Unsichtbare Gefahr für die Umwelt: Mikroplastik

Tüten, Flaschen, Joghurtbecher oder Luftballons: Plastikmüll findet sich weltweit in Flüssen, Seen und Meeren. Der Werkstoff kann nicht abgebaut werden, sondern zerfällt zu mikroskopisch kleinen Teilchen. Von der tückischen Gefahr für die Umwelt – und was Sie dagegen tun können.


Deckel, Ohrenstäbchen und andere kleine Plastikteile können aus dem Abwasser herausgesiebt werden. Kleinere Partikel lassen sich jedoch kaum erfassen.

In den 1950er Jahren begann der Siegeszug des Plastiks. Der neue Stoff brachte jede Menge Vorteile, denn Kunststoffe sind elastisch, stabil, leicht und können in jede Form gebracht werden. Heute ist Plastik aus unserer Welt nicht wegzudenken. Wir verpacken Lebensmittel damit, verarbeiten es zu Haushaltsgeräten, Spielzeug und Kleidung. Plastik ist einfach überall. Der große Vorteil ist seine Beständigkeit. Nach dem Wegwerfen wird diese Beständigkeit jedoch zum Problem. Plastik ist nicht abbaubar, es zerfällt in winzig kleine Teilchen.

Diese kleinen Partikel werden als Mikroplastik bezeichnet. Oft sind sie mit bloßem Auge kaum zu erkennen, maximal sind sie fünf Millimeter groß. Gelangen sie einmal in Gewässer, lässt sich der Kunststoff praktisch nie wieder entfernen. Nicht einmal dann, wenn die Partikel die Kläranlage passieren. Das kommt zum Beispiel dann vor, wenn synthetische Fasern aus Fleecejacken ausgewaschen werden oder wenn Plastikpartikel, die Peelings zugesetzt sind, in den Abfluss gespült werden. Das Mikroplastik schwimmt durch die feinsten Siebe in den Kläranlagen und gelangt in Hamburg anschließend mit dem gereinigten Abwasser in die Elbe.

330.000 Tonnen Mikroplastik werden in Deutschland pro Jahr schätzungsweise freigesetzt

Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik geht davon aus, dass jedes Jahr rund 330.000 Tonnen Mikroplastik in Deutschland freigesetzt werden. Zu den größten Quellen gehören der Abrieb von Reifen, die Freisetzung bei der Abfallentsorgung, der Asphaltabrieb, die Verwehungen von Sport- und Spielplätzen. Die Untersuchung liefert aber auch überraschende Befunde: So gehören der Abrieb von Schuhsohlen und von Gebäudefassaden ebenfalls zu den großen Eintragsquellen. In vielen Fällen ist ein Umdenken bei den Herstellern notwendig. Aber auch die Verbraucher können Plastik aus ihrem Alltag verbannen. Tipps liefert die Umweltstiftung WWF.

Wie Verbraucher Plastik vermeiden können:

  • Vermeiden Sie überflüssige Einwegprodukte wie Teller oder Geschirr aus Plastik.
  • Kaufen Sie auf Wochenmärkten und in Unverpackt-Läden statt im Supermarkt.
  • Packen Sie Ihre Einkäufe in Baumwolltragetaschen oder einen Rucksack. Obst und Gemüse kommt in wiederverwendbare Baumwollnetze statt Plastikbeutel.
  • Am besten haben Sie immer Ihre eigene Mehrwegflasche mit bestem Hamburger Leitungswasser dabei. Kostenlos nachfüllen können Sie Ihre Flasche bei allen Geschäften, die bei der Initiative Refill mitmachen.
  • Wer auf dem Weg schnell einen Kaffee oder etwas zu essen mitnehmen möchte, nimmt einen Becher oder eine Mehrwegbox mit. Die meisten Restaurants akzeptieren mitgebrachte Boxen, so lässt sich jede Menge Verpackungsmüll vermeiden. Oder Sie nehmen sich die Zeit und genießen Ihren Kaffee in Ruhe im Café. 
  • Lesen Sie das Kleingedruckte und lassen Sie Peelings, Shampoos und Scheuermilch mit Plastikpartikeln im Supermarkt. Stattdessen: feste Seifen und ökologische Putzhelfer wie Essig, Zitrone und Backpulver.
  • Beim Waschen synthetischer Stoffe gelangen jede Menge Fasern ins Abwasser. Bevorzugen Sie deshalb natürliche Materialien wie Baumwolle, Leinen oder Wolle.

Auch wenn bei vielen Themen die Hersteller am Zug sind: Nachhaltiger Konsum lohnt sich. Wichtig ist außerdem, den Müll sauber zu trennen und in die richtige Tonne zu werfen. Besonders ärgerlich ist es, wenn Plastik im Biomüll landet. Das Hauptproblem bei der Stadtreinigung Hamburg sind übrigens Plastiktüten. Damit aus Eierschalen, Kaffeesatz und verwelkten Blumen bester Kompost werden kann, verwenden Sie am besten die Mülltüten der Stadtreinigung. Die gibt’s mit Abholcoupon kostenlos in den Budni-Filialen oder auf allen Recyclinghöfen.

Kosten sparen und die Umwelt schützen

Kein Müll ins WC

Damit das Abwasser reibungslos abfließt und gereinigt werden kann, dürfen Toilette und Abfluss nicht als Mülleimer benutzt werden. Nur Urin, Fäkalien und Klopapier werden in der Toilette entsorgt.

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