Klimawandel

Kooperation zur Rettung des Heidemoors

Klimawandel, Landwirtschaft in der Nachbarschaft und alte Entwässerungsgräben: Die Gründe für die langsame Austrocknung des Naturschutzgebietes Heidemoor sind vielfältig. Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Naturschutz Tostedt haben wir jetzt einen Aktionsplan entwickelt.


Viele Jahre stand HAMBURG WASSER im Verdacht, für die Trockenheit im Heidemoor verantwortlich zu sein. Eine unabhängige Studie des Ingenieurbüro Geries zeigt jetzt, dass es dabei jedoch keinen Zusammenhang zur Grundwasserförderung im Wasserwerk Nordheide gibt. Ursache für die Austrocknung sind demnach der Klimawandel und alte Entwässerungsgräben, die vor Jahrzehnten zur sogenannten „Moorkultivierung“ angebaut worden sind. Aber auch die landwirtschaftliche Nutzung in der Nachbarschaft sowie ein wachsender Baumbestand wirken sich auf den Wasserhaushalt im Moor aus.

Aktivierung erforderlich

Nach Ihrer Zustimmung werden alle Youtube-Videos auf www.hamburgwasser.de aktiviert. Wir weisen Sie darauf hin, dass dann Daten an Youtube übermittelt werden. Sie können dies auf der Datenschutzseite rückgängig machen.

OK Datenschutz

Aktivierung erforderlich
HAMBURG WASSER engagiert sich im Heidemoor

Nach langer Auseinandersetzung ist der Weg damit frei für eine Kooperation zwischen HAMBURG WASSER und dem Arbeitskreis Naturschutz Tostedt, der seit Jahrzehnten die Artenvielfalt im Moor im Blick behält und sich um die Pflege des 121 Hektar großen Naturschutzgebietes kümmert.
„Wir freuen uns natürlich, dass wir mit HAMBURG WASSER einen großen Partner haben“, sagt Reinhard Kempe, Ehrenvorsitzender des Arbeitskreises. 1956 kam Kempe, damals 19 Jahre alt, das erste Mal ins Moor. „Wir waren begeistert“, sagt er und ist es bis heute geblieben.

Unser Interesse, den Wasserhaushalt zu verbessern

Christiane Rüppel (Geries Ingenieure), Jörg Grossmann (HAMBURG WASSER) und Reinhard Kempe vom Arbeitskreis Naturschutz Tostedt

Als Wasserversorger freut sich auch HAMBURG WASSER über die Kooperation. „Wir haben ein ureigenes Interesse, den Wasserhaushalt vor dem Hintergrund des Klimawandels zu stabilisieren und möglichst auch zu verbessern“, sagt Jörg Grossmann, der unser Grundwassermanagement leitet. Rund 16 Millionen Kubikmeter Wasser fördern wir in unserem nahegelegenen Wasserwerk in der Nordheide, um damit Hamburger Haushalte zu versorgen. „Wir müssen auch die nächsten Jahre hier Wasser entnehmen.“

Moore verdienen darüber hinaus als besondere Biotope und als effektive Speicher für CO2 besondere Aufmerksamkeit. HAMBURG WASSER unterstützt daher nicht nur die durchgeführten Voruntersuchungen, sondern auch die geplanten Maßnahmen finanziell. Der Arbeitskreis Naturschutz Tostedt wird bei der Umsetzung mit viel Kenntnis über das Moor beraten und die anstehenden Arbeiten begleiten.

So soll das Moor langfristig gesichert werden

Um das Moor vor der Austrocknung zu bewahren, sollen Wasserwege in und um das Moor umgestaltet werden. Ehemals künstlich geschaffene Entwässerungsgräben sollen verfüllt und neue Dämme angelegt werden. Ein Messstellennetz soll helfen, die Auswirkungen der Maßnahmen auf die Wasserstände zu bewerten. Auch eine Reduzierung des Baumbestandes, soll dem Wasserhaushalt im Moor helfen.

Zwischen 2007 und 2016 haben die Umweltschützer bereits verschiedene Maßnahmen umgesetzt. Neben der Fällung einzelner Bäume etwa auch die Umleitung eines Grabens. Denn durch den Wasserzulauf östlich des Moores lauert eine weitere Gefahr fürs Moor: Durch die Düngung auf den intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen können Nährstoffe wie Stickstoff oder Phosphor in den natürlichen Wasserfluss gelangen und damit auch die empfindliche Moorvegetation stören. Wie eine weniger intensive Nutzung dieser Flächen zum Schutz des Moores erreicht werden kann, soll im Rahmen des Projekts mit allen Akteuren im Gebiet diskutiert werden.

 

 

Das sensible Feuchtbiotop braucht Schutz

Links zum Thema