30 Jahre Gewässerschutz in Hamburg

Unsere Entlastungsprogramme

Wir bei HAMBURG WASSER haben vor über 30 Jahren damit begonnen, das Hamburger Sielnetz systematisch auszubauen, um Überläufe aus der Kanalisation in anliegende Gewässer zu reduzieren. Warum ist das notwendig geworden? In Hamburg haben wir in vielen Gebieten eine Mischwasserkanalisation. Das heißt, Abwasser aus den Haushalten fließt zusammen mit dem Regenwasser in die Kanalisation. Bei starken Regengüssen, den sogenannten Starkregenereignissen, kann die Kanalisation an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Damit das Regen-Abwasser-Gemisch nicht unkontrolliert durch die Gullys  auf die Straßen zurückfließt, gibt es an einigen Stellen im Siel Notüberläufe in angrenzende Gewässer.

Um diese Mischwasserüberläufe zu minimieren und damit die städtischen Gewässer wie Alster, Elbe, Bille und Isebek und die Umwelt zu entlasten, hat HAMBURG WASSER seit 1990 vier Entlastungsprogramme umgesetzt. Das Prinzip dabei ist simpel: wir geben dem Wasser unterirdisch mehr Platz, indem wir unser Sielnetz durch ein weiteres, tieferliegendes Sielnetz aus Transportsielen, Speichersielen und Sammlern ergänzen. Die Transportsiele transportieren dabei das gesammelte Mischwasser direkt zum Klärwerk Hamburg – ohne Verbindung zu einem Gewässer. Wir nennen das die Abwasserautobahn. Die Speichersiele und Sammler können größere Wassermengen zwischenspeichern und so das Sielnetz kurzfristig und kurzzeitig bei starkem Regen entlasten. Sobald das Netz wieder aufnahmefähig ist, wird das Wasser zurückgepumpt und zum Klärwerk transportiert. Wir errichten also eine Kanalisation unter der Kanalisation, um überschüssigem Mischwasser mehr Raum zu geben.

Überlastung der Kanalisation: Bei Starkregenereignissen gelangt Mischwasser in anliegende Gewässer.

Entlastung der Kanalisation: Durch das zusätzliche Kanalnetz werden Gewässer vor Mischwasserüberläufen geschützt.

Was der Isbekkanal für die Eimsbütteler ist, das ist die Elbe für die Altonaer, die Bille für die Menschen im Hamburger Osten oder die Alster für diejenigen in der Innenstadt: Naherholungsziele direkt im eigenen Stadtteil. Die Gewässer sind Teil der städtischen DNA und der aktive Gewässerschutz in Hamburg hat für die Stadt und für uns bei HAMBURG WASSER einen hohen Stellenwert. Daher haben wir im Rahmen unserer vier Gewässerschutzprogramme in den letzten 30 Jahren das Sielnetz ausgebaut.


 

Innenstadt-Entlastung

Das Innenstadt-Entlastungsprogramm

Im Herbst 2020 schließen wir offiziell das Innenstadtentlastungsprogramm und damit das letzte unserer Gewässerschutzprogramme ab. Durch das Transportsiel Isebek, das Transportsiel Wallring sowie das Bismarckstraßensiel laufen rund 22.000 Kubikmeter Mischwasser weniger in Isebek und Außenalster, die Zahl der Überläufe konnten wir von drei bis fünf im Jahr auf einen Überlauf alle drei bis fünf Jahre reduzieren

Bauzeit: 2011 bis 2020
17.600 Kubikmeter zusätzliches Speichervolumen
85 Mio. Investitionsvolumen


Das Alster-Entlastungsprogramm

Mit dem Bau der Transportsiele Winterhude und Alsterdorf sowie von sechs neuen Mischwasser-Rückhaltebecken sollten Überläufe in die Alster minimiert werden. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Alster ist heute wieder so sauber, dass darin unter hygienischen Gesichtspunkten bei Trockenwetter gebadet werden könnte. Seit 2002 findet in der Hamburger Binnenalster sogar das Schwimmen im Rahmen des HAMBURG WASSER World Triathlon statt.

Bauzeit: 1990 – 2005
136.500 Kubikmeter zusätzliches Speichervolumen
460 Mio. Investitionsvolumen

 

Alster-Entlastung


 

Elbe-Entlastung

Das Elbe-Entlastungsprogramm

Hauptziel des Elbentlastungsprogramms war es, das Nordufer der Elbe von Mischwasser zu entlasten. Dafür wurden u.a. das Transportsiel Altona, die beiden Speichersiele Holztwiete und Flottbek  sowie das Pumpwerk Hochrad gebaut und das Klärwerk Hamburg in verschiedenen Maßnahmen modernisiert. Mit Erfolg: Heute ist das Nordufer der Elbe wieder eines der beliebtesten Naherholungsgebiete in Hamburg.

Bauzeit: 1994 - 2004
55.700 Kubikmeter zusätzliches Speichervolumen
115 Mio. Investitionsvolumen


Das Bille-Entlastungsprogramm

Unter anderem durch zwei neue Speichersiele und den Ausbau des Nebensammlers Bergedorf werden nun die Bille, der Schleusengraben und die Alte Brookwetterung deutlich besser vor Mischwasserüberläufen geschützt.

Bauzeit: 2000 - 2015
5.400 Kubikmeter zusätzliches Speichervolumen
25 Mio. Investitionsvolumen

 

Bille-Entlastung