Zum Seiteninhalt springen

Ratgeber: Saubere Wäsche, sauberes Wasser

Tenside, Duftstoffe oder Mikroplastik: Nicht alles, was in Waschmitteln steckt, lässt sich im Klärwerk rausfischen. Wie gelingt es zu Waschen und das Wasser zu schützen?

Umweltfreundlich Waschen: So funktioniert es richtig

Autor des Inhalts: HAMBURG WASSER. Datum der Veröffentlichung:

Viele Waschmittel enthalten Stoffe, die in der Natur nichts zu suchen haben. Mikroplastik und flüssige Kunststoffe sind schwer abbaubar und gefährden Wasserlebewesen. Auch Rückstände von Duftstoffen oder Aufhellern belasten die Kläranlagen.

Die gute Nachricht: Schon mit der richtigen Wahl und Dosierung lässt sich viel erreichen – für saubere Wäsche und den Wasserschutz in Hamburg.

Welche Art von Waschmittel ist besser?

Bei der Wahl des Waschmittels haben Verbraucher:innen die Qual der Wahl (Foto: Urlich Perrey / HW)

Waschpulver:
Die umweltfreundlichste Wahl. Meist ohne Mikroplastik, mit weniger Konservierungsstoffen und in Kartons statt Plastikflaschen. Pulver wäscht gründlich, ist sparsam dosierbar und entlastet das Klärwerk.

Flüssigwaschmittel:
Enthalten mehr Tenside und Konservierungsstoffe, die schwer abbaubar sind. Für Weißwäsche weniger geeignet, aber praktisch für dunkle Kleidung – keine Rückstände.

Kapseln und Pods:
Bequem, aber problematisch. Hochkonzentriert, oft überdosiert und in Folien verpackt, die Rückstände hinterlassen können. Zudem riskant für kleine Kinder, die sich alles in den Mund stecken, und als Produkt teurer.

Tipp:
Apps wie CodeCheck, Yuka oder der NABU Siegel-Check helfen, umweltfreundliche Waschmittel zu erkennen. Einfach den Barcode scannen und nachhaltige Produkte auswählen.

Waschmittel: Wie dosiere ich richtig?

Zu viel Waschmittel schadet der Umwelt und der Waschmaschine. Die richtige Menge hängt von der Wasserhärte und dem Verschmutzungsgrad deiner Wäsche ab.
In Hamburg ist das Wasser meist weich bis mittelhart – also reicht oft weniger als gedacht.

Wie hart ist das Wasser? Hier finden Sie die Wasserhärte für Ihren Stadtteil

Richtig dosieren:

  • Verpackungshinweise beachten
  • Bei weichem Wasser Mindestmenge verwenden
  • Maschine voll beladen, Handbreit Platz in der Trommel
  • Flecken vorbehandeln statt mehr Waschmittel nehmen

Warum das für unser Klärwerk wichtig ist?

Unser Klärwerk Hamburg ist eine der modernsten Abwasserbehandlungsanlagen Deutschlands. Die Reinigungsstufen senken die im Abwasser enthaltenen organischen und anorganischen Schadstoffe deutlich.

Trotz der guten Reinigungsleistung gibt es Stoffe, die Klärwerke nicht vollständig abbauen können. Sie verbleiben im Wasser und finden über den Kläranlagenablauf den Weg ins Gewässer. Diese Stoffe können sich in der Umwelt anreichern und die aquatische Lebenswelt belasten.

Ein Beispiel sind Phosphonate, die Farbstoffe binden sollen. “Diese Phosphonate werden nicht vollständig auf Kläranlagen eliminiert und gehen als Phosphonat ins Gewässer”, sagt unser Klärwerksleiter Harald Hanßen im Podcast 33 Badewannen, siehe unten: “Phosphor ist ein Nährsubstrat und führt zu Algenwachstum im Gewässer."

Ein anderes Beispiel, das Hanßen und seine Kollegen im Klärwerksbetrieb vor Herausforderungen stellt sind Sulfate, die als Füllstoff in den Festwaschmitteln eingesetzt werden, damit sie rieselfähig bleiben. Für das Ergebniss der Wäsche sind die Sulfate unerheblich. Sie werden im Abwasser allerdings zu Sulfit und verbinden sich zu Schwefelwasserstoff. Hanßen: “Das ist ein Giftgas, das stark riecht und wenn es zu hohe Konzentration hat, auch wirklich toxisch wird. Und das auf der Kläranlage zu hohen Korrosion führt.”

Podcast zum Thema Hintergrund

Welche Rolle spielt Waschmittel für unsere Umwelt und was passiert damit eigentlich, wenn es mit dem Abwasser im Klärwerk ankommt?

Sebastian und Natalia werfen in dieser Folge gemeinsam einen Blick in die Waschtrommel und erfahren von Verbraucherschützer Tristan Jorde, warum die richtige Wahl und Dosierung so wichtig ist. Außerdem erklärt Klärwerksleiter Harald Hanßen, wie Waschmittelrückstände in unseren Anlagen wirken und letztlich die Gewässer beeinflussen.

Was bedeuten die Waschsymbole?

Hier haben wir die wichtigsten Waschsymbole kurz erklärt.

Ein Blick aufs Etikett, viele rätselhafte Symbole? Hier kommt Klarheit:

  • Waschbottich: Zahl = Maximaltemperatur (30°, 40°, 60°). Ein Strich unterm Bottich = Schonwaschgang, zwei Striche = besonders sanft (z. B. bei Wolle oder Seide).
  • Dreieck: Leer = Bleichen erlaubt. Zwei Linien = Nur Sauerstoffbleiche, kein Chlor! Durchgestrichen = Nicht bleichen.
  • Quadrat mit Kreis: Trocknersymbol. Ein Punkt = schonende Temperatur, zwei Punkte = normale Temperatur. Durchgestrichen = Nicht in den Trockner!
  • Bügeleisen: Ein Punkt = nur niedrige Temperatur, zwei = mittel, drei = heiß. Durchgestrichen = Nicht bügeln!
  • Kreis: Chemische Reinigung. Die Buchstaben geben erlaubte Lösungsmittel an. Durchgestrichen = Nicht chemisch reinigen.

Durchgestrichene Symbole bedeuten grundsätzlich: Bitte vermeiden. Das schont Kleidung, spart Wasser und Energie und schützt Hamburgs Umwelt.

Tipps für nachhaltiges Waschen

Nicht jedes Kleidungsstück braucht sofort eine Wäsche. Lüften reicht oft. Das spart Wasser, Energie und Waschmittel.

Wer wäscht, sollte niedrige Temperaturen und Schonprogramme wählen, richtig dosieren und nachhaltige Waschmittel wählen. So bleibt Hamburgs Wasser sauber und deine Wäsche auch!

Weitere Artikel zum Thema

Frühjahrsputz: So klappt's ohne Chemie

Wenn die Wohnung richtig blitzt und blinkt, fühlt sich das einfach gut an. Wir verraten, wie das auch ohne den Einsatz von Chemie funktioniert.

Artikel lesen

Fett gehört nicht in Spüle oder Klo

Unsere Tipps zur richtigen Entsorgung – nicht nur für die Feiertage.

Artikel lesen

10 Tipps für den sorgsamen Umgang mit Wasser

Wasser ist in Hamburg mehr als nur ein Grundbedürfnis – es ist Teil unseres Alltags, unserer Stadt und sein Schutz ist unsere Verantwortung. Mit diesen zehn Tipps lässt sich Wasser im Haushalt ganz einfach sparen – ohne auf Komfort zu verzichten. Gut für die Umwelt, gut für den Wasserkreislauf.

Artikel lesen