Umgang mit Trinkwasser

Anzahl von Pools und Regenduschköpfen steigt

Hitzerekorde und die wachsende Stadt: Es gibt gute Gründe, warum Hamburgs Wasserbedarf in den vergangenen zehn Jahren insgesamt gewachsen ist. Ergebnisse unsere Wasserverbrauchs-Studie zeigen, dass auch individuelles Verhalten und die Corona-Pandemie dabei eine Rolle spielen.

Foto: Thitaree Sarmkasat / iStock

Der Wasserbedarf der Hansestadt ist in den vergangenen zehn Jahren insgesamt gewachsen. Der Trend zeigt in den letzten Jahren aber auch im Pro-Kopf-Verbrauch wieder leicht nach oben. Hat sich über die Jahre auch etwas im Verhalten verändert?

Zusammen mit dem Befragungsinstitut Mindline und dem ISOE (Institut für sozial-ökologische Forschung) haben wir eine repräsentative Umfrage zum Wasserverbrauch in der Hansestadt durchgeführt. Die Ergebnisse helfen uns, den Wasserbedarf besser einzuschätzen, um auch zukünftig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Zahl privater Schwimmbecken hat sich verdoppelt

Herausgekommen ist dabei, dass in Hamburg mittlerweile deutlich mehr Pools im Umlauf sind. Genauer gesagt: Rund doppelt so viele als vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. So gaben sechs Prozent der Befragten an, aktuell einen freistehenden Pool zu besitzen – vor der Pandemie waren es drei Prozent und weitere drei Prozent gaben an, in den nächsten zwölf Monaten einen anschaffen zu wollen.

Von 1.000 und bis über 10.000 Liter fassen die kleinen Schwimmbecken. Ein Rechenbeispiel macht anschaulich, wie viel Wasser dabei verbraucht wird: In einem Pool mit drei Metern Durchmesser und 80 Zentimeter Höhe rund 3.500 Liter – und damit in etwa der Monatsverbrauch einer Person.

Urlaub im eigenen Garten: Die Pandemie hat auch in Hamburg für viele neue Pools gesorgt | Foto: iStock

Überraschend in diesem Zusammenhang: Die befragten Haushalte mit Pool wechseln ihr Wasser über den Sommer häufig mindestens einmal im Monat.

Mit Ausstattung Wasser sparen

Am Beispiel der Pools sehen wir sehr deutlich, wie sich die erheblichen Änderungen im Lebensalltag vieler Menschen auch auf den Wasserbedarf einer Stadt auswirken. Beim Wasserverbrauch ist dabei auch ein Generationsunterschied spürbar: So duschen, spülen und waschen junge Menschen häufiger und länger. Dies ist sicherlich darauf zurückzuführen, dass sich der Alltag mit Freizeit, Sport und Arbeit in unterschiedlichen Lebensphasen erheblich ändert. 

Auch auf die Anschaffung von wassersparender Technologie haben wir geschaut – und haben unter anderem im Badezimmer Potenziale gefunden: So gaben 43 Prozent der Befragten an, dass sie einen Regenduschkopf im Bad benutzen. Gegenüber einem herkömmlichen Duschkopf verbrauchen Regenduschköpfe bis zu dreimal mehr Wasser pro Minute.

 

 

Tipps

Wassersparen im Alltag

Trinkwasser ist eine kostbare Ressource, mit der wir bewusst umgehen sollten.

Zu den Tipps 

Grafik zum Großklicken: So wird Wasser im Haushalt genutzt | Foto: sl-f/iStock

Außerdem haben lediglich zwei Drittel der Befragten eine Spartaste an der Toilette. Spülen ist wichtig, damit es in der Kanalisation läuft: Mit einer Spartaste kann der Spülvorgang jedoch von neun bis 14 Liter auf drei bis sechs Liter reduziert werden.

Die technische Ausstattung ist also noch nicht überall ausgereizt. Aber nicht jede Person kann diesen Hebel zum Wassersparen in Eigenregie umsetzen: Hier sind auch Vermieter und Wohnungsbaugesellschaften gefragt, Wohnungen entsprechend mit wassersparendenden Armaturen auszustatten.

Sparsam mit Trinkwasser umgehen

Um drastische Maßnahmen wie Rationierung zu vermeiden, appelieren wir an alle Menschen, insbesondere im Hochsommer sparsam mit Wasser umzugehen. Das schließt Nutzungsgruppen wie Landwirtschaft und industrielle Verbraucher mit ein.

"Auch wir als Versorger leisten unseren Beitrag, denn Wassersparen ist eine Gemeinschaftsaufgabe und gemeinsam müssen wir dafür sorgen, den Wasserstress zu reduzieren", sagte Geschäftsführerin Nathalie Leory bei der Vorstellung der Ergebnisse der Studie: "Wir tun gut daran, uns frühzeitig anzupassen und Spitzenverbräuche zu senken, um Versorgungsenpässe zu vermeiden."

Weitere Infos

Die Ergebnisse der Studie und Fragen des Wasserverbrauchs werden uns auch in Zukunft begleiten. Wenn Sie das Thema interessiert, folgen Sie uns auf unseren Social-Media-Kanälen auf Twitter, Instagram oder Facebook.

Oder lesen Sie sich hier selbst ein: Studien-Ergebnisse