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Blick in den Horiontalfilterbrunnen von oben, zu sehen sind Mitarbeiter in einem tiefen Schacht, die mit einem Bohrkopf neue Stränge ziehen.

Tauchgang ermöglicht Einblick in seltenen Brunnen

Horizontalfilterbrunnen werden heute nur noch selten gebaut. Wir zeigen, wie der Brunnen aufgebaut ist und was ihn von Vertikalfilterbrunnen unterscheidet.

Heute nur noch selten gebaut

Autor des Inhalts: HAMBURG WASSER. Datum der Veröffentlichung:

In Tiefen bis zu 429 Metern fördern wir unser kostbares Grundwasser, das in den allermeisten Fällen durch sogenannte Vertikalfilterbrunnen gewonnen wird. Sie werden gerade wie eine Kerze in die Tiefen der Grundwasserschichten gebohrt. Auf der Oberfläche bleibt am Ende nur noch ein unscheinbarer Schacht zu sehen.

Das Brunnengebäude ist rund und etwa 20 Meter hoch und liegt auf einer Anhöhe
Horizontalfilterbrunnen in der Süderelbmarsch (Jörg Böthling / HW)

Anders ist das bei dem Horizontalfilterbrunnen 3 in der Süderelbmarsch, liebevoll HFB3 abgekürzt. Im Gegensatz zu Vertikalfilterbrunnen streckt HFB3 seine Filterstränge in die Breite aus. Häufig werden solche aufwendigen Brunnen nicht mehr gebaut. HFB3 ist ein damit ein echter Exot.

So sieht der Brunnen von innen aus Tauchgang im Video

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Video: Perspektive Media / HW

Anfang der 1950er-Jahre ging der Brunnen das erste Mal ans Netz. Vor fünf Jahren wurde HFB3 zuletzt aufwendig saniert: Dazu wurden alte Filterstränge aus den 1970er-Jahren verfüllt und neue erschlossen. 

Halten die neuen Stränge nach fünf Jahren Dauerbetrieb, was sie versprechen? Dazu hat ein Taucher mit Kamerafahrzeug die fünf Stränge überprüft. Wir waren mit der Kamera dabei, sie Video. Das Ergebnis hätte kaum besser ausfallen können: Der Brunnen sieht fast aus wie neu. Risse, Sand oder Schäden konnten nicht festgestellt werden.

Wie funktioniert ein Horizontalfilterbrunnen?

Ein Horizontalfilterbrunnen ist ein Brunnen, der nicht in die Tiefe, sondern in die Breite geht. Von einem zentralen Schacht aus erstrecken sich mehrere waagerechte Filterstränge in den Grundwasserleiter. Eine Pumpe pumpt das Wasser aus dem Sammelschacht in die Höhe.

Der Bau eines Horizontalfilterbrunnens ist nicht überall möglich: Grundvoraussetzung ist ein relativ flacher und homogener Grundwasserleiter.

Wir betreiben insgesamt fünf Horizontalfilterbrunnen: Zwei von ihnen stehen in der Süderelbmarsch, drei weitere in der Haseldorfer Marsch. Heute werden die Exoten nur noch selten gebaut. Eine Sanierung kann sich bei guten Voraussetzungen wie hier in der Süderelbmarsch aber lohnen.

Zu sehen ist die ein Schnitt durch den Untergrund, wodurch die Funktionsweise des Brunnens deutlich wird. Die Filterstränge liegen in einer grundwasserführenden Schicht, eine Unterwasserpumpe fördert das Wasser durch die Steigleitung an die Oberfläche.
Der Horizontalfilterbrunnen als Grafik (Grafik: HW)

 

Typische Merkmale

  • mehrere horizontale Filterstränge
  • große Entnahmemengen durch breite Erschließung
  • besonders geeignet bei flachen, homogenen Grundwasserleitern

Wie funktioniert ein Vertikalfilterbrunnen?

Während der Horizontalfilterbrunnen in die Breite geht, wird der Vertikalfilterbrunnen in die Tiefe gebohrt. Bis zu 429 Meter reichen in die tiefen Grundwasserleiter, in denen die kostbare Ressource besonders gut geschützt ist. 

Über Filterstränge kann das Wasser in die Steigleitung eintreten und wird mit einer Unterwasserpumpe an die Oberfläche gefördert. Um die Versorgung sicherzustellen, müssen Trinkwasserbrunnen nach einer gewissen Zeit ersetzt werden, da sie aufgrund natürlicher Alterungsprozesse weniger Wasser fördern. 

Die erforderlichen Brunnenneubauten können dabei in der Regel nicht am gleichen Standort errichtet werden. Deshalb suchen wir kontinuierlich neue Flächen für den Brunnenbau

Typische Merkmale

  • ein senkrechtes Rohr 
  • punktuelle Förderung
  • Standard in der Grundwassergewinnung

So entsteht ihr Trinkwasser Weiterlesen

Eine von 17 Anlagen, in denen das Hamburger Trinkwasser aufbereitet wird: das Wasserwerk Baursberg am Falkensteiner Ufer (Foto: Krafft Angerer / HW)

Wir nutzen, was die Natur uns schenkt: Hamburger Trinkwasser wird ausschließlich aus Grundwasser gewonnen. Dieses bildet sich vor allem aus Niederschlägen. Der Regen fließt durch die verschiedenen Bodenschichten und wird dabei auf natürliche Weise gefiltert: Der erste Schritt auf dem Weg zu unserem reinen Trinkwasser. Wie es weitergeht, erfahren Sie auf dieser Seite. 

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