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Unser großes Thema: Wassersparen

Für uns als Trinkwasserversorger gewinnt in den letzten Jahren ein Thema immer mehr an Bedeutung: die Endlichkeit der Ressource Trinkwasser. In Hamburg ist Wasserknappheit bisher noch kein großes Thema gewesen. Damit es aber auch in Zukunft so bleibt, positionieren wir uns ganz klar zum Thema Wassersparen. Was das konkret bedeutet und wie Sie uns bei dieser Gemeinschaftaufgabe helfen können, erfahren Sie in diesem Artikel.


Bereits in unserer diesjährigen Bilanzpressekonferenz im Mai hat sich HAMBURG WASSER zum Thema Wassersparen positioniert. Denn die Ressource Trinkwasser ist eines der wichtigsten Bestandteile des Lebens und muss geschützt werden. In Hamburg schaffen wir es, das Grundwasserdargebot nachhaltig zu bewirtschaften. Deshalb können wir (bisher) den Wasserhahn aufdrehen und es läuft. In anderen Regionen Deutschlands ist das nicht immer so selbstverständlich. Besonders in intensiven Hitzephasen ist Wasserknappheit keine Seltenheit mehr. Um der temporären Knappheit zu begegnen, wurde daher zum Beispiel das Rasensprengen, Autowaschen oder Poolauffüllen verboten.

Und auch wenn diese extremen Situationen bei uns in Hamburg noch nicht vorkamen, stellen wir vermehrt fest, dass auch bei uns Wasser für den menschlichen Gebrauch, also Trinkwasser, aber auch Wasser für die Körperhygiene etc., von Zeit zu Zeit unter Stress steht. Drei Entwicklungen spielen dabei eine Rolle:

Kurzfristig steigt der Druck auf unsere Anlagen während der Spitzenabgaben im Sommer.  Dieser witterungsbedingte Effekt wird durch das Wachstum der Bevölkerung der Stadt verstärkt. 

Mittel- und langfristig steigt dadurch der Druck auf unser Dargebot, also die Menge an Grundwasser, die uns zur Trinkwasserproduktion zur Verfügung steht. 

Auf lange Sicht nehmen wir natürlich den Klimawandel in den Blick, der von uns Anpassungen in vieler Hinsicht erfordert. Denn auch deswegen erhöht sich der Druck auf die Ressource.

Nasser Frühling, heißer Sommer

Zur Einordnung dieser Entwicklungen lohnt zunächst ein Blick in das Jahr 2020. Im Februar 2020 fiel die höchste Regenmenge seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1891. Auf den sehr nassen Februar folgten Frühling und Sommer mit stark unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen, geprägt von Trockenheit und Dürreperioden. Mit durchschnittlich 20,6 Grad war der August 2020 zum Beispiel deutlich wärmer als die langjährigen Mittelwerte.

Diese Wetterextreme und insbesondere die Trockenheit der letzten Jahre wirken sich auf die Trinkwasserproduktion unserer Wasserwerke aus: Spitzenverbräuche, die wir sonst nur aus den warmen Sommermonaten kennen, treten häufiger bereits im Frühling auf. Die geringen Niederschlagswerte im April und Mai im letzten Jahr haben die Trinkwasserabgabe in die Höhe getrieben. Auch im August, als die Temperaturen über einen längeren Zeitraum über 30 Grad lagen, ist die Nachfrage stark gestiegen. Der Rückblick auf die letzten zehn Jahre deutet daraufhin, dass die Spitzenverbräuche stetig zunehmen.

Das bringt temporäre Herausforderungen für unsere Anlagen und Netze, die in kurzen Zeiträumen ihre Produktion hochfahren und immer mehr Wasser
fördern müssen. Die hohe Leistungsfähigkeit ist notwendig für die Trinkwasserversorgung in Spitzenzeiten. Wir müssen sie erhalten und
weiter ausbauen. Als großes Unternehmen, das die Versorgung der Kundschaft über mehrere Wasserwerke sicherstellt, die in ein Verbundnetz
einspeisen, mussten wir, im Gegensatz zu kleineren Versorgern, bislang nicht vor Versorgungsengpässen warnen. Dafür haben das Zusammenspiel von
17 Wasserwerken, der Brunnen und Trinkwasserspeicher gesorgt, die uns als zusätzliche Reserve zur Verfügung stehen. Trotzdem haben auch unsere
Anlagen eine technische Leistungsgrenze, die angesichts steigender Nachfrage in Zukunft in bestimmten Situationen ausgereizt werden könnte.
Beispielsweise wenn wir einen äußerst trockenen Sommer haben, und viele Menschen zum Beispiel Corona-bedingt nicht verreisen. Dann kann es
passieren, dass auch wir dazu aufrufen müssen, z.B. die Gartenbewässerung einzustellen.

In Zeiten großer Nachfrage sind Brunnen und Wasserwerke der Flaschenhals der Trinkwasserproduktion. Zurzeit betreiben wir rund 460 Brunnen. Diese Anzahl müssen wir nicht nur langfristig sichern, sondern angesichts der Nachfrageentwicklung steigern. Deswegen investieren wir in den nächsten fünf Jahren rund 50 Mio. Euro in die Erneuerung und den Neubau von Brunnen.

Neben den hohen Spitzenabgaben im Sommer merken wir auch eine erhöhte jährliche Abgabe. Nachdem der Wasserverbrauch in Hamburg seit den 1970ern rückläufig war, stellen wir in jüngerer Vergangenheit eine Trendumkehr fest: die Wasserabgabe nimmt wieder zu. Das betrifft sowohl die Zahl des absoluten Verbrauchs als auch den individuellen Verbrauch. Dieser Pro-Kopf-Verbrauch weist in den vergangenen fünf bis zehn Jahren eine ansteigende Tendenz auf, nachdem er über Jahrzehnte gesunken war.

In einer von HAMBURG WASSER in Auftrag gegebenen Wasserbedarfsprognose haben wir zudem analysiert, dass der Wasserbedarf in den nächsten Jahren durch den verstärkten Wohnungsbau und die steigende Zuwanderung weiter ansteigen wird.

Wassersparen und Wasserschutz ist unser Thema — aber nicht nur

Wassersparen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und jeder kann einen Beitrag leisten. Als HAMBURG WASSER arbeiten wir dabei in verschiedenen Richtungen. Mit intelligenten technischen Lösungen erschließen wir in Zukunft neue Wasserressourcen, die uns bislang nicht zur Verfügung standen. So gibt es in Hamburgs Untergrund ausgedehnte Salzstöcke, die in Kontakt mit Grundwasser die Ressourcen versalzen. Um künftig auch solche Vorkommen nutzbar zu machen, testen wir im Wasserwerk Stellingen verschiedene Verfahrensvarianten der Nanofiltration zur Entfernung von Sulfat. In diesem Pilotprojekt ergänzen wir also die bestehenden Aufbereitungsschritte im Wasserwerk um eine neue Technologie, mit der wir Salze aus dem geförderten Grundwasser entfernen können. Ein weiterer Weg zum Wassersparen die die effiziente Nutzung und auch das Recyceln von Wasser.

Was wir künftig brauchen, sind kluge und moderne Wasserbewirtschaftungspläne. Einsparpotenziale gibt es beispielsweise in Bereichen der industriellen oder auch der landwirtschaftlichen Wassernutzung. Begleitend dazu muss der Trinkwasserversorgung grundsätzlich eine absolute Vorrangstellung gegenüber der industriellen und landwirtschaftlichen Nutzung eingeräumt werden.

Wir sehen es außerdem als unsere besondere Verantwortung, beim Thema Wassersparen Aufklärungsarbeit zu leisten. Deshalb lautet unser Appell nicht nur an die Industrie und Landwirtschaft, sondern an alle Menschen in der Metropolregion, Wasser nicht zu verschwenden, sondern klug zu nutzen und dort zu sparen, wo es möglich ist. Essentiell ist dabei, das Bewusstsein für dieses Thema in der Bevölkerung zu schaffen und zu schärfen. Anpassungen im Bereich von Haushalt, Gartenbewässerung etc. helfen nicht nur, die Verbräuche grundsätzlich zu senken, sondern vor allem die hohen Spitzenabgaben in Trockenperioden zu reduzieren.

Mit dem Wassersparen rückt auch immer die Qualität unserer Ressource in den Fokus. Das von uns gelieferte Trinkwasser ist von höchster Qualität. Und je weniger Wasserressourcen verschmutzt werden, desto mehr Grundwasser steht für zukünftige Generationen zur Verfügung. Deshalb sind ein sensibler Umgang und die Aufklärung über Verschmutzungen durch Nitrat, Mikroplastik, Süßstoffe, Arzneimittelrückstände und andere menschliche Einflüsse ein wichtiger Schritt zum Schutz unseres Wassers.

Abschließend gilt: Wasser darf nicht verschwendet werden und muss geschützt werden! Wassersparen ist eine Gemeinschaftsaufgabe, bei der wir von HAMBURG WASSER voran gehen!

Wassersparen leicht gemacht

Schon kleine Änderungen in unserem Alltag können einiges bewirken. Auf diesen Plakaten haben wir für Sie Tipps zum Wassersparen zusammengetragen – für den Haushalt, für den Garten und für Kinder.

Tipps zum Wassersparen im Alltag

Tipps zum Wassersparen in Haus und Garten

Tipps zum Wassersparen für Kinder

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