Nordheide

Wasserförderung durch HAMBURG WASSER im Landkreis Harburg

HAMBURG WASSER fördert seit 1982 Grundwasser in der Nordheide. Für die Versorgung der Menschen in Hamburg und Umgebung mit hochwertigem Trinkwasser benötigen wir dieses Gewinnungsgebiet auch in der Zukunft. Seit Jahren gibt es Diskussionen darüber, ob die Grundwasserförderung umweltverträglich ist oder ob sie Schäden an Natur und Gebäuden nach sich ziehen könne. Was haben die wissenschaftlichen Untersuchungen zu den Umweltauswirkungen ergeben? Hat das zeitweise Versiegen einiger Bäche etwas mit der Wasserförderung zu tun? Und warum ist HAMBURG WASSER mit dem Bescheid des Landkreises Harburg unzufrieden? Alle Infos im Überblick.


Tag für Tag liefert HAMBURG WASSER einwandfreies Trinkwasser. Weil die Grundwasservorkommen im Stadtgebiet nicht ausreichen, fließt auch Wasser aus Schleswig- Holstein und Niedersachsen aus den Hamburger Wasserhähnen. Der Anteil des Wasserwerkes Nordheide an der gesamten Rohwasserförderung von HAMBURG WASSER beträgt etwa 13 Prozent. Es versorgt hauptsächlich Stadtteile im Westen von Hamburg (z.B. Altona, Ottensen, Bahrenfeld) sowie Bereiche von Heimfeld im Süden Hamburgs.

Außenansicht des Wasserwerks Nordheide

Außenansicht des Wasserwerks Nordheide

Seit Beginn der Hamburger Wasserförderung in der Nordheide Anfang der 1980er-Jahre gibt es eine Auseinandersetzung über mögliche ökologische Folgen der Grundwassernutzung. Gegner befürchten, dass der Hamburger Durst die Bäche der Region zeitweise versiegen lässt – und prägten dafür den Begriff „Lüneburger Wüste". Im Rahmen eines großen Untersuchungsprogramms des Niedersächsischen Landesamts für Bodenforschung wurde indes nachgewiesen, dass geologische und witterungsbedingte Ursachen für die zeitweise niedrigen Wasserstände einiger Heidebäche verantwortlich sind. Gleichwohl gibt es im Umfeld einiger Brunnen Veränderungen in der Umwelt, die auch mit der Grundwasserentnahme zusammenhängen. So sind beispielsweise in den Niederungen der Oberen Este und der Toppenstedter Aue die Grundwasserstände im oberflächennahen Grundwasserleiter durch die Förderung leicht gesunken und auch der Abfluss in Bäche und Flüsse kann sich verringert haben. Alle wissenschaftlichen Untersuchungen kommen aber zu dem Schluss, dass mit der Aufnahme der Förderung keine irreversiblen Schäden entstanden oder künftig zu befürchten sind. Für HAMBURG WASSER hat der Umweltschutz oberste Priorität. Wir werden deshalb die Entwicklungen in der Nordheide weiterhin genau untersuchen und durch nachhaltige Grundwasserförderung sicherstellen, dass auch die folgenden Generationen das Grundwasser aus der Nordheide nutzen können.

HAMBURG WASSER hat beim Landkreis Harburg einen Wasserrechtsantrag gestellt, um auch in den kommenden 30 Jahren Grundwasser in der Nordheide fördern zu dürfen. Die zuständige Kreisverwaltung und der Kreistag haben der weiteren Förderung im März 2019 zugestimmt, aber mit Einschränkungen. Statt der beantragten Bewilligung hat der Landkreis eine „gehobene Erlaubnis" erteilt. Diese Erlaubnis kann durch die Genehmigungsbehörde jederzeit eingeschränkt oder ohne Entschädigung widerrufen werden. Die „gehobene Erlaubnis" birgt damit Unsicherheiten, die für die öffentliche Trinkwasserversorgung nicht hinnehmbar sind.

Das Vorhaben von HAMBURG WASSER erfüllt alle Voraussetzungen für eine Bewilligung. Versorgungs- und Investitionssicherheit sind für uns als verantwortungsbewussten kommunalen Versorger von fast 2,2 Millionen Menschen unverzichtbar. Mit der vorliegenden Entscheidung ist diese Sicherheit nicht gegeben. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, den Bescheid gerichtlich überprüfen zu lassen. Alle Hintergründe und den aktuellen Stand der Debatte zu der komplexen Thematik liefern die folgenden Antworten auf immer wieder an HAMBURG WASSER gerichtete Fragen (FAQ).

Warum braucht Hamburg das Grundwasser aus dem Landkreis Harburg überhaupt?

Hamburg ist ein Stadtstaat mit begrenzter Fläche. Die Grundwasserressourcen innerhalb des Stadtgebiets reichen, um etwa 63 Prozent des Wasserbedarfs der Verbraucherinnen und Verbraucher zu decken. Für eine sichere Versorgung der in Hamburg lebenden und arbeitenden Menschen ist HAMBURG WASSER auch auf Grundwasservorkommen der erweiterten Metropolregion angewiesen. Etwa 24 Prozent des Hamburger Wasserbedarfs kommt aus Schleswig-Holstein, weitere rund 13 Prozent stammen aus der Nordheide.

Wieviel Wasser möchte HAMBURG WASSER fördern?

HAMBURG WASSER hat beim Landkreis Harburg eine Fördermenge von bis zu 18,4 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr beantragt – für die kommenden 30 Jahre. Diese Menge deckt weitgehend den Wasserbedarf für die Trinkwasserversorgung, der in den Antragsunterlagen abgeleitet ist. Was die tatsächliche jährliche Fördermenge angeht, plant HAMBURG WASSER, sich an der durchschnittlichen Entnahmemenge der letzten 30 Jahre zu orientieren. Im ersten Bewilligungszeitraum von 1983 – 2004 hat die durchschnittliche jährliche Entnahme beispielsweise bei 17,4 Millionen Kubikmeter betragen.

Im Moment gibt es für das Wasserwerk Nordheide zwei Gewinnungsgebiete, in denen Brunnen von HAMBURG WASSER stehen (Fachbegriff: Brunnenfassungen): Nordheide Ost und Nordheide West. Um die Wasserförderung auf noch mehr Brunnen zu verteilen, plant HAMBURG WASSER eine weitere Brunnenfassung in die Förderung einzubeziehen. Es handelt sich dabei um die Brunnen des inzwischen stillgelegten Wasserwerks Schierhorn, wo bis Ende 2004 insgesamt fünf Brunnen in Betrieb waren. Mit ihrer Wiederinbetriebnahme soll die Fördermenge in den beiden anderen Fassungen im Regelfall reduziert werden, die Gebiete werden so weiter entlastet. Ziel ist es, die Wasserförderung insgesamt noch schonender als schon bisher zu gestalten.

Möchte HAMBURG WASSER noch mehr Wasser als bislang fördern?

Nein, das ist nicht der Fall, auch wenn dieser Eindruck leicht entstehen kann. Für einen Vergleich der Wassermengen ist ein genauer Blick auf die Rahmenbedingungen notwendig. Im ersten Bewilligungszeitraum von 1983 bis 2004 durfte HAMBURG WASSER pro Jahr 27 Millionen Kubikmeter Wasser fördern. Schon damals hat HAMBURG WASSER diese maximal bewilligte Menge nicht vollumfänglich ausgeschöpft, in der Spitze lag die Entnahme zeitweise bei bis zu 22,1 Millionen Kubikmeter pro Jahr. Damals waren sowohl das Wasserwerk Nordheide als auch das Wasserwerk Schierhorn in Betrieb -- also die drei Brunnenfassungen Nordheide Ost, Nordheide West und Schierhorn. Seit 2005 wurden durchschnittlich nur noch 15,8 Millionen Kubikmeter Wasser aus den Fassungen Nordheide Ost und Nordheide West entnommen. Die Genehmigung der damaligen Bezirksregierung Lüneburg für das Wasserwerk Nordheide erlaubte ab 2005 eine Grundwasserfördermenge von bis zu 15,7 Mio. Kubikmeter pro Jahr. Dass die tatsächliche Förderung höher ausfiel, liegt daran, dass HAMBURG WASSER in den Jahren 2005 bis 2007 Pumpversuche durchführen durfte und in diesen Jahren bis zu 17,9 Mio. Kubikmeter Wasser gefördert hat. Die Pumpversuche erfolgten im Rahmen der Beweissicherung und waren mit der genehmigenden Behörde abgestimmt. Für die nächsten 30 Jahre hat HAMBURG WASSER einen jährlichen maximalen Bedarf von 18,4 Millionen Kubikmeter nachgewiesen.

Wo kommt das Grundwasser der Nordheide her?

Die zum Wasserwerk Nordheide gehörenden Brunnen liegen in grober Näherung in einer Reihe zwischen Handeloh im Westen und Toppenstedt im Osten. Die Brunnen der Fassung Schierhorn liegen nördlich dieser Linie bei der Ortschaft Schierhorn. Die Einzugsgebiete der einzelnen Brunnen erstrecken sich als schmale Streifen in Richtung auf den Tütsberg bei Niederhaverbeck. Das Grundwassereinzugsgebiet der Brunnen Nordheide hat eine flächenhafte Ausdehnung von etwa 190 km².

Gibt es in der Nordheide immer genug Wasser?

Grundwasser wird über den natürlichen Wasserkreislauf – also Verdunstung, Niederschlag, Versickerung – stetig neu gebildet. Jährlich entstehen in den Einzugsgebieten der Este, Seeve und Luhe (linkseitig) über 240 Millionen Kubikmeter Grundwasser neu. Davon entnimmt HAMBURG WASSER lediglich einen geringen Teil für die Trinkwasseraufbereitung. Dadurch ist sichergestellt, dass die Förderung umweltverträglich verläuft. HAMBURG WASSER überwacht in sämtlichen Fördergebieten permanent die Grundwasserstände mit Hilfe zahlreicher Grundwassermessstellen. Mögliche Veränderungen des Grundwasserstandes würden sofort bemerkt werden. Der Schutz der natürlichen Ressourcen – quantitativ und qualitativ – hat für uns hohe Priorität.

Wie kommt es, dass manchmal Bäche oder Quellen trockenfallen?

Es kommt vor, dass Quellen zeitweise versiegen oder bestimmte Abschnitte von Bächen oder kleinen Flüssen trockenfallen. Dieses Phänomen ist nicht nur in der Lüneburger Heide seit Jahrhunderten bekannt. Betroffen sind Bäche direkt unterhalb von Quellen, die aus oberflächennahen – in ihrer räumlichen Ausdehnung begrenzten – Grundwasserkörpern gespeist werden. Diese sogenannten schwebenden Grundwasserkörper haben in der Regel keinen Kontakt zu den tiefer liegenden Grundwasserkörpern, die HAMBURG WASSER zur Trinkwassergewinnung nutzt. Wenn kleine Bäche zeitweise versiegen, sind dafür geologische und witterungsbedingte Gegebenheiten verantwortlich – zum Beispiel geringe Grundwasserneubildung im Winter oder ein sehr trockener Sommer.

Gleichwohl gibt es Veränderungen im Wasserhaushalt, die mit der Grundwasserentnahme zusammenhängen. Die Fließgewässer führen in einigen Abschnitten in den Fördergebieten weniger Wasser. HAMBURG WASSER beobachtet diese Entwicklung sehr sorgfältig. Alle bisherigen Untersuchungen zeigen jedoch, dass diese im Zusammenhang mit der Grundwasserentnahme verursachte Abflussverringerung keine irreversiblen Schäden für das Ökosystem zur Folge hatte bzw. zukünftig haben wird. Zu diesem Ergebnis kommen auch die Gutachter, die im Zuge des aktuellen Antragsverfahrens eine sehr detaillierte Umweltverträglichkeitsstudie angefertigt haben, auf die der Landkreis seine Prüfung und seine Entscheidung stützt. Auch in Zukunft wird HAMBURG WASSER den Einfluss der Wasserförderung genauestens untersuchen lassen und ist im Rahmen der auferlegten Beweissicherung auch dazu verpflichtet. Eine naturverträgliche Wasserentnahme war und ist Ziel von HAMBURG WASSER.

Könnte die ganze Heide austrocknen?

Nein. Die Heide ist eine Trockenvegetation. Sensibel gegenüber Grundwasserabsenkungen sind dagegen Feuchtgebiete und angrenzende Flächen in Flussauen.

Was ist, wenn es durch den Klimawandel eines Tages weniger Wasser in der Nordheide gibt?

HAMBURG WASSER hat eine wasserrechtliche Bewilligung für die kommenden 30 Jahre beantragt. Weil das ein langer Zeitraum ist, wurde im Rahmen der Erarbeitung der Antragsunterlagen auch die künftige Entwicklung der Grundwasserneubildung und damit die Menge des zukünftig ohne negative Umweltauswirkungen förderbaren Grundwassers betrachtet. Dabei stützen wir uns auf die Prognosen von anerkannten Klimamodellen. Deren Ergebnisse besagen, dass im maritim geprägten Klima – das gilt auch für das Gebiet Nordheide – die Winterniederschläge und damit die Grundwasserneubildung zunehmen werden. Das wurde durch eine am Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie aktuell für ganz Niedersachsen durchgeführte Auswertung neuester Daten von Klimamodellen bestätigt (Ertl, Herrmann, Schlinsog, Elbracht: Auswirkungen von Klimaänderungen auf die Grundwasserneubildung in Niedersachsen. Wasserwirtschaft 09/2018, 21-24.) Trotzdem werden wir regelmäßig (alle 10 Jahre) umfassend untersuchen, wie groß der Bedarf an Trinkwasser ist und wie sich die Grundwasserneubildung entwickelt. Gegebenenfalls werden die Wassermenge und das Fördermanagement angepasst. So können wir zuverlässig und bedarfsgerecht auf Veränderungen der Umwelt reagieren.

Verursacht die Wasserförderung Gebäudeschäden?

Nein, das ist nicht der Fall. Über die durchgeführte Beweissicherung an Gebäuden und ihre Auswertung durch Gutachter ist nachgewiesen, dass die Wasserförderung keinerlei Schäden an Gebäuden verursacht hat. Dafür wurden zu Beginn der Grundwasserförderung insgesamt 64 Gebäude in potenziell gefährdeten Gebieten einer Beweissicherung unterzogen und untersucht. Die Gutachten haben ergeben, dass die Gründe für beklagte Risse an einzelnen Gebäuden zweifelsfrei nicht mit der Wasserentnahme zusammenhängen. Sofern die Wasserförderung an irgendeiner Stelle Gebäudesetzungen bewirkt hätten, wären Setzungen im Untergrund in setzungsempfindlichen Gebieten in den ersten Jahren nach Aufnahme der Förderung erfolgt. Das hat sich bei Wiederholungsuntersuchungen zwischen 2001 und 2006 bestätigt. Eine weitere Gebäudebeweissicherung ist nicht nötig, da die Förderung des Wasserwerks Nordheide weiterhin im bisherigen Rahmen fortgesetzt wird.

Warum strebt HAMBURG WASSER eine gerichtliche Überprüfung der Genehmigung an?

Hamburg ist eine wachsende Metropole. Schon bald werden über zwei Millionen Menschen in unserer Stadt leben. Auch die Zahl der Berufspendler aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein, die maßgeblich zum Verbrauch in Hamburg beitragen, steigt stetig. HAMBURG WASSER ist verantwortlich dafür, die Trinkwasserversorgung langfristig zu sichern. Der Genehmigungsbescheid des Landkreises Harburg trägt diesem Versorgungsauftrag aus unserer Sicht nicht angemessen Rechnung. Er schränkt die Fördermenge trotz Bedarfsnachweis und ihrer Umweltverträglichkeit ein, er beschränkt die betrieblich erforderliche Flexibilität so stark, dass ein sicherer, planmäßiger Wasserwerksbetrieb unter Einhaltung aller Nebenbestimmungen nicht vernünftig gewährleistet werden kann. Darüber hinaus sehen wir die Zulassungsart, die der Kreis gewählt hat, sehr kritisch. Die „gehobene Erlaubnis" bietet nicht die Rechtssicherheit, die die beantragte Bewilligung auszeichnet. Wir sehen es deshalb als unsere Pflicht, alles dafür zu tun, dass auch die auf uns folgenden Generationen sicher mit Trinkwasser versorgt werden können.

Was ist der Unterschied zwischen einer Bewilligung und einer gehobenen Erlaubnis?

HAMBURG WASSER hat beim Landkreis Harburg eine Bewilligung zur Wasserförderung beantragt. Der Landkreis hingegen hat eine „gehobene Erlaubnis" erteilt. Eine tragfähige Begründung dafür liegt unserer Auffassung nach nicht vor. Die gehobene Erlaubnis kann jederzeit eingeschränkt oder ohne Entschädigung widerrufen werden. Damit ist für uns keine ausreichende Rechtssicherheit – Versorgungs- und Investitionssicherheit – für die Versorgung der Hamburgerinnen und Hamburger gegeben. Aus Sicht von HAMBURG WASSER erfüllt der Wasserrechtsantrag Voraussetzungen für eine Bewilligung.

Das Vorhaben ist von überragender öffentlicher Bedeutung, weil große Teile der Hamburger Bevölkerung mit dem Wasser aus der Nordheide versorgt werden. Diese Versorgungssicherheit gewährleisten zu können, ist oberstes Ziel von HAMBURG WASSER. Um die Wasserförderung in der Nordheide langfristig zu sichern, muss HAMBURG WASSER auch erheblich investieren. Unter anderem ist der Bau einer Rohwasserleitung notwendig, die die Brunnen der Fassung Schierhorn mit dem Wasserwerk Nordheide verbindet. Unsere Einschätzung, dass die dafür angemessene Zulassungsform die Bewilligung ist, wird von anerkannten Rechtswissenschaftlern geteilt. Deshalb halten wir eine gerichtliche Klärung dieses Sachverhalts für angezeigt.

Warum fördert HAMBURG WASSER nicht woanders Grundwasser?

HAMBURG WASSER hat die Möglichkeiten zur Grundwassergewinnung für die Trinkwasserversorgung in und um Hamburg zusammen mit den Fachbehörden der Länder sorgfältig geprüft. Untersucht wurden Gebiete südlich der Elbe zwischen Stade und Dannenberg sowie in Südwest- und Südostholstein. Alle Studien kommen zu dem Schluss, dass die Nordheide die besten Voraussetzungen für die Wassergewinnung bietet. Die anderen Regionen kommen nicht in Frage, weil dort zum Beispiel Salzstöcke unter der Erde liegen oder weil es dort einfach zu wenig Grundwasser gibt. HAMBURG WASSER ist nach der Trinkwasserverordnung dazu verpflichtet, die qualitativ hochwertigsten und sichersten Ressourcen zu verwenden. Alle Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass diese Merkmale auf die Nordheide zutreffen.

Stimmt es, dass HAMBURG WASSER Trinkwasser aus der Heide nach Lübeck verkauft?

HAMBURG WASSER verkauft kein Wasser aus der Nordheide nach Lübeck. Mit dem Trinkwasser, das im Werk in der Nordheide aufbereitet wird, werden ausschließlich Gebiete in den Bezirken Altona und Harburg versorgt.

Allerdings gibt es eine Trinkwasserleitung zwischen Lübeck und dem Wasserwerk Großhansdorf, das HAMBURG WASSER in Schleswig Holstein betreibt. Über diese Leitung versorgt HAMBURG WASSER die Stadt Lübeck anteilig mit Trinkwasser. Das für die Trinkwasserproduktion genutzte Grundwasser stammt aus Schleswig Holstein – dem Einzugsgebiet der Trave – und wird im Werk Großhansdorf aufbereitet. Die Belieferung von Lübeck wurde notwendig, weil die Stadtwerke Lübeck wegen fortschreitender Grundwasser-Versalzung eine Reihe von Brunnen stilllegen und ein Wasserwerk außer Betrieb nehmen mussten. Die Grundwassermengen, die das Werk in Großhansdorf seit 2007 für die Versorgung Lübecks aufbereitet, dürfen allerdings ausschließlich für die Belieferung Lübecks genutzt werden. Das ist ausdrücklich im Wasserrecht für das Wasserwerk Großhansdorf verankert.

Grundwasserförderung in der Nordheide

HAMBURG WASSER reicht Klage gegen wasserrechtl. Bescheid ein

HAMBURG WASSER hat beim Verwaltungsgericht Lüneburg Klage gegen den wasserrechtlichen Bescheid des Landkreises Harburg eingereicht. Der Bescheid, der die Grundwasserförderung in der Nordheide ab sofort regelt, war Hamburgs städtischem Versorger Anfang April zugestellt worden. Nach erster Prüfung hat das Versorgungsunternehmen festgestellt, dass er in wesentlichen Punkten vom gestellten Antrag abweicht.

Pressemitteilung vom 06.05.2019