) (24) (4.554)

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten Forderungen aus noch nicht abgerechneten Abwassermengen an die Kunden saldiert mit den erhaltenen Abschlägen der Kunden. In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist die abgegrenzte kundenbezogene Abwassermenge zwischen Ablese- und Bilanzstichtag enthalten.

Mit den abgegrenzten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 124.081 (Vj. TEUR 155.745) wurden Abschläge von TEUR 109.152 (Vj. TEUR 127.992), mit den Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 30.476 (Vj. 13.504 TEUR) wurden Abschläge von TEUR 30.476 (Vj. TEUR 13.504) verrechnet.

In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind zudem der Gemeinde Neu Wulmstorf sowie der Gemeinde Hollenstedt gestundete unverzinsliche Anschlussbeiträge enthalten, die abgezinst werden.

Gegen verbundene Unternehmen werden Forderungen in Höhe von TEUR 48.465 ausgewiesen. Im Wesentlichen beinhalten diese Forderungen gegen die HWW (TEUR 41.117 (Vj. TEUR 30.119)), die überwiegend aus vereinnahmten Sielbenutzungsgebühren (TEUR 40.721) resultieren sowie aus Forderungen aus Leistungsverrechnungen. Des Weiteren ist eine Forderung aus einem kurzfristigen Darlehen (TEUR 2.140; Vj. TEUR 2.600) gegen die servTEC enthalten.

In den Forderungen gegen die Kernverwaltung der Freie und Hansestadt Hamburg (TEUR 408; Vj. TEUR 238) sind im Wesentlichen die Forderungen aus Sielbenutzungsgebühren enthalten.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet im Wesentlichen abgegrenzte vorausgezahlte Vergütungszahlungen in Höhe von TEUR 407 sowie u. a. ein Disagio von TEUR 42.

Das gezeichnete Kapital entspricht dem Stammkapital gemäß dem Gesetz zur Errichtung der Anstalt Hamburger Stadtentwässerung vom 20. Dezember 1994.

Eigenkapital (in TEUR)

Eigenkapital des Geschäftsjahres per 31.12.2018
in TEUR Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Andere Rücklagen Hamburg Andere Rücklagen Umland Bilanzgewinn Eigenkapital
Zugang aus Übernahme Seth 0 0 0 434 0 434
Zugang aus Übernahme Ellerbek 0 0 0 1.985 0 1.985
Verwendung Jahresergebnis des Vorjahres 0 0 48.016 0 -48.016 0
Jahresergebnis des Geschäftsjahres 0 0 0 1.070 56.211 57.281
Stand zum 31.12.2018 102.258 358.307 862.859 33.461 56.211 1.413.096

 

Eigenkapital des Geschäftsjahres per 31.12.2019
in TEUR Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Andere Rücklagen Hamburg Andere Rücklagen Umland Bilanzgewinn Eigenkapital
Stand zum 01.01.2019 102.258 358.307 862.859 33.461 56.211 1.413.096
Verwendung Jahresergebnis des Vorjahres 0 0 56.211 0 -56.211 0
Jahresergebnis des Geschäftsjahres 0 0 0 924 61.500 62.424
Stand zum 31.12.2019 102.258 358.307 919.070 34.385 61.500 1.475.520

Andere Rücklagen-Gebührenkreis Hamburg

Die anderen Rücklagen der Hamburger Stadtentwässerung - Anstalt des öffentlichen Rechts -, Hamburg, (HSE) resultieren aus den Jahresüberschüssen der Vergangenheit, die entsprechend der Verwendungsbeschlüsse zugeführt wurden.

Andere Rücklagen-Gebührenkreis Umland

In den anderen Rücklagen werden Beträge aus der Übernahme von hoheitlichen Aufgaben der Umlandgemeinden (Neu Wulmstorf, Dassendorf, Hartenholm, Hollenstedt, Barsbüttel und dessen Ortsteil Stellau, Großhansdorf, Bönningstedt, Itzstedt, Kayhude, Tangstedt, Seth und Ellerbek) ausgewiesen, inkl. deren anteilige Jahresergebnisse.

Als Sonderposten für Baukostenzuschüsse werden Investitionszuschüsse ausgewiesen. Sie werden entsprechend der Nutzungsdauer der bezuschussten Investitionen aufgelöst. Den Sonderposten wurden im Berichtsjahr erhaltene bzw. in Rechnung gestellte Sielbau- und Sielanschlussbeiträge von TEUR 14.260 zugeführt.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbind­lichkeiten. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt und beinhalten unter anderem Rück­stellungen mit Beibehaltungswahlrecht gem. Art. 67 Abs. 3 EGHGB über TEUR 15.859. Diese enthalten als wesentliche Positionen Rückstellungen für Reparatur- und Instandhaltungsmaßnahmen im Siel- und Klärwerksbereich sowie Abbruch- und Wiederherstellungsverpflichtungen einschließlich Altlasten­sanierung.

Die sonstigen Rückstellungen enthalten des Weiteren Verpflichtungen aus dem Personalbereich (TEUR 14.437), dem Sachkostenbereich (TEUR 1.519) und dem Leistungsbereich (TEUR 53.334).

Verbindlichkeiten nach Restlaufzeiten (in TEUR)

Bilanzpositionen Gesamtbetrag mit einer Restlaufzeit
  bis ein Jahr über eins bis fünf Jahre über fünf Jahre
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.188.995 161.590 556.405 471.000
(Vorjahr) (1.246.918) (147.640) (599.838) (499.440)
2. Erhaltene Anzahlungen 14.986 14.986 0 0
(Vorjahr) (14.132) (14.132) (0) (0)
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4.294 3.456 169 669
(Vorjahr) (4.069) (3.548) (155) (366)
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 31.137 31.137 0 0
(Vorjahr) (42.731) (42.731) (0) (0)
- davon Verbindlichkeiten ggü. Kernverwaltung Freie und Hansestadt Hamburg TEUR 1.015 (Vj. TEUR 24.208)
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 7 7 0 0
6. Sonstige Verbindlichkeiten 13.039 12.192 847 0
(Vorjahr) (8) (8) (0) (0)
(Vorjahr) (10.431) (9.585) (846) (0)
- davon Verbindlichkeiten ggü. Kernverwaltung Freie und Hansestadt Hamburg TEUR 1,4 (Vj. TEUR 0)
Summe aller Verbindlichkeiten 1.252.458 223.368 557.421 471.669
(Vorjahr) (1.318.289) (217.644) (600.839) (499.806)

Sicherheiten, Pfandrechte bzw. Grundschulden gegenüber Dritten bestehen nicht.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mit einer Restlaufzeit von über einem und bis zu fünf Jahren beinhalten Sicherheitseinbehalte.

Die erhaltenen Anzahlungen betreffen überwiegend Zuschüsse zu noch nicht abgeschlossenen Investitionen, die nach Abrechnung der Maßnahmen in den Sonderposten für Baukostenzuschüsse umgegliedert werden. Von diesen Anzahlungen wurden TEUR 5.320 von der FHH geleistet.

IV. Angaben zu Posten der Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse gliedern sich in folgende Gruppen (in TEUR):

Sielbenutzungsgebühren 219.866
Niederschlagswassergebühren/ Entwässerung öffentlicher Wege 79.050
Erlöse Betrieb Straßenentwässerungsanlagen 3.216
Abnahme von Abwasser außerhamburgischer Gemeinden 11.372
Erträge aus dem Leistungsaustausch mit HWW 7.911
Erträge aus Vermietung und Verpachtung 961
Sonstiges 21.560
343.936
abzüglich Erlösschmälerungen -570
343.366

In den Umsätzen aus Niederschlagswassergebühren/ Entwässerung öffentlicher Wege sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 4.571 enthalten, die sich auf eine veranlagte Fläche von 6.262 Tm² beziehen.

Sämtliche Umsätze wurden im Inland erzielt.

Die sonstigen betrieblichen Erträge i. H. v. TEUR 24.605 (Vj. TEUR 27.483) beinhalten u. a. periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 11.785 (Vj. TEUR 18.513), die im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 8.960) und aus Erträgen aus abgeschriebenen Forderungen (TEUR 2.039) resultieren. Des Weiteren werden Erträge aus der Auflösung von Sonderposten in Höhe von TEUR 7.684 (Vj. TEUR 7.612) ausgewiesen.

Im Materialaufwand in Höhe von TEUR 43.489 (Vj. TEUR 43.584) sind im Wesentlichen Aufwendungen für bezogene Leistungen in Höhe von TEUR 27.853 (Vj. TEUR 26.619) enthalten.

Im Personalaufwand sind neben den Vergütungsaufwendungen (TEUR 68.797) Aufwendungen für Sozialabgaben (TEUR 12.984) und Altersversorgung (TEUR 5.710) enthalten. Darin enthalten sind unter anderem ergebnismindernde Effekte aus der Bewertung der Rückstellungen für Beihilfen, Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen über TEUR 2.321 (Vj. TEUR 945).

Die Abschreibungen beinhalten planmäßige Abschreibungen auf Technische Anlagen und Maschinen (TEUR 82.976), auf Grundstücke und Bauten (TEUR 1.738), Betriebs- und Geschäftsausstattung (TEUR 1.714) sowie die Sammel­posten für geringwertige Anlagegüter i. S. d. § 6 Abs. 2a EStG (TEUR 432) und auf Immaterielle Vermögensgegenstände (TEUR 559).

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von TEUR 51.541 (Vj. TEUR 46.946) sind periodenfremde Aufwendungen von TEUR 1.954 enthalten, welche im Wesentlichen aus Verlusten aus dem Abgang von Anlagevermögen von TEUR 600, Stromsteuernachzahlungen von TEUR 450 sowie nicht aktivierungsfähigen Projektleistungen von TEUR 434 bestehen.

In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind im Wesentlichen die Darlehenszinsen (TEUR 26.201), Zinsaufwand aus der Veränderung der Abzinsung von Rückstellungen (TEUR 23.327) sowie u. a. Avalprovisionen (TEUR 78) enthalten.

Mit dem Gesetz zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie erfolgte eine Änderung der Ermittlung der Abzinsungssätze zur Bewertung von Pensionsrückstellungen von durchschnittlich sieben auf zehn Jahre. Die daraus resultierende Zinsdifferenz von TEUR 28.228 unterliegt gemäß § 253 Abs. 6 HGB einer Ausschüttungssperre.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung wird dem Gesellschafter vorschlagen, den Bilanzgewinn von TEUR 61.500 den Rücklagen zuzuführen.

V. Sonstige Angaben

Abschlussprüfungshonorar

Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers für die Abschlussprüfungsleistungen beträgt TEUR 124.

Zusammensetzung der Organe

Als Geschäftsführer waren im Geschäftsjahr 2019 bestellt:

Frau Nathalie Leroy, Kfm. Geschäftsführerin, Wentorf

Herr Ingo Hannemann, Techn. Geschäftsführer, Lüne

Im Geschäftsjahr 2019 wurden folgende Vergütungsbeträge an die Geschäftsführer gezahlt:

Jährliche Vergütung
erfolgsunabhängig erfolgsabhängig Gesamt
EUR EUR EUR
Nathalie Leroy 125.000 18.875 143.875
Ingo Hannemann 110.000 11.325 121.325

Die erfolgsunabhängige Vergütung von Hr. Hannemann besteht aus dem vertraglich vereinbarten Festgehalt in Höhe von TEUR 100 sowie vertraglich vereinbarten Zulagen in Höhe von TEUR 10.

Für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 3.120.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat bestand im Geschäftsjahr 2019 aus folgenden Mitgliedern:

Herr Jens Kerstan (bis 31.08.2019)
Vorsitzender, Senator, Behörde für Umwelt und Energie

Herr Michael Pollmann (ab 01.09.2019)
Vorsitzender, Staatsrat, Behörde für Umwelt und Energie

Herr Burkhard Vetter
Stellvertretender Vorsitzender, Vorsitzender des Personalrates der HSE

Frau Christine Beine (bis 30.06.2019)
Leiterin der Abteilung Verkehr, Hafen und Schifffahrt, Handelskammer Hamburg (bis 30.06.2019)/ Geschäftsführerin der Hamburg Cruise Net GmbH, Hamburg (ab 01.07.2019)

Frau Marielle Eifler
Stellvertretende Vorsitzende, Mieterverein zu Hamburg von 1890 R.V.

Frau Dr. Monika Griefahn (ab 01.07.2019)
Vorsitzende des Umweltausschusses der Handelskammer und Geschäftsführerin der Costa Group Digital & Strategic Services GmbH

Herr Thorsten Grimm
Personalrat HSE

Frau Saskia Herbst
Personalrat HSE

Herr Rüdiger Hintze
Abteilungsleiter, Amt für Vermögens- und Beteiligungsmanagement der Finanzbehörde

Herr Fritz Schellhorn
Geschäftsführer, Fritz Schellhorn GmbH

Frau Dr. Renate Taugs
Leiterin des Amtes für Wasser, Abwasser und Geologie, Behörde für Umwelt und Energie

Die Aufwendungen für den Aufsichtsrat betrugen im Geschäftsjahr 2019 EUR 2.660,00.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen (in TEUR)

Finanzielle Verpflichtungen Restlaufzeit Restlaufzeit Restlaufzeit
1 Jahr über 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR
aus Mietverträgen 2.707 1.070 2.367
(davon ggü. verbundene Unternehmen TEUR 6.144)
aus Leasingverträgen 61 73 0
aus sonstigen Verträgen 777 3.125 12.007
(davon ggü. verbundene Unternehmen TEUR 336)
Gesamt 3.545 4.268 14.374

Die finanziellen Verpflichtungen aus sonstigen Verträgen entfallen im Wesentlichen auf die Nutzung eines Mischwasser­rückhaltebeckens am Anckelmannsplatz, für das ein optionales Kündigungsrecht in 2041 besteht.

Darüber hinaus bestehen Verträge zu Sachaufwendungen und Investitionen in Höhe von TEUR 131.621. Diese betreffen Aufträge an Dritte. Die Leistungen werden in den Kalenderjahren 2020 und folgende erbracht.

Haftungsverhältnisse

Für die servTEC bestehen selbstschuldnerische Höchstbetragsbürgschaften über TEUR 500.

Auf Grund des Geschäftsmodells der servTEC und deren durch Planungen hinterlegte zukünftige Ertragsaussicht wird die Wahrscheinlichkeit einer Inan­spruch­nahme aktuell als gering angesehen.

Die Hamburger Stadtentwässerung hat gegenüber der Norddeutschen Landesbank zwei Patronatserklärungen für das Unternehmen Hamburger Phosphorrecyclinggesellschaft mbH abgegeben. Zum Bilanzstichtag ist mit einer Inanspruchnahme nicht zu rechnen.

Die Patronatserklärung enthält eine entsprechende Innenhaftungserklärung des Mitgesellschafters Remondis.

Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen

Es wurden keine Geschäfte zu nicht marktüblichen Bedingungen mit nahe stehenden Unternehmen und Personen durchgeführt.

Belegschaft

Im Jahresdurchschnitt waren 1.110,2 unbefristete Mitarbeiter, 8,8 befristet beschäftigte Mitarbeiter sowie 5 Trainees beschäftigt. Die Frauenquote beträgt 22 %. Die Schwerbehindertenquote liegt bei 7,7 %. Die Anzahl der Versorgungsempfänger beträgt 989. Die Anzahl der Auszubildenden beträgt 37,0. Die Quote der Teilzeitmitarbeiter beträgt 13,2%.

Anstaltsträger

Das Stammkapital der Hamburger Stadtentwässerung AöR, Hamburg wird in EURO geführt und beträgt EUR 102.258.376,24. Alleiniger Anstaltsträger der Hamburger Stadtentwässerung AöR ist die Freie und Hansestadt Hamburg.

Der Jahresabschluss der Hamburger Stadtentwässerung AöR wird im Amtlichen Anzeiger veröffentlicht.

Nachtragsberichterstattung

Am 30. Januar 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation WHO den internationalen Gesundheitsnotstand aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus ausgerufen. Der weitere Verlauf der Ausbreitung des Coronavirus und Folgen auf den Geschäftsverlauf der HSE werden laufend überwacht. Es sind zum jetzigen Zeitpunkt keine wesentlichen weiteren Belastungen bekannt oder abschätzbar. Im Jahresverlauf sind jedoch weitere Belastungen möglich.

Darüber hinaus sind nach dem Ende des Geschäftsjahres keine Ereignisse eingetreten, die eine besondere Bedeutung für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der HSE haben.

Hamburg, den 25. Februar 2020
Hamburger Stadtentwässerung - Anstalt des öffentlichen Rechts
Nathalie Leroy, Kfm. Geschäftsführerin
Ingo Hannemann, Techn. Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2019

Anschaffungs-/Herstellungskosten Abschreibungen Buchwerte
Bezeichnung 01.01.2019 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2019 01.01.2019 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2019 31.12.2019 31.12.2018
EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltliche erworbene Schutzrechte und ähnliche Rechte 20.648.184,35 0,00 0,00 0,00 20.648.184,35 17.243.616,66 559.162,00 0,00 0,00 17.802.778,66 2.845.405,69 3.404.567,69
20.648.184,35 0,00 0,00 0,00 20.648.184,35 17.243.616,66 559.162,00 0,00 0,00 17.802.778,66 2.845.405,69 3.404.567,69
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 77.586.600,73 5.023,26 2.377.257,14 22.564,65 75.236.931,50 26.309.262,48 1.737.784,91 1.146.077,87 0,00 26.900.969,52 48.335.961,98 51.277.338,25
2. Technische Anlagen und Maschinen 4.883.002.227,23 11.664.867,69 1.717.922,21 63.656.714,66 4.956.605.887,37 1.962.318.774,04 82.975.778,44 1.237.987,50 0,00 2.044.056.564,98 2.912.549.322,39 2.920.683.453,19
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 45.340.747,02 1.892.562,36 923.248,34 1.129.138,31 47.439.199,35 38.230.620,28 2.146.299,97 916.090,34 0,00 39.460.829,91 7.978.369,44 7.110.126,74
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 222.585.825,91 96.371.187,83 0,00 -64.808.417,62 254.148.596,12 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 254.148.596,12 222.585.825,91
5.228.515.400,89 109.933.641,14 5.018.427,69 0,00 5.333.430.614,34 2.026.858.656,80 86.859.863,32 3.300.155,71 0,00 2.110.418.364,41 3.223.012.249,93 3.201.656.744,09
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 8.922.977,12 229.162,86 0,00 0,00 9.152.139,98 4.607.043,85 0,00 0,00 0,00 4.607.043,85 4.545.096,13 4.315.933,27
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 8.000.000,00 1.000.000,00 0,00 0,00 9.000.000,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 9.000.000,00 8.000.000,00
3. Beteiligungen 4.000,00 0,00 0,00 0,00 4.000,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 4.000,00 4.000,00
16.926.977,12 1.229.162,86 0,00 0,00 18.156.139,98 4.607.043,85 0,00 0,00 0,00 4.607.043,85 13.549.096,13 12.319.933,27
Anlagevermögen gesamt 5.266.090.562,36 111.162.804,00 5.018.427,69 0,00 5.372.234.938,67 2.048.709.317,31 87.419.025,32 3.300.155,71 0,00 2.132.828.186,92 3.239.406.751,75 3.217.381.245,05

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat sich während des Geschäftsjahres 2019 regelmäßig und umfassend über die wirtschaftliche und technische Entwicklung des Unternehmens und dessen Tochtergesellschaften berichten lassen, darüber mit der Geschäftsführung beraten sowie deren Führung der Geschäfte der Gesellschaft überwacht. In insgesamt vier Sitzungen hat der Aufsichtsrat und in zwei Sitzungen sein Ausschuss für Finanzen und Personal insbesondere den Stand der Ergebnisentwicklung sowie die anstehenden Sachfragen eingehend erörtert und die Geschäftsführung beraten. Die Überwachung nach dem Stadtentwässerungsgesetz und der Satzung hat der Aufsichtsrat ausgeübt und Beschlüsse zu den zustimmungspflichtigen Geschäftsvorgängen gefasst.

Neben den jährlich zu fassenden Beschlüssen zum Jahresabschluss, der Wirtschaftsplanung und der Höhe der Abwassergebühren hat der Aufsichtsrat der Durchführung des Klageverfahrens der Hamburger Stadtentwässerung gegen das Hauptzollamt Hamburg in Bezug auf die Stromsteuerbefreiung für Eigenstromerzeugung aus erneuerbarer Energie zugestimmt. In einem Pilotvorhaben der FHH wurde eine Evaluierung der Aufsichtsratstätigkeit durchgeführt. Aus dem durchgeführten Best-Practice-Check wurden einzelne Verbesserungsmaßnahmen, insbesondere die Form der Berichterstattung an den Aufsichtsrat sowie der Themen Überwachung der Wirksamkeit des Compliance-Systems und der internen Revision betreffend abgeleitet und deren Umsetzung in der Aufsichtsratssitzung am 05.12.2019 beschlossen.

Der vom Aufsichtsrat beauftragte Abschlussprüfer Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, hat den Jahresabschluss, den Anhang und den Lagebericht der Hamburger Stadtentwässerung AöR sowie die der Tochtergesellschaften zum 31.12.2019 geprüft. Die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers haben allen Mitgliedern des Aufsichtsrates vorgelegen und wurden im Aufsichtsrat umfassend erörtert. Der Prüfer hat an der entsprechenden Sitzung des Aufsichtsrats und seines Ausschusses teilgenommen und über wesentliche Erkenntnisse seiner Prüfung berichtet sowie ergänzende Fragen beantwortet.

Die Wirtschaftsprüfer haben einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung durch den Aufsichtsrat sind Einwendungen gegen den von der Geschäftsführung aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht sowie gegen die von den Geschäftsführungen der Tochtergesellschaften aufgestellten Jahresabschlüssen und Lageberichten durch den Aufsichtsrat nicht zu erheben. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss 2019 der Hamburger Stadtentwässerung festgestellt, den Lagebericht genehmigt und die Geschäftsführung für das Jahr 2019 entlastet.

Für die geleistete Arbeit im Geschäftsjahr 2019 spricht der Aufsichtsrat der Geschäftsführung, dem Personalrat sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seinen Dank aus.

Vorsitzender des Aufsichtsrates
Hamburg, den 19. Mai 2020


HAMBURG ENERGIE
Gesellschaft mit beschränkter Haftung,
Hamburg

Lagebericht

Grundlagen des Unternehmens

Das Unternehmen

Die HAMBURG ENERGIE GmbH (im Nachfolgenden HAMBURG ENERGIE oder HE genannt) wurde im Jahr 2009 als städtischer Energieversorger gegründet, der seine Kunden mit kohle- und atomstromfreier Energie beliefert. Dabei investiert HAMBURG ENERGIE direkt in regenerative Erzeugungsanlagen in der Region.

Ziele und Strategien

HAMBURG ENERGIE setzt sich für eine zukunftsweisende Energieversorgung in der Freie und Hansestadt Hamburg ein. Das Unternehmen vertreibt klimaschonende Energieprodukte – vorwiegend Ökostrom und Erdgas mit städtischem Biogasanteil, investiert in ökologische Erzeugungsanlagen und engagiert sich gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft in innovativen Forschungsvorhaben. Auf diese Weise treibt HAMBURG ENERGIE die lokale Energiewende in Hamburg und der Metropolregion voran und unterstützt die Klimaschutzpolitik des Hamburger Senats.

Wirtschaftsbericht

Entwicklungen in der Belieferung von Energiekunden

HAMBURG ENERGIE setzt seinen Wachstumskurs im Hamburger Energiemarkt auch im zehnten Jahr seines Bestehens fort. Im Strombereich ist die Kundenzahl im Geschäftsjahr 2019 um rund 5 % gewachsen, im Gasbereich um gut 7 %. HAMBURG ENERGIE baut damit seine Position in den Märkten für Strom und Gas, jeweils hinter den Grundversorgern, aus.

Das Wachstum wurde vor dem Hintergrund eines weitgehend stabilen Marktumfelds realisiert, das weiterhin durch starken Preiswettbewerb geprägt ist. Zahlreiche Insolvenzen von
Discountanbietern, wie zuletzt der BEV Bayerische Energieversorgungsgesellschaft mbH im Januar 2019, zeigen dabei, dass der Preiskampf teilweise an den Grenzen der Unwirtschaftlichkeit geführt wird.

Die Zahl der Anbieter lag 2019 – trotz einiger neuer Marktteilnehmer – mit 1.150 nahezu unverändert zum Vorjahr. Grund dafür ist vor allem die hohe Anzahl an Übernahmen und Fusionen, die 2018 stattgefunden haben.13

Auch das Wechselaufkommen im Strommarkt zeigt sich weitgehend unverändert. Im Gasmarkt ist die Zahl der Lieferantenwechsel sogar leicht rückläufig.14

Die intensive öffentliche Debatte um den weltweiten Klimawandel hat im Laufe des Geschäftsjahres 2019 allerdings zu einer stärkeren Nachfrage nach Ökostromprodukten geführt. Das Wechselportal Verivox verzeichnete eine ähnlich große Nachfrage wie im Nachgang der Reaktorkatastrophe von Fukushima im Jahr 2012. In den zurückliegenden Jahren war die Nachfrage konstant zurückgegangen.15

Vor allem durch die stark gestiegenen Netzentgelte für Strom in Hamburg – um durchschnittlich rund 13 % – haben viele Versorger ihre Preise für Privatkunden erhöht.16 Auch HAMBURG
ENERGIE hat die Strompreise für einen Großteil der Kunden im Frühjahr 2019 angepasst.

Zum 1. Dezember 2019 greifen die Regeln der neuen Marktkommunikation („Mako 2020"). Mit ihr wird die Rolle des Messstellenbetreibers (MSB) zur Messwerterhebung eingeführt. Durch die Implementierung der Mako 2020 waren umfangreiche Anpassungen in der Systemlandschaft von HAMBURG ENERGIE erforderlich. Mit der endgültigen Ausprägung des Zielmodells im Zuge der Umsetzung des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende werden voraussichtlich weitere Anpassungen notwendig. Ansonsten haben sich seit der EEG-Novelle von 2017 keine für das Kerngeschäft von HAMBURG ENERGIE wesentlichen Änderungen des Rechtsrahmens ergeben.

Entwicklungen im Bereich der Erneuerbaren Energien

Im Jahr 2019 lag der Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch in Deutschland bei 46 %.17 Dies ist eine deutliche Steigerung gegenüber den Vorjahren (36,3 % 2017, 38,2 % 2018). Die höchste Zuwachsrate ist dabei auf ein Plus von 25 % bei der Offshore-Windenergie zu verzeichnen.18 Demgegenüber ist der Zubau an Windparks im Onshore Bereich in Deutschlands bereits ab 2018 deutlich zurückgegangen. Einschränkungen in der Genehmigung, Widerspruchsverfahren und anhängige Klagen hemmen weiter den Ausbau der Windenergie auch in 2019. Bis heute ist lediglich ein Bruttozubau von rd. 500 MW zu verzeichnen, was nur 9,5 % des Zubaus aus 2017 entspricht.19

Demgegenüber ist der Wärmebedarf in Deutschland seit einigen Jahren stabil. Die Erzeugungsart hat sich in den letzten Jahren allerdings immer stärker gewandelt.20 Der Anteil des Endenergieverbauchs für Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energien stieg gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozentpunkte auf 14,4 Prozent. Die absolute Nutzung erneuerbarer Wärme blieb zwar in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (170 TWh), gleichzeitig wurden aber weniger fossile Energieträger im Wärmesektor verbraucht.21 Als Ergebnis bleibt festzuhalten, dass der Wärmeabsatz nahezu konstant ist, sich die Erzeugungsstruktur aber immer stärker wandelt.

Ein weiterer starker Zuwachs des Anteils der Erneuerbaren Energien wird derzeit kritisch gesehen. Problematisch sind hier weiterhin nicht wirklich stattfindende nennenswerte Fortschritte im Bereich der Photovoltaik in Deutschland wie auch insbesondere der derzeit faktisch gestoppte Zubau von Windenergieanlagen (onshore). Das angepeilte Ziel von 65 % Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch scheint so vorerst in weite Ferne zu rücken.22

Geschäftsentwicklung

HAMBURG ENERGIE schließt das abgeschlossene Geschäftsjahr 2019 mit einem positiven und überplanmäßigen Jahresüberschuss ab. Der Wirtschaftsplan 2019 sah einen Umsatz in Höhe von EUR 264 Mio. bei einem Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 1.943 vor. Erreicht wurden Umsatzerlöse von EUR 242 Mio. bei einem Jahresüberschuss von TEUR 1.996.

Sowohl im Strom- als auch im Gasbereich konnten für die Tarifkunden 2019 die angesetzten Planzahlen für gewonnen Kunden zum Bilanzstichtag erreicht werden. Insbesondere in der ersten Jahreshälfte konnten durch vertriebliche Anstrengungen und Marketingaktionen in beiden Segmenten eine substanzielle Anzahl an Neukunden gewonnen werden, so dass zum Jahresende die Zahl der in 2020 in Belieferung gehenden Kunden den Plan für das Jahr 2019 überschreiten wird.

Insgesamt konnten zum Bilanzstichtag 31.12.2019 ca. 123.000 (Vj. 116.000) Privat- und Gewerbekunden im Strom verzeichnet werden. Die Privat- und Gewerbekundenzahlen im Gasbereich sind zum Jahresende auf ca. 26.000 (Vj. 25.000) Kunden gestiegen.

Der Stromabsatz an Privatkunden stieg gegenüber dem Vorjahr geringfügig (+1 %) an. Der Absatz an Gewerbekunden stieg deutlich um 10 %. Die Absatzmenge an Individualkunden stieg leicht um 1 %.

Der Gasabsatz an Privatkunden stieg gegenüber dem Vorjahr merklich (+14 %) an. Diese Entwicklung ist auf die Kundengewinne im Jahr 2019 zurückzuführen. Der Absatz an Individualkunden stieg um 6 %. Die Absatzmenge an Geschäftskunden stieg deutlich um 10 %.

Investitionen und Innovationen

2019 hat HE die Investitionen in regenerative Erzeugungsanlagen fortgesetzt, um die Eigenerzeugungsquote des Unternehmens zu erhöhen. Zudem hat HE die Zusammenarbeit mit ausgewählten Unternehmen der Region vertieft, um weiterhin durch die enge Zusammenarbeit mit ausgewählten Kooperationspartnern die Energiewende mit innovativen Ideen voranzutreiben. Insbesondere den Start der Versorgung des Mobilitätsdienstleisters MOIA an einem Standort im Norden Hamburgs durch den von HAMBURG ENERGIE in 2019 durchgeführten Umbau der Heizzentrale und die Versorgung der Bestandsimmobilien in dem Quartier ist hier als ein Projekt zu nennen. HAMBURG ENERGIE wird in diesem Quartier auch in den Folgejahren die Versorgung des sukzessive wachsenden Bestandes an Wohn- und Gewerbeimmobilien nach weiteren Baumaßnahmen übernehmen. Grundsätzlich lag das Hauptaugenmerk der investiven Tätigkeiten aufgrund des beschriebenen schwierigen Marktumfeldes im Bereich der Erzeugung von Windenergie im abgelaufenen Geschäftsjahr in erster Linie auf der Versorgung von weiteren Quartieren mit umweltfreundlichem Strom und Wärme.

Mitarbeiter

Im Jahresdurchschnitt waren bei HE 71,3 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter voll und 17,5 Mitarbeiter teilzeitbeschäftigt. Unter Berücksichtigung von Auszubildenden ergibt sich eine durchschnittlich produktive Beschäftigtenzahl von 88,8 in 2019. Zum Stichtag 31.12.2019 waren 76 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unbefristet und 14 befristet beschäftigt. Ein großer Teil der Tätigkeiten aus den Querschnittsbereichen wird weiterhin gemäß diverser Dienstleistungsverträge von der Hamburger Wasserwerke GmbH und externen Dienstleistern übernommen. HE verfolgt das Ziel, eine schlanke und schlagkräftige Struktur aufzuweisen, die flexibel auf neue Herausforderungen und Marktentwicklungen reagieren kann.

Ertragslage

Das Jahresergebnis von TEUR 1.996 ergibt sich durch das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeiten unter Berücksichtigung des Steueraufwandes. Im abgelaufenen Geschäftsjahr beliefen sich die Umsätze im Segment Strom auf EUR 171,3 Mio. und lagen damit bei vergleichbarer Basis nach Saldierung der Stromsteuer über dem Vorjahresniveau (EUR 160,9 Mio.). Auch die Umsätze im Gasbereich lagen bei vergleichbarer Basis nach Saldierung der Erdgassteuer mit EUR 48,2 Mio. über dem Niveau des Vorjahres (EUR 45,3 Mio.).

Die Umsatzerlöse der Eigenerzeugung von Energie (Strom, Wärme und Direktvermarktung von Energie) liegen mit EUR 15,0 Mio. trotz eines erneut sehr windarmen Jahres deutlich über dem Vorjahresniveau (EUR 13,3 Mio.). Grund sind die im Laufe des Jahres 2019 erfolgten Inbetriebnahmen von weiteren Erzeugungsanlagen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge betragen TEUR 2.977 (Vj. TEUR 1.283). Diese bestehen zu einem erheblichen Teil aus Erträgen aus Förderprojekten (TEUR 1.104), die in der Vergangenheit unter den Umsatzerlösen bilanziert wurden. Weitere große Positionen sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 931 und andererseits aus sonstigen periodenfremden Erträgen (TEUR 269). Diesen aperiodischen Erträgen stehen im sonstigen betrieblichen Aufwand periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 455 entgegen. Darüber hinaus sind unter anderem Erträge aus Schadensersatzansprüchen bei Windenergieanlagen (TEUR 192), aus bereits abgeschriebenen Forderungen (TEUR 244) und sonstigen Erträgen (TEUR 102) angefallen.

Die Materialaufwendungen (EUR 218,5 Mio.) liegen analog den Umsatzerlösen deutlich über Vorjahresniveau (EUR 203,1 Mio.) – auch hier wieder bei vergleichbarer Basis nach Saldierung der Strom- und Erdgassteuer mit den Umsatzerlösen.

Der Personalaufwand ist im Geschäftsjahr gegenüber dem Vorjahr insbesondere aufgrund der Anpassung des Tarifvertrages und der Ausweitung des Geschäfts und dem damit verbundenen Personalzuwachs gestiegen und beläuft sich auf EUR 8,0 Mio. (Vj. EUR 6,8 Mio.). Es wurden wegen des weiterhin planmäßigen Wachstums des Unternehmens Neueinstellungen getätigt. Perspektivisch beabsichtigt HE weiterhin, die notwendige Flexibilität durch die Beauftragung und Steuerung von Dienstleistern in den Aufgabenbereichen, die nicht als Kernkompetenz identifiziert werden, aufrecht zu erhalten.

Die Abschreibungen liegen mit EUR 5,3 Mio. aufgrund der planmäßigen Inbetriebnahme von Erzeugungsanlagen im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich über dem Wert von 2018 (EUR 4,3 Mio.).

Der sonstige betriebliche Aufwand unterschreitet in 2019 den Wert des Vorjahres (EUR 11,6 Mio.) um EUR 1,2 Mio. und liegt bei EUR 10,4 Mio. Bedeutendste Einzelpositionen sind hier die Inanspruchnahme von sonstigen Fremd- und Dienstleistungen (EUR 3,0 Mio.), der Marketingaufwand (EUR 1,8 Mio.), der aber deutlich gegenüber dem Vorjahr reduziert wurde, Aufwendungen für die Inanspruchnahme von Leistungen aus dem Mutterkonzern (EUR 1,6 Mio.) und Mieten und Pachten (EUR 1,0 Mio.).

Das Finanzergebnis beläuft sich auf TEUR -378 (Vj. TEUR -1.177) und wird einerseits durch Zinsaufwendungen für die Investitionstätigkeiten und Avalprovisionen geprägt. Auf der Ertragsseite führen Zinserträge aus Gesellschafterdarlehen an Beteiligungs- und Tochtergesellschaften und Beteiligungsergebnisse zu einem positiven Effekt.

Finanzlage

Die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft war im Geschäftsjahr 2019 jederzeit sichergestellt. Der Mittelbedarf aus dem laufenden Geschäftsbetrieb und den Investitionen konnte aus eigenen Mitteln und durch die Aufnahme von mittel- und langfristigen Darlehen gedeckt werden.

Über die Liquiditätssituation und die finanzielle Entwicklung der Gesellschaft gibt folgende Kapitalflussrechnung in aggregierter Form Aufschluss:

2019 2018
TEUR TEUR
Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 8.860 9.182
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -5.091 -10.491
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit -5.591 3.665
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -1.822 2.356
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 2.618 262
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 796 2.618

Hinsichtlich der Kapitalstruktur verweisen wir auf die Angaben im Anhang. Die Darlehen haben einen Zinssatz von 0,63 % bis 3,51 % p. a.

Vermögenslage

Das Stammkapital der HE beträgt zum 31. Dezember 2019 EUR 1,0 Mio. In der Kapitalrücklage wird ein Betrag von EUR 16,0 Mio. ausgewiesen.

Die Fremdfinanzierung der Gesellschaft erfolgt maßgeblich über Darlehen von Kreditinstituten (EUR 76,0 Mio. zum 31. Dezember 2019), die teilweise durch selbstschuldnerische Bürgschaften der Gesellschafterin bzw. der FHH besichert sind. Außerdem besteht ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von EUR 3,0 Mio. Das Darlehen der Gesellschafterin wird marktüblich verzinst.

Finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Der Stromabsatz lag im Jahr 2019 bei 747,0 GWh und ist gegenüber dem Vorjahr um ca. 2 % gestiegen. Der hierin enthaltene Absatz an Privatkunden lag bei 288,9 GWh und ist damit um rund 1 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Der Gasabsatz betrug 1.481,4 GWh und ist damit um ca. 11 % gegenüber 2018 gestiegen. An Privatkunden wurden ca. 523,7 GWh abgegeben – dies ist eine Steigerung um ca. 14 %.

Im Jahr 2019 wurden ca. EUR 6,9 Mio. in immaterielle Vermögensgegenstände, Erzeugungsanlagen und Beteiligungen investiert. Die Investitionsquote lag 2019 bei 6 %.

Die Stromproduktion der HE-Erzeugungsanlagen betrug für das Jahr 2019 195,6 GWh (Vj. 179,1 GWh) und stieg damit um 9 %. Diese setzt sich zusammen aus 122,6 GWh Winderzeugung, 11,7 GWh aus Photovoltaik, 21,8 GWh aus der Stromproduktion von KWK-Anlagen und 39,5 GWh aus den Biomassenanlagen in Brunsbüttel und Elsfleth. Die Eigenerzeugungsquote für den Absatz an Privatkunden lag bei 68 % (Vj. 63 %) überschreitet somit weiter die angestrebte 50%-Marke.

Weiterhin wird von HE angestrebt, die Menge an CO2-Emissionen zu reduzieren und weiter die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern im Raum Hamburg voranzutreiben. Hier kann durch die verschiedenen Projekte ein bedeutsamer Teil beigetragen werden. Die Jahresmenge der CO2-Reduktion lag in 2019 bei ca. 132.458 t (Vorjahr: 122.864 t).

Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Prognose

Für das Jahr 2020 plant HE bei einem Umsatz von insgesamt ca. EUR 300 Mio. mit einem positiven Jahresergebnis von TEUR 2.014. Der gegenüber dem Geschäftsjahr 2019 geplante Umsatzanstieg in 2020 liegt in erster Linie an einer in der Planung aufgrund gestiegener Netzentgelte und Energiepreise vorgesehenen und auch Anfang 2020 durchgeführten Preisanpassung für Strom- und Gaskunden. Auf das Jahresergebnis hat die gestiegene Umsatzplanung wenig Auswirkung, da aufgrund der beschriebenen Ursachen für die Preissteigerung höhere Materialaufwendungen in 2020 entstehen. Es werden für das Geschäftsjahr 2020 rund 120.000 Strom- und 28.000 Gaskunden geplant.

Die konkreten Auswirkungen aus der Ausbreitung des Coronavirus auf die Entwicklung im Jahr 2020 sind angesichts der sich aktuell ständig verändernden Lage schwer einzuschätzen. Die Geschäftsführung rechnet gegenwärtig nur mit einem geringen Rückgang der Umsätze. Nennenswerte Beeinträchtigungen im Bezug von Waren und Leistungen sind momentan ebenfalls noch nicht erkennbar. Entsprechend werden keine signifikanten Auswirkungen auf die Ertragslage erwartet.

Chancenbericht

Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit bildet weiterhin der Vertrieb von Strom- und Gasprodukten (Energielieferung) an Privat- und Geschäftskunden sowie die Investition in Erneuerbare-Energie-Projekte (Energieversorgung). In beiden Kern-Geschäftsfeldern bestehen gute Zukunftsperspektiven.

2019 hat HAMBURG ENERGIE eine umfassende Marktforschung durchgeführt, die bestätigt, dass die Unternehmensmarke sowohl in puncto Bekanntheit als auch Sympathiewerten im Vergleich mit dem Wettbewerb sehr gut positioniert ist. Mit einer gemessenen gestützten Markenbekanntheit von 81 % liegt HAMBURG ENERGIE in der Hansestadt auf dem Niveau bekannter bundesweiter Anbieter, wie z.B. yello (87 %) und deutlich vor Lichtblick (48 %).23

Damit verfügt HAMBURG ENERGIE über eine gute Ausgangslage für weitere Kundengewinne und eine gute Kundenbindung im Hamburger Markt. Dabei bestehen nach wie vor Wachstumspotenziale auch abseits des preisgetriebenen Wettbewerbs. So befinden sich nach Untersuchungen der Bundesnetzagentur mit 27 % immer noch ein knappes Drittel der Kunden in der Grundversorgung.24

Auch die Aussichten im Geschäftsfeld Wärmeversorgung stellen sich positiv dar: Die Nachfrage nach Wohnraum in der Hansestadt ist nach wie vor hoch. Die Wohnungsbaupolitik des Hamburger Senats zielt weiterhin darauf ab, den Rahmen für 10.000 neue Wohnungen pro Jahr zu schaffen.25 Dank der wachsenden Metropole und der zahlreichen Stadtentwicklungsprojekte – wie Mitte Altona, A7-Deckel, West-Entwicklung, HafenCity und nicht zuletzt Wilhelmsburg – ergeben sich vielfältige Geschäftspotenziale für die energetische Wohnraum- und Quartiersversorgung, vor allem im Bereich ökologischer Nahwärmelösungen.

Zusätzliche Potenziale ergeben sich durch die Klimapolitik des Hamburger Senats: 2019 wurde der Klimaplan fortgeschrieben und ein neues Klimaschutzgesetz verabschiedet. Bis zum Jahr 2030 soll der CO2-Ausstoß in der Hansestadt demnach um 55 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 sinken. Bis 2050 soll Hamburg klimaneutral werden. Das Klimaschutzgesetz sieht unter anderem ab 2023 eine Pflicht zur Installation von Solaranlagen für Neubauten sowie ab Mitte 2021 einen verpflichtenden Anteil Erneuerbarer Energien bei einem Tausch von Heizungsanlagen vor. Darüber hinaus sollen die Gebäude der öffentlichen Hand energieeffizient errichtet und saniert werden.26

Risikobericht

HAMBURG ENERGIE unterliegt bei seiner Geschäftsausübung der Verpflichtung zur Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit. Aus den rechtlichen Anforderungen des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) und den Vorgaben der Gesellschafterin HWW hat HAMBURG ENERGIE organisatorische Verfahren und Instrumente wie jährliche Wirtschaftsplanberatungen und regelmäßige Geschäftsführungs- und Bereichsleitersitzungen entwickelt, die eine Früherkennung und Bewältigung von Risiken effektiv ermöglichen.

Im Konzern HAMBURG WASSER existiert ein harmonisiertes Managementsystem zur Früherkennung von Unternehmensrisiken. Gemäß eines im Risikomanagementsystem vorgesehenen Turnus der Bewertung der unternehmensrelevanten Risiken werden dort jährlich sämtliche als unternehmensrelevant identifizierte Risiken bewertet. Diese Risikobewertungen enthalten Maßnahmen zur Beherrschung und Minimierung der Risiken. Umsetzung und Verantwortung für diese Maßnahmen werden bei HE dokumentiert und verfolgt.

Transparenz wird durch ein aussagefähiges Berichtswesen im Rahmen eines Risikomanagements für die Strombeschaffung und durch regelmäßig stattfindende Sitzungen des Risikokomitees geschaffen. Das Berichtswesen wurde in 2015 überprüft und adressatengerecht angepasst. Auch für den Gasbereich ist ein solches Berichtswesen implementiert.

Auf diese Weise wird dem Beschaffungsrisiko als bedeutendstem Einzelrisiko Rechnung getragen. Es resultiert aus den der Belieferung weit vorauslaufenden Beschaffungsaktivitäten, die auf Basis der erwarteten Kundenzugänge ausgelöst werden. Ergeben sich Abweichungen bei der Kundenentwicklung, folgen hieraus entsprechende Beschaffungsrisiken. Um die Risikoposition zu minimieren, wird der prognostizierte Kundenabsatz in regelmäßigen Abständen unter Berücksichtigung der jeweils aktuellen Gegebenheiten aktualisiert und die Beschaffungspositionen glattgestellt. Nennenswerte offene Positionen werden damit weitestgehend vermieden.

Vertriebsrisiken bestehen insbesondere dadurch, dass in den letzten Jahren der Preiswettbewerb in der Branche enorm zugenommen hat. Zudem erschwert die gestiegene Anzahl an Öko- stromprodukten die Marktbearbeitung mangels eines Alleinstellungsmerkmals. HAMBURG ENERGIE versucht insoweit durch einen ausgezeichneten Kundenservice, eine sorgfältige und transparente Preisgestaltung sowie durch Fokussierung auf das Image eines lokalen, umweltfreundlichen Energieanbieters die Differenzierung der Marke HAMBURG ENERGIE als Premiummarke zu festigen.

Regulatorische Risiken beinhalten Gefahren aus veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen und nicht beeinflussbaren externen Vorgaben, wie z.B. die EEG-Novellierungen. Diesen wird durch eine ständige Beobachtung und Bewertung begegnet.

Ferner bestehen Finanzierungs- und Kreditrisiken dadurch, dass HAMBURG ENERGIE langfristig Kapital in verschiedenen Investitionsprojekten bindet. Die Risiken können sich dadurch ergeben, dass die tatsächlichen Anschaffungs- und Herstellungskosten höher oder die prognostizierten Einzahlungsüberschüsse niedriger ausfallen können als erwartet.

Grundsätzlich weist HAMBURG ENERGIE derzeit trotz der Kapitalmaßnahme aus 2016 noch immer eine niedrige Eigenkapitalquote auf und ist somit für die Finanzierung weiterhin auf den Kapitalmarkt angewiesen.

Die aktuelle Ausbreitung des Coronavirus und die damit verbundenen öffentlichen Maßnahmen zur Eindämmung haben auch Einfluss auf den Konzern HAMBURG WASSER. Die eingeleiteten internen Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter und die Einschränkungen durch Quarantänemaßnahmen haben eine Auswirkung auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Des Weiteren kann die aktuelle Knappheit an Arbeitsschutzausrüstung Einfluss auf einen Teil der Leistungserbringung nach sich ziehen. Die in diesem Zusammenhang eingeleiteten Maßnahmen beinhalten unter anderem die Einrichtung eines Einsatzstabs, Kontaktminimierung, regelmäßige Mitarbeiter- und Kundeninformationen auf Basis der jeweiligen Lageeinschätzung sowie Maßnahmen zur Steuerung und Sicherstellung der Liquidität.

Finanzinstrumente

Der Wert der Commodity-Derivate (Warenterminkontrakte), die die Basis der strukturierten Strombeschaffung sind, hängt unmittelbar von den Marktpreisen für Strom ab. Die Beschaffungsstrategie der HE ist in erster Linie auf die risikominimierte Eindeckung der zur Versorgung von Kunden der HE benötigten Energiemengen ausgelegt. Eine Beschaffung von Energiemengen zu Spekulationszwecken ist nicht vorgesehen. Die abgeschlossenen Beschaffungspositionen sind bereits vertriebsseitig in voller Höhe durch Verkaufskontrakte bzw. Vertriebsprognosen gedeckt und können vertriebsseitig mit einer Gewinnmarge verkauft werden. Die Gesellschaft bildet gemäß § 254 HGB eine Bewertungseinheit auf Basis eines Microhedges bzw. eines Portfoliohedges und verzichtet auf eine Bilanzierung der Beschaffungspositionen zum aktuellen Marktpreis am Bilanzstichtag. Die zum Bilanzstichtag offenen Beschaffungsverträge, die in eine Bewertungseinheit auf Basis eines Portfoliohedges einbezogen wurden, haben ein Nominalvolumen von EUR 22,1 Mio. und eine Laufzeit bis Ende 2022. Diese Verträge dienen der Absicherung von Preisänderungsrisiken beim Einkauf von Energie für Kunden auf Basis bestehender Kundenverträge (Back-to-Back-Beschaffung für Geschäftskunden in Höhe von EUR 19,6 Mio.) bzw. erwarteter Verkaufsmengen in der Zukunft.

Der Marktwert des Portfolios beträgt am Stichtag insgesamt EUR 52,1 Mio.

Erklärung zum Hamburger Corporate Governance Kodex

Die Gesellschaft gibt eine Erklärung zum Hamburger Corporate Governance Kodex (HCGK) ab und veröffentlicht diese auf ihrer Internetseite.

Vergütungsbericht

Das Vergütungssystem der Geschäftsführungen bei HAMBURG ENERGIE ist grundsätzlich so ausgerichtet, dass der überwiegende Teil der Vergütung durch ein Festgehalt definiert wird und darüber hinaus variable Bestandteile vereinbart sind, die erfolgsabhängig an die Erreichung definierter Ziele gekoppelt sind. Die variable Vergütung der hauptamtlichen Geschäftsführer wird vertraglich vom Aufsichtsrat als Höchstbetrag festgelegt. Die tatsächliche Höhe orientiert sich an der Erreichung von Zielen in Bezug auf finanzwirtschaftliche Kennzahlen, an Kennzahlen aus dem Bereich Klimaschutz und an spezifischen Fachkennzahlen des Unternehmens. Über die konkrete Zielerreichung informiert der Aufsichtsratsvorsitzende.

Hamburg, den 31. Januar 2020
Michael Prinz
Geschäftsführer

Bilanz zum 31. Dezember 2019

Aktiva 31.12.2019 31.12.2018
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.053.476,00 2.249.028,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.500.164,00 2.160.997,00
2. echnische Anlagen und Maschinen 72.961.047,00 70.294.114,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 166.563,00 85.158,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 6.473.982,68 8.473.371,10
82.101.756,68 81.013.640,10
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 14.608.319,96 14.608.319,96
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.502.500,00 1.260.000,00
3. Beteiligungen 9.326.117,07 9.326.117,07
25.436.937,03 25.194.437,03
109.592.169,71 108.457.105,13
B. Umlaufvermögen
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 16.837.842,60 12.250.460,08
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 11.390.436,10 9.262.105,78
davon Forderungen gegen die Kernverwaltung der Freie und Hansestadt Hamburg EUR 0,00 (Vj. EUR 131.783,58)
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 12.221,31 62.072,82
4. Sonstige Vermögensgegenstände 4.471.423,89 1.592.685,17
32.711.923,90 23.167.323,85
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 795.937,25 2.618.249,97
33.507.861,15 25.785.573,82
C. Rechnungsabgrenzungsposten 424.632,39 381.042,86
D. Aktive latente Steuern 2.369.525,51 2.693.444,16
145.894.188,76 137.317.165,97

 

Passiva 31.12.2019 31.12.2018
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 1.000.000,00 1.000.000,00
II. Kapitalrücklage 16.000.000,00 16.000.000,00
III. Andere Gewinnrücklagen 385.897,00 385.897,00
IV. Verlustvortrag -2.032.770,35 -3.937.724,11
V. Jahresüberschuss 1.995.951,99 1.904.953,76
17.349.078,64 15.353.126,65
B. Sonderposten für Investitionszuschüsse 2.752.579,69 1.814.311,98
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.518.126,00 797.277,00
2. Steuerrückstellungen 137.901,43 1.536.728,35
3. Sonstige Rückstellungen 28.459.195,47 24.088.535,46
30.115.222,90 26.422.540,81
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 76.504.912,08 79.796.426,19
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.234.774,33 1.342.277,32
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 4.183.583,32 4.798.338,49
davon Verbindlichkeiten gegen die Kernverwaltung der Freie und Hansestadt Hamburg
EUR 408,07 (Vj. EUR 27.703,82)
4. Sonstige Verbindlichkeiten 8.473.277,22 4.357.952,00
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 4.224,57 (Vj. EUR 5.011,44)
91.396.546,95 90.294.994,00
E. Rechnungsabgrenzungsposten 4.280.760,58 3.432.192,53
145.894.188,76 137.317.165,97

Gewinn- und Verlustrechnung für 2019

2019 2018
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 1) 241.689.642,77 227.221.573,75
2. Andere aktivierte Eigenleistungen 403.247,36 786.387,02
3. Sonstige betriebliche Erträge 2.976.745,97 1.282.547,23
4. Materialaufwand 1)
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 217.810.403,76 202.160.527,78
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 692.888,69 908.147,59
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 6.452.502,52 5.693.457,88
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.548.552,65 1.094.150,42
davon für Altersversorgung EUR 451.793,00 (Vj. EUR 195.459,41)
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände
und Sachanlagen 5.260.727,47 4.274.489,65
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 10.419.355,63 11.580.960,31
8. Erträge aus Beteiligungen 1.736.650,00 1.241.910,00
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 1.086.050,00 (Vj. EUR 1.091.310,00)
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 59.794,87 94.032,71
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 21.993,04 (Vj. EUR 20.301,18)
10. Abschreibungen auf Finanzanlagen 0,00 367.371,00
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2.173.958,57 2.145.658,56
davon an verbundene Unternehmen EUR 553.782,44 (Vj. EUR 580.613,02)
davon Aufwendungen aus der Abzinsung EUR 297.647,25 (Vj. EUR 161.333,07)
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 510.430,59 495.152,76
davon Aufwand aus der Veränderung bilanzierter latenter Steuern
EUR 323.918,65 (Vj. Ertrag EUR 314.787,04)
13. Ergebnis nach Steuern 1.997.261,09 1.906.534,76
14. Sonstige Steuern 1.309,10 1.581,00
15. Jahresüberschuss 1.995.951,99 1.904.953,76
1) Vorjahreswerte wurden aufgrund von Umgliederungen angepasst.

Anhang

Die HAMBURG ENERGIE GmbH, Hamburg, ist im Handelsregister des Amtsgerichtes von Hamburg unter der HRB Nr. 109583 eingetragen.

I. Angaben zur Form und Darstellung von Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2019 ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches für große Kapitalgesellschaften und des GmbHG aufgestellt worden.

Die Bilanzierung erfolgt gemäß der FHH-Konzernrichtlinie.

Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamt­kostenverfahren.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und Davon-Vermerke teilweise an dieser Stelle gemacht.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert im Wesentlichen die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend:

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände (Softwarelizenzen) sind zu Anschaffungskosten vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen entsprechend ihrer jeweiligen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer bewertet.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bewertet und wird um planmäßige Abschreibungen vermindert. Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit der Finanzierung von im Bau befindlichen Anlagen wurden aktiviert. Die Abschreibungen erfolgen linear unter Zugrundelegung einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von 50 Jahren für Wärmenetze. Die Vermögensgegenstände der anderen Anlagen und der Betriebs- und Geschäftsausstattung werden über einen Zeitraum von 5 bis 20 Jahren linear abgeschrieben.

Für geringwertige Anlagegüter von über EUR 250 bis EUR 1.000 (netto) wird jährlich ein Sammelposten gebildet. Der Sammelposten wird im Jahr seiner Bildung und in den folgenden vier Geschäftsjahren linear abgeschrieben. Der Ausweis im Anlagenspiegel erfolgt unter dem Posten Betriebs- und Geschäfts­ausstattung. Der Abgang erfolgt nach fünf Jahren. Geringwertige Anlagegüter bis EUR 250 (netto) wurden als Aufwand erfasst. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden zeitanteilig vorgenommen.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bewertet. Ausnahme bildet hier die Abwertung der Anteile an einem verbundenen Unternehmen zum niedrigeren beizulegenden Wert.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens sind zum Nominalwert bewertet, erkennbare Einzelrisiken sind durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ist Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag dargestellt.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten abgegrenzte Forderungen gegen Strom-, Gas- und Wärmekunden und werden mit den bereits erhaltenen Abschlägen verrechnet.

Uneinbringliche Forderungen wurden einzelwertberichtigt. Eine Pauschalwertberichtigung für ältere Forderungen wurde vorgenommen.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenen Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Aktive und passive Steuerlatenzen werden unsaldiert ausgewiesen. Es wird vom Wahlrecht gemäß § 274 Abs. 1 S. 2 HGB Gebrauch gemacht und aktive latente Steuern werden aktiviert.

Zuwendungen, die als finanzielle Zuwendungen zu einer Investition gewährt werden und deren rechtliche Zweckbindung sich in der Durchführung der Investition erschöpft, werden unter einem Sonderposten ausgewiesen und fristenkongruent zu den Abschreibungen aufgelöst.

Rückstellungen werden gem. § 253 Abs. 1 HGB in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden entsprechend ihrer Restlaufzeit mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst, bei sonstigen Rückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre, bei Pensionsrückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre (§ 253 Abs. 2 HGB). Dabei wird gemäß Satz 2 des § 253 Abs. 2 HGB bei den langfristigen Personalrückstellungen pauschal eine Restlaufzeit von 15 Jahren angenommen. Änderungen des Abzinsungszinssatzes oder Zinseffekte aus einer geänderten Schätzung der Restlaufzeit werden im Zinsergebnis ausgewiesen.

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Pensionsrückstellung basierend auf dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre und dem Ansatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre ist ausschüttungsgesperrt. Der Unterschiedsbetrag beträgt TEUR 479.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.

Anschlusskostenbeiträge und Baukostenzuschüsse für die Errichtung der Nahwärmeanlagen werden als passiver Rechnungsabgrenzungsposten dargestellt und ertragswirksam über die Vertragslaufzeit der Wärmelieferung an den einzelnen Kunden aufgelöst.

Der Ausweis des Aufwandes aus den Energiesteuern erfolgte bis zu dem Geschäftsjahr 2018 im Materialaufwand. Ab dem Geschäftsjahr 2019 werden diese mit den zugehörigen Umsatzerlösen verrechnet. Der Vorjahresausweis wurden dem neuen Ausweis angepasst. Die Umsatzerlöse verringerten sich dadurch im Geschäftsjahr 2019 um TEUR 21.101 (Vj. TEUR 19.652).

III. Angaben zu Posten der Bilanz

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres aus dem als Anlage beigefügten Anlagen­spiegel ersichtlich.

Die immateriellen Vermögensgegenstände (TEUR 2.053; Vj. TEUR 2.249) bestehen im Wesentlichen aus Software­lizenzen.

Die technischen Anlagen setzen sich im Wesentlichen aus Windkraftanlagen (TEUR 48.989; Vj. TEUR 47.602), Nahwärmever­sorgungsanlagen (TEUR 10.688; Vj. TEUR 10.163), BHKW (TEUR 5.817; Vj. TEUR 4.905) und weiteren Erzeugungsanlagen (TEUR 5.644; Vj. TEUR 6.122) zusammen.

In den anderen Anlagen und der Betriebs- und Geschäftsausstattung sind Büroausstattungsgegenstände und sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung (TEUR 92; Vj. TEUR 12) sowie geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten zwischen EUR 251,00 und EUR 1.000,00 als Sammelposten (TEUR 75; Vj. TEUR 74) enthalten.

In den Geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau (TEUR 6.474; Vj. TEUR 8.473) sind im Wesentlichen die Investitionen für das BHKW und Wärmenetz Dudenweg (TEUR 2.950), das BHKW und Wärmenetz Fischbek (TEUR 1.601), diverse Maßnahmen für den Energiebunker (TEUR 782) sowie für Wärmenetze 4.0 (TEUR 233) enthalten.

Aktivierte Fremdkapitalzinsen sind in Höhe von TEUR 84 (Vj. TEUR 262) angefallen.

Die unter den Finanzanlagen ausgewiesenen Geschäftsanteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt und setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR 590 HAMBURG ENERGIE Solar GmbH, Hamburg
TEUR 633 HAMBURG ENERGIE Wärme GmbH, Hamburg
TEUR 664 HAMBURG ENERGIE Wind GmbH, Hamburg
TEUR 12.722 Bioenergie Brunsbüttel Contracting GmbH, Brunsbüttel

Weiterhin bestehen Beteiligungen an der EBE-Elsflether Bioenergie GmbH, Elsfleth (TEUR 2.532), an der Windpark Winsen (Luhe) GmbH & Co. KG, Winsen (Luhe) (TEUR 4.878), der Windpark Winsen (Luhe) Verwaltungs GmbH, Winsen (Luhe) (TEUR 13) sowie an der GTW Geothermie Wilhelmsburg GmbH, Hamburg (TEUR 562) und der ReTec Zweite Betriebs UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG, Hamburg (TEUR 1.341).

Die Angaben zum Anteilsbesitz stellen sich wie folgt dar:

Name und Sitz Gesellschafter Anteil Eigenkapital Ergebnis des letzten Geschäftsjahres
TEUR TEUR
HAMBURG ENERGIE Solar GmbH, Hamburg HE 100% -819 100
HAMBURG ENERGIE Solar Betriebs GmbH, Hamburg HES 100% 4.000 369
HAMBURG ENERGIE Wärme GmbH, Hamburg HE 100% 504 29
GTW Geothermie Wilhelmsburg GmbH, Hamburg HE 51% 434 165
EBE-Elsflether Bioenergie GmbH,Elsfleth (*1) HE 25,1% 12.150 751
Windpark Winsen (Luhe) GmbH & Co. KG, Winsen HE 50% 10.778 1.575
Windpark Winsen (Luhe) Verwaltungs GmbH, Winsen HE 50% 23 1
Bioenergie Brunsbüttel Contracting GmbH, Brunsbüttel (*1) HE 74,9% 14.870 1.434
HAMBURG ENERGIE Wind GmbH, Hamburg HE 100% 300 227
ReTec Zweite Betriebs UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG, Hamburg (*1) HE 20% 1.180 35

(*1) Jahresabschluss 2019 liegt noch nicht vor. Eigenkapital und Ergebnis aus 2018

Forderungsspiegel

 Art der Forderung Gesamtbetrag am 31.12. des GJ mit einer Restlaufzeit
  bis 1 Jahr über 1 Jahr
  TEUR TEUR TEUR
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 16.838 16.838 0
(Vj.) (12.250) (12.250) (0)
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 11.390 11.390 0
- davon Forderungen gegen Kernverwaltung Freie und Hansestadt Hamburg TEUR 0 (Vj. TEUR 132)
(Vj.) (9.262) (9.262) (0)
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 12 12 0
(Vj.) (62) (62) (0)
4. Sonstige Vermögensgegenstände 4.472 4.472
(Vj.) (1.593) (1.593) (0)
Summe aller Forderungen 32.712 32.712 0
(Vj.) (23.167) (23.167) (0)

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 16.838; Vj. TEUR 12.250) enthalten abgegrenzte Forderungen der Strom-, Gas- und Wärmekunden in Höhe von brutto TEUR 114.253 (Vj. brutto TEUR 94.326). Diese wurden mit den Abschlägen in Höhe von TEUR 103.033 (Vj. TEUR 88.980) verrechnet.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen (TEUR 11.390; Vj. TEUR 9.262) enthalten abgegrenzte Forderungen der Strom-, Gas- und Wärmekunden in Höhe von brutto TEUR 24.620 (Vj. brutto TEUR 1.424). Diese wurden mit den Abschlägen in Höhe von TEUR 22.555 (Vj. TEUR 1.247) verrechnet. Zudem besteht eine Forderung von TEUR 5.729 (Vj. TEUR 4.595) gegen die Gesellschafterin, die im Wesentlichen aus Tagesgeldausleihungen besteht.

Die Forderungen gegenüber der Kernverwaltung der Freie und Hansestadt Hamburg werden in den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen als Davon-Vermerk ausgewiesen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände (TEUR 4.471; Vj. TEUR 1.593) bestehen im Wesentlichen aus sonstigen Forderungen (TEUR 2.613; Vj. TEUR 1.088) und aus Forderungen aus der Umsatzsteuer (TEUR 1.223; Vj. TEUR 240)

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet im Wesentlichen ein abgegrenztes Disagio aus der Darlehensaufnahme zur Finanzierung der WKA Dradenau (TEUR 73; Vj. TEUR 84) sowie Bearbeitungsgebühren und Avalprovisionen für Bürgschaften und Darlehen (TEUR 109; Vj. TEUR 134).

Die aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 2.370 (Vj. TEUR 2.693) ergeben sich aus steuerlichen Verlustvorträgen und Vermögensunterschieden zwischen Steuer- und Handelsbilanz. Der Berechnung lag ein Steuersatz von 32,275 % zugrunde.

Eigenkapitalspiegel

Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Bilanzgewinn/ Bilanzverlust Eigenkapital
  TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Stand zum 01.01.2019 1.000 16.000 386 -2.033 15.353
Jahresergebnis des GJ       1.996 1.996
Übrige Veränderungen      
Stand zum 31.12.2019 1.000 16.000 386 -37 17.349

 

Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Bilanzgewinn/ Bilanzverlust Eigenkapital
  TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Stand zum 01.01.2018 1.000 16.000 386 -3.938 13.448
Jahresergebnis des GJ       1.905 1.905
Übrige Veränderungen      
Stand zum 31.12.2018 1.000 16.000 386 -2.033 15.353

Das Stammkapital der Gesellschaft ist voll eingezahlt.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind nach den Vorgaben des Bilanzierungs- und Bewertungsstandards der Freie und Hansestadt Hamburg nach anerkannten versicherungsmathematischen Grundsätzen mittels der „Projected-Unit-Credit-Method" errechnet. Als biome­trische Rechnungsgrundlagen wurden die ‚Heubeck-Richttafeln 2018 G’ verwendet. Für die Bewertung des Rückstellungsvolumens wurden ein Gehaltstrend von 2,3 % (Vj. 2,3 %) p. a. zzgl. 0,5 % (Vj. 0,5 %) p. a. Karrieretrend, ein Rententrend von 1,2 - 1,5 % (Vj. 1,5333 %) p. a., eine Fluktuationswahrscheinlichkeit von 1,0 % (Vj. 1,0 %) p. a. und ein Rechnungszinssatz von 2,71 % (Vj. 3,21 %) p. a. berücksichtigt.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbind­lich­keiten. Sie beinhalten im Wesentlichen nicht abgerechnete Gas- und Stromlieferungen (TEUR 12.220; Vj. TEUR 13.883), nicht abgerechnete Netznutzung (TEUR 7.527; Vj. TEUR 4.935) nicht abgerechnete Lieferungen und Leistungen gegenüber Lieferanten (TEUR 7.068; Vj. TEUR 3.840) sowie Verpflichtungen aus Arbeitsverhältnissen (TEUR 822; Vj. TEUR 825).

Verbindlichkeitenspiegel

Art der Verbindlichkeit Gesamtbetrag am 31.12. des GJ mit einer Restla ufzeit Davon durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte besichert Art und Form der Sicherheit
TEUR bis 1 Jahr TEUR von 1 bis 5 Jahre TEUR mehr als 5 Jahre TEUR TEUR
  1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
76.505 14.227 24.907 37.371 46.470 Bürgschaften der HWW und FHH
(Vj.) (79.796) (8.761) (33.958) (37.077) (52.086)
  1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
2.235 2.235 0 0 0
(Vj.) (1.342) (1.342) (0) (0) (0)
  1. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
4.184 4.184 0 0 0
(Vj.) (4.798) (4.798) (0) (0) (0)
davon Verbindlichkeiten gegenüber der Kernverwaltung Freie und Hansestadt Hamburg EUR 408 (Vj. TEUR 28)
           |
  1. Sonstige Verbindlichkeiten
8.473 8.473 0 0 0
(Vj.) (4.358) (4.358) (0) (0) (0)
Summe aller Verbindlichkeiten 91.397 29.119 24.907 37.371 46.470
(Vj.) (90.295) (19.260) (33.958) (37.077) (52.086)

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (TEUR 76.505; Vj. TEUR 79.796) beinhalten im Wesentlichen Darlehen in Höhe von TEUR 76.035; Vj. TEUR 79.292) und Zinsabgrenzungen in Höhe von TEUR 468 (Vj. TEUR 501). TEUR 13.757 (Vj. TEUR 8.257) der Darlehen haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr, TEUR 37.371 (Vj. TEUR 37.077) haben eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren. Die Darlehen sind teilweise durch unbefristete selbstschuldnerische Bürgschaften der Gesellschafterin oder der FHH besichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen wie im Vorjahr im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 720, Vj. TEUR 329) und enthalten zudem abgegrenzte Forderungen der Strom-, Gas- und Wärmekunden in Höhe von brutto EUR 287 (Vj. TEUR 18.468). Diese wurden mit den Abschlägen in Höhe von EUR 1.418 (Vj. TEUR 17.234) verrechnet.

Gegenüber der Gesellschafterin bestehen Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 3.411 (Vj. TEUR 3.209), die aus einem Gesellschafterdarlehen in der Höhe von TEUR 3.000 (Vj. TEUR 3.000), aus Leistungs­verrechnung für den Monat Dezember von TEUR 386 (Vj. TEUR 184) sowie einer Zinsabgrenzung (TEUR 25; Vj. TEUR 25) bestehen.

Unter den passiven Rechnungsabgrenzungen werden im Wesentlichen Anschlusskostenbeiträge und Baukostenzuschüsse für die Errichtung der Nahwärmeanlagen ausgewiesen, die ertragswirksam über die Vertragslaufzeit der Wärmelieferung an den einzelnen Kunden aufgelöst werden. Im Geschäftsjahr sind TEUR 300 (Vj. TEUR 199) erfolgswirksam aufgelöst worden.

IV. Angaben zu Posten der Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse (TEUR 241.690; Vj. TEUR 227.222) enthalten Strom- (TEUR 171.264; Vj. TEUR 160.919) und Gasverkäufe (TEUR 48.173; Vj. TEUR 45.290) und Erlöse aus der Energieerzeugung (TEUR 15.021; Vj. TEUR 13.310). Die periodenfremden Effekte durch die Abweichungen von den hochgerechneten Abgrenzungen des Vorjahres betragen im Strombereich rund TEUR -1.806 und im Gasbereich TEUR 716. Erstmals werden die Aufwendungen aus der Strom- und Erdgassteuer mit den zugehörigen Umsatzerlösen verrechnet. Die Vorjahreswerte wurden angepasst.

Die sonstigen betrieblichen Erträge (TEUR 2.977; Vj. TEUR 1.283) beinhalten
u. a. Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 931; Vj. TEUR 451), periodenfremde Erträge (TEUR 269; Vj. TEUR 323), Erträge aus der Auflösung von Sonderposten (TEUR 133; Vj. TEUR 126) sowie Erträge aus Förderprojekten (TEUR 1.104; Vj. TEUR 890). Diese wurden bis zum Geschäftsjahr 2018 in den Umsatzerlösen ausgewiesen.

Im Materialaufwand sind Abgrenzungen für die Netznutzungsentgelte für Strom (TEUR 2.483; Vj. TEUR 1.557) und Gas (TEUR 168; Vj. TEUR 325) enthalten. Die Aufwendungen aus der Strom- und Erdgassteuer werden ab dem Geschäftsjahr 2019 mit den zugehörigen Umsatzerlösen verrechnet, die Vorjahreswerte wurden angepasst.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen (TEUR 10.419; Vj. TEUR 11.581) beinhalten im Wesentlichen die Aufwendungen für Sonstige Fremdleistungen (TEUR 3.038; Vj. TEUR 2.939), Marketing und Werbung (TEUR 1.806; Vj. TEUR 2.379), Aufwendungen aus dem Leistungsaustausch innerhalb des HAMBURG WASSER Konzerns (TEUR 1.574; Vj. TEUR 1.841) und Aufwendungen für Miete, Pachten und Leasing (TEUR 1.043; Vj. TEUR 1.416). Zudem enthalten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen TEUR 455 (Vj. TEUR 651) periodenfremde Aufwendungen.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung wird der Gesellschafterin vorschlagen, den Jahresüberschuss (TEUR 1.996) mit dem bestehenden Verlustvortrag zu verrechnen und den Gesamtbetrag auf das Geschäftsjahr 2020 vorzutragen.

V. Sonstige Angaben

Angaben nach § 6b EnWG

Die konzerninternen Umsätze belaufen sich im Geschäftsjahr auf 57 Mio. EUR. Die Leistungen bestehen zu 36 % aus Gaslieferungen und zu 57 % aus Stromlieferungen und zu 3 % aus Energie­dienstleistungen. Die sonstigen Leistungen belaufen sich auf 4 %.

Die konzerninternen Aufwendungen belaufen sich im Geschäftsjahr auf 65 Mio. EUR. Die Leistungsbe­züge bestehen zu 73 % aus Netzentgelten, zu 22 % aus Gasaufwendungen sowie aus sonstigen Leistungen (5 %).

Es wurden keine Geschäfte zu marktunüblichen Konditionen mit verbundenen sowie
assoziierten Unternehmen oder nahestehenden Personen getätigt.

Abschlussprüfungshonorar

Das für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar des Abschlussprüfers für die Abschlussprüfungsleistungen betrug TEUR 23 (Vj. TEUR 23).

Zusammensetzung der Organe und Vergütungsbericht

Als Geschäftsführer waren im Geschäftsjahr 2019 bestellt:

Herr Michael Prinz, technischer Geschäftsführer, Dipl.-Ing. (FH) und Dipl. W. Ing. (FH), Dassendorf

Herr Alexander Loipfinger, (bis 31. Mai 2019), kaufmännischer Geschäftsführer, Dipl. Ökonom, Hamburg

Im Geschäftsjahr 2019 wurden folgende Vergütungsbeträge an die Geschäftsführer gezahlt:

Jährliche Vergütung
erfolgsunabhängig erfolgsabhängig Gesamt
EUR EUR EUR
Alexander Loipfinger 75.298 25.906 101.204
Michael Prinz 219.891 19.853 239.744

Der Aufsichtsrat bestand im Geschäftsjahr 2019 aus folgenden Mitgliedern:

Herr Jens Kerstan,
Vorsitzender, Senator, Behörde für Umwelt und Energie

Frau Nathalie Leroy, stellvertretende Vorsitzende, Geschäftsführerin
HAMBURG WASSER

Herr Dr. Björn Dietrich,
(ab 01. April 2019), Abteilungsleiter Energie, Behörde für Umwelt und Energie

Herr Hans Gabányi, (bis 01. April 2019)
Amtsleiter im Amt für Naturschutz, Grünplanung und Energie der Behörde für Umwelt und Energie

Herr Stefan Grützmacher,
Geschäftsführer sgbb-berlin GmbH

Herr Ingo Hannemann
Geschäftsführer HAMBURG WASSER

Herr Dr. Holger Klaassen,
Referent Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation

Frau Prof. Dr. Kerstin Kuchta,
Prof. Dr. Ing. Technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH) Institut für Umwelttechnik und Energiewirtschaft

Frau Dr. Birgit Layes,
Referentin HGV

Herr Gerd Markus Röttger,
Referent im Beteiligungsmanagement in der Finanzbehörde

Die Aufwendungen für den Aufsichtsrat betrugen im Geschäftsjahr 2019 EUR 1.680 (Vj. EUR 1.440).

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Finanzielle Verpflichtungen Restlaufzeit
1 Jahr Über 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR
aus Miet- und Leasingverträgen 949 2.916 4.555
aus Leistungsverrechnungsverträgen 4.186 6.037 0
- davon an verbundene Unternehmen 1.683 679 429
Summe 5.135 8.953 4.555

Finanzinstrumente

Der Wert der Commodity-Derivate (Warenterminkontrakte), die die Basis der strukturierten Strombeschaffung sind, hängt unmittelbar von den Marktpreisen für Strom ab. Die Beschaffungsstrategie der HE ist in erster Linie auf die risikominimierte Eindeckung der zur Versorgung von Kunden der HE benötigten Energiemengen ausgelegt. Eine Beschaffung von Energiemengen zu Spekulationszwecken ist nicht vorgesehen. Die abgeschlossenen Beschaffungspositionen sind bereits vertriebsseitig in voller Höhe durch Verkaufskontrakte bzw. Vertriebsprognosen gedeckt und können vertriebsseitig mit einer Gewinnmarge verkauft werden. Die Gesellschaft bildet gemäß § 254 HGB eine Bewertungseinheit auf Basis eines Microhedges bzw. eines Portfoliohedges und verzichtet auf eine Bilanzierung der Beschaffungspositionen zum aktuellen Marktpreis zum Bilanzstichtag (Anwendung der Einfrierungsmethode). Die zum Bilanzstichtag offenen Beschaffungsverträge, die in eine Bewertungseinheit auf Basis eines Portfoliohedges einbezogen wurden, haben ein Nominalvolumen von EUR 22,1 Mio. und eine Laufzeit bis Ende 2022. Diese Verträge dienen der Absicherung von Preisänderungsrisiken beim Einkauf von Energie für Kunden auf Basis bestehender Kundenverträge (Back-to-Back-Beschaffung für Geschäftskunden in Höhe von EUR 19,6 Mio.) bzw. erwarteter Verkaufsmengen in der Zukunft.

Der Marktwert des Portfolios beträgt am Stichtag insgesamt EUR 52,1 Mio.

Belegschaft

Im Jahresdurchschnitt waren 88,8 Angestellte beschäftigt, die Frauenquote betrug 29,8 %. Die Quote der Teilzeitmitarbeiter beträgt 19,7 %.

Angabe zu ausschüttungsgesperrten Beträgen

Aus der Aktivierung von aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 2.370 (Vj. TEUR 2.693) besteht in dieser Höhe ein gemäß § 268 Abs. 8 HGB ausschüttungsgesperrter Betrag.

Aus der Berechnung für die Abzinsung der Pensionsrückstellung (Veränderung des durchschnittlichen Marktzinssatzes von sieben auf zehn Jahre) ergibt sich ein ausschüttungsgesperrter Betrag von TEUR 479 (Vj. TEUR 294). Die Ausschüttungssperre greift nicht, da genug Rücklagen vorhanden sind.

Gesellschafter

Das Stammkapital der HAMBURG ENERGIE GmbH, Hamburg, wird in EURO geführt und beträgt EUR 1.000.000,00. Alleinige Gesellschafterin der HAMBURG ENERGIE GmbH ist die Hamburger Wasserwerke Gesellschaft mit beschränkter Haftung (HWW), Hamburg.

Der Jahresabschluss der HAMBURG ENERGIE GmbH wird in den befreienden Konzernabschluss der HGV Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH (HGV), Hamburg, die den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis der Unternehmen erstellt, einbezogen. Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger offen­gelegt.

Der Jahresabschluss der HAMBURG ENERGIE GmbH wird im Bundes­anzeiger veröffentlicht.

Nachtragsberichterstattung

Am 30. Januar 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation WHO den internationalen Gesundheitsnotstand aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus ausgerufen. Der weitere Verlauf der Ausbreitung des Coronavirus und Folgen auf den Geschäftsverlauf der HE werden laufendpa überwacht. Es sind zum jetzigen Zeitpunkt keine wesentlichen weiteren Belastungen bekannt oder abschätzbar. Im Jahresverlauf sind jedoch weitere Belastungen möglich.

Darüber hinaus sind nach dem Ende des Geschäftsjahres keine Ereignisse eingetreten, die eine besondere Bedeutung für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der HE haben.

Hamburg, den 31. Januar 2020
HAMBURG ENERGIE GmbH
Michael Prinz
Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2019

Anschaffungs- und Herstellungskosten Kumulierte Abschreibungen Buchwerte
01.01.2019 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2019 01.01.2019 Zugänge Abgänge 31.12.2019 31.12.2019 31.12.2018
EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.434.564,73 276.878,20 0,00 23.440,40 3.734.883,33 1.185.536,73 495.870,60 0,00 1.681.407,33 2.053.476,00 2.249.028,00
3.434.564,73 276.878,20 0,00 23.440,40 3.734.883,33 1.185.536,73 495.870,60 0,00 1.681.407,33 2.053.476,00 2.249.028,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.303.879,69 156.631,93 0,00 266.968,43 2.727.480,05 142.882,69 84.433,36 0,00 227.316,05 2.500.164,00 2.160.997,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 84.589.685,87 1.391.574,65 0,00 5.907.223,55 91.888.484,07 14.295.571,87 4.631.865,20 0,00 18.927.437,07 72.961.047,00 70.294.114,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 463.487,80 52.900,41 20.520,17 77.062,90 572.930,94 378.329,80 48.558,31 20.520,17 406.367,94 166.563,00 85.158,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 8.473.371,10 4.756.143,12 480.836,26 -6.274.695,28 6.473.982,68 0,00 0,00 0,00 0,00 6.473.982,68 8.473.371,10
95.830.424,46 6.357.250,11 501.356,43 -23.440,40 101.662.877,74 14.816.784,36 4.764.856,87 20.520,17 19.561.121,06 82.101.756,68 81.013.640,10
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 14.975.690,96 0,00 0,00 0,00 14.975.690,96 367.371,00 0,00 0,00 367.371,00 14.608.319,96 14.608.319,96
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.260.000,00 242.500,00 0,00 0,00 1.502.500,00 0,00 0,00 0,00 0,00 1.502.500,00 1.260.000,00
3. Beteiligungen 9.326.117,07 0,00 0,00 0,00 9.326.117,07 0,00 0,00 0,00 0,00 9.326.117,07 9.326.117,07
25.561.808,03 242.500,00 0,00 0,00 25.804.308,03 367.371,00 0,00 0,00 367.371,00 25.436.937,03 25.194.437,03
124.826.797,22 6.876.628,31 501.356,43 0,00 131.202.069,10 16.369.692,09 5.260.727,47 20.520,17 21.609.899,39 109.592.169,71 108.457.105,13

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat sich während des Geschäftsjahres 2019 regelmäßig und umfassend über die wirtschaftliche und technische Entwicklung des Unternehmens und dessen Tochtergesellschaften berichten lassen, darüber mit der Geschäftsführung beraten sowie deren Führung der Geschäfte der Gesellschaft überwacht. In drei regulären Sitzungen und einer Sondersitzung hat der Aufsichtsrat insbesondere über den Stand der Ergebnisentwicklung in Bezug zur Wirtschaftsplanung, die Kundenentwicklung sowie Investitionsprojekte für die Errichtung von Energieerzeugungsanlagen beraten. Er hat sich mit Angelegenheiten von grundlegender Bedeutung für die Gesellschaft befasst und Beschlüsse zu den zustimmungspflichtigen Geschäftsvorgängen gefasst.

In der vierten Aufsichtsratssitzung 2019 informierte ein Aufsichtsratsmitglied den Aufsichtsrat über ein Beratungsmandat bei einem möglichen Wettbewerber von HAMBURG ENERGIE im Projekt Geothermie Wilhelmsburg/Wärmenetz Wilhelmsburg. Ein potenzieller Interessenkonflikt wurde dadurch vermieden, dass das Aufsichtsratsmitglied an entsprechenden Tagesordnungspunkten einer Sitzung nicht teilnimmt bzw. keine Unterlagen dazu erhält.

Der vom Aufsichtsrat beauftragte Abschlussprüfer Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, haben die Jahresabschlüsse der HAMBURG ENERGIE GmbH sowie deren Tochtergesellschaften zum 31.12.2019 und die Lageberichte geprüft. Die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers haben allen Mitgliedern des Aufsichtsrates vorgelegen und wurden im Aufsichtsrat umfassend erörtert. Der Prüfer hat an der entsprechenden Sitzung des Aufsichtsrats teilgenommen und über wesentliche Erkenntnisse seiner Prüfung berichtet sowie ergänzende Fragen beantwortet.

Die Wirtschaftsprüfer haben erklärt, dass die Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Nach dem abschließenden Ergebnis der eigenen Prüfung durch den Aufsichtsrat sind Einwendungen gegen den von der Geschäftsführung aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht durch den Aufsichtsrat nicht zu erheben. Demgemäß billigt der Aufsichtsrat den vorgelegten Jahresabschluss zum 31.12.2019.

Für die geleistete Arbeit im Geschäftsjahr 2019 spricht der Aufsichtsrat der Geschäftsführung sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seinen Dank aus.

Hamburg, den 7. Mai 2020
Der Aufsichtsrat

Senator Jens Kerstan
Vorsitzender des Aufsichtsrats


HAMBURG WASSER
konsolidierte Zahlen

Der HAMBURG WASSER Konzernabschluss ist gemäß den Richtlinien des Handelsgesetzbuches erstellt. Grundsätzlich sind sowohl die Hamburger Wasserwerke GmbH, als auch die Hamburger Stadtentwässerung AöR von der Pflicht zur Aufstellungen eines Konzernabschlusses befreit. Der Konzernabschluss für HAMBURG WASSER umfasst neben den beiden Muttergesellschaften Hamburger Wasserwerke GmbH und Hamburger Stadtentwässerung AöR noch folgende Gesellschaften, die wie folgt einbezogen werden:

Name/Sitz Einbeziehung
CONSULAQUA Hamburg Beratungsgesellschaft mbH Vollkonsolidiert
Ingenieurbüro Ivers GmbH Vollkonsolidiert
HAMBURG WASSER Service und Technik GmbH Vollkonsolidiert
Hamburger Phosphorrecyclinggesellschaft mbH – Ein Unternehmen von REMONDIS und HSE Vollkonsolidiert
Holsteiner Wasser GmbH Quotale Konsolidierung
Hamburg Energie GmbH Vollkonsolidiert
Hamburg Energie Solar GmbH Vollkonsolidiert
Hamburg Energie Solar Betriebs GmbH Vollkonsolidiert
Hamburg Energie Wärme GmbH Vollkonsolidiert
Hamburg Energie Wind GmbH Vollkonsolidiert
Bioenergie Brunsbüttel Contracting GmbH Vollkonsolidiert
Windpark Winsen (Luhe) GmbH & Co. KG Quotale Konsolidierung
Windpark Winsen (Luhe) Verwaltungs-GmbH Quotale Konsolidierung

 

Konzernkennzahlen (in vollen EUR) 2019 2018
Bilanzsumme 4.152.977.671,00 4.100.979.959,00
Eigenkapital 1.627.819.480,00 1.563.729.943,00
Eigenkapitaquote 39,20 % 38,13 %
Anlagevermögen 3.981.069.851,00 3.938.897.489,00
Umsatzerlöse 843.212.152,00 837.841.835,00
Konsolidierte IC-Umsatzerlöse 60.042.640,00 58.225.804,00
Jahresgewinn (ohne Gewinnabf. an HGV) 95.985.983,00 103.050.439,00

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019

Aktiva EUR EUR
2019 2018
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 5.172,00 8.207,00
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte
und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 10.442.410,63 9.656.685,24
3. Geschäfts- oder Firmenwert 4.701.891,59 5.623.071,58
15.149.474,22 15.287.963,82
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 138.709.473,54 139.936.892,62
2. Technische Anlagen und Maschinen 3.494.192.593,08 3.487.246.826,50
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 25.445.920,31 21.448.300,68
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 293.544.759,04 260.821.864,19
davon Intercompany 2.163.367,50 2.577.188,68
3.951.892.745,97 3.909.453.883,98
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.687.864,09 3.687.864,09
2. Beteiligungen 10.339.766,94 10.467.776,94
14.027.631,03 14.155.641,03
3.981.069.851,22 3.938.897.488,83
B.Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 5.989.764,73 5.981.385,54
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 651.000,17 480.200,20
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 104.769,95 10.200,00
6.745.534,85 6.471.785,74
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 106.614.615,40 99.178.060,18
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 10.314.163,79 23.458.165,80
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 727.228,06 226.426,73
4. Sonstige Vermögensgegenstände 15.197.979,44 7.343.816,28
132.853.986,69 130.206.468,99
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben,
Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks 22.747.734,00 16.265.673,21
162.347.255,54 152.943.927,93
C. Rechnungsabgrenzungsposten 6.409.876,74 5.720.645,12
D. Aktive latente Steuern 3.150.687,00 3.417.897,52
4.152.977.670,50 4.100.979.959,38

 

Passiva EUR EUR
2019 2018
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 220.598.376,24 220.598.376,24
II. Kapitalrücklage 382.446.349,90 382.362.476,85
III. Gewinnrücklage 919.069.488,87 862.858.623,99
IV. Andere Rücklage 37.284.233,48 36.288.378,68
davon passivischer Unterschiedsbetrag aus der Erstkonsolidierung 2.900.295,98 2.827.515,41
5. Konzernbilanzgewinn/Konzernbilanzverlust 63.748.069,55 56.872.408,31
VI. Anteile anderer Gesellschafter 4.672.961,66 4.749.678,92
1.627.819.479,70 1.563.729.943,00
B. Sonderposten für Baukostenzuschüsse 355.284.747,79 343.789.379,08
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 443.361.137,00 405.876.385,00
2. Steuerrückstellungen 2.498.522,44 2.440.692,99
3. Sonstige Rückstellungen 160.779.585,13 145.100.386,26
606.639.244,57 553.417.464,25
D. Verbindlichkeiten
1. Anleihen 4.000.000,00 4.000.000,00
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.445.946.374,08 1.504.324.190,59
3. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 16.632.439,94 16.318.780,88
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 12.166.432,13 11.136.388,94
5. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 40.486.033,22 70.657.145,13
6. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 84.432,74 106.148,05
7. Sonstige Verbindlichkeiten 37.669.998,38 28.465.883,56
1.556.985.710,49 1.635.008.537,15
E. Rechnungsabgrenzungsposten 6.248.487,95 5.034.635,91
4.152.977.670,50 4.100.979.959,38

Konzern - Gewinn- und Verlustrechnung für 2019

2019 2018
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 843.212.152,07 837.841.835,10
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 15.581,97 -150.478,50
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 25.865.504,90 25.402.012,19
4. Sonstige betriebliche Erträge 34.248.999,74 36.954.192,86
903.342.238,68 900.047.561,65
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 22.514.731,91 21.284.480,85
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 42.847.980,70 40.835.976,25
c) Aufwand für Energiebezug 216.432.178,44 220.817.067,75
281.794.891,05 282.937.524,85
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 145.492.960,21 136.346.625,06
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 38.903.307,41 47.478.427,03
davon für Altersversorgung
184.396.267,62 183.825.052,09
7. Abschreibungen auf immat. Vermögensgegenstände des AV und Sachanlagen 132.711.037,75 129.150.095,48
davon auf Geschäfts- oder Firmenwert aus der Erstkonsolidierung 910.180,99 910.180,99
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 127.562.711,63 120.786.364,85
9. Erträge aus Beteiligungen 1.307.500,00 1.011.260,00
10. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 534.724,54 490.649,79
11. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 4.052,95 6.368,51
12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 363.661,14 712.555,23
13. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 0,00 64,33
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 78.757.867,08 79.658.220,21
76.547.928,45 77.437.451,02
15. Konzernergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 100.329.402,18 105.911.073,37
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 3.772.403,64 2.265.461,18
17. Konzernergebnis nach Steuern 96.556.998,54 103.645.612,20
18. Sonstige Steuern 571.015,70 595.173,43
19. Konzernjahresüberschuss/-jahresfehlbetrag 95.985.982,84 103.050.438,77
20. Aufwand aus Gewinnabführung 30.961.957,35 43.425.949,23
21. Konzernjahresüberschuss/-jahresfehlbetrag nach Gewinnabführung 65.024.025,49 59.624.489,54
22. Anderen Gesellschaftern zustehender Gewinn -211.052,09 -351.066,11
23. Konzerngewinn/-verlust 64.812.973,40 59.273.423,42
24. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 56.872.408,31 47.151.623,12
25. Einstellungen in die Rücklagen -57.217.812,16 -49.085.638,83
26. Ausschüttung -719.500,00 -466.999,40
27. Konzernbilanzgewinn/-verlust 63.748.069,55 56.872.408,31

Konzern - Kapitalflussrechnung für 2019

EUR EUR
2019 2018
1. Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
Periodenergebnis (Konzernjahresüberschuss einschließlich Ergebnisanteile anderer Gesellschafter) 95.985.982,84 103.050.438,76
Abschreibungen (+)/Zuschreibungen (-) auf Gegenstände des Anlagevermögens 131.692.897,75 129.150.159,81
Zunahme (+)/Abnahme (-) der Rückstellungen 391.038,97 10.204.217,60
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen (+)/Erträge (-) -9.237.243,57 -9.098.686,52
Zunahme (-)/Abnahme (+) der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva -13.869.160,26 -17.307.106,26
Zunahme (+)/Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva 15.291.683,59 -8.711.086,58
Gewinn (-)/Verlust (+) aus Anlageabgängen -3.583.473,60 598.536,65
Zinsaufwendungen (+)/Zinserträge (-) 78.345.776,76 79.055.505,16
Sonstige Beteiligungserträge (-) -1.846.277,50 -1.508.278,30
Ertragsteueraufwand (+)/-ertrag (-) 3.772.403,64 2.265.461,18
Ertragsteuerzahlungen (-)/-erstattungen (+) -1.580.112,43 -1.763.052,54
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 295.363.516,19 285.936.108,96
2. Cashflow aus der Investitionstätigkeit
Auszahlungen (-) für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -2.405.128,01 -1.285.853,61
Einzahlungen (+) aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 5.871.493,68 678.845,45
Auszahlungen (-) für Investitionen in das Sachanlagevermögen -165.585.113,87 -159.332.174,26
Einzahlungen (+) aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 0,00 13.660,67
Auszahlungen (-) für Investitionen in das Finanzanlagevermögen 0,00 -281.010,00
Erhaltene Zinsen (+) 56.998,01 31.270,64
Einzahlungen aus Beteiligungen 1.846.277,50 1.508.278,30
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -160.215.472,69 -158.666.982,81
3. Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Auszahlungen (-) an Unternehmenseigner -128.010,00 0,00
Einzahlungen (+) aus der Begebung von Anleihen und der Aufnahme von
(Finanz-) Krediten 104.941.352,92 143.367.435,76
Auszahlungen (-) aus der Tilgung von Anleihen und (Finanz-) Krediten -162.507.385,54 -205.036.893,75
kurzfristige Finanzdisposition (Tagesgeld) -3.688.115,76 -2.329.982,91
Einzahlungen (+) aus erhaltenen Zuschüssen/Zuwendungen 11.694.903,92 14.755.365,21
Gezahlte Zinsen (-) -34.564.789,67 -41.880.676,95
Gewinnabführung -44.145.449,23 -29.289.263,19
Gezahlte Dividende an andere Gesellschafter (-) -613.950,00 -976.227,20
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -129.011.443,36 -121.390.243,03
4. Finanzmittelfonds am Ende der Periode
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds (Zwischensummen 1 - 3) 6.136.600,14 5.878.883,12
Konsolidierungskreisbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds (+/-) 345.460,65 0,00
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 16.265.673,21 10.386.790,09
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 22.747.734,00 16.265.673,21
5. Zusammensetzung des Finanzmittelfonds
Liquide Mittel 22.747.734,00 16.265.673,21
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 22.747.734,00 16.265.673,21


  1. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit: 5-Punkte-Plan des Bundesminis-teriums für weniger Plastik und mehr Recycling, 22.11.2019, aufgerufen am 07.01.2020↩︎

  2. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit: 5-Punkte-Plan des Bundesministeriums für weniger Plastik und mehr Recycling, 22.11.2019, aufgerufen am 07.01.2020↩︎

  3. https://www.tagesschau.de/ausland/trinkwasser-eu-101.html↩︎

  4. Statistisches Bundesamt: Verbraucherpreisindex für Deutschland 2014ff; Fachserie 16 Reihe 4.3 3. Vierteljahr 2019; Fachserie 17 Reihe 2 November 2019↩︎

  5. https://www.hamburgwasser.de/privatkunden/service/formulare-downloads/wasseranalysen/↩︎

  6. Rundungsdifferenzen können auftreten.↩︎

  7. Im Wesentlichen korrigiert um Zinsabgrenzungen, Geldgeschäfte gegenüber Töchtern sowie gegenüber Gesellschaftern.↩︎

  8. Eigenkapitalquote unter anteiliger Berücksichtigung des Sonderpostens für Investitionszuschüsse.↩︎

  9. Durch Eigenkapital sowie mittel- und langfristige Verbindlichkeiten sowie Pensionsrückstellungen.↩︎

  10. Im Wesentlichen korrigiert um Zinsabgrenzungen, Geldgeschäfte gegenüber Töchtern sowie gegenüber Gesellschaftern.↩︎

  11. Eigenkapitalquote unter Berücksichtigung des Sonderpostens für Investitionszuschüsse↩︎

  12. Durch Eigenkapital, Sonderposten für Baukostenzuschüsse sowie mittel- und langfristige Verbindlichkeiten sowie Pensionsrückstellungen.↩︎

  13. vgl. Energiemarktreport 2019 von Verivox und Kreutzer Consulting↩︎

  14. vgl. Monitoringbericht 2019 der Bundesnetzagentur↩︎

  15. vgl. Verivox Stromreport 2019↩︎

  16. https://www.stromnetz-hamburg.de/netznutzung/netznutzungsentgelte↩︎

  17. https://www.strom-report.de/strom↩︎

  18. https://www.pv-magazine.de/2019/12/18/erneuerbare-energien-deckten-2019-fast-43-prozent-des-deutschen-stromverbrauchs/↩︎

  19. https://www.windbranche.de/windenergie-ausbau/deutschland↩︎

  20. https://www.umweltbundesamt.de/daten/energie/energieverbrauch-fuer-fossile-erneuerbare-waerme#textpart-1↩︎

  21. https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/erneuerbare-energien-in-zahlen#waerme↩︎

  22. https://www.pv-magazine.de/2019/12/18/erneuerbare-energien-deckten-2019-fast-43-prozent-des-deutschen-stromverbrauchs/↩︎

  23. vgl.“Erfolgsmessung Markenstatus 2019”, Marktforschungsinstitut mindline energy, Nürnberg 2019↩︎

  24. vgl. Monitoringbericht 2019 der Bundesnetzagentur↩︎

  25. https://www.hamburg.de/bsw/wohnungsbau/4029174/wohnungspolitik/↩︎

  26. vgl. Erste Fortschreibung des Hamburger Klimaplans und Hamburgisches Klimaschutzgesetz – HmbKliSchG↩︎