Baustellentagebuch

Transportsiel Wallring

Das "Transportsiel Wallring" ist die letzte Sielbaumaßnahme des Innenstadt-Entlastungsprogramms, das seit 2011 in zentralen Bereichen der Stadt vorangetrieben wird. Dabei werden zwei große Abwassersiele in der Innenstadt in unterirdischer Bauweise erstellt. Eines davon, das "Transportsiel Wallring", wird zwischen Stephansplatz und Alter Elbpark verlaufen.

Das neue Siel wird im unterirdischen Vortrieb hergestellt. Der Vortrieb erfolgt in zwei Abschnitten von 600 Metern bzw. 800 Metern Länge und in einer Tiefe von bis zu 25 Meter. Das neue Siel wird aus Stahlbetonrohren mit einem inneren Korrosionsschutz und einem Innendurchmesser von 1,80 Meter hergestellt.

Nachdem im Sommer 2016 mit vorbereitenden Arbeiten wie der Umlegung von Leitungen begonnen wurde, hat Mitte September die Herstellung der Startbaugrube begonnen. Mitte Oktober 2016 starten die Arbeiten zur Herstellung der Zielbaugrube auf der Kreuzung Stephansplatz. Der erste Vortrieb in Richtung Museum für Hamburgische Geschichte soll Ende März 2017 beginnen und Ende Juni die bereits dort vorhandene Zielbaugrube erreichen. Ende Juli 2017 soll dann der Vortrieb in Richtung Stephansplatz starten und die Zielbaugrube am Stephansplatz Ende November 2017 erreichen. Danach müssen noch sieben Kontrollschächte hergestellt und das neue Siel an das vorhandene Netz angeschlossen werden. Das neue Transportsiel soll im Juni 2018 in Betrieb gehen und damit die Gesamtmaßnahme Innenstadt-Entlastungsprogramm abschließen.

Panoramaansicht Baustelle am Holstenwall
Bohrgerät

Dreharbeiten im neuen Sammler

Ein Kamerateam des NDR hat am Donnerstag (12. Oktober) die IEP-Baustelle besucht. Projektleiter Thies-Uwe Kollenkarn hat das Team über die Baustelle geführt. Unten in der Startbaugrube erklärt er das Bauverfahren: „Beim unterirdischen Vortrieb arbeitet sich eine Tunnelbohrmaschine durch den Untergrund. Die Rohre werden dann nacheinander eingepresst. Das übernehmen vier grüne hydraulische Pressen, sogenannte Stempelpressen. Mit einer Kraft von 7000 Kilonewton werden die Rohre in den Tunnel hineingeschoben“. erklärt Kollenkarn.
Vorbei an den Stempelpressen, klettern das Kamerateam und Kollenkarn in das Rohr. Während sie durch die Leitung gehen, werden diese Millimeter für Millimeter nach vorne geschoben. Jede Menge Infrastruktur ist im Tunnelstrang verbaut. Neben Stromleitungen, verläuft hier beispielsweise ein Rohr, welches ein Bentonid-Wassergemisch zum Schneidrad führt. So können die Rohre leichter durch das Erdreich geschoben werden. Alles was die Vortriebsmaschine etliche Meter weiter vorne abräumt muss hingegen aus dem Rohrstrang rausgepumpt werden: Jede Menge Kiesgestein das auf Chipsgröße gebrochen wird, poltern während der Dreharbeiten durch eine große Leitung zurück zur Separationsanlage, wo sie dann auf das Bodenlager abgeworfen werden. „All diese Leitungen halten den Vortrieb am Leben“, betont Kollenkarn.
Bis zur Vortriebsmaschine kommt das Kamerateam nicht; dort im Bereich des Abraumes durch das Schneidrad wird unter Druckluft gearbeitet.  Der Vortrieb ist mittlerweile bei 603 Metern. 207 Meter bis zur Zielbaugrube am Stephansplatz sind noch zu aufzufahren."

 

 

 

Kontrollschächte werden gebaut

Das Innenstadtentlastungsprogramm (IEP) nimmt weiter Form an. Zurzeit werden auf der Baustelle zwischen dem Stephansplatz und dem Museum für Hamburgische Geschichte drei Schächte gebaut. Die senkrechten Zugangs- und Kontrollschächte mit einem Durchmesser von zweieinhalb Metern werden aus mehreren Einzelelementen zusammengesetzt, die in der Summe dann etwa 100 Tonnen auf die Waage bringen. Mit Hilfe einer Stahlschneide wird der Absenkschacht abgeteuft. Das bedeutet, dass der Schacht an der gewünschten Stelle auf den Erdboden abgesenkt wird und daraufhin der Boden im Inneren des vorgefertigten Bauteils abgetragen wird. Die zusammengesetzten Stahlbetonringe sinken nach dem Abtragen des Bodens und einer Schmierung mit Bentonit gleichmäßig ein, bis die Tiefe des darunterliegenden Siels erreicht ist.  Auf Grund der Bodenbeschaffenheit an der Stelle muss in diesem Fall ein Zusatzballast von etwa 60 Tonnen angebracht werden, damit der Schacht in die harte, dicht gelagerte und schwere Mergelbodenschicht eindringen kann. Diese Schächte ermöglichen den Einstieg bei Kontrollgängen des eigentlichen Abwassersammlers, werden unter anderem aber auch genutzt, um die Siele zu belüften und dienen im Notfall als Flucht- und Rettungswege.

Der Zusatzballast wird mit einem Kran auf den Schacht gesetzt und befestigt

04.08.2017 Neue Zähne für "Kiki"

Aktivierung erforderlich

Nach Ihrer Zustimmung werden alle Vimeo-Videos auf www.hamburgwasser.de aktiviert. Wir weisen Sie darauf hin, dass dann Daten an Youtube übermittelt werden. Sie können dies auf der Datenschutzseite rückgängig machen.

OK Datenschutz

Aktivierung erforderlich

Baustelle Holstenwall: Austausch des Schneidwerkzeugs bei Vortriebsmaschine "Kiki"

21.07.2017 BEREIT MACHEN FÜR DEN ZWEITEN BAUABSCHNITT

Nachdem "Kiki" letzte Woche die Zielbaugrube am Museum für Hamburgische Geschichte erreicht hat, laufen nun die Vorkehrungen für den zweiten Bauabschnitt. In zwei Wochen soll der Vortrieb in Richtung Stephansplatz starten. Während in der Startbaugrube am Holstenwall gerade der Rückbau der alten Anfahrtskonstruktion für den ersten Vortrieb läuft, wird parallel in der Zielbaugrube am Stephansplatz alles für "Kikis" Ankunft Ende November vorbereitet.  Da "Kiki" einige Meter unterhalb des Geststammsiels aus den 1870er Jahren in die Zielbaugrube einfahren wird, muss dieses zunächst teilweise abgebrochen und umgebaut werden. Andernfalls wäre es unmöglich, "Kiki" nach Ankunft aus der engen Baugrube zu heben.

Abbruch der Anfahrtskonstruktion

Rückbau des drei Meter hohen Geeststammsiels

5.7.2017 "Kiki" schafft den Durchbruch - Letztes Teilstück des Innenstadt-Entlastungsprogramms steht bevor

Der unterirdische Vortriebsbohrer „Kiki“ hatte sich Ende April auf den Weg vom Sievekingsplatz in Richtung Museum für Hamburgische Geschichte gemacht. Letzte Woche folgte dann der Durchbruch  in die erste Zielgrube in der Nähe des Museums. Als nächstes wird der Tunnelbohrer an seinen Ausgangspunkt am Holstenwall zurückgebracht. Von da aus soll er sich dann in bis zu 30 Metern Tiefe auf der nächsten etwa 800 Meter langen Strecke bis zum Stephansplatz vorarbeiten.

Bevor es weiter gehen kann, müssen  zunächst der Zustand des Schneidwerkzeugs überprüft und möglichweise auch einzelne sogenannte Abräumdisken ausgetauscht werden (siehe Fotos). Während der Beginn des nächsten  Abschnitts für Anfang August geplant ist, soll der Vortrieb bis zum Ende des Jahres sein Ziel erreichen.

Im Rahmen des Innenstadt-Entlastungsprogramms (IEP) hat HAMBURG WASSER bereits im Jahr 2011 begonnen, am Holstenwall zwei Sammler mit einem Durchmesser von bis zu 2,40 Metern zu bauen. Diese sogenannten Abwasserautobahnen sollen das Sielnetz entlang des Isebekkanals entlasten und so besonders bei Starkregenfällen Mischwasserüberläufe verhindern. Das Transportsiel Wallring ist der letzte Abschnitt im Rahmen des Innenstadt-Entlastungsprogramms.

"Kiki" nach dem Durchbruch in die Zielgruppe

Der Bohrkopf des Vortriebs nach getaner Arbeit

Taufe der Vortriebsmaschine Kiki

Aktivierung erforderlich

Nach Ihrer Zustimmung werden alle Vimeo-Videos auf www.hamburgwasser.de aktiviert. Wir weisen Sie darauf hin, dass dann Daten an Youtube übermittelt werden. Sie können dies auf der Datenschutzseite rückgängig machen.

OK Datenschutz

Aktivierung erforderlich

Taufpatin Jacqueline Alexandra Stüven wünscht den Mineuren allzeit gute Fahrt und gute Ankunft am Ziel.

Aktivierung erforderlich

Nach Ihrer Zustimmung werden alle Vimeo-Videos auf www.hamburgwasser.de aktiviert. Wir weisen Sie darauf hin, dass dann Daten an Youtube übermittelt werden. Sie können dies auf der Datenschutzseite rückgängig machen.

OK Datenschutz

Aktivierung erforderlich

Sie tauft die Vortriebsmaschine auf den Namen Kiki.

Betonpumpe in der Startbaugrube

Aktivierung erforderlich

Nach Ihrer Zustimmung werden alle Vimeo-Videos auf www.hamburgwasser.de aktiviert. Wir weisen Sie darauf hin, dass dann Daten an Youtube übermittelt werden. Sie können dies auf der Datenschutzseite rückgängig machen.

OK Datenschutz

Aktivierung erforderlich
30 LKW-Ladungen Beton für die Baugrubensohle

22.2.2017 Baustelle Holstenwall

Seit drei Tagen arbeiten die Taucher im Zweischichtbetrieb im trüben Wasser der Baugrube. Nachdem in einem ersten Arbeitsschritt festgestellt wurde, dass die Baugrube bis auf die geplante Tiefe von 27 Metern ausgehoben und der Aushub parallel zur Bohrpfahlwand erfolgt ist, werden jetzt die Zwischenräume der Bohrpfähle gesäubert, damit die Unterwasserbetonsohle an allen Stellen der Wandung sich mit der Bohrpfahlwand verbinden kann und damit wasserdicht wird.

Der Taucher ist über Funk ständig mit seinen Kollegen verbunden. Über einen Schlauch wird er mit Atemluft versorgt. Das Boden-/Wassergemisch, das der Taucher aus den Zwischenräumen der Bohrpfähle entfernt, wird in zwei Separationscontainer, in denen sich der Boden absetzt, gepumpt. Diese Container werden auch beim späteren Vortrieb genutzt, um den abgebauten Boden vom Bentonit abzutrennen. Das Bentonit, ein spezielles Tongemisch, vermindert u.a. die Reibung und sorgt dafür, dass der Rohrstrang beim Vortrieb durch das Erdreich geschoben werden kann.

Steuerstand Taucher

In der 27 Meter tiefen Baugrube befindet sich bis etwa zur Hälfte trübes Wasser. Die Tiefe, in der die Taucher arbeiten, wird ständig überwacht. Je nach Wassertiefe, in der die Taucher arbeiten und der Zeit, die sie unter Wasser bleiben, ist beim Auftauchen aus Sicherheitsgründen auf eine ausreichende Dekompression, also Druckausgleich zu achten. Die Taucher dürfen bis zu einer Wassertiefe von 15 Metern und einer Tauchzeit von einer Stunde direkt auftauchen, ohne einen Stopp zur Dekompression einzulegen.

Die Taucher arbeiten in der Baugrube bis zu einer Tauchtiefe von 12 Metern und können bis zu 3 Stunden unter Wasser bleiben. Sie müssen dann in einer Tauchtiefe von 5 Metern einen Stopp zur Dekompression für knapp sechs Minuten einlegen. Würden die Taucher länger als 3 Stunden unter Wasser bleiben, verlängert sich die Dekompressionszeit und der Taucher dürfte an diesem Tag keinen weiteren Tauchgang machen.

Blick in die Baugrube Holstenwall mit Taucherponton.
Separationscontainer

17.2.2017 Baustelle Holstenwall

In einem ersten Schritt wurden für die Startbaugrube des unterirdischen Vortriebs 56 Bohrpfähle mit einem Durchmesser von 1,20 Meter und einer Länge von 33 Meter gebohrt. Es wurde eine so genannte überschnittene Bohrpfahlwand hergestellt, bei der jeder zweite Bohrpfahl durch eine Stahlbewehrung verstärkt wurde. Durch das Überschneiden der Bohrpfähle entsteht eine nach Außen wasserdichte Wand. Anders als bei der Baugrube am Stephansplatz kann hier auf eine Aussteifung verzichtet werden. Die Bohrpfähle sind kreisförmig angeordnet, wodurch die Bohrpfahlwand selbst stabilisiert.

Blick in die Baugrube Holstenwall, die etwa bis zur Hälfte mit Grundwasser gefüllt ist.
Prinzip der überschnittenen Bohrpfahlwand

Mit einem Schlitzwandgreifer wird der Boden bis zu einer Tiefe von 27 Metern ausgebaggert.

Wenn die Baugrube bis auf die notwendige Tiefe ausgebaggert ist, kommt ein Taucher zum Einsatz der überprüft, ob der Schlitzwandgreifer den Boden wie geplant parallel zur Bohrpfahlwand heraus geholt hat. Zusätzlich reinigt der Taucher die unter Wasser befindlichen Zwischenräume der Bohrpfahlwand. Auch diese Baugrube bekommt eine Betonsohle, die 2,50 Meter stark sein wird. Um diese mit der Bohrpfahlwand zu verbinden, setzt der Taucher Kernbohrungen und in diese kurze Stahlrohre mit einem Durchmesser von 90 Zentimetern, die er mit unter Wasser aushärtendem Schnellzement fixiert. Diese Stahlrohre werden in die Betonsohle einbetoniert und sorgen für die stabile Verbindung der Sohle mit der Wand. Übrigens, bei all diesen Arbeiten kann der Taucher im trüben Wasser nichts sehen. Er muss sich voll auf seinen Tastsinn verlassen.

Der Taucher ist auch beim nächsten Arbeitsschritt gefragt. Die Unterwasser-Betonsohle wird mit einem Spezialbeton, der unter Wasser aushärtet, hergestellt. Ob die Sohle gleichmäßig und eben hergestellt wurde, prüft der Taucher wieder durch Abtasten.

Nach rund einer Woche erreicht der Spezialbeton eine Festigkeit, die es ermöglicht, das noch in der Baugrube befindliche Wasser heraus zu pumpen. Nach rund einem Monat hat die Betonsohle ihre maximale Festigkeit erreicht. Dann kann in der Startbaugrube die Pressvorrichtung und die Vortriebsmaschine installiert werden und der unterirdische Vortrieb beginnen. Dies ist für Ende März 2017 geplant.

Bohrkerne der Kernbohrungen für die Stahlrohre zur Verbindung von Bohrpfahlwand und Betonsohle

HAMBURG WASSER-Bauleiter Thies-Uwe Kollenkarn vor dem Schlitzwandgreifer