Schutzgebiete sichern unser Trinkwasser

Frisch und rein – so kommt das Wasser aus den Hamburger Leitungen. Damit das auch dauerhaft so bleibt, sind mancherorts besondere Schutzmaßnahmen notwendig. Immer dann nämlich, wenn die Grundwasservorkommen nicht ausreichend durch Deckschichten geschützt sind. Wasserschutzgebiete sorgen dafür, dass die für die Trinkwasserversorgung wichtigen Grundwassergewinnungsgebiete nicht durch menschliches Tun verunreinigt werden.

Grundwasser entsteht aus Regenwasser, das durch den Boden sickert bis es sich auf einer stauenden Schicht sammelt. Auf dem Sickerweg wird das Wasser gereinigt. Aber wo der Mensch ist, ist auch sein Schmutz. Und das Regenwasser nimmt auch Schadstoffe auf, wie zum Beispiel Dünge- und Pflanzenschutzmittel, chemische Lösungsmittel oder den Abrieb von Reifen und Bremsbelägen. Gefahr droht auch wenn beispielsweise Tankstellen,  Güllebehälter oder Biogasanlagen nicht fachmännisch gebaut und betrieben werden.

 

Die Natur braucht Zeit um das Wasser zu reinigen

Schadstoffe sind unterschiedlich gut abbaubar. Auch ihre Wasserlöslichkeit ist sehr verschieden. Außerdem verarbeitet jeder Boden Schadstoffe anders: Sand zum Beispiel bindet Schadstoffe schlechter als ton- und humusreiche Böden. Dort wo die Böden gut durchlässig sind und Deckschichten nicht ausreichend schützen, werden Wasserschutzgebiete eingerichtet. Die entsprechenden Planungsunterlagen bereitet HAMBURG WASSER vor. Nach Beteiligung der Öffentlichkeit durch die Behörde für Umwelt und Energie beschließt der Hamburger Senat die Ausweisung von Schutzgebieten.

 

 

Hinweisschild auf ein Wasserschutzgebiet

Hinweisschild auf ein Wasserschutzgebiet

In Hamburg gibt es zurzeit fünf Wasserschutzgebiete: Baursberg, Billstedt, Curslack/Altengamme, Langenhorn/Glashütte und Süderelbmarsch/Harburger Berge. Die Gebiete erstrecken sich über insgesamt 88 Quadratkilometer, das entspricht gut elf Prozent der Stadtfläche. Und die Einrichtung weiterer Schutzgebiete ist geplant. So soll auch das Grundwassereinzugsgebiet des Wasserwerks Stellingen diesen Schutzstatus bekommen. Neben den Hamburger Schutzgebieten bestehen noch Wasserschutzgebiete für die in Schleswig-Holstein liegenden Wasserwerke Glinde und Haseldorfer Marsch sowie für das Schleswig-Holsteinische Einzugsgebiet des Wasserwerks Langenhorn. Perspektivisch soll auch in der Nordheide ein Schutzgebiet ausgewiesen werden.

 

Wie wird das Grundwasser geschützt? „Die Auflagen werden für jedes Gebiet in einer Wasserschutzgebietsverordnung individuell festgelegt, entsprechend den natürlichen Gegebenheiten und der Flächennutzung. Grundsätzlich gilt: Der Schutzstatus ist umso höher je näher man dem Brunnen kommt“, erklärt Wolfgang Pohle vom Referat Ressourcenschutz bei HAMBURG WASSER. Die Zone I umfasst die unmittelbare Umgebung des Brunnens. Diese Fläche – mindestens zehn Meter rund um den Brunnen – ist in der Regel eingezäunt. Jegliche Nutzung des Areals, die nicht der Trinkwassergewinnung dient, ist verboten. Hier dürfen sich ausschließlich Mitarbeiter von HAMBURG WASSER aufhalten. „Bei der Zone II ist entscheidend: Wie lange ist ein Wassertropfen unterwegs vom Auftreffen auf den Boden bis zum Erreichen des Brunnens. Sind es weniger als 50 Tage, markiert dies die Grenze der Schutzzone II. Im Fokus sind hier mikrobiologische Verunreinigungen. Ist das Wasser mindestens 50 Tage im Erdreich unterwegs, gilt es als bakteriologisch unbedenklich“, so Wolfgang Pohle. Die Zone III umfasst das gesamte Einzugsgebiet der Brunnenanlage. Sie soll das Grundwasser vor schwer abbaubaren Verunreinigungen schützen zum Beispiel durch chemische oder radioaktive Verunreinigungen. Der Zuschnitt der einzelnen Schutzzonen und die jeweiligen Auflagen werden individuell angepasst. So ist die Schutzzone II in Gegenden mit sehr lockerem, durchlässigem Boden größer als bei dichtem Lehmboden.

 

Der Schutz der natürlichen Ressourcen hat Priorität

Welche Einschränkungen sind für Bürger und Unternehmen mit der Ausweisung von Schutzgebieten verbunden? Hauseigentümer müssen zum Beispiel Öltanks und die Anschlüsse an die Schmutzwasserkanalisation häufiger auf ihre Dichtheit untersuchen lassen. Bauern müssen gewisse Einschränkungen bei der Düngung und dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln hinnehmen. Wolfgang Pohle: „Die Einschränkungen mögen den Einen oder Anderen ärgern. Aber es geht um den Schutz unseres Trinkwassers. Das sollte es allen Bürgerinnen und Bürgern wert sein.“

Hamburger Wasserschutzgebiete

Auf den Webseiten der Behörde für Umwelt und Energie finden sich Infos zu Zuschnitt und Auflagen der Hamburger Wasserschutzgebiete.

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