11.05.2017 HAMBURG WASSER mit guter Bilanz und Ausbauplänen

Klärwerk Hamburg wird urbane Rohstoff-Mine

 

 

HAMBURG WASSER blickt auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr 2016. Umsatz und Ergebnis liegen deutlich über Plan. Große Pläne gibt es für das Klärwerk: dort soll die weltweit größte und effizienteste Phosphorrecylinganlage entstehen. Auch die Energieerzeugung wird ausgebaut.

„Abwasser ist für uns längst kein Abfall mehr – es ist ein wertvoller Rohstoff“, sagt der Sprecher der HAMBURG WASSER-Geschäftsführung, Michael Beckereit. „Bereits heute gewinnen wir mehr Energie aus dem Abwasser zurück, als wir für dessen Reinigung benötigen. Künftig wollen wir auch das Potenzial des Abwassers als urbane Rohstoffmine nutzen.“


Weltweit einmalige Recyclinganlage für Phosphor geplant

HAMBURG WASSER plant die weltweit erste großtechnische Anlage zum Phosphorrecycling – und geht damit eine Herausforderung von globaler Bedeutung aktiv an. Phosphor ist ein lebenswichtiger Rohstoff, ohne den keine Pflanze wachsen kann. Er wird vor allem für die Herstellung von Dünger verwendet. Der Mensch nimmt Phosphor über die Nahrung auf und scheidet ihn wieder aus. Die weltweiten Phosphorressourcen sind endlich. Umso wichtiger ist es, Phosphor aus dem Abwasser zurückzugewinnen. Zwei Jahre lang wurde auf dem Klärwerk Hamburg ein weltweit einzigartiges Verfahren zur Rückgewinnung getestet. Jetzt soll es im großen Maßstab realisiert werden. Damit wird Hamburg die erste Stadt weltweit sein, die den im Klärschlamm enthaltenen Phosphor systematisch recycelt. Der Bau der Anlage soll 2018 beginnen, die Aufnahme des Regelbetriebs startet ein Jahr später. Dann können jährlich rund 20.000 Tonnen Klärschlammasche genutzt werden, um daraus das Industrieprodukt Phosphorsäure zu gewinnen.


Deutschland ist abhängig von Phosphorimporten

Deutschland hat keine natürlichen Phosphorreserven. 90 Prozent des konventionell geförderten Phosphors stammen aus fünf Ländern: Marokko, China, Südafrika, Jordanien und USA. Ziel der Bundesregierung ist es, Deutschland unabhängiger von Importen zu machen. Abhilfe soll die morgen, am 12. Mai, in Kraft tretende neue Klärschlammverordnung schaffen. Sie schreibt unter anderem vor, dass Phosphor ab 2029 aus dem Abwasser recycelt werden muss. HAMBURG WASSER wird diese Auflage deutlich eher erfüllen. Gleichzeitig demonstriert die in Hamburg

entstehende Anlage das Potenzial des Phosphorrecyclings aus Klärschlammasche: Käme es auf allen deutschen Kläranlagen zur Anwendung, würden rund 60 Prozent aller Phosphorimporte überflüssig.


HAMBURG WASSER baut Biogasproduktion aus Abwasser aus

Bei der Reinigung des Abwassers entstehen auf dem Klärwerk Hamburg jährlich 1,5 Millionen Kubikmeter Klärschlamm. Diesen Schlamm lässt HAMBURG WASSER in zehn eiförmigen Behältern ausfaulen, wodurch Biomethan entsteht. Der Großteil dieses regenerativ erzeugten Gases nutzt HAMBURG WASSER, um daraus Wärme und Strom für die eigenen Klärprozesse zu erzeugen. Durch technische Optimierung steigt die erzeugte Menge Biomethan aber kontinuierlich an – Gasüberschüsse sind die Folge. Die 2011 in Betrieb genommene Anlage zur Gasaufbereitung, mit der das überschüssige Biomethan veredelt wird, damit es in das städtische Erdgasnetz eingespeist werden kann, stößt an ihre Grenzen. Mit dem Bau einer weiteren Aufbereitungsanlage schafft HAMBURG WASSER bis 2019 Abhilfe. Im Ergebnis steigert das Unternehmen seine Produktion städtischen Bio-Klärgases um 70 Prozent auf dann 41 Millionen Kilowattstunden.


Geschäftsjahr 2016: außerordentlich hoher Ertrag wird zur Schuldentilgung genutzt

Das Jahr 2016 war für HAMBURG WASSER äußerst positiv. Insgesamt konnte ein Überschuss von 105,4 Millionen Euro verbucht werden. Davon entfallen 28,7 Millionen Euro auf die Hamburger Wasserwerke. Mit 76,7 Millionen Euro sticht der Überschuss der Hamburger Stadtentwässerung hervor. „Zum Ergebnis trägt der leicht höhere Wasserabsatz im Vergleich zum Vorjahr bei“, erläutert die kaufmännische Geschäftsführerin Nathalie Leroy. „Zusätzlich konnten wir im Zuge des allgemeinen Wachstums der Stadt weitere Flächen für die Niederschlagswassergebühr identifizieren.“ Ein weiterer Effekt ergibt sich aus der Entschuldung. „Allein in den vergangenen drei Jahren haben wir die Verbindlichkeiten der Stadtentwässerung um 13,5 Prozent reduziert. Der jährliche Zinsaufwand konnte dadurch spürbar gesenkt werden“, sagt Nathalie Leroy. „Unser Ziel ist, diesen Entschuldungskurs bei gleichbleibend hohem Investitionsniveau konsequent fortzuführen.“Der Überschuss der Wasserwerke wird an die Stadt Hamburg abgeführt, der Überschuss der Stadtentwässerung fließt in die Rücklagen und dient zur Finanzierung künftiger Investitionen.Im Jahr 2016 hat HAMBURG WASSER 2,12 Mio. Menschen in Hamburg und Umgebung mit 114,4 Mio. Kubikmetern Trinkwasser versorgt. Der Verbrauch lag damit 2,6 Prozent über dem des Vorjahres.



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