11.06.2018 Jahrespressekonferenz

HAMBURG WASSER ruft zu stärkerem Schutz des Trinkwassers auf

Anlässlich seiner heutigen Jahrespressekonferenz hat HAMBURG WASSER einen besseren Schutz des Trinkwassers gefordert. Grund sind sogenannte Mikroverunreinigungen: Düngemittel, Pestizide und Medikamentenrückstände sowie Spuren aus der Industrie wie Mikroplastik und Süßstoffe könnten langfristig die Grundwasserqualität beeinträchtigen. Der städtische Versorger HAMBURG WASSER ruft deshalb zum Umdenken beim Umgang mit Schadstoffen auf und schafft mit einem neuen Infoportal ein Höchstmaß an Transparenz: Das Unternehmen stellt ab sofort alle Analyseergebnisse des hauseigenen Labors unter www.hamburgwasser.de/detailanalysen zur Verfügung. Wirtschaftlich verlief das Geschäftsjahr 2017 für HAMBURG WASSER positiv. Der Gesamtkonzern weist für 2017 einen Gewinn von rund 78 Millionen Euro aus. Erfreulich: Die Konzerntochter HAMBURG ENERGIE verbucht zum sechsten Mal in Folge schwarze Zahlen und hat ihr Jahresergebnis im Vergleich zu 2016 um 30 Prozent auf 1,3 Millionen Euro gesteigert.

„Mit heutigen Laborgeräten können wir geringste Konzentrationen sogenannter Mikroschadstoffe in Hamburger Gewässern feststellen“, stellt die Sprecherin der Geschäftsführung von HAMBURG WASSER, Nathalie Leroy, fest. Ingo Hannemann, technischer Geschäftsführer, ergänzt: „Zwar ist unser Grundwasser in Hamburg sehr gut geschützt, dennoch müssen wir alles daransetzen, Einträge von Spurenstoffen zu verhindern, damit sich diese nicht irgendwann in unserem Grundwasser anreichern.“ Gelingt das nicht, wird sich die Qualität des Grundwassers verschlechtern. Steigende Kosten bei der Wasseraufbereitung wären nur eine der negativen Folgen. Laut einem Gutachten des Branchenverbands „Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft“, kurz BDEW, drohen allein für das Beseitigen zu hoher Nitratkonzentrationen in einigen Regionen Deutschlands Preissteigerungen von mehr als 60 Prozent.

Vorbild Schweden: Kommunale Kläranlagen sind kein Reparaturbetrieb

HAMBURG WASSER fordert deshalb ein gesellschaftliches Umdenken beim Kampf gegen Spurenstoffe. Nathalie Leroy: „Wasserwerke und Kläranlagen sind kein Reparaturbetrieb für gesellschaftliches und wirtschaftliches Fehl-verhalten. Damit Spurenstoffe nicht zu einem ernsthaften Problem werden, müssen strengere Gesetze zum Schutz des Wassers her. Gleichsam müssen die Verursacher stärker in die Pflicht genommen werden.“ Leroy konkretisiert: „Wir fordern strengere Regeln für den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln und mehr Fördermittel für die Erforschung biologisch abbaubarer Arzneistoffe. Vor allem wünschen wir uns aber ein Verbot von Stoffen, die nicht biologisch abbaubar sind und keinen gesellschaftlichen Nutzen haben.“ Zu Letzteren gehören beispielsweise Mikroplastikpartikel, die unter anderem in Kosmetikprodukten als Füll- oder Schleifmittel eingesetzt werden. Diese Partikel können von Kläranlagen nicht vollständig zurückgehalten werden und gelangen über die Kläranlagenabläufe in die Gewässer. In Schweden wird der Verkauf von Kosmetika, die Mikroplastik enthalten, deshalb zum 1. Juli 2018 verboten.

HAMBURG WASSER startet neues Transparenzportal

Um das Vertrauen der Kunden in das Hamburger Trinkwasser zu stärken und um mehr Wasserbewusstsein zu erreichen, erweitert HAMBURG WASSER seinen Internetauftritt um ein neues Transparenzportal. Im Bereich „Service“ erhalten Kunden erstmals die Möglichkeit, alle Messdaten einzusehen, die das HAMBURG WASSER-Labor im Rahmen seiner Analytik erhebt. Dazu gehören auch jene Untersuchungsergebnisse, die im Hinblick auf ein mögliches Vorkommen von Spurenstoffen ermittelt werden. Die gute Nachricht: Die strengen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung werden deutlich unterschritten, das Hamburger Trinkwasser ist von einwandfreier Qualität. Ergänzt wird das Angebot durch Hintergrundinformationen zu den Themen Spurenstoffe, Wasserkreislauf und Grundwasserschutz.

Neues Wasserschutzgebiet für mehr Sicherheit

Um den Schutz des Hamburger Grundwassers zu erhöhen, unterstützt HAMBURG WASSER die Umweltbehörde bei der Ausweisung eines neuen Wasserschutzgebiets. Das 8,6 Quadratkilometer große Gelände liegt im Bereich Eidelstedt und Stellingen und ist durch einen Mix von städtischer Infrastruktur und landwirtschaftlicher Nutzung geprägt. HAMBURG WASSER betreibt in diesem Gebiet sieben Brunnen für das Wasserwerk Stellingen, die zwischen 51 und 106 Meter tief sind. „Das Grundwasser im Einzugsgebiet ist nicht ausreichend durch Deckschichten geschützt“, erläutert Ingo Hannemann. „Das Vorhaben der Behörde für Umwelt und Energie, das neue Wasserschutzgebiet noch in diesem Jahr festzusetzen, ist deshalb absolut notwendig.“ Insgesamt darf das Wasserwerk Stellingen jährlich rund 4,5 Millionen Kubikmeter Grundwasser fördern.

Positive Ergebnisse in allen Konzernbereichen

Wirtschaftlich verlief das Geschäftsjahr für HAMBURG WASSER und seine Tochterunternehmen äußerst erfolgreich. HAMBURG WASSER hat im vergangenen Jahr 2,13 Millionen Menschen mit rund 114 Millionen Kubikmetern Trinkwasser versorgt und rund 169,9 Millionen Kubikmeter Abwasser gereinigt. Begünstigt durch die vergleichsweise trockene Witterung im Frühjahr 2017 und dem damit verbundenen erhöhten Wasserabsatz gelang es, die Erträge aus dem Trinkwasserverkauf um rund eine Million Euro auf 28,8 Millionen Euro zu steigern. Der aus dem Trinkwassergeschäft entstandene Gewinn wird in voller Höhe an die Freie und Hansestadt Hamburg abgeführt. Der Überschuss der Abwassersparte fällt um 36 Prozent geringer als im Vorjahr aus. Grund dafür sind Einmaleffekte, die das Ergebnis von 2016 äußerst positiv beeinflusst haben. Das dennoch gute Ergebnis von 49,1 Millionen Euro fließt in die Rücklagen des Unternehmens und dient dem Funktionserhalt von Kanalisationsnetz und Klärwerksverbund. „2017 ist es uns gelungen, in allen Konzernbereichen Gewinne zu erzielen und trotzdem die langfristig angelegte Umschuldungsstrategie erfolgreich fortzusetzen“, bilanziert Geschäftsführerin Nathalie Leroy. Die Finanzverbindlichkeiten der für das Abwassergeschäft zuständigen Hamburger Stadtentwässerung AöR konnten um rund 61,1 Millionen Euro reduziert werden.

HAMBURG ENERGIE steigert Gewinn und Investitionen

Zum guten Gesamtergebnis hat auch das Tochterunternehmen HAMBURG ENERGIE beigetragen. Hamburgs städtischem Energieversorger ist es gelungen, seinen Gewinn auf 1,3 Millionen Euro zu steigern. Damit wurde das Vorjahresergebnis um rund 30 Prozent übertroffen. Auch den Planwert übertrifft das Ergebnis um gut 20 Prozent. Ebenfalls über Plan verläuft die Kundenentwicklung. Zum Bilanzstichtag 31.12.2017 hat HAMBURG ENERGIE ins-gesamt 110.000 private und gewerbliche Stromkunden sowie rund 22.000 Gaskunden verzeichnet. Maßgeblichen Einfluss auf das gute wirtschaftliche Ergebnis hatte die Inbetriebnahme gleich dreier Windparks: Im Hamburger Hafen und im Bezirk Bergedorf entstanden insgesamt acht Windkrafträder, die zusammen auf eine Erzeugungsmenge von 59,7 Millionen Kilowattstunden kommen. Die Erweiterung des Anlagenparks schlägt sich in den Investitionen nieder, die HAMBURG ENERGIE 2017 auf 21,2 Millionen Euro nahezu verdoppelt hat. Die Erzeugungsleistung von HAMBURG ENERGIE hat zum Abschluss des Geschäftsjahres 2017 rund 126,5 Millionen Kilowattstunden betragen. Damit produzierte das Unternehmen bereits zum Jahreswechsel mehr als 45 Prozent seines Strombedarfs selbst. Bis zur Mitte dieses Jahres konnte HAMBURG ENERGIE diesen Wert durch die Inbetriebnahme weiterer Anlagen noch einmal kräftig steigern und erzeugt nun 193,7 Millionen Kilowattstunden Strom selbst. Die Eigenerzeugungsquote erhöhte sich damit auf 67 Prozent.



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