Läuft wieder: Sanierungsarbeiten Pumpwerk Hafenstraße

Nach rund zwei Monaten läuft unser Pumpwerk in der Hafenstraße wieder auf Volllast. Wegen der Sanierung wurden die Pumpen von Mitte Januar bis Mitte März abgeschaltet. Infos und ein Update zu dieser Baumaßnahme geben wir an dieser Stelle.

Bis zu 7.000 Liter Abwasser befördert unser Pumpwerk Hafenstraße pro Sekunde unter der Elbe zum Klärwerk Hamburg. Damit das auch in Zukunft klappt, mussten wir das Herz unserer Abwasserentsorgung in der Hafenstraße aufwendig reinigen und modernisieren. Für den ersten Bauabschnitt mussten die Pumpen vom 18. Januar bis 17. März ruhen. Ab sofort laufen sie wieder auf Volllast.

Arbeiten im Winter sind kein Zufall

Damit das Abwasser aus den Haushalten weiterhin ohne Probleme abfließen konnte, hat es in dieser Zeit eine Umleitung durch die Stadt genommen. Dazu wurden Dammbalken und Dichtkissen in den Zuläufen zum Pumpwerk eingebracht.

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Umbauarbeiten am Pumpwerk Hafenstraße

Dass die Arbeiten im Januar begonnen haben, ist kein Zufall: Wegen der kalten Temperaturen konnten sich potenzielle Gerüche in der Nachbarschaft des Pumpwerks weniger stark verbreiten. Außerdem ist die Regenwahrscheinlichkeit in den Wintermonaten in Hamburg geringer. Starke Regenfälle hätten zu einem erhöhten Zufluss in das Hamburger Kanalisationsnetz geführt.

Eine Maßnahme, drei Teilprojekte

Um die Belastung von Nachbarschaft und die Kosten möglichst gering zu halten, wurden in den acht Wochen gleich drei Projekte planmäßig umgesetzt.

Reinigung und Inspektion der Sielzusammenführung

Unter dem im Jahr 1958 in Betrieb genommenen Pumpwerk treffen drei Hauptadern der Hamburger Kanalisation aufeinander: Das Kuhmühlen- und das Geeststammsiel sowie der Silbersackstollen. Sie haben alle einen Durchmesser von etwa drei Metern und transportieren nahezu das gesamte Abwasser der Innenstadt. Das Gemäuer wurde einmal gründlich von Fett und Sand befreit und inspiziert. Insgesamt 700 Tonnen Sand und Fett konnten wir rausholen – ganze 300 Tonnen mehr als gedacht. Außerdem wurde eine Trennwand eingezogen. So kann der Betrieb auf der einen Seite weiterlaufen, während an der anderen gearbeitet wird.

Sanierung der Druckleitung Hafenstraße 

Während das Abwasser an anderer Stelle lief, konnten wir an die rund 1.200 Meter lange Druckleitung ran. Sie verläuft in der Hafenstraße und der Großen Elbstraße und macht einen Teil der Strecke zwischen Pump- und Klärwerk aus. Saniert wurde im sogenannten Schlauchliner-Verfahren, das durch die geschlossene Bauweise besonders den Verkehr schont. Dabei wird ein Schlauch in die Leitung eingeführt. Dieser legt sich von Innen an die Rohrwand und wird ausgehärtet. So entsteht ein neues Rohr im alten. In acht Einzelabschnitten konnte diese Maßnahme durchgeführt werden. Dabei wurde der längste Schlauch mit 232 Metern und 60 Tonnen direkt am Fischmarkt eingesetzt.

Sanierung des Druckausgleichturms

Druckausgleichturm – noch so ein Wortungetüm, dabei verrät es ziemlich genau seine Funktion. In der Hafenstraße kommt das Abwasser im freien Gefälle an und wird dann vom Pumpwerk in eine Druckleitung zum Weitertransport gefördert. Wichtig bei diesem Schritt ist der Druckausgleichsturm. In dem senkrecht stehenden Turm steigt und sinkt das Abwasser, um den Druck zwischen Pumpwerk und der weiterführenden Druckleitung auszugleichen. Zur Sanierung haben wir Polymerbetonringe mit einem kleineren Durchmesser eingesetzt. Übereinandergestapelt ist so ein neuer Turm im alten entstanden.

Sorgt für Abfluss Richtung Klärwerk: Das Pumpwerk Hafenstraße von außen

Was ist die Aufgabe des Pumpwerks?

Das Pumpwerk an der Hafenstraße hat für die Hamburger Abwasserentsorgung eine zentrale Funktion: Über drei Hauptadern der Hamburger Kanalisation läuft hier ein Großteil des Abwassers aus Haushalten nördlich der Elbe zusammen. Vom Pumpwerk geht’s dann weiter per Druckleitung unter der Elbe zum Klärwerk Hamburg auf der anderen Seite des Altona Balkons.

Warum wird das Pumpwerk jetzt saniert?

Das Pumpwerk an der Hafenstraße ist Teil eines mehr als 6.000 kilometerlangen Abwassersystems in Hamburg. Da sich am Pumpwerk nahezu das gesamte Abwasser der Hamburger Innenstadt sammelt, nimmt es eine besondere Schlüsselfunktion in der Abwasserentsorgung ein.

Wieso entstehen überhaupt Gerüche?

Grundsätzlich kann jeder einen Beitrag dazu leisten, unangenehme Gerüche aus der Kanalisation zu verringern: Denn ein Grund für die Geruchsentwicklung sind Fette und Öle, die unsachgemäß über den Abfluss in der Spüle oder der Toilette entsorgt werden. Töpfe oder Pfannen sollten beispielsweise vor dem Abwaschen mit Küchenpapier ausgewischt werden, um überschüssiges Fett und Öl zu entfernen. Gelangen weniger dieser Stoffe in die Kanalisation, entsteht weniger Schlamm, der bei geringer Fließgeschwindigkeit ausfaulen und Gerüche entwickeln kann.