21.06.2019 RISA-Pilotprojekt an der Schule „Rellinger Straße“:

Neuer Schwamm-Schulhof mindert Starkregen-Folgen

Die Schule „Rellinger Straße“ hat im Zuge eines Umbaus einen Schulhof bekommen, der einen Beitrag zum lokalen Überflutungsschutz nach Starkregen leistet. Erreicht wird dies dadurch, dass der Schulhof mit Mulden ausgestattet wurde, in denen der Regen natürlich versickern kann. Dadurch ist die Fläche, von der aus Regenwasser der Kanalisation zufließt, nach dem Umbau deutlich kleiner als vorher. Der wegweisende Schulhof ist das Ergebnis einer Kooperation von Schulbau Hamburg und HAMBURG WASSER und gilt als Musterbeispiel, wie die Erkenntnisse des Projekts Regeninfrastrukturanpassung, kurz RISA, umgesetzt werden können. RISA ist ein Gemeinschaftsprojekt von HAMBURG WASSER und der Behörde für Umwelt und Energie, das neue Wege für den Umgang mit Starkregen erarbeitet.

Mit seiner neuen Entwässerungsinfrastruktur entlastet der Schulhof die örtliche Kanalisation. Insgesamt verringert sich die in die Siele gelangende Wassermenge im Regenfall um rund 50 Liter pro Sekunde. Das ergibt rund 30 Prozent weniger Abfluss. Dadurch sinkt lokal das Risiko, dass es nach Starkregengüssen zu Überflutungen kommt, weil die Siele das Wasser nicht schnell genug aufnehmen können. Um die Schwammwirkung des Schulkomplexes zu verstärken, wurde außerdem die Dachfläche eines Neubaus, in dem Mensa, Gemeinschafts- und Ganztagsflächen sowie eine Sporthalle untergebracht sind, mit einem Gründach versehen. Dieses trägt mit seiner speichernden Wirkung dazu bei, dass der Regen verzögert in die Kanalisation gelangt. Positiver Nebeneffekt: Gründach sowie Entwässerungs- und Sickermulden fördern die Verdunstung, was kühlend auf das Mikroklima wirkt.

„Mit diesem Projekt zeigen wir, dass Nachverdichtung und wegweisendes Regenwassermanagement keinen Widerspruch bilden müssen“, sagt Christian Günner von HAMBURG WASSER. „Obwohl die Schulhoffläche durch Neubau insgesamt kleiner geworden ist, konnten wir die abflusswirksame Fläche um 2.600 Quadratmeter reduzieren. Die Neugestaltung des Schulhofs steht somit beispielhaft für ein neues Verständnis, das wir uns für den Umgang mit Regenwasser wünschen: Nicht das schnelle Ableiten von Regenwasser über die Kanalisation sollte das Ziel sein, sondern die möglichst weitgehende Verdunstung, Versickerung und Speicherung.“ 

Um die Schülerinnen und Schüler der Schule Rellinger Straße möglichst frühzeitig für dieses neue Verständnis zu sensibilisieren, wurde eine bespielbare Entwässerungsrinne in das Konzept integriert, die das Regenwasser für die Kinder sicht- und erlebbar macht. 

 

Das beigefügte Bildmaterial ist frei zur redaktionellen Verwendung. Bitte geben Sie als Quelle Krafft Angerer an. Auf dem Gruppenbild sind zu sehen (v.li.) Christian Günner (HAMBURG WASSER), Frank Derwehlies (Schulbau Hamburg) und Schulleiterin Petra Stumpf. 

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