HAMBURG WASSER bleibt auf stabilem Kurs und erhöht Investitionen in die Infrastruktur – Jahrespressekonferenz 2026
Trinkwasserverkauf in Hamburg auf stabilem Niveau +++ HAMBURG WASSER mit 113,8 Millionen Jahresergebnis +++ Sanierungsprogramm für Trinkwassernetz angekündigt +++ Mammutprojekt zum Erhalt historischer Siele gestartet +++ Steigerung erneuerbare Energieproduktion aus Klärschlamm geplant +++ Urbane Mine: Bau- und Rohstoffrecycling auf Klärwerk wird ausgebaut
HAMBURG WASSER steht wirtschaftlich stabil da und treibt die Modernisierung der Wasserinfrastruktur voran. Auf seiner Jahrespressekonferenz hat das Unternehmen die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2025 vorgestellt und zentrale Handlungsfelder für die kommenden Jahre skizziert. Im Mittelpunkt stehen umfangreiche Investitionen in die Netze. Neben der Sanierung teils über 100 Jahre alter Abwasserkanäle wird auch die Trinkwasserversorgung gezielt weiterentwickelt. Bis 2035 sollen rund 270 Kilometer Trinkwasserleitungen erneuert werden. Parallel investiert HAMBURG WASSER in eigene Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energie. Geplant werden unter anderem zusätzliche Windenergieanlagen sowie eine Erweiterung der Biomethanproduktion aus Klärschlamm.
Rohrbrüche: HAMBURG WASSER kündigt Erneuerungsprogramm an
Einzelne Schadensereignisse an Trink- und Abwasserleitungen haben zuletzt in der Hansestadt Aufmerksamkeit erzeugt. Zwar bestätigen nationale und internationale Vergleiche, dass das Hamburger Netz insgesamt vergleichsweise selten Rohrbrüche verzeichnet, dennoch sieht das Unternehmen einen erhöhten Investitionsbedarf, wie Martin Gerhardt, technischer Geschäftsführer von HAMBURG WASSER, klarstellt: „Rohrbrüche wie jener an der Kollaustraße oder der B73 werden sich nie ganz vermeiden lassen. Dennoch dürfen sie nicht zur Regel werden. Hamburg braucht zuverlässige Netze zur Trinkwasserversorgung und Stadtentwässerung. Deshalb erhöhen wir unsere Anstrengungen bei der Leitungserneuerung deutlich und haben ein langfristiges Ausbauprogramm aufgesetzt, mit dem wir in den nächsten zehn Jahren gut 270 Kilometer unseres Trinkwassernetzes erneuern.“
Sanierung historischer Siele gestartet
Ein weiterer Schwerpunkt der Investitionen ist die Modernisierung der Kanalisation. Beispiel dafür ist eine zentrale Baumaßnahme in der Hamburger Innenstadt: Zwischen Baumwall und den Landungsbrücken saniert HAMBURG WASSER derzeit einen Abschnitt des historischen Kuhmühlenstammsiels, eines der wichtigsten Abwasserkanäle der Stadt. Der rund 530 Meter lange Abschnitt verläuft unterhalb des Hochbahnviadukts der U3 und stellt aufgrund seiner Lage und Dimension eine technisch anspruchsvolle Maßnahme dar. Für die Sanierung werden passgenaue, vorgefertigte Rohre in das gemauerte Siel eingeschoben. Das Projekt ist Teil des „Alte Riesen“-Sanierungsprogramms, mit dem HAMBURG WASSER die historischen gemauerten großen Stammsiele der Stadt erneuert.
Um mit Hamburgs wachsender Bevölkerung Schritt zu halten und für drohende Klimawandelfolgen gerüstet zu sein, möchte HAMBURG WASSER die bestehende Infrastruktur erhalten und gezielt ausbauen. „Das Klimafolgenmanagement wird zunehmend zum bestimmenden Faktor für die Wasserwirtschaft. Veränderte Niederschlagsmuster, längere Trockenphasen und steigende Temperaturen wirken sich auf den Wasserverbrauch und Entwässerungssysteme aus. Durch zusätzliche Kapazitäten und moderne Bauverfahren wird die bestehende Kanalisation so weiterentwickelt, dass sie auch unter veränderten klimatischen Bedingungen zuverlässig funktioniert und einen wichtigen Beitrag zur Überflutungsvorsorge leistet“, sagt Martin Gerhardt.
Klärwerk als Energie- und Rohstoffstandort
Im Hamburer Hafen entwickelt HAMBURG WASSER sein Klärwerk konsequent weiter. Ziel ist es, die Energieerzeugung am Standort schrittweise auszubauen und Stoffkreisläufe stärker zu schließen. Das Klärwerk wird damit zum Maßstab für die Weiterentwicklung der Anlagen des Unternehmens. Durch Effizienzmaßnahmen ist der Energieeinsatz in zentralen Prozessen seit 2005 deutlich gesunken, während die Eigenenergieproduktion durch die energetische Verwertung von Klärschlamm kontinuierlich gestiegen ist. Im Jahr 2025 wurden auf der Anlage gut 120 Mio. kWh Strom produziert, aber nur 99 Mio. kWh für die eigenen Prozesse benötigt.
„Diesen Weg, unsere Standorte und Anlagen zur Energiegewinnung zu nutzen, möchten wir konsequent fortführen“, sagt Dr. Frank Herzog, Kaufmännischer Geschäftsführer von HAMBURG WASSER. „Dazu werden wir am Standort des Wasserwerks Curslack in eine große PV-Anlage und eine neue Windenergieanlage investieren. Vergleichbare Maßnahmen prüfen wir auch an anderen Werksstandorten.“ In Planung ist außerdem die Erweiterung der Faulanlage am Klärwerk, um künftig noch mehr Biomethan zu produzieren. Dieses entsteht bei der Faulung des Klärschlamms, wird anschließend aufbereitet und anteilig in das städtische Gasnetz eingespeist.
Auch die Rückgewinnung von Rohstoffen gewinnt an Bedeutung. Künftig sollen verstärkt Phosphor, Baustoffe wie Sand und Gips sowie weitere Materialien aus Klärschlamm zurückgewonnen und in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden. Damit reagiert HAMBURG WASSER auf steigende Anforderungen, die sich absehbar aus der novellierten Klärschlammverordnung ergeben, die 2029 in Kraft tritt.
Stabile wirtschaftliche Entwicklung bei steigenden Investitionen
Das Geschäftsjahr 2025 verlief für HAMBURG WASSER erfolgreich. Insgesamt hat das Unternehmen im vergangenen Jahr 2,3 Millionen Menschen mit 117,6 Millionen Kubikmetern Trinkwasser versorgt und 156,5 Millionen Kubikmeter Abwasser gereinigt. Der Ertrag aus dem Trinkwasserverkauf liegt mit 36,2 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert (37,5 Mio. Euro).
„Den Gewinn führen wir vertragsgemäß an die Freie und Hansestadt Hamburg ab“, erläutert der kaufmännische Geschäftsführer Dr. Frank Herzog. Das Ergebnis der Abwassersparte beläuft sich auf 76,9 Millionen Euro. Der Überschuss fließt in die Rücklagen und dient dem Funktionserhalt von Kanalisation und Klärwerk.
Mit Blick auf die kommenden Jahre stellt sich HAMBURG WASSER auf steigende Investitionen ein. Dr. Frank Herzog erläutert: „Zwischen 2025 und 2029 fließen gut 1,15 Milliarden Euro in Netze, Anlagen und neue Technologien. Besonders spürbar wird der Anstieg im Bereich des Netzausbaus. Verglichen mit den ersten fünf Jahren der 2020er Jahre erhöhen wir die Investitionen für unser Trinkwassernetz in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts um gut ein Drittel.“
Billder frei zur redaktionellen Verwendung. Bildunterschriften:
Bild1: HAMBURG WASSER-Geschäftsführer Dr. Frank Herzog (l.) und Martin Gerhardt stellen an der Elbe die Bilanz des Geschäftsjahres 2025 vor
Bild2: HAMBURG WASSER-Geschäftsführer Martin Gerhardt (l.) und Dr. Frank Herzog in dem Teilstück des Kuhmühlenstammsiels, das derzeit saniert wird.
Pressesprecher