Was steckt eigentlich in Nahrungsergänzungsmitteln? Und was macht das mit der Umwelt? Das wollte Yasmin Appelhans für den Wissenschaftspodcasts Synapsen des Norddeutscher Rundfunks von unserer Kollegin Dr. Gudrun Winkler wissen.
Über das Thema ist noch wenig bekannt. Und genau das zeigt ein grundlegendes Dilemma im Umgang mit Spurenstoffen: Bevor wir einen Stoff als problematisch einstufen können, müssen wir ihn als solchen identifizieren, dann im Gewässer messen und seinen Eintrag ins Gewässer nachweisen, so Winkler im Podcast-Interview.
Viele Mittel enthalten Süßstoffe
Einer der Bestandteile von vielen Nahrungsergänzungsmitteln ist allerdings ein alter Bekannter: künstliche Süßstoffe. Solche versteckten Süßmacher stecken etwa in Proteinshakes oder Brausetabletten.
Das Problem: Süßstoffe passieren unseren Körper und das Klärwerk meist unbeschadet und reichern sich anschließend im Gewässer an. Noch ist die Konzentration dort verschwindend gering, aber sie steigt.
Klärwerk ist kein Reparaturbetrieb
Und auch andere Stoffe stellen Kläranlagen vor immer größere Herausforderungen: Die Ewigkeitschemikalien PFAS zum Beispiel, Rückstände von Medikamenten oder von künstlichen Entkalkern.
Winkler, die sich bei HAMBURG WASSER um die Spurenstoffstrategie kümmert, macht auf ein weiteres Dilemma aufmerksam: Am besten wäre es, wenn diese Stoffe gar nicht erst im Wasserkreislauf landen würden. Denn sie wieder herauszubekommen, ist aufwendig und kostet viel Energie. Das schadet zuletzt auch unseren Zielen zur Reduzierung von Emissionen zur Erreichung der Klimaziele. Winkler: “Je mehr wir ins System hineingeben, desto mehr müssen wir später investieren, um es wieder herauszubekommen.”