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Sanierung: Dieses Kissen wiegt 200 Kilo

Eindrücke aus der Unterwelt unter St. Pauli: Nachdem das Sanierungsprogramm “Alte Riesen” mit den Arbeiten im Kuhmühlenstammsiel gestartet ist, folgen nun die Arbeiten in der Sielzusammenführung am Pumpwerk Hafenstraße.

Autor des Inhalts: HAMBURG WASSER. Datum der Veröffentlichung:

Präzisionsarbeit in XXL: Mit zwei Dichtkissen ist jetzt der zweite Abschnitt der Sanierung unserer "Alten Riesen" unter St. Pauli gestartet. Die Gummipfropfen wurden über einen Schacht ins Siel gebracht und dort aufgeblasen. Sie halten Abwasser so lange zurück bis eine Mauer eingezogen ist, die eine Sanierung im Betrieb möglich macht. 

Gar nicht so einfach, denn das Kissen-Gummi ist bei der Kälte ganz schön hart. Hinzu kommt: Den richtigen Platz im dunklen Siel und dazu noch unter Abwasser finden die Fachleute nur durch Tasten. Da ist Fußspitzen-Gefühl gefragt. Und das bei den Dimensionen: 200 Kilogramm wiegen die Kissen, das Siel hat einen Durchmesser von drei Metern.

Das 120 Jahre alte gemauerte Siel muss jetzt saniert werden (Foto: Krafft Angerer / HW)

Wie läuft die Sanierung?

Im Anschluss wird das rund 120 Jahre alte gemauerten Siele  aufwendig saniert. Denn Dank Korrosion durch den Kontakt mit dem Abwasser und seine Gasen hat der Beton teilweise nur noch quarkähnliche Konsistenz. Mit "Höchstdruck" wird der nun abgetragen, dann kommt neuer Reparaturmörtel drauf. Abschließend erhalten die Rohre neuen Korrosionsschutz, um das Bauwerk vor der biogenen Schwefelsäure zu schützen. 

Die Sielzusammenführung muss saniert werden, da Beton, Mauerwerk und Bewehrung durch die biogene Schwefelsäurekorrosion beschädigt sind. Diese entsteht durch Gase, die das Abwasser bildet. Neben der baulichen Sanierung werden auch hydraulische Optimierungen vorgenommen, so dass zukünftig Geruchsemissionen vermieden werden. 

Wer oder was sind die “Alten Riesen”?

In zentralen Teilen Hamburgs sorgen seit gut 120 Jahren große, gemauerte Stammsiele für eine reibungslose Entwässerung. Punktuell muss dieses 250 Kilometer lange Netz der „alten Riesen“ saniert werden, damit sie auch in Zukunft häusliches Abwasser und Niederschlag sicher ableiten können. Das Programm leistet einen wichtigen Beitrag zur Ertüchtigung der Abwassersysteme und zur Anpassung der städtischen Infrastruktur an die Folgen des Klimawandels. 

Die Arbeiten im Video sehen?

Der NDR hat die Arbeiten begleitet. Hier geht es zum Beitrag für die Sendung Hamburg Journal.

Zusammen für Wasser

Laut für Leitungsbau: Mit dieser Kampagne machen wir aktuell in Hamburg auf die wichtigen Arbeiten an unser Infrastruktur aufmerksam (Grafik: Katia Jetter / HW)

Wir bauen, damit der urbane Wasserkreislauf auch in Zukunft läuft. Dafür müssen wir ran: In die Straße, in den Untergrund und manchmal auch bei dir vor die Haustür.

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