Nationale Wasserstrategie

Mikroplastik und Co. an der Quelle reduzieren

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat am 8. Juni die Nationale Wasserstrategie vorgestellt. HAMBURG WASSER begrüßt die Ansätze grundsätzlich. Jetzt heißt es handeln – vor allem bei den Themen Spurenstoffe und Nutzungskonflikte.

Ein nachhaltiger Umgang mit Wasser bis 2050 – das ist das Ziel der Nationalen Wasserstrategie, die Bundesumweltministerin Svenja Schulze jetzt vorgelegt hat. So sollen die natürlichen Wasserreserven Deutschlands gerade auch mit Blick auf den Klimawandel gesichert werden. Neben der Vorsorge gegen Wasserknappheit beschäftigt sich das Papier auch mit der Frage, wie Nutzungskonflikten vorgebeugt werden kann und der Zustand der Gewässer und die Wasserqualität verbessert werden können. 

Beim Thema Wasserqualität bereiten HAMBURG WASSER vor allem Düngemittel, Pestizide, Rückstände von Medikamenten sowie Mikroplastik und Süßstoffe Sorgen. Solche Spurenstoffe sind mikroskopisch klein. Als Schadstoffe gelangen sie über verschiedene Wege ins Wasser – und könnten langfristig die Grundwasserqualität beeinflussen. 

Spurenstoffe wie Düngemittel oder Mikroplastik sollten vermieden werden, bevor sie im Klärwerk aufwendig gefiltert werden müssen

Kommunale Kläranlagen sind kein Reparaturbetrieb 

"Die Bundesregierung ist gefordert, den Eintrag der für die Gewässer problematischen Stoffe, wie zum Beispiel Arzneimittel, Mikroplastik oder Pestizide, bereits an der Quelle zu reduzieren", sagt Nathalie Leroy, Geschäftsführerin bei HAMBURG WASSER und amtierende Vizepräsidentin des Branchenverbandes BDEW.  

Auf anderem Weg blieben die Kläranlagen auf den Kosten aufwendiger Filtrationen sitzen – mit der Folge einer deutlichen Preissteigerung für die Abwasserreinigung und wenig Anreiz für die Industrie. Kommunale Kläranlagen sind aus der Sicht von HAMBURG WASSER jedoch kein Reparaturbetrieb: Verursacher müssen in die Pflicht genommen werden. Leroy: „Zudem muss ein herstellerbezogenes Modell zur Finanzierung von Anlagen zur Abwasserreinigung eingeführt werden, das verursachergerechte Anreize zur Verminderung von Spurenstoffen bietet.“ 

Kommunale Trinkwasserversorgung an erster Stelle   

In Hamburg schaffen wir es, das Grundwasserdargebot nachhaltig zu bewirtschaften. Deshalb können wir (bisher) den Wasserhahn aufdrehen und es läuft. In anderen Regionen Deutschlands ist das nicht immer so selbstverständlich. Besonders in intensiven Hitzephasen ist Wasserknappheit keine Seltenheit mehr. Um der temporären Knappheit zu begegnen, wurde daher zum Beispiel das Rasensprengen, Autowaschen oder Poolauffüllen verboten. 

Klar ist für uns, dass die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser für den menschlichen Gebrauch –  also Trinkwasser, aber auch Wasser für die Körperhygiene etc. –  immer an erster Stelle stehen muss. Dieser Vorrang muss auch im Vollzug und bei der Ausgestaltung sowie Genehmigung der Wassernutzungsrechte konsequent umgesetzt werden.