Ein Blick auf Hamburgs stille Örtchen: Was landet hier alles im Klo? – Welttoilettentag am 19. November
Repräsentative Befragung unter 1.000 Menschen ab 18 Jahren in Hamburg – Feuchttücher beliebt, werden aber in der Kanalisation zum Problem – Kein Mülleimer: Vieles, was in der Toilette landet, gehört dort nicht hinein
Fast ein Drittel der Befragten (31 %) greift gern zu feuchtem Toilettenpapier. Besonders beliebt ist es bei 18- bis 39-Jährigen (37 %) in Bergedorf (39 %). Am wenigsten beliebt ist es mit 24 % in Eimsbüttel und bei den über 60-Jährigen, hier gibt ein Fünftel an, es zu benutzen. Etwa 5 % der Befragten gibt an, regelmäßig auch Baby- oder Abschmink-Feuchttücher über die Toilette zu entsorgen. Mit 8,7 % entsorgen die 18–39-Jährigen überdurchschnittlich häufig Feuchttücher regelmäßig über die Toilette, insbesondere männliche Befragte (5,8 %) aus den Stadtteilen Mitte und Harburg (je 6,1 %). In einer Stadt mit fast zwei Millionen Einwohnern kommt dabei eine erhebliche Menge zusammen.
Mit Blick auf eine reibungslose und zuverlässige Abwasserentsorgung stellt die Entsorgung feuchten Toilettenpapiers und von Feuchttüchern über die Toilette ein Problem dar. Im Gegensatz zu trockenem Toilettenpapier, das aus Zellulose besteht, sind sie meist aus Vlies gefertigt. Diese robusten Textilfasern verbinden sich in den Abwasserleitungen miteinander und bilden zusammen mit anderen Dingen wie Haaren, Zahnseide oder Kondomen zopfartige Stränge, sogenannte Verzopfungen. Diese verfangen sich in den Abwasserpumpen und verstopfen sie, was die reibungslose Abwasserentsorgung beeinträchtigt und zu Beseitigungs- und Reparatureinsätzen führt.
Mehr Reparatureinsätze durch Feuchttücher
Seit 2008 verzeichnet HAMBURG WASSER eine stetig steigende Zahl an Einsätzen zur Beseitigung der Verstopfungen und Reparatur von Anlagenteilen. Während 2008 weniger als 50 Einsätze im Jahr nötig waren, wurde im Jahr 2021 mit etwa 460 Einsätzen der bisherige Höhepunkt erreicht. Dies kann auch im Zusammenhang mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie stehen, als Toilettenpapier zwischenzeitlich in den Supermärkten knapp wurde und alternativ vermutlich vermehrt u.a. zu feuchtem Toilettenpapier gegriffen wurde. In den Folgejahren hat die Einsatzzahl abgenommen (2023: 230 Einsätze), stieg aber 2024 wieder auf knapp 300 Einsätze. In der Hochrechnung für 2025 geht HAMBURG WASSER davon aus, dass bis zum Jahresende 200 Einsätze zu verzeichnen sein werden. Die Reparatureinsätze bedeuten für Abwasserentsorger zusätzliche personelle und finanzielle Aufwendungen. Allein für die letzten zehn Jahre belaufen sich die Reparaturkosten auf etwa zwei Millionen Euro.
Generell wird in Hamburg über alle Altersgruppen, Bezirke und Geschlechter hinweg eindeutig das konventionelle Toilettenpapier bevorzugt, das sie zu 84 % vorrangig nutzen. Mehr als ein Drittel (37 %) nutzt auch Recyclingpapier. Besonders in Altona steht dies hoch im Kurs (45 %), während es in Bergedorf am unbeliebtesten ist, wo sich nur etwa 25 % damit anfreunden können.
Und was wird sonst noch über die Toilette entsorgt?
Vieles, das die Toilette heruntergespült wird, gehört nicht dort hinein, sondern in den Restmüll. Auch wenn Feuchttücher die größte Herausforderung für das etwa 6.000 Kilometer lange Abwasserentsorgungssystem in Hamburg sind, steigert die Kombination von Dingen, die fälschlicherweise im Klo landen, das Verstopfungsrisiko noch. So entsorgt ein Viertel (25 %) der Befragten Haare hauptsächlich über die Toilette, die 18–39-Jährigen sogar zu fast einem Drittel (32 %). Fast 7 % der Befragten entsorgen zumindest hin und wieder Zahnseide, knapp 5 % Wattestäbchen und etwa 4 % Kondome über die Toilette.
Auch gibt die Hälfte der Befragten an, zumindest gelegentlich Lebensmittelreste über die Toilette zu entsorgen, was zu etwa 58 % besonders bei 40- bis 59-Jährigen beliebt ist. Auch dieser Entsorgungsweg hat unschöne Auswirkungen auf die Kanalisation. Zum einen steigt das Verstopfungsrisiko weiter, weil sich Lebensmittelreste mit den anderen Dingen verfangen können, die über die Toilette entsorgt werden, obwohl sie dort nicht hineingehören. Zum anderen können unangenehme Gerüche entstehen, die über die Schachtdeckel aus der Kanalisation entweichen – insbesondere dann, wenn längere Zeit Trockenwetter herrscht und das Schmutzwasser aus den Haushalten langsamer abfließt als wenn es mit dem Regen weggespült wird.
Die gute Nachricht: 85% der Befragten geben an, dass sie bereit sind, ihr Verhalten zu ändern und Dinge, die nicht in die Toilette gehören auch nicht mehr darüber zu entsorgen.
Welttoilettentag
Erstmals hat die Welttoilettenorganisation den Welttoilettentag im Jahr 2001 ausgerufen. Seit 2013 ist er auch offizieller Welttag der Vereinten Nationen. Der Welttoilettentag soll darauf aufmerksam machen, dass es in weiten Teilen der Welt an ordentlichen Toiletten und einer zuverlässigen sowie umweltverträglichen Abwasserentsorgung mangelt. HAMBURG WASSER möchte an diesem Tag daran erinnern, dass eine gute Sanitärversorgung keine Selbstverständlichkeit ist und darüber aufklären, was eine reibungslose Abwasserentsorgung beeinträchtigt.
Mehr zum Thema unter www.hamburgwasser.de/magazin/das-wc-ist-kein-muelleimer
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