Modernes Regenwassermanagement für die Stadt

Damit Hamburg nicht im Regen steht

Der Klimawandel wird Hamburg laut Deutschem Wetterdienst mehr Starkregen bringen. Gleichzeitig wächst unsere Stadt. Baulücken und Grünflächen, auf denen der Regen bislang versickern konnte, werden verstärkt für den  Wohnungsbau genutzt. Doch wohin dann mit dem Regenwasser? Bislang lautete die Antwort: ab in die städtische Kanalisation. Angesichts der skizzierten Trends – mehr Starkregen, weniger Versickerungsfläche – ist das allerdings kein Modell für die Zukunft. Überschwemmungen und überlaufende Siele wären die Folge. Künftig soll deshalb immer weniger Regenwasser in die städtische Kanalisation fließen. Das ist eines der Ziele, die das Gemeinsschaftsprojekt RegenInfraStrukturAnpassung (RISA) erarbeitet hat. Weitere Ziele und Ergebnisse finden Sie im Strukturplan Regenwasser 2030, der unter www.risa-hamburg.de zum Download zur Verfügung steht.

 

 

Der Regenwasserspielplatz in Hamburg-Neugraben zeigt einen spielerischen Umgang mit dem Thema Starkregen

Wie ein angepasster Umgang mit Regenwasser aussehen kann, zeigt z.B. das Projekt „Regenspielplatz“ in Hamburg-Neugraben. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass er nicht nur Kindern einen Ort zum Spielen bietet, sondern zusätzlich einen Beitrag zur Entwässerung des Stadtteils leistet. Möglich machen das ein Sickerbecken und eine Regenwassermulde, die sich auf auf der Fläche befinden. Bei Starkregen nimmt das System überschüssiges Regenwasser aus dem Sielnetz auf. Wenn das Sickerbecken gefüllt ist, wird über eine Mulde das zusätzliche Regenwasser kontrolliert in das angrenzende Brunnenschutzgebiet des kommunalen Ver- und Entsorgers HAMBURG WASSER geleitet. Dort versickert das Wasser und trägt zur Grundwasserneubildung bei.

"Mehrfachnutzung vorhandener Flächen" lautet also ein Motto im Umgang mit Regenwasser. Dies gilt auch für das Projekt Ohlendorffs Park im Stadtteil Volksdorf. Zum Schutz der Straße Wiesenhöfen vor Überflutungen bei Starkregen wurde dort ein so genannter Notwasserüberlauf errichtet, mit dem überschüssiges Regenwasser von der Straße weg in den angrenzenden Park geleitet wird. Dort wird ein Tiefpunkt genutzt, um das Wasser für kurze Zeit zu sammeln und anschließend versickern und verdunsten zu lassen. Die Projekte zeigen auf intelligente Weise, dass Starkregenschutz und öffentliche Freiraumgestaltung kein Widerspruch sein müssen.

 

 

HAMBURG WASSER Mitarbeiterin Katja Fröbe auf dem Regenwasserspielplatz in Hamburg-Neugraben

Detailansicht des Regenwasserspielplatzes