Das Innenstadt-Entlastungsprogramm

Der 2,8 Kilometer lange Isebekkanal wurde im 19. Jahrhundert als Ersatz für den Iisbach (niederdt.: Eisbach) künstlich angelegt. Ursprünglich übernahm er eine wichtige Funktion im Gütertransport. Heute ist er ein beliebtes Naherholungsziel in Hamburg-Eimsbüttel.

Als stehendes Gewässer weist der Isebekkanal naturgemäß wenig Strömung auf, wodurch der natürliche Wasseraustausch gering ist. Lediglich durch das Flüsschen Ottersbek erhält der Isebekkanal etwas Zufluss. Zusätzliche Belastungen durch Mischwasserüberläufe als Folge starken Regens erhöhen die Gefahr eines Umkippens des Isebekkanals besonders in warmen Sommermonaten.

Mit dem Alsterentlastungsprogramm konnte die Zahl der Mischwasserüberläufe bereits seit 1981 um mehr als 70 Prozent reduziert werden. Sichtbares Zeichen für die Maßnahmen des Alsterentlastungsprogramms am Isebekkanal ist das Mischwasser-Rückhaltebecken am Lehmweg.

Dennoch kommt es zwei- bis dreimal im Jahr zu Mischwasserüberläufen aus dem städtischen Kanalisationsnetz in den Isebekkanal. Um diese Überläufe weiter zu verringern, hat HAMBURG WASSER im Oktober 2011 mit der Umsetzung des Innenstadt-Entlastungskonzeptes begonnen: Durch den Bau zweier neuer Sammler – Siele mit einem Durchmesser von bis zu 2,40 Meter, die als sogenannte „Abwasserautobahnen“ die Schmutzfracht auf direktem Wege zum Klärwerk bringen – wird das Sielnetz entlang des Isebekkanals entlastet und es kommt noch seltener zu Überläufen. Die Belastung des Isebekkanals wird sich dank des Innenstadt-Entlastungskonzepts um weitere rund 40.000 Kubikmeter Mischwasser pro Jahr vermindern.

Die Bauarbeiten für die beiden neuen Sammler erfolgen im unterirdischen Bauverfahren des Rohrvortriebs in bis zu 30 Meter Tiefe. Ausgehend vom zentralen Bauschacht im Alten Elbpark arbeitet sich eine große Vortriebsmaschine in drei Himmelsrichtungen durch den Hamburger Untergrund– im Norden bis zum Kaiser-Friedrich-Ufer, im Nordosten bis zum Stephansplatz, im Südwesten bis zum Pumpwerk Hafenstraße. Das Innenstadt-Entlastungsprogramm soll bis 2018 abgeschlossen werden. Insgesamt beläuft sich das Investitionsvolumen des Innenstadt-Entlastungskonzepts auf etwa 70 Millionen Euro.