Online-Anwendung gibt Aufschluss über die Stärke der Niederschläge

Starkregenkarte für Hamburg

Wie viel hat es in den vergangenen zwei Stunden vor Ihrer Haustür geregnet? Handelt es sich schon um einen Starkregen? Und wie viel Niederschlag gab es vor drei Tagen? Die Starkregenkarte liefert Informationen zum Regen in der Metropolregion Hamburg und sorgt so für mehr Transparenz.


Wenn es um Starkregen geht, fallen oft Begriffe wie „Jahrhundertregen“ oder gar „Jahrtausendregen“. Es ist jedoch schwierig, solche Begriffe einzuordnen – gerade dann, wenn eine solche „Jahrhundertkatastrophe“ gleich mehrfach in kurzer Zeit auftritt. Über das Onlinetool können Sie nachvollziehen, wie stark der Niederschlag tatsächlich war. Mit der Skala lassen sich Regenfälle besser einordnen und miteinander vergleichen. Der Starkregen wird in zwölf Stufen unterschieden – von moderat bis extrem. Die farbliche Darstellung im Index reicht von grün über gelb, orange und rot bis violett. Grundsätzlich kommt es sehr selten vor, dass der Schwellenwert für den Starkregen erreicht wird: 90 Prozent aller Regenfälle gelten hierzulande nicht als Starkregen. Auch der Regen unterhalb dieses Grenzwertes wird aber im Onlinetool dargestellt – abgestuft in Blautönen.

Das Onlinetool zeigt in Echtzeit, ob, wo und in welchem Ausmaß es in Hamburg und der Metropolregion regnet. Dafür werden Radardaten des Deutschen Wetterdienstes und Regendaten eigener Messstellen kombiniert. Die Informationen werden auf einer Karte der Metropolregion Feldern mit einer Größe von 500 mal 500 Metern zugeordnet, insgesamt rund 13.000 Felder. So ergibt sich ein sehr genaues Bild zu den aktuellen Regenfällen vor Ort. Aktualisiert wird alle fünf Minuten, die Nutzer können den Zeitraum variabel einstellen – bis maximal drei Tage zurück. Die Felder werden entsprechend der Regenstärke eingefärbt: bei leichtem Regen in Blautönen, bei Starkregen von grün bis violett. Beim Zoomen werden Regenhöhen und Starkregenindizes zudem als Wert angezeigt. Zusätzlich zur Echtzeit-Anwendung können Wetter-Interessierte im Archiv historische Daten zu Regenfällen in Hamburg abrufen.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Starkregen

Wie wird der Starkregenindex berechnet?

Indizes sind bei anderen Naturphänomenen seit langem etabliert: So wird die Windgeschwindigkeit über die Beaufort-Skala angegeben, die Stärke von Erdbeben wird mit der Richter-Skala gemessen. Die Skala des Starkregenindex hat zwölf Stufen. Maßgeblich für die Einordnung auf der Skala sind Regendauer und Niederschlagsmenge. Das kurze, aber heftige Gewitter kann genauso als Starkregen zählen wie ein ergiebiger Dauerregen: Die Stufe eins auf dem Starkregenindex wird zum Beispiel erreicht, wenn es in einer Stunde 14,3 Liter pro Quadratmeter regnet. Ebenfalls der Stufe eins zugeordnet wird eine Regenmenge von 47,4 Litern, wenn sich der Regen auf drei Tage verteilt.

Steigt die Gefahr von Starkregen?

Durch den Klimawandel müssen wir uns stärker auf extreme Wetterereignisse einstellen. Für Hamburg gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Regenmenge im Sommer etwa gleich bleibt, sich aber auf weniger Regentage verteilt. An denen fällt dann mehr Regen. Hagel und heftige Gewitter mit starken Güssen hat es schon immer gegeben. Als Folge des Klimawandels wird die Häufigkeit aber steigen. Der Index liefert ein einheitliches Konzept zur Bewertung dieser Starkregenereignisse.

Reichen die Entwässerungssysteme für die Wassermassen bei Starkregen aus?

In Hamburg sind sehr viele Flächen unter einer Betondecke verschwunden. Durch Gebäude, Straßen oder Parkplätze ist das Stadtgebiet zu großen Teilen versiegelt, natürliche Versickerungsflächen fehlen. Das Kanalnetz, die Rückhaltebecken und die Gewässer sind darauf ausgelegt, das Regenwasser abzuleiten. Besonders heftige Regenfälle können die Entwässerungssysteme überlasten. Vereinzelt kann es deshalb zu Überflutungen und anderen Schäden kommen. Denn wenn das Wasser weder versickern noch kontrolliert ablaufen kann, bahnt es sich seinen eigenen Weg – oft mit großen Schäden. HAMBURG WASSER investiert in das Kanalnetz, damit es den steigenden Herausforderungen auch in Zukunft gerecht wird. Aber auch das beste Kanalnetz stößt bei extrem starken Unwettern mit heftigsten Regenfällen an seine Grenzen – wie am Himmelfahrtstag 2018. Damals war es im Osten Hamburgs zu starken Überflutungen gekommen.

Wie kann sich Hamburg auf Starkregen vorbereiten?

Wichtig ist, dass die Menschen in Hamburg sensibel werden für die Auswirkungen des Klimawandels. Hausbesitzer können mithelfen, indem sie Regenwasser stärker natürlich versickern lassen zum Beispiel durch Auto-Stellplätze mit Fugenpflaster. Eigentümer und Wohnungswirtschaft sollten zudem ihre Immobilien vor Gefahren schützen. Durch Lichtschächte oder ebenerdige Eingänge zum Beispiel kann Wasser leicht in ein Gebäude eindringen. Weitere Informationen dazu finden Hausbesitzer in der Broschüre zum Schutz vor Starkregenfolgen. Am besten wappnen wir uns für die Zukunft, indem wir Hamburg zu einer sogenannten Schwammstadt weiterentwickeln. Ziel ist es, die Kanalisation zu entlasten, indem das Regenwasser zwischengespeichert und dann langsam wieder abgegeben wird. Das funktioniert zum Beispiel indem Flächen entsiegelt werden, mehr Grün auf Dächern wächst oder indem Parks, Plätze oder Straßen in Wasser-Zwischenspeicher verwandelt werden. Weitere Informationen dazu finden Sie auch auf der Webseite www.risa-hamburg.de, dem Gemeinschaftsprojekt zur Umsetzung einer zukunftsfähigen Regenwasserbewirtschaftung in Hamburg.

Regen-Infra-Struktur-Anpassung

RISA

Zunehmende Flächenversiegelung und die Folgen des Klimawandels stellen die Wasserwirtschaft in Hamburg vor neue Herausforderungen. Die Behörde für Umwelt und Energie und HAMBURG WASSER haben mit dem Projekt RISA gemeinsam Konzepte und Lösungen für einen zukunftsfähigen Umgang mit Regenwasser erarbeitet.

Zur RISA-Website