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Baustart Vera 2: Mehr Schlamm und Energie

Hamburg hat bald die Deutschlandweit größte Anlage zur Klärschlammverbrennung.

Kein Überschuss verpufft

Autor des Inhalts: HAMBURG WASSER. Datum der Veröffentlichung:

Seit 25 Jahren trägt unsere VERA im 24-Stunden-Dauerbetrieb nicht nur dazu bei, dass die Kläranlage energieautark betrieben werden kann, sondern sie bringt sogar noch wertvolle Rohstoffe hervor. Aus den Verbrennungsrückständen der rund 63.000 Tonnen Trockenmasse Klärschlamm, die wir auf Köhlbrandhöft jährlich aufbereiten und entsorgen, lassen sich nämlich Gips, Asche und Phosphor gewinnen. 

Info

Vorbild Vera

Als Entsorgungsfachbetrieb ist VERA nach § 56 KrWG zertifiziert. Die hier eingesetzte Umwelttechnik dient anderen Städten, Kommunen und Verbänden als Beispiel, wenn sie neue Verbrennungsanlagen errichten wollen.

Das Verbrennen des Schlamms erzeugt zudem 89.000 Megawattstunden Strom im Jahr, den wir für den Betrieb der Kläranlage verwenden, aber auch ins Hamburger Netz einspeisen. Damit nicht genug: Unseren Wärmebedarf decken wir komplett aus dem Prozessdampf, der jedes Jahr bei der Verwertung des Klärschlamms entsteht. Überschüssige Wärmeenergie geben wir ans benachbarte Containerterminal ab. Bei uns verpufft überschüssige Energie also nicht ungenutzt.

Bald die größte Anlage Deutschlands

Hier wird gebaut: Das imposante Bohrgerät für die Errichtung der Grundpfeiler für die Erweiterung der VERA ragt rund 40 Meter in die Höhe

Derzeit haben wir noch drei Verbrennungslinien, eine vierte Linie entsteht gerade mit VERA II. Diese betreiben wir ab 2025 als interkommunale Kooperation zusammen mit dem Abwasserzweckverband (AZV) Südholstein und den Entsorgungsbetrieben Lübeck (EBL).

Erzeugung steigt um 50 Prozent

Durch die Erweiterung der VERA steigt die Verbrennungsleistung auf 76.000 Tonnen Trockenmasse pro Jahr, mit Potenzial für noch mehr. Damit begegnet HAMBURG WASSER der Herausforderung, steigende Mengen von Klärschlamm verwerten zu müssen, weil die bisherige landwirtschaftliche Entsorgung vom Gesetzgeber zum Schutz von Boden und Grundwasser nahezu abgeschafft wird.

Gleichzeitig erhöht HAMBURG WASSER mit VERA II seine Energieerzeugungsquote um 50 Prozent. Die Stromerzeugung steigt von 90.000 auf 100.000 Megawattstunden und die Wärme von 100.000 auf etwa 165.000 Megawattstunden pro Jahr. Umgerechnet wäre das die Wärmemenge, die rund 17.000 Haushalte in einem Jahr verbrauchen.

Was genau macht die Vera?

Hintergrund

Bei der Abwasserreinigung  bleibt neben sauberem Wasser, das in die Elbe und damit in den Wasserkreislauf zurückgegeben wird, auch Klärschlamm übrig. Hierin sind Rest- und Schadstoffe konzentriert, die nun fach- und umweltgerecht entsorgt werden müssen. Zunächst wird der noch sehr feuchte Klärschlamm entwässert und getrocknet. 

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Unsere Kolleg:innen Jürgen Letzel und Charlotte Steffens vom Klärwerk Hamburg nehmen dich mit zu Vera aufs Klärwerk Hamburg

Danach ist VERA dran: Sie verbrennt den Schlamm bei mehr als 800 Grad Celsius in sogenannten Wirbelschichtkesseln. Hier sorgt Quarzsand als Energieträger für eine fortwährende Entzündung. Der Vorteil: Wir benötigen für die Verbrennung keine fossilen Brennstoffe mehr. Im Klärschlamm gebundene Schadstoffe wie Mikroplastik werden durch die Hitze zu 99 % vernichtet. Die Abwärme aus dem Verbrennungsprozess nutzen wir übrigens, um neuen Klärschlamm zu trocknen.

Gips und Phosphor für Industrie und Landwirtschaft

Wenn der Schlamm verbrannt wird, entsteht sogenanntes Rauchgas. Es durchläuft in der VERA mehrere Reinigungsstufen, um ihm seine Schadstoffe zu entziehen. Erst danach wird es über einen Schornstein an die Luft abgegeben. Bei der Reinigung sondern sich Reststoffe ab, aus denen wir dann zum Beispiel Gips für die Industrie gewinnen. Übrigens: Die fortlaufend gemessenen Emissionen halten die Grenzwerte der 17. Bundesimmissionsschutzverordnung problemlos ein.

Die Grafik zeigt die Funktionsweise der VERA

Die Asche aus der Schlammverbrennung lagern wir in Aschesilos zwischen, bevor sie weiterverwertet wird. Aus ihr soll zukünftig Phosphor zurückgewonnen werden, dessen Vorkommen weltweit begrenzt ist – ein weiterer Beitrag zur Ressourcenschonung.