Das Bille-Entlastungsprogramm

Die Bergedorfer Kanalisation arbeitet im innerstädtischen Bereich vorwiegend nach dem Mischsystem. In den Außenbezirken und auch im Stadtteil Lohbrügge herrscht dagegen das Trennsystem vor.

Mit dem Bille-Entlastungsprogramm verfolgt HAMBURG WASSER folgende Ziele:

  • Beseitigung von Engpässen und Geruchsbelästigungen.
  • Reduzierung der Belastung der Bergedorfer Stadtgewässer: Die Bille, der Schleusengraben und die Alte Brookwetterung sollen bei starken Regenfällen deutlich besser vor Mischwasserüberläufen geschützt werden.
  • Verringerung von Überflutungen durch Schachtüberstauungen. Die in Tiefpunkten liegenden Schachtdeckel wirken bei extremen Niederschlägen als Notventil.
  • Aufhebung der Bergedorfer Schächte: Über die sogenannten Bergedorfer Schächte läuft bei extremem Niederschlag Regenwasser in das Schmutzwassersiel – so wird das Regensiel entlastet, was Überschwemmungen vermeidet. Der Nachteil: Über den gleichen Weg kann auch Schmutzwasser in das Regensiel und in die Gewässer gelangen.
Die Bille im Hamburger Osten

Folgende Maßnahmen wurden bisher umgesetzt:

  • Die "Bergedorfer Schächte" wurden aufgehoben.
  • 2002 wurden zwei Speichersiele fertiggestellt. Durch eine größere Dimensionierung konnte auf der Westseite des Schleusengrabens ein zusätzlicher Speicherraum von ca. 450 Kubikmetern geschaffen und ein Mischwasserüberlauf in das Gewässer stillgelegt werden.
  • 2012 wurde der Neubau der Mischkanäle Neuer Weg und Rektor-Ritter-Straße/Hassestraße abgeschlossen: Die ca. 100 Jahre alten Mischwasserkanäle wurden auf einer Länge von mehreren hundert Metern erneuert und ihr Innendurchmesser vergrößert. Durch eine Verbesserung der Gefälleverhältnisse konnte in beiden Kanälen die Abflusssituation verbessert und die Geruchsproblematik minimiert werden.
  • 2013 konnte die Verlängerung des Nebensammlers Bergedorf abgeschlossen werden: Bei starkem Regen waren die Kanalisation und auch das Pumpwerk "Curslacker Neuer Deich" häufig überlastet. Die Folge: Abwasser staute sich im Netz zurück und gelangte über Mischwasserüberläufe in die angrenzenden Gewässer. Zur Lösung des Problems wurde das Pumpwerk außer Betrieb genommen und der Nebensammler Bergedorf im unterirdischen Vortrieb um 1,8 Kilometer verlängert. Das Bergedorfer Abwasser fließt seitdem direkt zum Klärwerk Hamburg, Mischwasserüberläufe konnten so auf ein Minimum reduziert werden.
  • Für Ende 2016 ist die Fertigstellung des Neubaus der Mischkanäle Arnoldistieg/Bleichertwiete geplant: Durch den Neubau dieser Siele wird der Geländetiefpunkt in der Bleichertwiete zukünftig vor Überflutungen geschützt.

Die Gesamtinvestitionen für das Bille-Entlastungsprogramm belaufen sich auf knapp 23 Millionen Euro.