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VERA: Klärschlamm verwerten

Seit 25 Jahren trägt unsere Verwertungsanlage für Rückstände aus der Abwasserbehandlung im 24-Stunden-Dauerbetrieb dazu bei, dass die Kläranlage energieautark betrieben werden kann. Und sie bringt dabei sogar noch wertvolle Rohstoffe hervor.

Autor des Inhalts: HAMBURG WASSER. Datum der Veröffentlichung:

Aus den Verbrennungsrückständen der rund 63.000 Tonnen Trockenmasse Klärschlamm, die wir auf unsere Klärwerk Hamburg jährlich aufbereiten und entsorgen, lassen sich in der Verwertungsanlage für Rückstände aus der Abwasserbehandlung (VERA) Gips, Asche und Phosphor gewinnen. 

Info

Vorbild VERA

Als Entsorgungsfachbetrieb ist VERA nach § 56 KrWG zertifiziert. Die hier eingesetzte Umwelttechnik dient anderen Städten, Kommunen und Verbänden als Beispiel, wenn sie neue Verbrennungsanlagen errichten wollen. Außerdem ist VERA Mitglied der Umweltpartnerschaft Hamburg.

Strom und Wärme –­ nicht nur fürs Klärwerk

Das Verbrennen des Schlamms erzeugt zudem 89.000 Megawattstunden Strom im Jahr, den wir für den Betrieb der Kläranlage verwenden, aber auch ins Hamburger Netz einspeisen.

Damit nicht genug: Unseren Wärmebedarf decken wir komplett aus dem Prozessdampf, der jedes Jahr bei der Verwertung des Klärschlamms entsteht. Überschüssige Wärmeenergie geben wir ans benachbarte Containerterminal ab. Bei uns verpufft überschüssige Energie also nicht ungenutzt.

Wie funktioniert die VERA?

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Unsere Kolleg:innen Jürgen Letzel und Charlotte Steffens vom Klärwerk Hamburg nehmen Sie mit zu VERA aufs Klärwerk Hamburg (Video: Perspektive Media / HW)

Bei der Abwasserreinigung bleibt neben sauberem Wasser, das in die Elbe und damit in den Wasserkreislauf zurückgegeben wird, auch Klärschlamm übrig. Hierin sind Rest- und Schadstoffe konzentriert, die nun fach- und umweltgerecht entsorgt werden müssen. Zunächst wird der noch sehr feuchte Klärschlamm entwässert und getrocknet.

Danach ist VERA dran: Sie verbrennt den Schlamm bei 850 Grad Celsius in sogenannten Wirbelschichtkesseln. Hier sorgt Quarzsand als Energieträger für eine fortwährende Entzündung. Der Vorteil: Wir benötigen für die Verbrennung keine fossilen Brennstoffe mehr. Im Klärschlamm gebundene Schadstoffe wie Mikroplastik werden durch die Hitze zu 99 % vernichtet. Neuer Klärschlamm wird mit der Abwärme aus dem Verbrennungsprozess getrocknet.

Rückgewinnung von Gips und Phosphor

Wenn der Schlamm verbrannt wird, entsteht sogenanntes Rauchgas. Es durchläuft in der VERA mehrere Reinigungsstufen, um ihm seine Schadstoffe zu entziehen. Erst danach wird es über einen Schornstein an die Luft abgegeben. Bei der Reinigung sondern sich Reststoffe ab, aus denen wir dann zum Beispiel Gips für die Industrie gewinnen. Übrigens: Die fortlaufend gemessenen Emissionen halten die Grenzwerte der 17. Bundesimmissionsschutzverordnung problemlos ein.

Die Funktionsweise der VERA im Schema (Grafik: Marte Sach)

Die Asche aus der Schlammverbrennung lagern wir in Aschesilos zwischen, bevor sie weiterverwertet wird. Aus ihr soll zukünftig Phosphor zurückgewonnen werden, dessen Vorkommen weltweit begrenzt ist – ein weiterer Beitrag zur Ressourcenschonung.

Ausbau zur größten Anlage in Deutschland VERA II

Das letzte Brückenelement der Förderbandbrücke fliegt in die Baustelle. Damit sind alle Großkomponenten in der VERA II montiert (Foto: Perspektive Media)

Derzeit haben wir noch drei Verbrennungslinien, eine vierte Linie entsteht gerade mit VERA II. Diese betreiben wir ab 2027 als interkommunale Kooperation zusammen mit dem Abwasserzweckverband (AZV) Südholstein und den Entsorgungsbetrieben Lübeck (EBL).

Zertifikat und Emissionsdaten

Zertifikat als Entsorgungsfachbetrieb

Als Entsorgungsfachbetrieb ist die VERA nach § 56 KrWG zertifiziert

Emissionsdaten

Emissionen und Kennzahlen der VERA für das Jahr 2025