Sanierungsarbeiten Pumpwerk Hafenstraße

Wegen der Sanierung unseres Pumpwerks in der Hafenstraße kann es von Mitte Januar bis Mitte März vereinzelt zu unangenehmen Gerüchen in der Nachbarschaft des Pumpwerks, auf St. Pauli, am Baumwall und in Teilen der Hafencity kommen. Infos und Antworten auf die wichtigsten Fragen geben wir an dieser Stelle.

7.000 Liter Abwasser befördert unser Pumpwerk Hafenstraße pro Sekunde unter der Elbe zum Klärwerk Hamburg. Damit das auch in Zukunft klappt, müssen wir das Herz unser Abwasserentsorgung in der Hafenstraße jetzt aufwendig reinigen und modernisieren. Dafür müssen die Pumpen ab Montag, den 18. Januar, für rund acht Wochen ruhen.

Damit das Wasser aus den Haushalten weiterhin ohne Probleme abfließt, nimmt es in dieser Zeit eine Umleitung durch die Stadt. Dazu werden Dammbalken und Dichtkissen am Pumpwerk eingebracht. Die Stauung kann unter gewissen Witterungsbedingungen zu Gerüchen in der Nachbarschaft des Pumpwerks, auf St. Pauli, am Baumwall und in Teilen der Hafencity führen.

Arbeiten im Winter sind kein Zufall

Dass die Arbeiten im Januar beginnen, ist kein Zufall: Wegen der kalten Temperaturen entfalten sich Gerüche weniger stark. Außerdem ist die Regenwahrscheinlichkeit in den Wintermonaten in Hamburg geringer. Starke Regenfälle würden zu einem erhöhten Zufluss in das Hamburger Kanalisationsnetz führen. 

Um die Belastung von Nachbarschaft und die Kosten möglichst gering zu halten, werden in den folgenden acht Wochen gleich drei Projekte parallel erledigt.

Reinigung und Inspektion der Sielzusammenführung

In der Sielzusammenführung kommen drei Hauptadern der Hamburger Kanalisation an. Sie transportieren nahezu das gesamte Abwasser der Innenstadt. Jetzt wird das Gemäuer einmal gründlich von Fett und Sand befreit und inspiziert.

Sanierung der Druckleitung Hafenstraße 

Während das Abwasser an anderer Stelle läuft, können wir an die Druckleitung ran. Sie verläuft in der Hafenstraße und der Großen Elbstraße und macht einen Teil der Strecke zwischen Pump- und Klärwerk aus. Saniert wird im sogenannten Schlauchliner-Verfahren, das besonders den Verkehr schont. Ein Schlauch wird in die Leitung eingeführt. Dieser legt sich von Innen an die Rohrwand und wird ausgehärtet. So entsteht ein neues Rohr im alten.

Sanierung des Druckausgleichturms

Druckausgleichturm – noch so ein Wortungetüm, dabei verrät es ziemlich genau seine Funktion. In der Hafenstraße kommt das Abwasser im freien Gefälle an und wird dann vom Pumpwerk in eine Druckleitung zum Weitertransport gefördert. Wichtig bei diesem Schritt ist der Druckausgleichsturms. In dem senkrecht stehenden Turm steigt und sinkt das Abwasser, um den Druck zwischen Pumpwerk und der weiterführenden Druckleitung auszugleichen. Zur Sanierung setzen wir Polymerbetonringe mit einem kleineren Durchmesser ein. Übereinandergestapelt ergeben sie einen neuen Turm im alten.

Sorgt für Abfluss Richtung Klärwerk: Das Pumpwerk Hafenstraße von außen

Was ist die Aufgabe des Pumpwerks?

Das Pumpwerk an der Hafenstraße hat für die Hamburger Abwasserentsorgung eine zentrale Funktion: Über drei Hauptadern der Hamburger Kanalisation läuft hier ein Großteil des Abwassers aus Haushalten nördlich der Elbe zusammen. Vom Pumpwerk geht’s dann weiter per Druckleitung unter der Elbe zum Klärwerk Hamburg auf der anderen Seite des Altona Balkons. 

Warum wird das Pumpwerk jetzt saniert?

Das Pumpwerk an der Hafenstraße ist Teil eines mehr als 6.000 kilometerlangen Abwassersystems in Hamburg. Da sich am Pumpwerk nahezu das gesamte Abwasser der Hamburger Innenstadt sammelt, nimmt es eine besondere Schlüsselfunktion in der Abwasserentsorgung ein. Den nun starteten Arbeiten am Pumpwerk Hafenstraße sind umfassende baulichen Maßnahmen im Sielnetz vorausgegangen. 

Den Zeitpunkt haben wir aber auch aus einem anderen Grund gewählt: Im Winter ist der Geruch nicht so leicht wahrnehmbar, außerdem sind starke Regenfälle, die im Innenstadtbereich ins Abwassersystem geleitet werden, in dieser Zeit seltener.

Wieso entstehen die Gerüche?

Die Abwasserentsorgung ist während der gesamten Baumaßnahme ausnahmslos sichergestellt. Für die Arbeiten muss der Zufluss zum Pumpwerk jedoch unterbrochen werden. Dazu werden Dammbalken und Dichtkissen am Pumpwerk eingebracht. Aufgrund dieser Stauung kann es vereinzelt zu wahrnehmbaren Gerüchen aus der Kanalisation kommen. 

Durch das Einstauen des Wassers verlangsamt sich dessen Fließgeschwindigkeit. Dadurch setzt sich Schlamm am Boden der Kanalisation ab und natürliche Fäulnisprozesse nehmen zu. Das kann zu Gerüchen führen, die unter gewissen Witterungsbedingungen an der Oberfläche wahrnehmbar sein können.

Grundsätzlich kann jeder einen Beitrag dazu leisten, unangenehme Gerüche aus der Kanalisation zu verringern: Denn ein Grund für die Geruchsentwicklung sind Fette und Öle, die unsachgemäß über den Abfluss entsorgt werden. Töpfe oder Pfannen sollten beispielsweise vor dem Abwaschen mit Küchenpapier ausgewischt werden, um überschüssiges Fett und Öl zu entfernen. Gelangen weniger dieser Stoffe in die Kanalisation, entsteht weniger Schlamm, der bei geringer Fließgeschwindigkeit ausfaulen und Gerüche entwickeln kann.

Wo tritt der Geruch auf?

Der entstehende Geruch wird voraussichtlich bis Mitte März vereinzelt um das Pumpwerk, auf St. Pauli, am Baumwall und in Teilen der Hafencity wahrnehmbar sein. 

Wie lange dauert die Maßnahme?

Das Pumpwerk wird voraussichtlich für acht Wochen außer Betrieb genommen. Danach fließt das Abwasser wieder wie gewohnt unter der Elbe zum Klärwerk Hamburg.

Pressemitteilung