Aktuelles
Hier finden Sie Informationen zu Veranstaltungsterminen, Veröffentlichungen und Projektfortschritt.
Die Ausschreibungen für das Projekt werden voraussichtlich im 3. Quartal 2026 beginnen.
Das Projekt wird von Yukon Projects GmbH und ZENK Rechtsanwälte Partnerschaft mbB begleitet.
Falls Sie Fragen zum Projekt haben, können Sie uns unter folgender E-Mail-Adresse jederzeit kontaktieren:
FAULBEHAELTER-IPA@HAMBURGWASSER.de
Projektbeschreibung
Der Klärwerksverbund Köhlbrandhöft/ Dradenau reinigt das Abwasser der Stadt Hamburg und der Umlandgemeinden mit mechanischen, biologischen und chemischen Verfahren sowie einer Klärschlammbehandlung. Ein wesentlicher Bestandteil der Klärschlammbehandlung sind die 10 Faulbehälter, die am Standort Köhlbrandhöft zweistufig betrieben werden.
Um das Klärwerk auch bei steigenden Einwohnerzahlen zukunftsfähig zu machen und einen Beitrag zur Energieerzeugung zu leisten, sollen auf der nördlichen Osterweiterungsfläche des Klärwerks drei weitere Faulbehälter gebaut werden, von denen zwei Faulbehälter mit einem Nutzvolumen von 8.000 m³ als Hauptfauler (1. Stufe) und ein Faulbehälter mit einem Nutzvolumen von 4.000 m³ als Nachfauler (2. Stufe) betrieben werden sollen.
Neben den neuen Faulbehältern ist ein Maschinenhaus für die erforderliche Pump- und Rohrleitungstechnik sowie die Schalttechnik und ein Treppenhaus zu errichten.
Das Projekt beinhaltet ebenfalls die maschinentechnische Ausstattung von den Faulbehältern, dem Maschinenhaus und den Rohrkanälen sowie die EMSR-technische Ausstattung. Des Weiteren erfolgt die Ausstattung eines Niederspannungsraums und die technische Gebäudeausrüstung von Maschinenhaus, Treppenturm und Rohrkanälen.
Das Baufeld hat eine Fläche von ca. 4.600 m² und ist in den Bestand des Klärwerks eingebettet.
Projektstruktur
Das Projekt „Neubau Faulbehälter Klärwerk Köhlbrandhöft“ soll basierend auf dem Projektabwicklungsmodell der integrierten Projektabwicklung (IPA) mit einem Mehrparteienvertrag (MVP) realisiert werden.
Die integrierte Projektabwicklung (IPA) ist ein kollaboratives Vertragsmodell, dass insbesondere bei komplexen Bauprojekten eingesetzt wird. Ziel ist es, alle für die Projektdurchführung relevanten Projektbeteiligten in funktionsübergreifenden Teams frühzeitig und partnerschaftlich über alle Phasen der Planung und Ausführung zusammenarbeiten zu lassen. Mit Abschluss des Mehrparteienvertrages wird eine Projektorganisation aus Bauherrn, Planer(n) und ausführenden Firmen gebildet, in der die Verantwortung sowie Chancen und Risiken des Projekts gemeinsam getragen werden.
Im Gegensatz zu traditionellen Abwicklungsformen, in denen Planung und Ausführung getrennt voneinander erfolgen, entsteht in IPA-Projekten das gemeinsame Verständnis der Projektziele und der Bauaufgabe bereits ab Beginn der Zusammenarbeit in der Planungsphase. Durch die frühzeitige Einbindung der ausführenden Firmen können bereits in der Planungsphase gemeinsam potenzielle Probleme frühzeitig erkannt und gemeinsam Lösungen entwickelt werden.
Entscheidungen werden gemeinsam transparent von allen Projektpartnern getroffen und richten sich an dem Prinzip „Best for Project“ aus. Die Nutzung moderner Methoden, wie LEAN-Management und BIM-basierte Planung, die Zusammenarbeit in einer Co-Location und die partnerschaftliche Ausrichtung des IPA-Modells ermöglichen, die komplexen Anforderungen des Projekts bereits in der Planung gemeinsam zu optimieren.
Die Schaffung einer auf Vertrauen, Transparenz und Wertschöpfungsorientierung basierenden Projektkultur gepaart mit einer engen gemeinsamen Steuerung von Kosten, Terminen und Qualitäten ist die Grundlage gemeinsam bestmögliche Projektergebnisse zu erzielen.
Weitere Informationen zu IPA und Lean Construction:
IPA Zentrum:
http://www.ipa-zentrum.de/
German Lean Construction Institut:
http://www.glci.de/
Lean Construction – Begriffe und Methoden: https://www.glci.de/static/48970b65f7187c9d441b2a1cd8339502/GLCI-Lean-Construction-Begriffe-und-Methoden.pdf
Integrierte Projektabwicklung – Ein Leitfaden für Führungskräfte: https://www.glci.de/static/43c973db8b492b418f2a4bbd5d8e1a27/IPA-Handlungsleitfaden-2020-einseitiger-Druck.pdf
Zeitrahmen
Im Projekt „Neubau Faulbehälter Klärwerk Köhlbrandhöft“ ist die gemeinsame Planung mit allen IPA-Partnern im Zeitraum Mitte 2027 bis Mitte 2029 vorgesehen. Daran schließt sich die Bauausführung an, die 2033 abgeschlossen sein wird.
Stand: April 2026
Vergabe
Diese Informationen dienen nur zur allgemeinen Information und ersetzen nicht die Bekanntmachung im Vergabeverfahren.
Die Hamburger Stadtentwässerung sucht im Rahmen eines zweistufigen Verhandlungsverfahrens mit öffentlichem Teilnahmewettbewerb gemäß § 3 EU Nr. 3 VOB/A und gemäß § 14 Abs. 3 Nr. 1 VgV Partner zur Durchführung dieses anspruchsvollen Projektes.
Alle Vergabeunterlagen werden gemäß der geltenden Vergabebestimmungen zu gegebener Zeit auf der Hamburg Wasser eigenen Vergabeplattform veröffentlicht und im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften TED und den nationalen Ausschreibungsmedien bekanntgegeben.
Wir empfehlen die Plattform gemäß der geplanten Terminschiene regelmäßig zu konsultieren, um aktuelle Bekanntmachungen zeitnah einzusehen und an den Verfahren teilzunehmen.
Es sind folgende Vergabepakete geplant:
- Planungsleistungen (Ingenieurbauwerke, Verkehrsanlagen, Tragwerksplanung, Technische Ausrüstung, Anlagengruppen 3 bis 7)
- Bautechnik (Hochbau, Tiefbau, TGA)
- Maschinentechnik (insb. Rohrleitungsbau, Pump- und Umwälztechnik)
- EMSR und Energietechnik (inkl. Prozess- und Leittechnik)
Folgende Planungs- und Ausführungsleistungen werden u.a. Bestandteil der einzelnen Vergabepakete: [Kommas nach Aufzählungen entfernen]
- Herstellen der Baugrube
- Tiefgründung der Behälter und des Maschinenhauses
- Errichtung, Dämmung, Verkleidung und Beschichtung der Faulbehälter
- Errichtung eines zweistöckigen Maschinenhauses mit Kellergeschoss
- Errichtung eines Treppenturms inkl. Aufzug
- HKLS inkl. RWA-Anlagen
- Bau eines begehbaren Rohrkanals
- Herstellung der Außenanlagen
- Montage von Rohrleitungen (in vorhandenen Rohrkanälen, erdverlegt, im neuen Maschinenhaus, im neuen Rohrkanal, im Inneren der Faulbehälter)
- Montage von Pumpstationen und Rohrwärmetauschern
- EMSR-technische Ausstattung , Ausrüsten eines neuen Niederspannungsraums
- Anbindung an vorhandenes Leitsystem
- Brandmelde- und Sicherheitstechnik
Weitere Informationen:
Vergabeplattform - Hamburg Wasser
Kontakt und FAQs
Falls Sie Fragen zum Projekt „Neubau Faulbehälter Klärwerk Köhlbrandhöft“ haben, können Sie uns unter folgender E-Mail-Adresse jederzeit kontaktieren:
IPA steht für Integrierte Projektabwicklung. Es ist ein Projektabwicklungsmodell, bei dem Bauherr, Planer und ausführende Firmen als Team durch einen Mehrparteienvertrag verbunden sind und das Projekt mit Beginn der Planungsphase gemeinsam abwickeln und im Sinne „Best for Project“ handeln.
Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Projektbeteiligten trotz der hohen Komplexität in den Projekten ermöglichen, effektiv und wertschöpfend zu agieren, um eine hohe Stabilität in Kosten und Terminen zu erreichen.
Alle Entscheidungen im Projekt werden so getroffen, dass sie dem gesamten Projekt und seinen Zielen nützen. Durch die Ausrichtung auch des Mehrparteienvertrags an den Projektzielen, führt die Erreichung der Projektziele ebenso zur Erreichung der Einzelziele der Partner.
Durch die Etablierung geeigneter Organisations- und Kommunikationsstrukturen, gemeinsamer Räumlichkeiten und kollaborativer Arbeitsmethoden (wie z.B. Lean Management) wird die Transparenz über das Projekt, die integrale Arbeitsweise zwischen den Projektbeteiligten und eine offene Kultur der Zusammenarbeit gefördert.
Ein einziger, gemeinsamer Vertrag, den alle Hauptbeteiligten (Bauherr, Architekten, Fachplaner, Baufirmen) unterschreiben, um das Projekt kollaborativ abzuwickeln. Der MPV regelt die Zusammenarbeit, die Vergütung, die gemeinsame Verantwortung für Risiken und Chancen sowie für die Erreichung der gemeinsamen Projektziele in Planung und Ausführung.
Die Vergütung basiert auf der Selbstkostenerstattung, einem "Open-Book"-Ansatz und einer Gewinn- und Risikoteilung aller Partner (inkl. Bauherr). Die Projektbeteiligten erhalten die tatsächlich entstandenen und nachgewiesenen Selbstkosten für Planung und Bau erstattet. Gewinne, Gemeinkosten und Risiken/Chancen werden separat ausgewiesen und gemäß einer Bonus-Malus-Regelung aufgeteilt. Risiken werden kollektiv getragen. Chancen kommen ebenso allen zugute. Hierzu verständigt sich das Team auf die notwendige Transparenz zu Kosten, Gewinnen, Risiken und Chancen.
Die Haftung in IPA-Projekten wird durch den gemeinsamen MPV geregelt und über eine Projektversicherung, die durch den Auftraggeber für das Projekt abgeschlossen wird, unterstützt. Die Haftungsregelungen zielen auf die Förderung der Zusammenarbeit mit Fokus auf gemeinsame Problemlösungen bei Fehlern und ein gemeinschaftliches Risikomanagement ab.
Beim Auswahlverfahren der Partner für das IPA-Projekt erfolgt die Bewertung des angebotenen Teams (Schlüsselpersonen) u.a. nach der Kooperations-, Kommunikations- und Teamfähigkeit, nach der Fachkompetenz und zu einem geringeren Anteil nach Preis.