22.09.2020 Ursachen für Austrocknung untersucht:

Arbeitskreis Naturschutz Tostedt und HAMBURG WASSER stellen Studienergebnisse und Aktionsplan zur Sicherung des Heidemoors vor

Mit gezielten Maßnahmen möchten der Arbeitskreis Naturschutz Tostedt, AKN, und HAMBURG WASSER der zunehmenden Austrocknung des Heidemoores bei Ottermoor begegnen. Moore verdienen als besondere Biotope und als effektive Speicher für CO2 heutzutage besondere Aufmerksamkeit. Das erklärten beide Akteure bei einer heutigen Ortsbegehung. Anlässlich des Termins wurden außerdem die zentralen Ergebnisse einer Studie vorgestellt, bei der das Ingenieurbüro Geries die Ursachen und Möglichkeiten, die zunehmende Austrocknung des Moores zu verhindern, untersucht hat. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass diese der zunehmenden Trockenheit in der Vegetationsphase infolge des Klimawandels und dem Bau von Entwässerungsgräben geschuldet ist, die im Zuge der sogenannten „Moorkultivierung“ vor Jahrzehnten angelegt worden sind. Ein ebenfalls untersuchter möglicher Zusammenhang zur Grundwasserförderung von HAMBURG WASSER konnte nicht festgestellt werden.

Das besondere Augenmerk der Voruntersuchung von HAMBURG WASSER im Heidemoor galt der Dynamik von Oberflächenwasser und oberflächennahem Grundwasser. In der Vergangenheit wurden auch Befürchtungen geäußert, dass die Trinkwasserentnahme durch HAMBURG WASSER die Wasserstände des Heidemoors beeinflussen könnte. Durch die gezielte Untersuchung der hydrogeologischen Verhältnisse zwischen der Este und Wümme konnten diese Sorgen entkräftet werden. Das Niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie hat die Untersuchungsergebnisse bewertet und im Ergebnis bestätigt.

Um den Zustand des Moores zu verbessern haben der AKN und HAMBURG WASSER angekündigt, die Wasserwege in und um das Moor herum weiter umzugestalten. Dafür sollen weitere der künstlich geschaffenen Gräben verfüllt und vom AKN angelegte Dämme ergänzt werden. Ein Messstellennetz soll zudem helfen, die Auswirkungen der Maßnahmen auf die Wasserstände zu bewerten. HAMBURG WASSER unterstützt die durchgeführten Voruntersuchungen und die geplanten Maßnahmen finanziell, der AKN wird die Umsetzung mit seiner umfangreichen Kenntnis des Moores beratend begleiten.

Dass die Entwässerungsgräben ein Hindernis für die Wiedervernässung des Moores darstellen, hat der AKN schon länger vermutet. Zwischen 2007 und 2016 haben die Umweltschützer deshalb punktuell Gräben verfüllt und einzelne Bäume gefällt, da diese dem Moor Wasser entziehen. Allerdings musste auch ein Graben umgeleitet werden, um ein Zufließen von nährstoffreichem Wasser aus den östlich des Moores gelegenen Flächen zu verhindern. Der Grund dafür ist die intensive landwirtschaftliche Nutzung dieser Flächen. Dadurch besteht das Risiko, dass mit dem natürlichen Wasserzufluss auch Nährstoffe wie Stickstoff oder Phosphor, die durch Düngemittel in das Wasser gelangen, dem Moor zufließen und die empfindliche Moorvegetation verdrängt wird. Damit fehlt das Wasser aus dem östlich angrenzenden Einzugsgebiet dem Moor. Wie eine Extensivierung der Nutzung dieser Flächen erreicht werden kann damit dieses Wasser wieder den Wasserhaushalt des Moores stabilisieren kann, soll im Rahmen des Projekts mit allen Akteuren im Gebiet diskutiert werden.
 
Bei der Umsetzung der nun beschlossenen Maßnahnahmen wird der AKN beratend und überwachend mitwirken, ebenso bei der Erfolgskontrolle. Denn ob das Ziel, die Wasserstände auch in trockenen Phasen zu stabilisieren, erreicht worden ist, kann erst im Verlauf der nächsten Jahre beurteilt werden. Möglicherweise muss der Rückbau von Drainagegräben auch noch auf die westlich an das Moor angrenzenden Flächen ausgedehnt werden.

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