Eintrag 6

Die Welt im Frühsommer vom Velo aus erleben


Eigentlich würde es schon ausreichen, am Ende dieses Satzes einen Punkt oder Ausrufezeichen zu setzen, denn mit dem Rad in diesen Tagen unterwegs zu sein, ist einfach nur schön.

Doch das wäre zu einfach.

Die Vier- und Marschlande im Südosten Hamburg sind nicht nur der Gemüsegarten der Stadt, sondern sicherlich auch der Triathlon „Hotspot“, „place to be“ was das Radfahren angeht. Die Rad-Schnellstraße hinterm Deich, beginnend an der Tatenberger Schleuse und endend vor den Toren Geesthachts, wird im Jahr von unzähligen Triathletinnen und ihren männlichen Pendants genutzt. Die Strecke ist flach, keine Anstiege, gut zu fahren, abgesehen von dem Wind der einen mindestens einmal pro Richtung ärgert. Man hat aber auch die Möglichkeit ins Hinterland auszuweichen, um so kleinere und größere Runden fahren zu können.

Also, ab aufs Rad! Alleine fahren geht, ist aber nicht so schön, deshalb am liebsten mit Freunden. Kirchwerder ging es los, über den Marschbahndamm – dort ist man ein wenig ab vom Getümmel am Deich – Richtung Altengamme. Das war der Endpunkt der südlichen Schleife, sozusagen. Am Deich ging es dann zurück bis zum Oortkatener See. Dort findet einmal im Jahr der zweitgrößte Triathlon Hamburgs, der Vierlanden-Triathlon statt. Ich kann Euch nur empfehlen dort einmal zu starten. Wunderbare Veranstaltung. Das war der nördlichste Punkt, von da ging es zurück gen Kirchwerder. Eine kleine, feine, sportliche Runde bei wunderbarem Sommerwetter. Herrlich.

Eigentlich. Wäre da nicht der Heuschnupfen. Ein fieser Begleiter. Mein persönlich fieser Begleiter. Ich glaube, dass die Pollenkonzentration direkt vor mir durchgehend sehr hoch war. Ähnlich der einzelnen Regenwolke die Jim Carrey im Film „Trueman Show“ folgt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass anschließend irgendwo noch eine Polle herum schwebte. Ich habe sie alle eingesogen! Dieses ständige kribbeln in der Nase war mein treuer Begleiter. Doch wie schützen? Mundschutz? Wasser- sprühanlage am Helm installieren, welche die Luft vor mir reinigt? Indoor fahren? Unter Wasser- Cycling? Schwierig. Ja, die Pollen sind wichtig und ich will ja auch keine Initiative gründen, die die Abschaffung fordert, bzw. mit der Kettensäge oder dem Aufsitzmäher selber für die Lösung sorgen. Nun, erstmal beim Radtraining ganz kurze Atemzüge tätigen. Freue mich schon jetzt auf die Blicke beim Hamburg Triathlon der Zuschauer am Rand. Panisch werden sie den Krankenwagen auf die Strecke schicken, „da stirbt gleich einer“, heißt es dann. Das werden Szenen werden.

Nun. Die Lösung kann also eigentlich nur ein Imkerschutzhut sein. Diesen werde ich luftdicht um meinen Helm herum befestigen. Zusätzlich noch regelmäßig Bienenrauch Patronen zünden. Halten hoffentlich Insekten ab, die werden ja vom Rauch zu gedröhnt – ein weiterer Gegner des Triathleten (ja, eine Brille tut es auch, ich weiß!) – und binden vielleicht Pollen.

Werde dies bei einer der nächsten Fahrten am Deich entlang testen. Seht Ihr dann von weitem schon Rauch aufsteigen, bzw. Euch entgegenkommen, ich bin es. Bleibt sportlich.

HAMBURG WASSER World Triathlon 2018

Weitere Informationen zum HAMBURG WASSER World Triathlon 2018 gibt es hier.

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