Auszug aus dem Tagebuch
Donnerstag, 11. November 1943
Sankt Martin ist ein trauriger Tag mit Regen und Kälte, und obendrein musste ich noch damit beginnen, weitere Ziegelsteine am Fluss zu entladen. Allgemeine Beschwerde aller Männer über die Unmöglichkeit, zu arbeiten. Einschüchterung und Drohungen von deutscher Seite, aber sie mussten sich damit abfinden. In der Tat geben sie uns am Nachmittag Handschuhe, um unsere bereits aufgeschürften Hände zu schützen. Am Mittag und am Abend ausgezeichnetes Essen.
Der Schwarzmarkt mit den internierten französischen, holländischen und anderen Arbeitern läuft weiter, aber es gelingt mir nicht, meinen Silberring zu verkaufen, mit dem ich seit einigen Tagen beharrlich zu handeln versuche. Bei der Arbeit habe ich einen Mann aus Vintebbio getroffen, mit dem ich viel über unser Zuhause und die Dörfer rede. Sie haben uns heute Abend mitgeteilt, dass wir bald zweimal in der Woche nach Hause schreiben können. Hoffen wir: bald; wir müssen alle endlich, nach fast drei Monaten, Nachrichten an unsere Lieben in Italien senden können.
Das Tagebuch weiterlesen
Das komplette Tagebuch mit historischer Einordnung wurde 2023 von der Projektgruppe „IMI in Hamburg“ herausgegeben – und ist auf der Website der Initiative frei verfügbar.