Wasserqualität der Alster

Wir machen die Alster startklar

Jeder Triathlon beginnt mit einem großen Sprung ins kühle Nass – in Hamburg findet die erste Disziplin in der Alster statt, die ja eigentlich kein Badegewässer ist. Für den Triathlon machen wir aber eine Ausnahme. Deshalb kümmern sich unsere Experten schon im Voraus darum, den Sportlern die schönste Schwimmstrecke der Welt zu präsentieren. HAMBURG WASSER sorgt mit seinem Alsterentlastungsprogramm ganzjährig für Wasserqualität auf allerhöchstem Niveau – und regelmäßige Kontrollen gewährleisten gleichbleibende Qualität. Wir haben uns mit dem Mann unterhalten, der sich am besten mit dem Wasser in der Alster auskennt: Werner Blohm und sein Team vom Institut für Hygiene und Umwelt überwachen an insgesamt neun Stellen in Hamburg rund um die Uhr die Wasserqualität, darunter auch die der Alster.

Herr Blohm, zusammen mit Ihren Kolleginnen und Kollegen sind Sie verantwortlich für die offizielle Überprüfung der Wasserqualität, von der letztendlich abhängt, ob in der Alster geschwommen werden darf oder nicht. Wie steht es denn aktuell um das Alsterwasser? Sind Sie optimistisch, dass diesen Sommer wieder Triathleten in der Alster schwimmen können?

Grundsätzlich ist die Alster gar kein Badegewässer, das Schwimmen ist hier überhaupt nur zum Triathlon erlaubt. Natürlich sind die hygienischen Bedingungen der Alster auch schwer vorherzusagen, da hier viele externe und unkontrollierbare Faktoren eine Rolle spielen. Aber soweit ich das jetzt sagen kann, sollte dem Schwimmteil des Triathlons in diesem Jahr nichts im Wege stehen.

Welche Faktoren sind denn für Triathleten am wichtigsten, wenn es um Wasserqualität geht?

In den Wochen vor dem Event erreichen mich jährlich Anfragen von Triathleten aus der ganzen Welt. Die interessieren sich dann meist für die Wassertemperatur. Für die meisten Triathleten  wäre es besser, wenn der Triathlon etwas früher stattfände und nicht erst Mitte Juli, wenn die jährliche Durchschnittstemperatur der Alster ihre höchsten Werte erreicht. Denn die meisten Triathleten bevorzugen eine Wassertemperatur von 18 bis 19 Grad Celsius.

Gibt es denn, unabhängig von der Wassertemperatur, kritische Faktoren, die das Alsterwasser beeinflussen?

Es gibt eine heikle Stelle auf der Schwimmstrecke, nämlich das Ziel direkt am Rathausmarkt, dort staut sich das Wasser. Dieses Problem kann aber sehr leicht behoben werden, indem man rechtzeitig und regelmäßig vor der Veranstaltung über die Rathausschleuse mehr Wasser ablaufen lässt und so den Bereich davor gründlich spült. Die Schleusenwärter machen dies im Vorfeld regelmäßig, damit diese Stelle beim Triathlon kein Problem ist.

Im Zusammenhang mit dem Triathlon fällt ja auch immer wieder der Begriff „Blaualgen-Problem“. Was sagen Sie dazu?

Wie gesagt, die Alster ist kein Badegewässer. Und ja, es gibt in der Alster Blaualgen. Diese sorgen unter anderem auch dafür, dass das Wasser teilweise etwas schlammig oder trüb aussieht. Wenn wir in einem offiziellen Badegewässer mehr als 15 Mikrogramm pro Liter (µg/l) Blaualgenchlorophyll feststellen, veröffentlichen wir Warnhinweise für Badende und wassersporttreibende Personen. Ab einem Wert von 75 µg/l Blaualgenchlorophyll wird ein vorübergehendes Badeverbot ausgesprochen. Es bestehen dann akute Gefährdungen beim Baden. Aber wie schon gesagt:  im Vorfeld des Triathlons überprüfen wir dies und ergreifen bei Bedarf Maßnahmen, damit es auf der Schwimmstrecke nicht zu erhöhten Algenkonzentrationen kommt. Nichtsdestotrotz ist es in jedem Fall ratsam, beim Schwimmen nicht übermäßig viel Wasser zu schlucken und sich spätestens nach dem Wettkampf gründlich abzuduschen.

Was wäre denn die ideale Wettersituation in den Tagen und Wochen vor dem Triathlon, die für den höchsten Grad an „Sportlichkeit“ der Alster sorgt?

Ideal wäre es, wenn zwei bis drei Wochen vorher richtig schlechtes Wetter herrscht, damit richtig viel Wasser vorhanden ist. Eine Belastung kommt immer erst dann vor, wenn es lange trocken ist und es dann zu starken Regenfällen kommt. Am besten wären also zwei Wochen „Schietwetter“ vor dem Triathlon, das dann drei Tage vor dem Rennen aufhört. Dann ist auf jeden Fall alles gut gespült.