Für die hohen Nitratwerte in Deutschlands Grundwasser ist vor allem der übermäßige Düngemitteleinsatz verantwortlich
21.06.2018 - EuGH-Urteil gegen Deutschland

Grundwasserschutz muss endlich ernst genommen werden

In Deutschlands Grundwasser ist zu viel Nitrat. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat Deutschland deshalb verurteilt. Jetzt müssen die Verursacher in die Pflicht genommen werden.


Deutschland verstößt gegen die europäische Nitratrichtlinie zum Schutz der Gewässer – und wurde dafür heute vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) verurteilt. Laut einer Studie des Umweltbundesamtes von Anfang des Jahres überschreiten gut ein Viertel der untersuchten Grundwasservorkommen in der Bundesrepublik den Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter. Regionen mit intensiver Landwirtschaft sind davon besonders betroffen, da hier besonders viel Gülle oder Mist auf den Feldern ausgebracht oder als Mineraldünger für den Obst- und Gemüseanbau verwendet werden.

Anders als in Teilen von Niedersachsen ist das hier in Hamburg allerdings kein Problem. In den wenigen Hamburger Gebieten, in denen Landwirtschaft und Gartenbau betrieben werden, engagiert sich HAMBURG WASSER für einen sparsamen Einsatz von Düngemitteln. Seit 1999 arbeiten wir mit dem Bauernverband und dem Gartenbauverband Nord zusammen. Für Schleswig-Holstein und Niedersachsen gibt es vergleichbare Kooperationen, weil HAMBURG WASSER auch in den benachbarten Bundesländern Grundwasservorkommen nutzt. In den Trinkwasser- und Detailanalysen unserer 16 Wasserwerke legen wir dies transparent und im Detail dar. 

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Während Deutschland nun Geldstrafen in Milliardenhöhe drohen, versucht der Deutsche Bauernverband (DBV) mit Verweis auf das 2017 reformierte Düngemittelrecht zu beschwichtigen. Eine aktuelle Studie im Auftrag des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BdEW) zeigt aber, dass die neue Verordnung die Situation nicht nur kaum verbessern kann – sie wird sich wahrscheinlich noch verschlimmern.

„Damit unser wichtigstes Lebensmittel gesund und sicher bleibt, müssen wir dafür Sorge tragen, nicht noch mehr Nitrat in unsere Grundwasservorkommen einzubringen. Dafür muss der Gesetzgeber den nötigen rechtlichen Rahmen setzen." Ingo Hannemann, technischer Geschäftsführer von HAMBURG WASSER, im Januar 2018

Deshalb setzt sich HAMBURG WASSER für einen stärkeren Schutz der natürlichen Ressource Wasser ein. Wir unterstützen bereits eine Petition des BdEW, an der sich neben dem DVGW und Agrarorganisationen unter anderem auch Naturschutzverbände wie der BUND, Greenpeace und der NaBu beteiligen. Die Initiative setzt sich dafür ein, dass nur so viel Gülle auf den Feldern ausgebracht wird wie Pflanzen und Böden auch aufnehmen können. Zu den konkreten Forderungen zählen unter anderem ein Dünge-Stopp in belasteten Regionen, die Förderung einer umweltverträglichen Landwirtschaft und die Eindämmung des Gülletourismus.




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