High-Tech: die geschlossenen Bauweisen

Bei der geschlossenen Bauweise bzw. den unterirdischen Bauverfahren werden dank ausgereifter Technik selbst größte Rohre im Untergrund verlegt, ohne dass man an der Oberfläche davon etwas bemerkt. Besonders umweltschonend dabei: Bäume, die mitunter bei offenen Baugruben im Weg stehen und gefällt werden müssen, bleiben erhalten. Die Beeinflussung des Straßenverkehrs wird minimiert.

Der Vortrieb funktioniert in der Regel wie folgt: Aus einer Startgrube heraus bohrt sich eine sogenannte Vortriebsmaschine ins Erdreich hinein und baut Boden ab. In Hamburg erfolgen solche Arbeiten in Tiefen von bis zu 40 Meter. Der Boden wird beim Abbau entweder durch Zugabe spezieller Werkstoffe verflüssigt, mittels Förderband oder – ähnlich wie im Bergbau – mithilfe einer Lore über die Startgrube abtransportiert. So arbeitet sich die Vortriebsmaschine Stück für Stück voran und schafft Platz für die zu verlegenden neuen Rohrelemente. Diese werden durch mächtige Pressen in den entstehenden Tunnel geschoben. Die Fahrt der Vortriebsmaschine endet stets in einer Zielgrube, aus der sie mithilfe eines Krans wieder nach oben befördert wird.

Zu den geschlossenen Bauverfahren gehört auch das Spülbohrverfahren, welches wir häufig im Trinkwasserleitungsbau bei kleineren Durchmessern anwenden. Dabei wird mit einem steuerbaren Bohrgestänge ein unterirdischer Kanal gebohrt. Beim Rückzug des Gestänges wird umgehend die neue Leitung eingezogen. Baugruben sind dann nur dort erforderlich, wo Schieber und Hydranten eingebaut und Hausanschlüsse angeschlossen werden.