Hamburger Trinkwasser ist sicher

Multiresistente Keime in Oberflächengewässern

Trinkwasserqualität

HAMBURG WASSER gewinnt das Trinkwasser zu 100 Prozent aus Grundwasser. Im Gegensatz zu Oberflächenwasser – zum Beispiel Wasser aus Flüssen oder Talsperren – ist Grundwasser durch natürliche Barrieren vor möglichen Schadstoffeinträgen gut geschützt. Das Hamburger Trinkwasser wird permanent überwacht – an den Grundwassermessstellen, den rund 400 Brunnen, den 17 Wasserwerken und am Zapfhahn von über 200 Gebäuden in der Stadt. Dabei wird es auf unterschiedlichste Inhaltsstoffe und Mikroorganismen untersucht, die sogenannten mikrobiologischen Parameter. Diese geben verlässliche Anhaltspunkte für ein mögliches Vorkommen von Krankheitserregern, was multiresistente Keime einschließt. Eine Belastung des Hamburger Trinkwassers mit gesundheitsgefährdenden Keimen würde daher frühzeitig und zuverlässig aufgedeckt.

 

Reinigung des Abwassers

Das Klärwerk Hamburg ist auf dem Stand der Technik und erfüllt alle gesetzlichen Anforderungen, was die Reinigungsleistung angeht. In vielen Fällen übertrifft seine Reinigungsleistung sogar die gesetzlichen Vorgaben. Das Klärwerk Hamburg senkt somit die im Abwasser enthaltenen organischen und anorganischen Schadstoffe spürbar. Schadstoffe (z.B. Medikamentenrückstände, Mikroplastik oder auch Keime) werden bei der Abwasserreinigung stark reduziert, im Klärschlamm aufkonzentriert und anschließend in der Klärschlammverbrennungsanlage unschädlich gemacht. Dennoch verbleiben Spuren der Schadstoffe im Wasser und finden über den Kläranlagenablauf den Weg ins Gewässer (in Hamburg: Elbe). Das ist keine Hamburger Besonderheit, sondern gilt für alle Kläranlagen in Deutschland.

Mit dem Ziel, derartige Gewässerbelastungen zu vermeiden, werden in der öffentlichen Diskussion häufig technische Erweiterungen der öffentlichen Kläranlagen gefordert (sog. 4. Reinigungsstufe). Das Problem: Bislang gibt es keine Technologie, die als erweiterte Reinigungsstufe alle Substanzen zu hundert Prozent aus dem Abwasser entfernt. Demgegenüber stehen beträchtliche Investitions- und Betriebskosten, die mit den derzeit verfügbaren technischen Lösungen einhergehen.

Das Beispiel der multiresistenten Keime zeigt daher: Der Schutz unserer Gewässer ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Damit Keime im Abwasser möglichst frühzeitig reduziert werden, muss an der Quelle der Verursacher angesetzt werden (Krankenhäuser, Korrekte Medikamentenentsorgung, Altenheime, Landwirtschaft). Gelebtes Verursacherprinzip und offener Dialog mit allen Beteiligten ist das Ziel, statt eine Problemlösung einseitig von der Wasserwirtschaft zu erwarten. Am Ende hieße dies, den Verbraucher als Abwasserkunden mit den Kosten der Problembeseitigung allein zu belasten – ohne das Problem tatsächlich zu 100 Prozent zu lösen.