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HAMBURG WASSER Verbrauchs-Check: Sparen die Menschen in Hamburg mehr Wasser? Versorger stellt Wasserverbrauchsstudie 2023 und neuen Online-Verbrauchsrechner vor

In diesem und im letzten Sommer ging der Wasserverbrauch im Versorgungsgebiet von HAMBURG WASSER merkbar zurück und das, obwohl mehr als 40.000 Menschen zusätzlich hier leben. Zudem blieben 2022 die Spitzentage mit mehr als 400.000 Kubikmeter Wasserabgabe aus – trotz 14 Tagen mit Temperaturen über 30 Grad Celsius. Welche Faktoren beeinflussen neben der Bevölkerungsentwicklung und dem Wetter den Wasserverbrauch in Hamburg? Sparen die Menschen aktiv Wasser? Ändert sich das Wasserbewusstsein? Um den Fragen auf den Grund zu gehen, hat HAMBURG WASSER Kundinnen und Kunden zum Wasserverbrauch befragt und die Ergebnisse mit Auswertungen aus dem Jahr 2021 verglichen.

  • Wenngleich die Mehrheit der Befragten nicht davon ausgeht, dass sich ihr Wasserverbrauch seit Anfang 2022 deutlich geändert hat, zeigt die Studie eine Tendenz für ein geändertes Verbrauchsverhalten.
  • Vor allem im Bad gehen die Menschen bewusster mit Wasser um: Seit 2022 duscht etwa ein Drittel der Befragten kürzer oder badet seltener - insbesondere um Wasser- und Energiekosten zu sparen.
  • Ökologische Gründe zum Wassersparen sind bei 62 Prozent ausschlaggebend, haben im Vergleich zu 2021 aber abgenommen.
  • Während die Jüngeren mehrheitlich eine größere Notwendigkeit zum Sparen sehen, sind es die älteren Befragten, die bereits konkrete Sparmaßnahmen umsetzen.
  • 85 Prozent der Befragten haben Vertrauen in die Versorgungssicherheit; mehr als die Hälfte hat keine Sorge vor Wasserknappheit im Versorgungsgebiet.

„Innerhalb des Jahres unterliegt der Wasserverbrauch in einer Großstadt wie Hamburg Schwankungen: Ferienzeiten oder Regenwetter dämpfen den Verbrauch. Erleben wir hingegen eine trockene Wetterperiode mit Temperaturen über 25 Grad Celsius, ist die Wahrscheinlichkeit für Spitzenverbräuche besonders hoch. Im aktuellen und letzten Sommer wurde weniger Wasser verbraucht als in den vergangenen Jahren. Allein mit dem Wettergeschehen und Ferien lässt sich diese Entwicklung nicht erklären. Laut Studie zeichnet sich - insbesondere im Bad und Garten - ein geändertes Verbrauchsverhalten und eine Tendenz zum Wassersparen ab. Die Erkenntnisse aus der Studie helfen uns, Schwankungen in den Verbräuchen besser vorhersagen zu können. Abzuwarten bleibt, ob sich hieraus ein langfristiger Trend entwickelt“, sagt Ingo Hannemann, Geschäftsführer von HAMBURG WASSER, über den Anlass der zweiten Wasserverbrauchsstudie.

Wasserbewusstsein: Wie hoch schätzen Hamburger Haushalte ihren Verbrauch?

69 Prozent der Befragten, die alleine wohnen, schätzen ihren täglichen Wasserverbrauch auf bis zu 100 Liter. Bei einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch am Tag von 111 Litern zeigen die Hamburgerinnen und Hamburger damit ein gutes Gespür. Mit steigender Haushaltsgröße unterschätzt die Mehrheit ihren Wasserverbrauch. Ein Zweipersonenhaushalt hat einen statistischen Durchschnittswert von 222 Litern Wasser am Tag. Einen Verbrauch von mehr als 200 Liter vermuten nur vier Prozent der Befragten, die mit einer weiteren Person zusammenleben. Während die Kosten für Leitungswasser (inkl. Abwasserentsorgung) im Mittel pro Haushalt bei etwa 30 Euro im Monat liegen, schätzen 4 von 10 Befragten ihre Kosten auf unter 25 Euro.

19 Prozent der Hamburgerinnen und Hamburger geben an, ihr Verbrauch sei gestiegen - zumeist, weil der Haushalt gewachsen ist. 20 Prozent geben an, ihr Wasserverbrauch sei gesunken. 40 Prozent davon nennen als Grund, allgemein sparsamer geworden zu sein. Die Mehrheit der Befragten hat nicht den Eindruck, ihr Wasserverbrauch habe sich seit 2022 geändert. Allerdings zeigt die detaillierte Abfrage in der Studie zum Teil signifikante Änderungen beim Verbrauchsverhalten, die auf einen allgemeinen Wasserspartrend hindeuten.

Neue Webanwendung berechnet Wasserverbrauch im Haushalt

„Den eigenen Wasserverbrauch im Haushalt zu schätzen, ist nicht immer einfach. Haushaltsgröße, Lebenssituation oder der Verbrauch der technischen Geräte kann variieren. Um das Wasserbewusstsein der Menschen in Hamburg weiter zu stärken, stellen wir eine neue Funktion auf unserer Website zur Verfügung“, sagt Ingo Hannemann. „Mit dem Wasserverbrauchsrechner können die Nutzerinnen und Nutzer ihren Verbrauch im eigenen Haushalt näherungsweise berechnen und für alle Einflussparameter eine Schätzung abgeben. So bekommen wir ein Gefühl für einen bewussten Umgang mit der Ressource und entdecken möglicherweise noch Sparpotentiale im eigenen Haushalt.“ Die neue Anwendung wird ab sofort auf www.hamburgwasser.de nutzbar sein.

Etwa die Hälfte der Befragten hat ihr Dusch- und Badeverhalten im letzten Jahr geändert

Fast alle Befragten duschen mindestens einmal in der Woche, 51 Prozent der Jüngeren täglich. Bei den Menschen über 65 sind es noch 25 Prozent. Knapp ein Fünftel der Hamburgerinnen und Hamburger badet mindestens einmal pro Woche, drei Prozent steigen täglich in die Wanne. Je jünger die Befragten sind, desto häufiger duschen oder baden sie, Männer baden etwas häufiger als Frauen.

Generell hat sich das Dusch- und Badeverhalten seit Anfang 2022 geändert; 30 Prozent der Befragten geben an, kürzer zu duschen, 33 Prozent seltener zu baden. Hauptgründe für das geänderte Duschverhalten ist vor allem der Wunsch, Wasser- und Energiekosten zu senken. Speziell Energiekosten zu sparen, ist für rund 70 Prozent der Menschen über 40 Jahren ausschlaggebend. Für den Energieeinspareffekt spricht, dass jede und jeder zehnte Befragte angibt, jetzt kälter zu duschen.

Die Selbsteinschätzung stimmt mit den Ergebnissen der Vergleichsstudie 2021 überein: Menschen aus Hamburg duschen 2023 kürzer. Während sie vor zwei Jahren durchschnittlich 9 Minuten unter der Dusche standen, sind es 2023 weniger als acht Minuten. Drei von zehn Befragten duschen außerdem weniger als 5 Minuten. 2021 waren es nur zwei von zehn. Mehr als 20 Minuten duschen nur noch vier Prozent der Befragten. Hier ist ein Rückgang um die Hälfte zu verzeichnen.

Nahezu alle Befragten gaben an, hauptsächlich zur Körperpflege zu duschen. Dieser Wert ist im Vergleich zu 2021 um vier Prozentpunkte auf 97 Prozent gestiegen. Für 13 bis 15 Prozent der Befragten sind auch andere Motive wie Beruhigung, Wachwerden oder Wellness ausschlaggebend. Deutliche Unterschiede liegen in den Altersgruppen vor. Während unter den 18- bis 39-jährigen jede und jeder Vierte zur Beruhigung duscht, sind es unter den 40- bis 64-jährigen nur noch sieben Prozent und null Prozent unter den über 65-jährigen.

Garten und Balkon: Menschen in Hamburg fangen Regenwasser auf und bewässern ihre Grünflächen heute weniger häufig als vor zwei Jahren

62 Prozent der Befragten aus Hamburg besitzen einen Balkon oder eine Terrasse, auf der Pflanzen bewässert werden. 27 Prozent der Hamburgerinnen und Hamburger haben einen Garten, die meisten sind in Harburg zu finden (35 Prozent). Insgesamt ist die Zahl der Menschen mit Bewässerungsbedarf für Pflanzen und Grünflächen um sechs Prozent gesunken. Fast jede und jeder Zweite mit Garten oder sonstiger Fläche bewässert eine Grünfläche, die bis zu 50 Quadratmeter groß ist; mehr als jede und jeder Fünfte eine Fläche, die mehr als 100 Quadratmeter misst. Die Mehrheit der Befragten gießt mindestens drei Mal wöchentlich Pflanzen. Die Dauer beträgt meist bis zu 15 Minuten.

Knapp 70 Prozent der Befragten mit Garten fangen Regenwasser zur Bewässerung auf. Bei 52 Prozent landet das Nass vom Himmel in der Regentonne, 14 Prozent besitzen eine Zisterne und 14 Prozent eine andere Auffangmöglichkeit. Die Studie zeigt, dass Wetter und Tageszeit bei der Bewässerung eine Rolle spielen: Knapp die Hälfte aller Befragten bewässert ihre Grünflächen immer abhängig vom Wetterbericht. Das Gros der Probanden bewässert die Grünflächen abends, knapp ein Drittel morgens. 23 Prozent bewässern ihre Grünflächen mittags oder nachmittags.  

„Besonders an heißen Tagen, wenn die Pflanzen viel Wasser brauchen, um nicht unter Trockenstress zu leiden, kann ein Garten den Verbrauch ankurbeln. Den Garten früh morgens und in Abhängigkeit vom Wetterbericht zu bewässern, stellt sicher, dass das Wasser an der Pflanze ankommt und nicht auf dem Weg dorthin verdunstet. Auch wenn Garten und Balkon den Verbrauch erhöhen können, sind sie gute Speicherorte für Regenwasser. Grünflächen leisten einen wichtigen Beitrag, um unsere Städte auch an warmen Tagen zu kühlen“, sagt Ingo Hannemann.

Keine Sorge vor Wasserknappheit oder Versorgungsunsicherheit im Versorgungsgebiet

Für 56 Prozent der Befragten ist das Wasser in Hamburg ausreichend verfügbar, sollte aber dennoch nicht verschwendet und besonders wenn es heiß ist, auch gespart werden. Ein Drittel (33 Prozent) der Befragten glaubt hingegen, dass Wasser knapp sei. Vor allem ältere Befragte und Menschen in Eimsbüttel sehen Wasser als knappe Ressource, die es so weit wie möglich zu sparen gilt. 83 Prozent der Befragten halten einen zukünftigen Wassermangel in anderen Regionen auf der Welt für wahrscheinlich, nur 23 Prozent sehen dieses Szenario in Hamburg als wahrscheinlich an. 83 Prozent der Befragten machen sich keine Sorgen um die Versorgungssicherheit mit Leitungswasser. Lediglich vier Prozent geben an, sehr besorgt zu sein. 2021 waren dies noch sechs Prozent.

„Trinkwasser in Hamburg ist sicher, dafür sorgen wir. Angst vor Wasserknappheit müssen die Hamburgerinnen und Hamburger nicht haben. Grundwasser ist in unserer Region ausreichend verfügbar. Das zeigen uns einschlägige Klimaprognosen. Dennoch ist ein sorgsamer Umgang mit der Ressource geboten, denn die Bevölkerung wächst und Hitzephasen im Sommer werden im Zuge des Klimawandels zunehmen. Die Umfrageergebnisse legen nahe, dass unsere Kundinnen und Kunden dafür ein gutes Gespür haben“, sagt Ingo Hannemann.

Obwohl die Befragten keine große Sorge vor Wasserknappheit oder fehlender Versorgungssicherheit haben, sparen sie dennoch Wasser – meist aus ökologischen Gründen (62 Prozent). Für 53 Prozent der Befragten sind es finanzielle Gründe, warum sie Wasser sparen. 30 Prozent geben soziale Gründe an. Ökologische und soziale Gründe für Wassersparen werden signifikant seltener genannt als noch 2021. Finanzielle Gründe hingegen haben nicht an Bedeutung verloren. Die Gründe für Wassersparen korrelieren teils mit der Lebenssituation: Soziale und finanzielle Gründe nennen Befragte häufiger, wenn sie in Haushalten mit Kindern unter 18 Jahren wohnen. Von den Befragten in Altona geben 72 Prozent ökologische Gründe zum Wassersparen an. In Bergedorf geben die meisten Befragten (64 Prozent) finanzielle Gründe an.

Bei der Notwendigkeit, den Wasserverbrauch weiter einzuschränken, sind sich die Menschen in Hamburg nicht einig. 30 Prozent geben an, dass sie ihren Verbrauch weiter reduzieren sollten, 30 Prozent glauben dies nicht. Im Vergleich der Altersgruppen sind die Jüngeren eher der Meinung, es sei nötig, den Wasserverbrauch im Alltag weiter zu reduzieren. Die älteren Befragten haben vergleichsweise bereits mehr zum Wassersparen unternommen. Beispielsweise nutzen 74 Prozent der Befragten über 65 Jahre die Sparfunktion der Toilette. Bei einem marktüblichen Produkt lassen sich damit rund 6 Liter Wasser pro Spülvorgang einsparen. Von den Befragten zwischen 18 und 39 nutzen 33 Prozent die Sparfunktion. 23 Prozent dieser Altersgruppe können sich die Nutzung zukünftig vorstellen.

Studienhintergrund:

An der repräsentativen Umfrage mittels Online-Interviews nahmen 921 Menschen in Hamburg im Alter von 18 bis 79 Jahren teil. Die Befragung wurde von mindline energy im Auftrag von HAMBURG WASSER im Zeitraum vom 10. bis 21. Juli 2023 durchgeführt.

Downloads

Pressemitteilung

Grafik: Blick in die Bezirke

Grafik: Wasserbewusstsein

Grafik: Wasserverbrauch im Bad

Grafik: Wasserverbrauch im Garten

Duschkopf

Frei zur redaktionellen Verwendung, Rechte: Ulrich Perrey / HAMBURG WASSER

Ihre Ansprechpartnerin

Nicole Buschermöhle

Billhorner Deich 2

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Portrait Nicole Buschermöhle, Pressesprecherin HAMBURG WASSER