22.10.2019 Städtebauliches Großprojekt kurz vor Fertigstellung / HAMBURG WASSER koordiniert Leitungsbau

Fünf Medientunnel stellen Weichen für den A7-Deckel Altona

Mit dem Bau des letzten von insgesamt fünf Medientunneln unterhalb der A7 schließt HAMBURG WASSER Mitte nächsten Jahres ein Vorzeigeprojekt im koordinierten Leitungsbau ab. Der Clou: Die Tunnel bieten Platz für gleich mehrere Versorgungsleitungen. Trinkwasser, Abwasser, Strom, Gas und Telekommunikation verlaufen gebündelt in gemeinsamen Trassen unterhalb der Autobahn. HAMBURG WASSER koordiniert die Baumaßnahme im Auftrag der DEGES.

Das Kooperationsprojekt, an dem insgesamt neun Versorgungsunternehmen beteiligt sind – darunter die kommunalen Unternehmen Stromnetz Hamburg und Gasnetz Hamburg – ermöglicht den Bau des Autobahndeckels in Altona. Durch die zentrale Koordination aller beteiligten Unternehmen konnten Verkehrseinschränkungen sowie Bauzeit und -kosten auf ein Minimum reduziert werden. Geplantes Bauende ist Mai 2020.

Die Brückenbauwerke Behringsstraße, Osdorfer Weg, Bahrenfelder Chaussee und Kielkamp, an denen die Leitungen bisher hingen, werden im Zuge der A7-Überdeckelung abgerissen. Im Osdorfer Weg und in der Bahrenfelder Chaussee hat HAMBURG WASSER jeweils zwei Medientunnel und im Kielkamp einen Medientunnel im unterirdischen Bauverfahren errichtet. Dabei hat sich eine Tunnelbohrmaschine von zentralen Startbaugruben durch das Erdreich unter der A7 gebohrt. Zusätzlich wurde in der Behringstraße ein altes Regenwassersiel ertüchtigt, das nun ebenfalls Platz für die Versorgungsleitungen bietet.  

Christian Merl, Baustellenkoordinator der BWVI: „Die Bezeichnung „vorbereitenden Arbeiten“ für den Tunnel Altona wird dem, was hier geleistet wurde und wird, nicht gerecht. Wenn man sieht, was hier geleistet wurde, erkennt man erst die Dimension des Vorhabens. Die erfolgreiche Dükerung in Altona ist eine zwingend notwendige Voraussetzung für den im kommenden Jahr beginnenden Ausbau und Überdeckelung der A7. Die Zusammenarbeit aller Leitungsträger unter der Führung von Hamburg Wasser zeigt, dass solche Herausforderungen nur gelingen können, wenn alle an einem Strang ziehen. Nur so können die Auswirkungen für die Nutzer und Bewohner auf ein Minimum reduziert werden. Für die hier geleistete Arbeit möchten wir uns an dieser Stelle herzlich bei allen Beteiligten bedanken.“

Ulrich Krentz, DEGES: Das gemeinsame Handeln der Hamburger Ver- und Entsorgungsunternehmen unter der Federführung von HAMBURG WASSER war ein wesentlicher Baustein zum Erfolg dieses Leitungsbauprojektes. DEGES möchte hiermit allen danken, die sich diesem Großprojekt mit der erforderlichen Weitsicht gewidmet haben. Besonderer Dank gilt Hamburg Wasser, die als federführendes Leitungsunternehmen mit viel technischem Sachverstand diese Herkulesaufgabe bewältigen.

Ingo Hannemann, technischer Geschäftsführer HAMBURG WASSER: „Wir freuen uns, dass wir als Infrastrukturunternehmen dieses bahnbrechende Projekt für unsere Stadt umsetzen dürfen. Wir stehen hier jeden Tag vor logistischen und ingenieurtechnischen Herausforderungen, die nicht im Lehrbuch stehen. Zum einen wissen wir nicht immer, was uns unter der A7 alles erwartet, zum anderen wollen wir möglichst die Nerven der Hamburger Verkehrsteilnehmer schonen. Dass unseren Ingenieuren dies praktisch unfallfrei gelungen ist, darauf sind wir auch ein bisschen stolz.“

Udo Bottlaender, technischer Geschäftsführer Gasnetz Hamburg: „Die Tunnel sind eine wichtige Voraussetzung, um unser Gasnetz Hamburg an den wachsenden Ansprüchen einer klimafreundlichen Gasversorgung auszurichten. Hamburgs Haushalte und Industrie beziehen schon heute mit 21 Milliarden Kilowattstunden den mit Abstand größten Teil ihrer leitungsgebundenen Energie als Gas. Die Querungen der A7 stellen wichtige Verbindungen in die westlichen Versorgungsgebiete dar und wir sind froh, gemeinsam mit den städtischen Partnerunternehmen diese Infrastruktur zu schaffen.“

 Jürgen Zickert, Geschäftsbereichsleiter Asset Management, Stromnetz Hamburg: „Stromnetz Hamburg legt in diesem Vorhaben neben diversen Mittel- und Niederspannungskabeln auch fünf lebenswichtige 110-kV-Haupttransportkabel zur sicheren Stromversorgung zentraler und westlicher Stadtteile Hamburgs um. Wir sind gerne Teil dieses professionell geführten Bauvorhabens, das von einer großen Zielharmonie geprägt ist. Nur durch die enge Kooperation bei der Leitungsumlegung wird eine termingerechte und kostengünstige Abwicklung gewährleistet, selbstverständlich mit einer uneingeschränkten Versorgungssicherheit für alle Medien.“

Hintergrund:

Autobahnen sind für Versorgungsunternehmen ein Hindernis. Um sie zu überwinden, werden Versorgungsleitungen meist unterhalb von Brückenbauwerken angebracht. Mit dem Bau der fünf Medientunnel, in denen die Leitungen künftig die Autobahn unterqueren, haben die beteiligten Unternehmen einen innovativen Weg gefunden, um die Versorgung dies- und jenseits der A7 sicherzustellen. Zusammengenommen kommen die in den Tunneln liegenden Versorgungsleitungen auf eine Länge von gut 15 Kilometer. Für die bauliche Umsetzung dieses in Hamburg bislang einmaligen Kooperationsprojekts hat HAMBURG WASSER gemeinsam mit acht Partnern aus der privaten und kommunalen Versorgungswirtschaft (Stromnetz Hamburg, Gasnetz Hamburg, Dataport, Deutsche Telekom, Vodafone, Wilhelm.tel, Eu Networks sowie Colt Technology Services GmbH) insgesamt zwei Einkaufsgemeinschaften gegründet. Dadurch konnte die Planung, Vergabe und bauliche Begleitung aus einer Hand erfolgen. Die Federführung dafür hat HAMBURG WASSER übernommen. Startschuss für das Großprojekt mit dem Beginn der Planungsarbeiten war Februar 2017, Bauende ist Mai 2020.



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