Auf dem Klärwerk

Sicher durch die Pandemie – in fünf Teilen zeigen wir in dieser Serie, wie wir als Unternehmen der öffentlichen Daseinsvorsorge mit Corona umgehen. Heute blicken wir auf unser Klärwerk, in dem gerade eine neue Anlage an den Start gegangen ist.

33 Badewannen – so viel Abwasser erreicht unser Klärwerk durchschnittlich pro Sekunde. Außer es regnet: Dann sind es eher drei Mal so viel, also 99 Badewannen. Aber keine Angst: Sie sollen bei ihrer nächsten Badewanne nicht an Abwasser denken! Sie könnten allerdings bei Ihrem nächsten Gang auf die Toilette einmal darüber nachdenken, dass wir aus dem was sie loswerden wollen, wertvolle Energie gewinnen.

In unserem Klärwerk wird das Abwasser nämlich nicht nur mechanisch und biologisch gereinigt. Bevor das Abwasser als geklärtes Wasser wieder der Elbe zugeführt wird, gewinnen wir durch die Klärschlammbehandlung noch reichlich Strom und Gas – regional und vollkommen klimaneutral.

Gehören zum Klärwerk wie die Kräne zum Hamburger Hafen: In den Faultürme wird aus Klärschlamm Faulgas – ein klimaneutraler Energieträger

Neue Anlagen trotz Corona in Betrieb genommen

Für die Kolleginnen und Kollegen auf dem Klärwerk ist das eine tägliche Herausforderung, der sie in Zeiten der Pandemie mit der Einhaltung strenger Hygiene- und Kontakt-Regeln begegnen. Wie in anderen Bereichen unserer kritischen Infrastruktur geht es derzeit nur mit dringender Genehmigung auf das Gelände auf Köhlbrandhöft. 

Mit Erfolg: Trotz Corona konnten wir Anfang des Jahres unsere zweite Gasaufbereitungsanlage (GALA 2)  in Betrieb nehmen und im November dieses Jahres unseren neuen Rechen- und Sandfang starten. Das einzige was ausfallen musste, war die feierliche Einweihung mit allen Beteiligten. So waren wir während der Krise ein verlässlicher Partner für lokale Auftragnehmer – und werden es auch weiterhin sein.

Ist das Coronavirus im Abwasser messbar?

Mindestens so aufwendig wie die Reinigung des Abwassers ist die Entsorgung des anfallenden Klärschlamms. Anders als viele andere Kommunen betreiben wir auf dem Klärwerk Hamburg eine eigene Verbrennungsanlage. Das schafft zusätzliche Entsorgungssicherheit: Wir sind nicht betroffen, wenn etwa Logistikunternehmen coronabedingt ihre Dienste einstellen. 

Eine spannende Frage zu Corona und Abwasser wird gerade im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig erforscht: Lässt sich der Coronavirus SARS-CoV-2 auch im Abwasser nachweisen? Und wenn ja: Könnten Klärwerke als Frühwarnsysteme für eine Ausbreitung der Krankheit dienen? Mittlerweile ist das Projekt in der dritten Phase: Neben anderen Abwasserentsorgern beteiligt sich auch HAMBURG WASSER. Weitere Infos dazu stellt das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung auf seiner Webseite bereit.

Aus Abwasser wird regionale Wärmeenergie

350.000 Kubikmeter, also 350.000.000 Liter Abwasser erreichen das Klärwerk täglich im Durchschnitt

Bei der Abwasserreinigung gewinnen wir pro Tag rund 4.000 Kubikmeter Klärschlamm, der knapp 20 Tage in unseren großen Faultürmen lagert

Pro Tag erzeugen wir so rund 95.000 Kubikmeter Faulgas, das wir entweder direkt verstromen oder als Biomethan ins städtische Erdgasnetz einspeisen

So entsteht hier mittlerweile jeden Tag klimaneutrale und regionales Energie für rechnerisch rund 5.700 Hamburger Haushalte 

Dank Inbetriebnahme der Gasaufbereitungsanlage GALA 2 Anfang des Jahres können wir noch mehr Biogas einspeisen...

… im November folgte der neue Rechen und Sandfang: Er verbraucht nicht nur weniger Energie, sondern schafft damit in der mechanischen Reinigung sogar noch deutlich mehr Leistung als sein Vorgänger


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