Rohrnetzspülungen

Wieso müssen wir Trinkwasserleitungen spülen? Und wieso kann es zu Verfärbungen des Leitungswassers kommen? Sollte Trinkwasser nicht eigentlich immer unbedenklich und sauber sein?


Vielleicht haben Sie auch schon einmal ein Schreiben von uns in den Händen gehalten, auf dem Sie darauf hingewiesen wurden, dass HAMBURG WASSER die Trinkwasserleitungen spült. Dann wurden Sie auch darüber informiert, dass kurze Zeit nach der Spülung bräunlich verfärbtes Wasser aus dem Hahn kommen kann.
Wieso aber müssen wir Trinkwasserleitungen überhaupt spülen? Und wieso kann es zu Verfärbungen des Leitungswassers kommen? Sollte Trinkwasser nicht eigentlich immer unbedenklich und sauber sein?
Zunächst einmal: Das Wasser, dass Sie von HAMBURG WASSER nach Hause geliefert bekommen, genügt immer höchsten Qualitätsansprüchen. Es darf aber nicht vergessen werden, dass Wasser ein Naturprodukt ist. Obwohl das Wasser nach der Förderung in unseren Wasserwerken aufbereitet wird, bleiben einige Stoffe enthalten. Diese sind gesundheitlich völlig unbedenklich, oder wie Eisen und Mangan, sogar wichtig für den Körper.
Wenn über Jahre verteilt Millionen von Litern an Trinkwasser durch die Leitungen Hamburgs fließen, setzen sich diese Substanzen teilweise in den Rohren ab. Um zu verhindern, dass sich diese Ablagerungen auf die Wasserqualität auswirkt, führt HAMBURG WASSER bei Bedarf sogenannte Rohrnetzspülungen durch.

Drei bis vier Mal jährlich wird in Hamburg eine Spülung durchgeführt

In der Regel wird drei bis vier Mal jährlich irgendwo in Hamburg eine solche Spülung durchgeführt. Dabei gehen wir natürlich nicht willkürlich vor. Vielmehr wird kalkuliert, wo wieviel Wasser verbraucht wird. Denn je weniger Wasserverbrauch, desto weniger Durchfluss in den Leitungen, was wiederum bedeutet, dass sich mehr Eisen und Mangan absetzen.
Im Normalfall wird für eine Rohrnetzspülung einfach ein Standrohr auf einen Hydranten gesetzt und der „Hahn“ aufgedreht. Dadurch, dass nun sehr viel Wasser in kurzer Zeit durch das Rohr fließt, werden die Ablagerungen, die locker im Rohr liegen ganz einfach herausgespült und ins Sielnetz eingeleitet.
Wenn große Gebiete gespült werden, kann eine sogenannte Wasser-Saug-Spülung durchgeführt werden. Dafür wird ein externes Unternehmen beauftragt, dass dann mit einer Art Pumpe Wasser aus dem Hydranten heraussaugt. Die Fließgeschwindigkeit im Rohr wird so noch mehr erhöht, wodurch auch größere Ablagerungen zuverlässig ausgespült werden. Mit dieser Technik können bis zu 50 Kilometer Rohrleitungen in zwei Wochen gereinigt werden.
Es gibt noch einige weitere Techniken für die Rohrnetzspülung, die je nach Bedarf eingesetzt werden können. In einer eigenen Teststrecke kann HAMBURG WASSER seit einiger Zeit selbst testen, welche Reinigungsmethoden für Rohrleitungen die effektivsten sind.

Trübungen entstehen durch aufgewirbelte Kalk-, Eisen- und Manganablagerungen

Nach einer solchen Reinigung kann es gegebenenfalls zu Trübungen des Leitungswassers kommen, auch der Druck in der Leitung kann während der Spülung schwanken. Die Trübungen entstehen durch die aufgewirbelten Kalk-, Eisen- und Manganablagerungen. Wie gesagt sind sie gesundheitlich völlig unbedenklich. Dennoch informieren wir Sie, wenn in Ihrer Nachbarschaft gespült wird. Denn dieses Braunwasser kann zur Verfärbung von Wäsche oder zur Beschädigung von Geräten führen. Diese Beeinträchtigungen sind natürlich ärgerlich. Wenn wir unsere Rohrnetze jedoch nicht pflegen würden, wäre das Wasser nach einiger Zeit dauerhaft braun. Die Spülungen sind hingegen nach wenigen Stunden vorbei und das Wasser ist wieder auf Jahre hinaus klar.
In seltenen Fällen, wie zum Beispiel nach Feuerwehreinsätzen, kann es auch zu Aufwirbelungen der Ablagerungen kommen, auch dann kann ihr Trinkwasser getrübt sein. Melden Sie sich deshalb in einem solchen Fall am besten schnell bei uns. Unter der Nummer 040 7888-33333 erreichen Sie unsere Störungshotline, die rund um die Uhr besetzt ist.
 Wir spülen dann die Leitungen und sorgen wieder für reines Wasser von bester Qualität, wie Sie es von HAMBURG WASSER gewohnt sind.

Wo wird gespült?

In unserer Übersicht haben wir die geplanten Rohrnetzspülungen zusammengestellt.

Zur Spülungsübersicht
Trübung des Leitungswassers

Aus meiner Leitung kommt braunes Wasser. Was sind das für Trübungen?

Bei den Trübungen handelt es sich um Ablösungen von Kalk- und Eisenablagerungen, die aus den Rohrleitungen stammen. Das Hamburger Trinkwasser wird zu 100% aus Grundwasser aufbereitet. Mineralien wie z.B. Eisen und Mangan sind natürlicherweise im Grundwasser enthalten. Bei der Aufbereitung im Wasserwerk wird dem Grundwasser zum größten Teil Eisen und Mangan entzogen. Dennoch verbleibt ein kleiner Anteil im Wasser, der sich an der Rohrwandung ablagern kann.  

Warum wird das Wasser plötzlich braun? Warum kommt es zu einer Trübung?

Veränderte Fließrichtung sowie Druckschwankungen innerhalb des Leitungsnetzes können dazu führen, dass sich natürliche Eisen- und Kalkablagerungen, die an den Rohrinnenwänden anhaften, lösen und zu einer bräunlichen Verfärbung des Wassers führen. Die Trübungen sind gesundheitlich unbedenklich.  

Wie soll ich mich bei braunem Wasser verhalten?

Das getrübte Wasser ist gesundheitlich unbedenklich. Wenn Trübungen auftreten, ist Vorsicht bei Benutzung des Wassers für gewerbliche Zwecke und beim Wäschewaschen geboten. Das Wasser kann getrunken werden, Warmwassergeräte wie Boiler, Durchlauferhitzer und Gasthermen sollten erst dann genutzt werden, wenn ausreichend Kaltwasser abgelaufen und keine Trübung mehr sichtbar ist.