Trinkwasserversorgung

Hamburgs Grundwasser-Vorräte sind gefüllt


Jede Menge Sonne und kaum ein ergiebiger Regen: Es war der heißeste Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Und auch der Sommer 2018 ist vielen Menschen als Ausnahmesommer noch gut in Erinnerung. Wegen der anhaltenden Trockenheit wurde in einigen Gemeinden Deutschlands das Trinkwasser knapp. Auch in Hamburg sind an heißen Tagen alle Anlagen voll ausgelastet. Dabei steht grundsätzlich genügend Grundwasser zur Verfügung.

Am 25. Juni wurden rund 432.000 Kubikmeter Wasser in das Trinkwassernetz gespeist. Ein Rekordwert – der durchschnittliche Tagesabsatz in den letzten 10 Jahren liegt bei 322.000 Kubikmetern und bleibt selbst im Sommer meist deutlich unter 400.000 Kubikmetern. Im vergangenen Jahr wurden an insgesamt 21 Tagen mehr als 400.000 Kubikmeter Wasser abgegeben. Ein noch nie dagewesener Spitzenwert. Anlass zu Einschränkungen wie in anderen Städten Deutschlands gab es in Hamburg aber trotz großem Durst nicht: „Grundsätzlich steht in unseren Gewinnungsgebieten ausreichend Grundwasser zur Verfügung – selbst für Tage mit Spitzenverbrauch. Für die Deckung des Wasserbedarfs an Spitzentagen müssen allerdings ausreichende Förderkapazitäten zur Verfügung stehen. Im Ausnahmesommer des vergangenen Jahres mussten hierfür alle verfügbaren Brunnen betrieben werden“, erklärt Frank Skowronek von der Stabsstelle Grundwassermanagement bei HAMBURG WASSER. Wie viel Wasser aus den Tiefen der Erde gefördert werden kann, hängt ab von dem Grundwasservorrat, der sich durch Regen immer wieder erneuert. Auch die Brunnen haben einen Einfluss auf die Fördermenge. Damit die Versorgung auch künftig sicher ist, müssen alte, in der Leistung nachlassende Brunnen ersetzt und dafür neue Standorte gefunden werden. Denn der Verbrauch in Hamburg steigt. Schuld sind nicht die heißen Sommer, sondern die Bevölkerungsentwicklung. Weil immer mehr Menschen in der Hansestadt leben, müssen auch die Förderkapazitäten der Brunnen ausgebaut werden.

Grundwasser entsteht im Winterhalbjahr

„Wir gehen im Moment davon aus, dass die heißen und trockenen Sommer keine nennenswerten Auswirkungen auf die Neubildung von Grundwasser haben“, sagt Skowronek. Denn die Regenfälle im Sommer tragen kaum zum Entstehen von Grundwasser bei. Der Regen zwischen Mai und Oktober verdunstet oder wird von Pflanzen aufgebraucht bevor er zur Grundwasserneubildung beitragen kann. Das Grundwasser bildet sich fast ausschließlich aus dem Regen, der im Winterhalbjahr versickert. Dabei sickert das Wasser, welches nicht verdunstet, durch Pflanzen verbraucht oder in Gewässer abfließt, durch die verschiedenen Erdschichten aus Sand, Kies oder auch Lehm und wird dabei gefiltert und gereinigt. Die Abwärtsbewegung des Sickerwassers endet dann, wenn es auf die Grundwasseroberfläche trifft. HAMBURG WASSER nutzt zur Trinkwassergewinnung vor allem tief liegende, gut geschützte Grundwasserreservoire zwischen etwa 100 bis 400 Meter unter der Erdoberfläche. Wenn das Wasser aus den Tiefbrunnen entnommen wird, war es Jahre, Jahrzehnte und auch Jahrhunderte unterwegs. „Die Grundwasserneubildung ist in unseren Gewinnungsgebieten über Jahre und Jahrzehnte betrachtet mehr oder weniger konstant. An der Oberfläche kann ein anderer Eindruck entstehen. Im Jahresverlauf kommt es vor, dass in heißen Sommern auch mal kleine Bäche austrocken. Die speisen sich aus oberflächennahen Grundwasservorkommen, welche saisonalen Einflüssen unterliegen. Die für die Trinkwassergewinnung hauptsächlich genutzten tiefen Reservoire sind davon wenig betroffen. Diese reagieren auf langfristige Ereignisse, zum Beispiel über mehrere Jahre anhaltendes Ausbleiben von Winterniederschlägen“, sagt Frank Skowronek.

Pro Jahr fallen in Hamburg durchschnittlich etwa 770 Millimeter Regen, dies entspricht 770 Liter pro Quadratmeter. Von den 770 Litern Regen kommen etwa 260 Liter im Grundwasser an. In den Gewinnungsgebieten von HAMBURG WASSER in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist ein Grundwasservorrat von rund 700 Millionen Kubikmeter verfügbar. Davon entnimmt HAMBURG WASSER zur Trinkwasserversorgung rund 120 Millionen Kubikmeter jährlich. Dazu kommen gewerbliche Entnahmen zum Beispiel durch Landwirtschaft oder Industriebetriebe.

Als lokaler Versorger setzt sich HAMBURG WASSER besonders für den Schutz des Grundwassers ein. Denn auch künftig soll sauberes, gesundes Wasser aus dem Hahn kommen. Ein Instrument dafür ist die Einrichtung von Wasserschutzgebieten, insbesondere dort wo das Grundwasser nicht ausreichend durch Deckschichten geschützt ist. Anfang Juli hat der Hamburger Senat in Eidelstedt / Stellingen ein neues Schutzgebiet ausgewiesen. Damit sind heute rund 13 Prozent der Hamburger Fläche Wasserschutzgebiet.

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