Aus alt mach neu: Schlauchlining und Rohr-Lining

Sonderfälle der geschlossenen Bauweise sind das Schlauchlining und das Rohr-Lining. Dabei wird sozusagen ein Rohr im Rohr gebaut.

Beim Schlauchlining funktioniert das so, dass in einen sanierungsbedürftigen Abwasserkanal ein Schlauch eingezogen wird, der sich von innen an die bestehende Rohrinnenwand legt. Damit er sich wirklich gut an die Rohrinnenwand anschmiegt, wird er prall mit Wasser oder Luft gefüllt. Die verwendeten Schläuche (die sogenannten Liner) sind mit Harz imprägniert. Das Besondere: Das Material reagiert mit Wärme oder Licht und härtet so aus. Ist der Liner vollständig ausgehärtet, hat er sich in ein vollwertiges Rohr verwandelt, welches das sanierungsbedürftige Siel wieder für die nächsten Jahrzehnte ertüchtigt hat.

Das Prinzip "aus alt mach neu" funktioniert aber auch mit einer etwas abgewandelten Technik: dem Rohr-Lining. Dieses Verfahren wird sowohl im Trinkwasser- als auch im Abwassernetz angewendet. Dabei wird der Umstand genutzt, dass aus hydraulischer Sicht teilweise für das neue Rohr kleinere Rohrdurchmesser notwendig sind als beim Altrohr vorhanden. In solchen Fällen kann eine kleinere Leitung in die bestehende Altleitung eingezogen werden. Die Vorteile auch hierbei: Bedeutend weniger Platzbedarf der Baustelle, kürzere Bauzeit und damit insgesamt geringere Behinderungen des Auto- und Gehwegverkehrs.