Mikroplastik aus der Waschmaschine

Waschen muss sein – aber leider ist es häufig keine saubere Sache. Viele Waschmittel und Weichspüler enthalten Mikroplastik, das nach dem Waschgang über die Kläranlage in unsere Gewässer gelangt. Und auch viele Kleidungsstücke werden aus Kunstfasern produziert. Wenn Fleece-Pullis, Nylonstrumpfhosen und andere Stücke aus synthetischen Chemiefasern gewaschen werden, sind sie danach ein ganz klein wenig leichter. Winzige Partikel werden freigesetzt, die ebenfalls über den Abfluss in Flüsse und Seen gespült werden. Hintergründe dazu und Tipps für umweltbewusste Verbraucher liefert Felix Poetschke vom Umweltbundesamt.


Symbolbild einer Waschmaschine

Warum ist Mikroplastik überhaupt in Waschmitteln und steckt es eher in Pulver oder in flüssigen Produkten?

In Waschmitteln dient Mikroplastik vor allem als Trübungsmittel zum Einfärben der Produkte. Es ist jedoch nicht in allen Waschmitteln enthalten, da es nicht zur Reinigung beiträgt. Wir haben bei den Waschmitteln keine vollständige Marktübersicht, was den Einsatz von Mikroplastik angeht. Wir gehen jedoch davon aus, dass es vorrangig in flüssigen oder gelförmigen Produkten enthalten ist.

Wie können Verbraucher Mikroplastik im Waschmittel erkennen?

Die Verbraucher finden dazu leider keine direkte Information auf der Verpackung, da Mikroplastik dort nicht kennzeichnungspflichtig ist. Es gibt jedoch eine vollständige Deklaration aller Inhaltsstoffe der Waschmittel. Ein Link, unter dem diese Information zu finden ist, muss gemäß den gesetzlichen Vorgaben auf der Verpackung sein.

Gibt es zuverlässige Siegel und sind biologische Waschmittel eine sichere Alternative?

Der Blaue Engel und das EU-Ecolabel verbieten in ihren Vergabekriterien den Einsatz von Mikroplastik. Auch der Bundesverband Naturkost Naturwaren hat in seinen Sortimentsrichtlinien den Einsatz von Mikroplastik untersagt. Der Verband hat verschiedene Siegel anerkannt – weitere Infos dazu finden Sie auf der Internetseite unter www.n-bnn.de/sortimentsrichtlinien.  

Auch in unserer Kleidung steckt Mikroplastik, das durch das Waschen in die Umwelt gelangt. Welche Materialien sind betroffen?


Was die Materialien angeht, ist die Palette groß. Zu den synthetischen Chemiefasern zählen zum Beispiel Polyester, Polyethylen und Elastan. Aus ihnen werden Kleidungsstücke, aber auch Handtücher, Gardinen oder Teppiche hergestellt. Noch ein Hinweis: Fasern gelangen nicht nur durch das Waschen, sondern auch durch mechanischen Abrieb beim Gebrauch in die Umwelt.

Wie können Verbraucher die Umwelt schonen?

Die Textilherstellung insgesamt führt weltweit zu immensen Belastungen der Umwelt und der Gewässer. Um Stoffe zu färben, sie schmutzabweisend oder wasserdicht zu machen, ist jede Menge Chemie nötig. Bei Synthetikfasern haben wir das Problem mit dem Mikroplastik, aber auch der Baumwoll-Anbau schadet der Umwelt massiv. 25 Prozent der Pestizide weltweit werden dabei eingesetzt und es wird sehr viel Wasser verbraucht. Um ein Kilo Baumwolle zu produzieren, sind bis zu 200 Badewannen voll Wasser notwendig. Achten Sie beim Kauf auf nachhaltig produzierte Waren, wir empfehlen das EU-Ecolabel, das Nachhaltigkeitssiegel Bluesign und den Global Organic Textile Standard, kurz GOTS. Baumwollprodukte sollten aus kontrolliert ökologischem Anbau stammen. Man kann auch Kleidung im Second-Hand-Laden kaufen, sie tauschen, öfter reparieren lassen oder vielleicht mal selber machen. Und vor allem: Kleidung einfach länger tragen.

Was passiert mit Mikroplastik in der Kläranlage?

Als Mikroplastik werden Plastikteilchen bezeichnet, die maximal fünf Millimeter groß sind. Oft sind die Partikel aber deutlich kleiner und mit dem bloßen Auge kaum erkennbar. Die Stoffe stecken unter anderem in Kosmetik, Wasch- und Reinigungsmitteln und in Textilien. Das Problem: Kläranlagen können Mikroplastik nicht herausfiltern. Die Plastikkrümel schwimmen durch die feinsten Siebe und gelangen mit dem gereinigten Abwasser in die Flüsse und später ins Meer. Dort zerfällt das Plastik in immer kleinere Teilchen. Einmal im Meer gelandet, lässt sich der Kunststoff praktisch nie wieder entfernen.

Gewusst wie: Tipps für umweltschonendes Waschen

  • Hygiene mit Augenmaß: Waschen Sie Jeans, T-Shirts, Pullover und Co. nur dann, wenn sie tatsächlich schmutzig sind. Manchmal reicht es auch, den Lieblingspulli auszulüften – dann hält er auch länger.
  • Greifen Sie zu Waschmitteln ohne Mikroplastik: Produkte, die vom Blauen Engel und dem EU-Ecolabel zertifiziert sind, dürfen keine Plastikpartikel enthalten. Auch der Bundesverband Naturkost Naturwaren hat den Einsatz von Mikroplastik untersagt.
  • Verwenden Sie Waschmittel sparsam nach dem Verschmutzungsgrad. Meist reicht die auf dem Etikett empfohlene Dosis für leicht oder normal verschmutzte Wäsche aus.
  • Beachten Sie die Wasserhärte bei der Dosierung des Waschmittels. In Hamburg kommt überwiegend mittelhartes Wasser aus dem Hahn.
  • Verzichten Sie möglichst auf Weichspüler. Sie sind für die eigentliche Reinigung nicht erforderlich und können die Gewässer belasten.
Felix Poetschke, Pressesprecher Umweltbundesamt

Felix Poetschke, Pressesprecher Umweltbundesamt

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Quelle: Engagement Global