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Hitzesommer: Wie unsere Wasserwerke auf Spitzenlasten reagieren

Wenn das Wetter extremer wird, braucht es kluge Lösungen rund ums Wasser. In der Sommer-Serie „Cool bleiben!“ schauen wir auf unsere kostbare Ressource und darauf, wie Hamburg sich auf den Klimawandel einstellt. Heute: Wasserwerke und Spitzenlast.

Autor des Inhalts: HAMBURG WASSER. Datum der Veröffentlichung:

Wenn die Temperaturen auf mehr als 30 Grad steigen, laufen nicht nur Ventilatoren und Klimaanlagen auf Hochtouren. Auch der Wasserverbrauch schießt in die Höhe. Gärten werden bewässert, Kinder planschen im Pool und viele Menschen duschen häufiger oder waschen ihre Autos. Für HAMBURG WASSER beginnt dann eine besondere Herausforderung: die Versorgung auch bei Spitzenlast jederzeit sicherzustellen.

Was bedeutet eigentlich "Spitzenlast"?

Eine Spitzenlast entsteht, wenn innerhalb kurzer Zeit besonders viele Menschen gleichzeitig Wasser nutzen. „Herausfordernd wird es, wenn es in Hamburg über einen längeren Zeitraum trocken ist, richtig warm und keine Schulferien sind“, sagt Timo Kern, Leiter der Wasserwerksgruppe Nord bei HAMBURG WASSER.

Das Liniendiagramm „Trinkwasserabgabe Juni & Juli 2026“ zeigt die tägliche Trinkwasserabgabe vom 1. Juni bis Ende Juli 2026. Die Werte beginnen Anfang Juni bei etwa 370.000 Kubikmetern und sinken zunächst auf rund 330.000 Kubikmeter. Ab Mitte Juni steigt die Abgabe deutlich an und erreicht Ende Juni mit etwa 423.000 Kubikmetern den höchsten Wert des dargestellten Zeitraums. Anschließend fällt die Wasserabgabe wieder ab. Im Juli schwanken die Werte überwiegend zwischen 320.000 und 365.000 Kubikmetern. Der niedrigste Wert liegt bei rund 312.000 Kubikmetern Ende Juli. Kurz vor Monatsende steigt die Abgabe nochmals auf etwa 370.000 Kubikmeter an, bevor sie zum Schluss auf rund 330.000 Kubikmeter zurückgeht. Die insgesamt höchsten Werte treten Ende Juni auf.
Die Trinkwasserabgabe erreichte Ende Juni 2026 mit rund 423.000 Kubikmetern ihren Höchststand und lag im Juli überwiegend auf niedrigerem Niveau. (Grafik: HW)

An solchen Sommertagen können die Verbrauchswerte deutlich über dem Durchschnitt liegen. Für Hamburg sprechen wir von Spitzenabgaben von mehr als 400.000 Kubikmeter Trinkwasser, das entspricht rund dem gesamten Volumen der Hamburger Binnenalster. Ein Durchschnittlicher Wasserverbrauch liegt mit 330.000 Kubikmetern rund 70.000 Kubikmeter niedriger.

Bereits an vier Tagen im Juni wurden in den Hamburger Wasserwerken entsprechende Spitzenwerte gemessen. Am 25. Juni erreichte die Trinkwasserabgabe mit 423.730 Kubikmetern den bisherigen Jahresrekord.

Warum steigt der Wasserverbrauch bei Hitze?

Vor allem Gärten verbrauchen im Sommer besonders viel Trinkwasser. Neben der Bewässerung von Bäumen, Pflanzen und Rasen hat auch die Zahl privater Pools in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Insbesondere während der Corona-Pandemie wurden viele Schwimmbecken angeschafft. 

Ein durchschnittlicher Aufstellpool mit 3,66 Metern Durchmesser fasst bereits rund 6.500 Liter Wasser. Das entspricht etwa dem 60-fachen Tagesbedarf einer Person in Hamburg.

Doch nicht nur Pflanzen brauchen an heißen Tagen Abkühlung. Auch viele Menschen suchen häufiger Erfrischung unter der Dusche. Dadurch kann der Trinkwasserbedarf in einem durchschnittlichen Haushalt um bis zu 60 Prozent steigen.

So bereiten sich die Wasserwerke auf heiße Tage vor

Die wichtigste Voraussetzung für eine sichere Wasserversorgung im Sommer wird bereits in den kühleren Monaten geschaffen.

„Alle geplanten Instandsetzungsarbeiten müssen im Winterhalbjahr erledigt werden“, sagt Wasserwerksexperte Timo Kern. „Von Ostern bis Oktober brauchen wir die volle technische Verfügbarkeit unserer Anlagen.“

Die Verbräuche steigen an heißen Tagen zwar deutlich, aber meist nicht schlagartig an. Das erleichtert es den Wasserwerken, ihre Produktion täglich anzupassen. „Da bei der natürlichen Aufbereitung des Rohwassers auch biologische Prozesse eine wichtige Rolle spielen, muss die Trinkwasserproduktion schrittweise hochgefahren werden“, erklärt Kern.

Dafür werden zusätzliche Brunnen zugeschaltet und die Betriebsabläufe in den Wasserwerken angepasst. So wird unter anderem der Spülrhythmus der Filter verändert, die ausgeflocktes Eisen und Mangan aus dem Rohwasser entfernen. 

Wenn alles planmäßig läuft, sind die Reinwasserbehälter am Morgen vollständig mit frischem Trinkwasser gefüllt. Sie dienen als Zwischenspeicher vor der Einspeisung ins Versorgungsnetz. Im Laufe des Tages sinkt ihr Wasserspiegel dann kontinuierlich, während mehr als 2 Millionen Menschen in Hamburg und der Metropolregion sicher mit frischem Trinkwasser versorgt sind.

Damit Netzbetrieb und Wasserproduktion optimal zusammenspielen, sind enge Abstimmungen zwischen den Leitstellen, den Wasserwerken und den Netzexpertinnen und -experten erforderlich. So können wir an heißen Sommertagen eine zuverlässige Versorgung gewährleisten.

Von Ostern bis Oktober brauchen wir die volle technische Verfügbarkeit unserer Anlagen.
Timo Kern

Leiter Wasserwerksgruppe Nord

So bleibt Hamburg bei Hitze gut versorgt

Trinkwasser ist selbstverständlich, seine Gewinnung und Verteilung sind es nicht. HAMBURG WASSER investiert kontinuierlich in Anlagen, Netze und den Schutz der Grundwasserressourcen. So wird die Versorgung der wachsenden Stadt langfristig gesichert.

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