Trinkwasser und Abwasser ohne CO2-Emissionen

Klimaneutrale Wasserversorgung in Hamburg

Eine Stadt wie Hamburg mit Trinkwasser zu versorgen und das Abwasser zu reinigen, kostet sehr viel Energie. Aber wir schaffen das heute mit einer klimaneutralen Energiebilanz. Wie das geht, erklären wir im folgenden Beitrag.


Vor  30 Jahren war HAMBURG WASSER der größte städtische Energieverbraucher Hamburgs. Der Strombedarf entsprach dem Verbrauch einer Stadt wie Lüneburg mit rund 75.000 Einwohnern. Die CO2-Emissionen machten 2 Prozent des gesamten Hamburger Industriesektors aus. Heute erzielen wir bei HAMBURG WASSER eine klimaneutrale Energiebilanz. Bilanziell sparen wir bei der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung also mehr CO2-Emissionen ein, als wir produzieren.

 

Das Klärwerk Hamburg

Auf dem Weg zur Klimaneutralen Versorgung

Seit 1990 hat sich HAMBURG WASSER insbesondere durch Maßnahmen auf dem Klärwerk Hamburg von einem Energieverbraucher zu einem bedeutenden Energielieferanten der Stadt entwickelt. Im Mittelpunkt steht dabei ein Rohstoff, den HAMBURG WASSER täglich im Überfluss geliefert bekommt: Abwasser. Bei der Reinigung des Abwassers fällt Klärschlamm an. Dieser fault vor der thermischen Verwertung in den zehn Faulbehältern unseres Klärwerks unter anaeroben Bedingungen, also unter Luftabschluss, aus. So produzieren wir in den silbernen Eiern, die vom anderen Elbufer aus gut zu sehen sind, Gas. Ein Großteil des Faulgases wird in Strom und Wärme umgewandelt; der andere Teil wird in der Gasaufbereitung zu Erdgasqualität aufbereitet und ins städtische Netz eingespeist. Hinzu kommen mehrere regenerative Energieerzeugungsanlagen wie Windräder, die zusätzlich für Strom sorgen. Das Klärwerk hat im Verlauf der letzten 30 Jahre die Energieproduktion stetig gesteigert, gleichzeitig wurden im Klärwerk, im Netzbetrieb und der Verwaltung Energiesparmaßnahmen umgesetzt. Bereits 2012 konnte HAMBURG WASSER auf diese Weise Klimaneutralität in Bezug auf die Energieversorgung und den Fuhrpark erreichen. Heute hat das Unternehmen eine Energieerzeugungsquote von über 70 Prozent und produziert nur noch rund 4.000 Tonnen CO2 pro Jahr, die aber durch die eigenen Produktionsanlagen kompensiert werden. Zum Vergleich: Wenn man 4.900 Kilometer mit einem Mittelklassewagen zurücklegt, emittiert das etwa 1 Tonne CO2.

Klimaplan bis 2025: Rund 90 Prozent Eigenerzeugungsquote

HAMBURG WASSER hat sich bis 2025 zum Ziel gesetzt, 3,1 Mio. Kilowattstunden Strom im Vergleich zu heute einzusparen und mehr als 90 Prozent der Emissionen im Vergleich zu 1990. Die Eigenerzeugungsquote soll von nun knapp über 70 auf rund 90 Prozent gesteigert werden. Mit dem Klimaplan 2025, der den Ausbau der Erzeugungsanlagen für erneuerbare Energien sowie den energieeffizienten Umbau bestehender Anlagen beinhaltet, geht HAMBURG WASSER einen großen Schritt in Richtung vollkommende Klimaneutralität. Doch um dieses Ziel wirklich zu erreichen, müssen auch Emissionen in allen vor- und nachgelagerten Prozessen der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung betrachtet werden. In der Wissenschaft wird zwischen Scope 1, Scope 2 und Scope 3-Emissionen unterschieden. Scope 1 betrifft die direkten Emissionen. In die Kategorie Scope 2 fallen indirekte Emissionen wie die bezogene Elektrizität oder Wärme für die eigene Nutzung. In diesen beiden Kategorien ist HAMBURG WASSER fortschrittlich. Bilanzielle Klimaneutralität haben wir für den Energiebezug sowie die Emissionen des Fuhrparks erreicht. Scope 3 betreffen indirekte Emissionen, die z.B. durch die Mobilität der Mitarbeitenden entstehen. Die Scope 3 Emissionen sind ein umfassendes und hochkomplexes Feld, da sie sowohl die vorgelagerten als auch nachgelagerten Prozesse von HAMBURG WASSER betreffen. Der Konzern hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 einen Fahrplan zu entwickeln, der aufzeigt, wie auch diese Emissionen systematisch erfasst und auf ein klimaverträgliches Maß gebracht werden können. Somit kann sich das Unternehmen einer Klimaneutralität nach allen Scopes annähern.


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HAMBURG WASSER stellt Klimaplan 2025 vor