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Aufsichtsrat stimmt Budgetanpassung für VERA II zu Anpassung von Projektsteuerung, Risikomanagement und Kostencontrolling:

Der Aufsichtsrat von HAMBURG WASSER hat am Donnerstag einer Anpassung des Budgets für den Erweiterungsbau der Klärschlammverwertungsanlage VERA II zugestimmt. Grundlage der Entscheidung ist eine umfassende Neubewertung des Projekts, die in den vergangenen Monaten vorgenommen wurde. Dabei wurden Projektsteuerung, Risikomanagement und Kostencontrolling grundlegend weiterentwickelt sowie Kosten, Risiken und Projektbestandteile neu bewertet. Die Neubewertung berücksichtigt den aktuellen Projektfortschritt, neue Erkenntnisse aus Genehmigungs- und Bauprozessen sowie eine erweiterte Datengrundlage für die Einstufung von Kosten und Risiken.

Der neue Budgetrahmen für den Erweiterungsbau beträgt 315,1 Millionen Euro und liegt damit um 71,2 Millionen Euro über dem zuletzt beschlossenen Budget. Darin enthalten sind 29,8 Millionen Euro tatsächliche Mehrkosten infolge von Nachträgen sowie zusätzlicher Anforderungen aus Genehmigungs- und Umsetzungsprozessen. Zudem wurde ins Budget eine Risikovorsorge aufgenommen: eine Kostenvarianz von 27,4 Millionen Euro entsprechend den Vorgaben der Senatsdrucksache „Kostenstabiles Bauen“ sowie 14 Millionen Euro Risiken mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von mehr als 50 Prozent. Die Risikovorsorge deckt mögliche Kosten aus noch nicht eingetretenen Risiken ab. Diese werden fortlaufend überwacht und aktiv gesteuert. Außerdem werden künftig Maßnahmen gemeinsam mit dem Erweiterungsbau ausgewiesen, die bislang separat budgetiert und berichtet wurden. Es handelt sich um technisch eng mit VERA II verbundene Infrastrukturmaßnahmen, die bereits Bestandteil der vom Aufsichtsrat freigegeben Investitionsplanung gem. Wirtschaftsplan waren und nun für eine effizientere Projektsteuerung erstmals gemeinsam im Gesamtbudget des Projekts dargestellt werden. Bei der Infrastrukturmaßnahme in Höhe von rund 28 Millionen Euro handelt es sich nicht um Mehrkosten, sondern um bereits freigegebene Mittel, die bislang separat ausgewiesen wurden.

Der Aufsichtsrat von HAMBURG WASSER hatte im vergangenen Jahr auf Initiative der Behördenleitung der BUKEA eine intensivere Kontrolle des Projekts eingefordert. In der Folge wurden Projektorganisation, Governance- und Controllingstrukturen gemeinsam mit einer externen Unternehmensberatung überprüft und weiterentwickelt. Aufbauend auf dieser Analyse wurde das Projekt unter der Leitung der Interimsgeschäftsführer Dr. Michael Beckereit und Dr. Frank Herzog stabilisiert und anschließend durch die neue Geschäftsführung von HAMBURG WASSER, Martin Gerhardt und Dr. Frank Herzog, neu aufgestellt.

Ein wesentliches Ergebnis dieser Neuaufstellung ist die künftig getrennte Steuerung von Erweiterungsbau und Sanierung. Während sich der Erweiterungsbau in der Vorbereitung der kalten Inbetriebsetzung befindet, steht die Sanierung der Bestandsanlage noch am Beginn der Planungsphase. Die getrennte Betrachtung schafft mehr Transparenz und ermöglicht belastbarere Aussagen zu Kosten, Risiken und Terminen.

HAMBURG WASSER-Geschäftsführer Martin Gerhardt: „Mit der getrennten Steuerung von Erweiterungsbau und Sanierung schaffen wir mehr Transparenz über Kosten, Risiken und Termine. Beide Vorhaben befinden sich in unterschiedlichen Projektphasen und werden deshalb künftig eigenständig geplant und bewertet. Bei einem Großprojekt dieser Größenordnung bleiben Risiken bestehen. Entscheidend ist, diese frühzeitig sichtbar zu machen, offen zu berichten und konsequent zu steuern.“

Katharina Fegebank, Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft, erklärt: „Seit Amtsantritt lege ich großen Wert darauf, dass städtische Großprojekte mit einem hohen Maß an Kostenkontrolle, Transparenz und Effizienz umgesetzt werden. Die Geschäftsführung von HAMBURG WASSER agiert hier vorbildlich: Sie hat VERA II umfassend überprüft, die Projektsteuerung neu aufgestellt und zusätzliche Kontrollmechanismen eingeführt. Eine externe Analyse bestätigt die erzielten Fortschritte bei Projektsteuerung, Risikomanagement und Controlling und damit die Grundlage der heutigen Neubewertung. Mit dem heutigen Beschluss des Aufsichtsrates gibt es nochmal eine neue Klarheit über die Budgetierung von VERA II. Klar ist: Solch ein professionelles Vorgehen muss der Maßstab für Großprojekte in Hamburg sein. Wir brauchen in Zukunft von Anfang an bei allen großen Projekten in Hamburg solche realistischen Kostenprognosen, die auch Risikopuffer enthalten. Denn VERA II bleibt ein zentrales Infrastrukturprojekt für Hamburg, dessen Umsetzung wir weiterhin eng begleiten und kontrollieren werden.“

Hintergrund

Die Klärschlammverbrennungsanlage VERA dient in Hamburg seit 1997 der thermischen Verwertung von Klärschlamm aus Hamburg und den angeschlossenen Partnerkommunen. Aufgrund des Alters der bestehenden Anlage und steigender Mengen zu behandelnden Klärschlamms hat HAMBURG WASSER den Erweiterungsbau VERA II auf den Weg gebracht. 

VERA II schafft die Voraussetzung, die langfristige Klärschlammverwertung und Entsorgungssicherheit für Hamburg sicherzustellen. Gleichzeitig ermöglicht die neue Anlage die schrittweise Sanierung der seit fast drei Jahrzehnten betriebenen Bestandsanlage. Darüber hinaus bildet VERA II eine wesentliche Grundlage für die weitere Umsetzung der bestehenden Klärschlammkooperation mit den Partnern Abwasserzweckverband Südholstein und Entsorgungsbetriebe Lübeck. Die hierfür vorgesehenen Kooperationsstrukturen werden mit dem Hochlauf der neuen Anlagenkapazitäten schrittweise umgesetzt.

Die zuletzt öffentlich diskutierten Werte bezogen sich auf einen Budgetansatz von 297 Millionen Euro zuzüglich erwarteter Risiken von rund 36 Millionen Euro. Diese Betrachtung umfasste sowohl den Erweiterungsbau VERA II als auch eine grobe Kostenschätzung von 81,3 Millionen Euro für die spätere Sanierung der bestehenden Verbrennungslinien. Die bisher diskutierten Werte und der neue Budgetrahmen sind daher nicht unmittelbar vergleichbar. Die aktuelle Neubewertung folgt einem veränderten Ansatz. Erweiterungsbau und Sanierung werden künftig getrennt betrachtet und gesteuert, da beide Vorhaben einen sehr unterschiedlichen Planungs- und Reifegrad aufweisen. Der nun beschlossene Budgetrahmen von 315,1 Millionen Euro bezieht sich ausschließlich auf den Erweiterungsbau VERA II. Neben eingetretenen Mehrkosten werden dabei zusätzliche Risikovorsorgen, Kostenvarianzen sowie bislang separat ausgewiesene, technisch eng mit VERA II verbundene Maßnahmen in die Gesamtbetrachtung einbezogen. Der neue Budgetrahmen weist damit erstmals den Mittelbedarf für den Erweiterungsbau nach dieser Systematik aus. Ziel ist eine vollständige und transparente Darstellung des tatsächlichen Mittelbedarfs des Erweiterungsbaus.

Für die Sanierung der bestehenden Verbrennungslinien wird ebenfalls die Senatsdrucksache „Kostenstabiles Bauen“ angewendet. Kostenvarianzen, Risiken und Planungsunsicherheiten werden dadurch systematischer und transparenter ausgewiesen als bisher. Derzeit untersucht HAMBURG WASSER Umfang, Varianten und technische Anforderungen der Sanierung. Auf Grundlage der bisherigen Erkenntnisse ist davon auszugehen, dass die aktualisierte Bewertung über der bisherigen frühen Kostenschätzung von 81,3 Millionen Euro liegen wird. In welcher Höhe lässt sich aufgrund des derzeitigen Planungsstands noch nicht belastbar beziffern. Eine aktualisierte Bewertung soll nach derzeitiger Planung im zweiten Quartal 2027 vorliegen und anschließend den zuständigen Aufsichtsgremien vorgestellt werden.

Kontakt für Medien

Ole Braukmann

Billhorner Deich 2

20539 Hamburg

E-Mail: presse@hamburgwasser.de

Portrait Ole Braukmann, Pressesprecher HAMBURG WASSER
Ole Braukmann

Pressesprecher